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Zitat am Freitag : Wallace über Wert und Leiden von Tieren

„Denken Sie manchmal über den Wert eines Tierlebens nach – falls dieser Wert überhaupt existiert? Denken Sie auch darüber nach, dass diese Tiere leiden müssen – falls sie denn leiden? Und welche ethischen Grundsätze erlauben es Ihnen, das Fleisch dieser Tiere nicht nur zu essen, sondern sogar zu genießen […]? Falls Sie aber schon meine Einwände nicht verstehen und die vorangegangene Überlegung eher für eine törichte Nabelschau halten, wo seheh Sie die innere Berechtigung für diese Gleichgültigkeit? Genauer gesagt, ist Ihre Weigerung, darüber nachzudenken, das Resultat eigenen Denkens oder nur der schlichte Unwille, darüber nachzudenken?“

David Foster Wallace, US-Amerikanischer Schriftsteller (1962-2008). Aus: Wallace, David Foster: Am Beispiel des Hummers. Zitiert nach: Wir haben es satt! : arum Tiere keine Lebensmittel sind. – S. 186. Die Besprechung zu dem genannten Buch erscheint am Samstag, 9.3.2013)

11 Kommentare zu “Zitat am Freitag : Wallace über Wert und Leiden von Tieren

  1. Ich wollte auf keinen Fall in Frage stellen oder relativieren, was Wallace über das Leiden der Tiere geschrieben hat. Deswegen verstehe ich ja auch den zynischen Sadismus nicht, ein Tier liebevoll zu pflegen und es anschließend genußvoll aufzuessen – und das meistens noch nicht mal aus Hunger!
    Das einzige was mir hier gerade noch akzeptabel scheint, wäre die Jagd. Auch nur um die Nahrung zu ergänzen, wenn es denn unbedingt sein muß??

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    • Das kann ich auch nicht verstehen mit dem liebevollen Aufziehen und nachfolgenen Schlachten. Imerhin ist es noch besser als die Massentierhaltung. Aber tot bleibt tot. Und nur sehr, sehr wenige wären bereit, selbst zu töten für ihr Fleisch – und würden im gegebenen Fall sicher nicht so leicht darüber hinwegkommen.

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  2. Die Frage ist ja, ob man unbedingt aus ethischen, Tierschutz- oder Umweltgründen auf das Fleischessen „verzichten“ sollte. Man könnte es einfach auch mal deswegen versuchen, weil vegetarische Gerichte viel besser schmecken als man denkt,wesentlich einfacher zu verdauen sind und man seinem Organismus etwas Gutes! zukommen läßt. Und wenn ich an diesen ekligen Geruch denke,, den die Grillbuden auf den Jahrmärkten verbreiten,, dann weiß ich heute nicht auf was ich da eigentlich angeblich verzuchten sollte, wenn ich das Fleich weglasse..
    p.s. vor 10 Jahren war ich noch begeisterter Fleischesser……..

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    • Ja, auch das überzeugt sicher manchen. Mein Vater war total überzeugter Fleischesser (wie ich als Kind auch) und hat meineEntscheidung immer freundlich, aber bestimmt in Frage gestellt. Bis er einmal sehr, sehr gutes vegetarisches Essen in einem Restaurant verspeiste – und am liebsten die Reste eingepackt hätte.
      Bei mir ging es halt vom Sport aus vor 25 Jahren: Leistungssteigerung und so. Die Wege zum fleischlosen Leben sind halt sehr vielfältig 😉

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  3. Es ist dieser wahnsinnige Massenkonsum, der über das Leben der Tiere verhängt wurde und sie nicht mehr daseinsgerecht leben läßt. ….aber schau der Mensch mal in den Spiegel ….wofür schuftet und rackert er sein Leben lang??

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    • Wallace stellt hier – als Fleischesser und angesichts eines lebend gekochten Hummers – eine entscheidende Frage, nämlich jene nach dem Wert des Tieres als fühlendes Wesen, dem Leiden der Tiere und dem generellen Unwillen des fleischessenden Menschen, sich damit auseinander zu setzen im Angesicht der abstrakt Nahrung gewordenen Fleischbatzen auf seinem Teller. Von daher trifft diese brennende Frage natürlich jene, die dem Massenkonsum frönen – durchaus aber auch diejenigen, die ein „artgerecht“ (was immer das heißt) gehaltenes Tier schlachten (lassen) und es verzehren. So schuften und rackern die Menschen, häufen Geld und Besitz – und blenden aus, wenn sie die fremd gewordenen „Früchte“ ihrer Arbeit „geniessen“, welches Leid damit verbunden und ob dies ethisch je zu rechtfertigen ist.

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      • Solange Tiere als Sache be(ge)handelt werden und die Kirche den Menschen an eine Stelle, nämlich an erster Stelle, stellt, ist das anscheinend Alibi genug.
        Das Leid der Tiere in welchem Ausmaß auch immer, wird unter Menschen kein Recht erfahren. Martin Balluch ist da wohl ein Pionier auf dem Gebiet und ich hoffe, es kommt einmal die Zeit, wo er auch gehört und verstanden wird.

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      • Immerhin gibt es mittlerweile viele, die umdenken – und mittlerweile muss man sich nicht mehr als Vegetarier rechtfertigen, sondern der Fleischesser ist in der Defensive und merkt es in lichten Momenten auch. Das macht Hoffnung. Aber es ist ein weiter Weg …

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      • Die Kirche bzw. der Glaube generell spielt dabei auch keine gute Rolle – die Sonderrolle des Menschen in der „Schöpfung“ ist durch nichts gerechtfertigt – aber leider gibt es ja immer noch viele, die nicht ertragen können, dass wir letztlich nichts mehr sind als Tiere, nichts mehr als ein nackter, sich selbst überschätzender Trockennasenaffe.

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