
Castingshows kann und sollte man ja durchaus kritisch sehen, und so mancher daraus vorgespülte Musiker hätte besser beim Singen unter der Dusche bleiben sollen statt uns mit seinem belanglosen dünnstimmigen Geplärre zu quälen. Bei Stefanie Heinzmann, einer jungen Schweizerin, 2008 aus Stefan Raabs Castingshow hervorgegangen, scheint das anders zu sein. Ihr zweites Album „Roots to grow“ begegnete mir erst jetzt – und ich bin schwer beeindruckt: es beginnt mit dem fetzigen „Bag it up“, fett mit bigbandartigem Sound unterlegt, der einem auf diesem Album immer wieder begegnet. Eine sehr schöne Ballade wie „How does it feel“ findet sich ebenso auf diesem Album wie das in die Beine gehende „Bet that I’m better“ und das kraftvolle, eine unzerbrechliche Liebe besingende „Unbreakable“. Sehr gute, soulige Stimme zu einen guten Sound, der auch mal dick aufträgt (Bläser, Big-Band-Sound), doch nie um des Effektes willen. Stefanie Heinzmann (hier aus nach sechs Monaten Schweiz erhaltender Zuneigung zum Dialekt noch die alemannische Wikipedia-Heinzmann) ist meine zweite Musikentdeckung aus der Schweiz in jüngster Zeit nach Sophie Hunger – machen schon Qualität, die Schweizer.
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