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Zitat am Freitag : Max Beckmann über die Beschäftigung mit sich selbst

„Wie traurig und wie unangenehn, sich immer mit sich selbst abgeben zu müssen. Manchmal wäre man froh sich selbst los zu sein.“

Max Beckmann (1884-1950), deutscher Maler, Graphiker und Bildhauer, in seinem Tagebuch 1913

8 Kommentare zu “Zitat am Freitag : Max Beckmann über die Beschäftigung mit sich selbst

  1. danke für den Buchtipp Jarg.

    Ich lebe nun schon sehr lange mit mir zusammen, ganz ehrlich, ich möcht viel öfter mit mir allein sein, ich weiß, wann die Fresse zu halten ist, wenn ich gerade aus dem Kino komme zB. Mein lebstes Frühstück, haben meine Tochter und ich zusammen, aber das BESTE Frühstück-(Rührei,Schnittlauch, Tasse Kaffee und ne Doku bei Arte online) (besitze nicht mal ein TV:))))) und dass ganze mit mir allein, ich merke dann einfach ganz schnell, das es um 17:00 gut dafür ist…;)
    Wenn ich mich kopieren könnte, würde ich es machen, ich finde gut was „er“ macht! wer kann schon sein lassen, was er nicht will?
    In diesem Sinne Guten Abend!

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    • Hallo Claude,
      danke für Deinen Kommentar
      Bleibt natürlich die Frage, ob wir wollen können, was wir wollen und ob es das Selbst überhaupt gibt, es immer stets gleich bleibt oder nicht … 😉
      Ein zauberhaftes Wochenende wünscht Dir und Deiner Tochter
      Jarg

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  2. Hallo Jarg,
    Künstler haben sich zu allen Zeiten selbst portraitiert. Beckmann war da auch nicht gerade zurückhaltend. Ein Mensch will gern objektiv sein, ist aber immer zuerst subjektiv. Er ist Subjekt. Und da tut es erst einmal nichts zur Sache was die Hirnforschung, irgend ein Theologe, die Werbung oder sonst ein Beimm-dich-Ratgeber dazu sagt. In dem Buch „Die Information“ von James Gleick las ich, dass wir möglicherweise von Mikroorganismen bewohnt und regiert werden. Klingt abstrus, ist jedoch höchst spannend zu lesen. Ob Gott oder der Stoffwechsel, beides hinterläßt Eindrücke. Wir sind und bleiben „Subjekte“. Das Höhlengleichnis ist nur eine Geschichte, die das zum Thema hat. Das Gleichnis und mit ihm alle Romane und Geschichten wären obsolet, wenn wir von Natur als objektiv gelten könnten. Wir agieren als Subjekt und ich bin froh, dass es Menschen gibt, die die Mühe und das ständige Wagnis auf sich nehmen, ihre Gefühle bezüglich ihrer Umgebung zu prüfen. Die müssen nicht unbedingt sympathisch sein. Sich derart in Frage zu stellen wird gerne mit Nabelschau oder Selbstbeweihräucherung verwechselt. Es hat eigentlich nichts damit gemein. Das ist nichts für Weicheier und Selbstverliebte. Zugegeben, es ist oft schwer auseinander zu halten. Die Übergänge sind auch dort sicherlich fließend. Aber das ist vielleicht auch ein Indiz dafür, dass ‚objektive‘ Betrachtung höchst fragwürdig ist. Ich jedenfalls hege großen Respekt vor Leuten wie Beckmann, die sich ihrer Subjektivität bewußt sind und diese Arbeit auf sich nehmen. Darum habe ich mich bei Dir für dieses Zitat bedankt.

    In diesem Sinne liebe Grüsse
    mick

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    • Hallo Mick,
      danke für Deinen Kommentar!
      Keine Frage, die Beschäftigung mit dem Selbst ist für einen Künstler essentiell, sofern er – was meiner Ansicht nach einen guten Künstler auszeichnet – sie mit achtsame Reflexion mit der Umwelt und den Mitmenschen verbindet.
      Leider gehen aber in unserer selbstbezogenen Gesellschaft die wenigstens Menschen einen solchen Weg. Das ICH wird absolut und ohne Zweifel gelebt oder aber mit inneren Schuldvorwürfen und Minderwertigkeitsgefühlen gelebt. Wenn wir aber erkennen, dass es den freien Willen und das ICH nicht gibt, eröffnet das ungeahnte Freiheiten, und “ wir können daran arbeiten, der zu werden, der wir sein könnten, statt uns dafür schuldig zu fühlen, der zu sein, der wir sind”.
      Das ist jedenfalls das, was ich beim Zitat von Beckmann derzeit empfinde, weil meine eigenen inneren Vorrausetzungen das derzeit, jetzt und in diesem Augenblick so in mein Bewusstsein bringen. An der wichtigen Position des Künstlers für die Gesellschaft und seinen besonderen Blick auf uns und die Welt habe ich dabei keinen Zweifel … und auch nicht daran, dass diesem Blick oft große innere Kämpfe vorausgehen, um große Kunst zu schaffen.
      Und Du hast natürlich absolut recht: absolute Objektivität gibt es nicht – genausowenig wie absolute Gewissheit, auch wenn einige das glauben 😉
      Liebe Grüsse zum Wochenende von
      Jarg

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    • Das mit den Mikroben ist übrigens eine ausgesprochen interessante Anmerkung von Dir! Wir sind aussen und innen dermaßen besiedelt, dass sich schon die Frage stellt, wo sie ist, die Grenze zwischen Mikrobe und Mensch: schliesslich haben wir rund zehnmal mehr Mikroben auf und in uns als eigene Körperzellen … bestehen also zu 90% unserer Zellen aus Mikroorganismen …
      Ohneinander können wir und diese Zellen nicht – und wer darum weiss, welchen Beitrag unsere kleinen Mitbewohner für den Stoffwechsel leisten, der mag auch einen Einfluss auf unser Selbst und seine momentale emotionale Ausprägung nicht ausschliessen …
      In diesem Sinne ein zauberhaftes Adventswochenende allen beteiligten Zellen 😉

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  3. Hallo Jarg,
    ich habe so meine liebe Not mit diesem „Gefällt mir“-Knopf. Natürlich ist das ein gutes Zitat von diesem Künstler. Geschschrieben ist in einer Zeit, da ging es ja noch gut. Das Schlimmste stand ihm, und dem größten Teil der Welt ja noch bevor. Wir brauchen eben Menschen, die sich mit sich selbst beschäftigen um die Dinge, die sie sehen zu verarbeiten. Im guten Falle können viele daran wachsen, weil sie sich damit auseinandersetzen können.
    Danke dafür!

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    • Hallo Mick,
      nun, klar soll man sich mit sich selbst beschäftigen. Aber leider artet das oft genug in Selbstquälerei und in Nabelschau aus und darin, dass viele Leute sich unglaublich wichtig nehmen. Zumal sich die Frage stellt, ob es DAS Selbst überhaupt gibt. Und da habe ich angesichts der neuesten Erkenntnisse der Hirnforschung zum Thema Willensfreiheit und der mehr virtuellen, sich ständig verändernden Konstruktion des menschlichen Bewußtseins große Zweifel. Also wäre mehr Gelassenheit gegenüber dem eigenen Selbst vielleicht nicht verkehrt …
      In diesem Sinne grüsst herzlich
      Jarg

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