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Zitat am Freitag : Brecht über Glauben und Wissen

Nicht, was man glaubt, ist wichtig, sondern was man weiß;
man glaubt viel zu viel und weiß viel zu wenig.

(Bertholt Brecht 1898-1956, deutscher Schriftsteller)

22 Kommentare zu “Zitat am Freitag : Brecht über Glauben und Wissen

  1. Brecht hat recht: wir wissen zu wenig! Aber was bleibt uns dann anderes übrig, als den Rest zu glauben, wenigsten anzunehmen (anderes Wort für glauben), das uns unser Unwissen für den Augenblick nicht mehr als hinnehmbar schadet – vielleicht ja auch nützt? Wer weiß?
    Es soll ja mal einen gegeben haben, der wusste das er nichts weiß….Das glauben wir aber nun nicht mehr, weil wir ja schon soviel mehr wissen. Aber wie viel Unkenntnis liegt da draußen eigentlich noch rum? Mit jeder Erkenntnis tauchen zehn neue Fragen auf….

    Trotzdem: Brecht hat recht! Weniger vorschnelle Urteile für alle! Nachdenken schadet nicht und hilft nicht nur der Umwelt.

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    • Ich finde halt das Wort „Glauben“ problematisch, weil es sich für mich zu leicht mit „vorbehaltlos“ und „zweifellos“ verbindet. Dann vertraue ich lieber offenen Auges, stets bereit zum Zweifel, zum Hinterfragen.
      Herzlich grüsst
      Jarg

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      • Das sehe ich genauso. Ich denke, Brecht wollte das Wort „glauben“ nur im Sinne von Vermuten oder Annehmen benutzen.
        Der Titel zum Freitags-Zitat führt natürlich schnell auf eine viel tiefere Spur,
        Danke für die prompte Antwort auf meinen (späten) Kommentar!
        frankemmes

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  2. Da gebe ich Brecht völlig recht. Besonders seit der Eso-Bewegung wird viel zu viel geglaubt auf Kosten des kritischen Geistes.
    Ganz liebe Grüße und ein feines Wochenende dir
    Klausbernd und seine Buchfeen Siri & Selma
    wir alle drei sind Brecht-Fans 🙂 und verabschieden uns mit einem grinsenden „Glotzt nicht so romantisch!“

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    • Lieber Klausbernd,
      das stimmt: der Esoterik-Boom setzt der sich wieder verbreitenden Irrationalität noch die Krone auf. Wahrscheinlich könnte man da viel Geld verdienen mit irgendeiner abstrusen Idee a la „Seelenreisen mit Sauerteigbädern“ oder „Das Holzfällerorakel – vom Sägemehl zum wahren Selbst“.
      Mit den besten Wünschen für den Sonntag liebe Grüsse an Dich und die Buchfeen!
      Jarg

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  3. …ich glaub ich weiß zu viel, sagte mal ein Schlaumeier…;)

    Alle liegen evtl.richtig UND falsch, dabei kommt es auf die Sichtweise an.

    Ich habe das beste Gefühl, wenn ich weiß was ich tun kann, dann setze ich meine Fähigkeit „es zu tun“ ein und weiß was ich glauben muss:)

    Hallo Jarg, ich denke Dir für deine Beiträge und wünsche Dir ein gutes Wochenende.

    Meine Wochenend-Buchempfehlung: **“Mut zum gesunden Menschenverstand**
    ISBN 978-3-940190-67-3 von Stephan Mayer. 160 Seiten, interessant, spannen, lehrreich und vergibt nebenbei für Bewusstseinsfinder, das Gefühl nicht allein zu sein.

    Ps. wenn meine Empfehlung auf deiner Seite unerwünscht ist, lasse ich dass gerne sein. Ansonsten nur weil es mir gerade in den Sinn kam..

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    • Hi Claude, danke für deinen Kommentar!!
      Für mich spricht aus Brechts Zitat der Hunger nach Wissen und Erkenntnis und das Bestreben, nicht zufrieden zu sein mit den einfachen Antworten, auf denen wir Menschen uns nur allzuoft ausruhen, Sicherheit suchen. Deshalb kann ich auch mit so etwas wie Glauben – ob in klassisch-religiöser oder ideologische-politischer Ausprägung – absolut nichts anfangen. Es gibt mir schlichtweg nichts …
      Natürlich ist es immer am besten, wenn ich in einer konkreten Lebensituation weiß, was ich tun kann, um etwas zu ändern oder zu erreichen. Wobei unsere Entscheidungen, dann einen bestimmten Weg zu gehen, nicht unbedingt frei sind:
      „Frei sein bedeutet, tun zu können, was man will – Es bedeutet nicht, zu einem bestimmten Zeitpunkt etwas anderes wollen zu können als das, was man will.“ (Schmidt-Salomon, Jenseits von Gut und Böse)
      Auch Dir ein zauberhaftes Wochenende wünscht
      Jarg

      PS: natürlich darf dein Buchtipp hier stehenbleiben, auch wenn ein Erzatheist wie ich erheblich Zweifel am Inhalrt anmelden würde 😉

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      • Zu Brecht muss man aber auch wissen:
        Auf die Frage nach seinem Lieblingsbuch hat er geantwortet: „Sie werden lachen – die Bibel“ (und tatsächlich versteht man seine Theaterstücke und Gedichte überhaupt nicht ohne Bibelkenntnis!)

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      • Och, ich hatte da bisher noch nie ein Problem, die Texte von Brecht zu verstehen – auch ohne Bibelkenntnisse, ohne Koranwissen, ohne die Exegese der heiligen Schriften des fliegenden Spaghettimonsters, … 😉

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      • Hallo Jarg, danke für Deine Meldung.
        In dem Buch geht es garnicht um Gott oder Glauben;)

        man sieht sich..;)

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      • Stimmt. Eher um eine geschickte Art des Machterhalts durch Angsterzeugung und der Verlagerung diesseitiger Probleme durch Erzeugung von Hoffnungen auf ein besseres Jenseits … 😉

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    • Staunen, Fragen stellen, Antworten erhalten, die wieder neues Staunen und neue Fragen aufwerfen: nein, man wird wirklich nie fertig und das ist auch gut so!
      Viele Grüsse von
      Jarg

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      • Weder noch: wenn ich etwas nicht weiß und nicht sicher nachweisen kann, warum soll ich es dann „glauben“? Ich kann doch auch Staunen und Fragen stellen und akzeptieren, dass ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt aufgrund fehlender Informationen keine hinreichende Erklärung habe, aber weiterhin bestrebt sein, meinen Erkenntnishorizont zu erweitern. Und ich denke schon, dass es auch einen Unterschied gibt zwischem den naiven Glauben, der etwas für gut erklärt, ohne es zu hinterfragen und damit scheinbar eine vielleicht für notwendig erachtete Sicherheit postuliert, und einer Überzeugung, die auch den Zweifel zulässt und sich immer wieder neu mit neuen Erkenntnissen verbindet und damit auch graduell oder sogar total verändern kann. In diesem Sinne würde ich auch niemals von mir behaupten, dass ich an meine Ziele glaube, sondern dass ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt von ihnen überzeugt bin.

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