
Kunst macht sichtbar, was wir fühlen, denken, fürchten oder wünschen (Sam keller, Museumsdirektor Fondation Beyeler. S. 127)
Der Buchtitel zitiert eine einfache, oft gestellte Frage, die gerade heute bei der Vielfalt der künstlerischen Stile, Ambitionen und Projekte immer wieder neu aufkommt. Die Fondation Beyeler in Riehen/Basel liess im Rahmen eines Projektes Jugendliche Fragen entwickeln, die sich mit Kunst befassen und sich auf unterschiedliche Weise dem Themenkomplex nähern. Die insgesamt 27 Fragen sollen zu einer Auseinandersetzung mit Kunst anregen und dabei keine abschliessenden, allgemeingültigen Antworten liefern, sondern die Entwicklung eigener Gedanken und Reflexionen in Gang setzen.
Das Spektrum reicht von provokativen bis zu humorvollen Fragen:
– Mochte Andy Warhol Tomatensuppe?
– Warum sind manche Kunstwerke so unglaublich teuer?
– Was wäre das Leben ohne Kunst
– Kann jeder ein Künstler sein?
– Wieso werden Künstlerinnen und Künstler erst nach ihrem Tod berühmt.
Die kluge Zusammenstellung der Fragen wird verknüpft mit den fundierten Antworten der Autorinnen und Autoren und kapitelweise ergänzt um 27 Antworten auf die titelgebende Frage „Was ist Kunst?“ von Künstlern, Galeristen, Kunstwissenschaftlern, Kunstauktionatoren und Sammlern. Ansprechende Fotos (Fotograf: Andri Pol) von Künstlern und Kunstschaffenden, Kunstwerken oder Menschen beim Betrachten von Kunst ergänzen und komplettieren den Text.
Deutlich wird, dass es auf viele Fragen zur Kunst keine absolute Antwort gibt und sich jeder eine Position suchen muss, von der aus er Kunst bewertet und für sich selbst einordnet: das Buch regt so nicht nur zur Diskussion an, sondern auch zur Selbstreflexion und bietet in der Kombination von Frage, sachlich fundierten und persönlich geprägten Antworten eine gute Hinführung zu moderner und klassischer Kunst, die Ratio und Emotion gleichermaßen anspricht, die fachlich fundiert ist, ohne einseitig zu sein.
Gerade für Jugendliche und junge Erwachsene wird sich diese kurzweilige Lektüre vor dem nächsten Museumsbesuch lohnen und den eigenen Blick für das Kunstwerk an sich schärfen helfen.
Grunsätzlich würden mich ja vielmehr Antworten und Fragen interessieren: WOZU gibt es Kunst und gerade heute, was soll das Alles und wozu ist das Gut…meine Fragen als nicht_gewordene_trotzdem_irgendwie_Künstlerin. Denn am Ende ist alles Kunst wenn Wir es so bloß definieren. Und heute scheint oft das Kunst zu sein, was viel kostet oder sehr dekorativ ist, damit kann ich nicht mitgehen, aber das ist auch rein Subjektiv, wie sowieso jede Kunstbetrachtung. Ich denke es wird Zeit neue Wege zu suchen und eben eher zu ergründen: Hat Kunst eine Aufgabe und wenn ja welche 🙂
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Das eben ist das Schöne an dem Buch: es öffnet die Augen und regt mit seinen Fragen die eigenen Gedanken und Reflexionen an. Da wird schnell nebensächlich, ob ein Kunstwerk teuer ist oder nicht … in der Tat kann das ja kein Kriterium sein. Zumal manches teure tatsächliche Kunstwerk nach dem Kauf in irgendeinem Safe verschwindet.
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