Schmetterlinge : Warum sie verschwinden und was das für uns bedeutet / Josef H. Reichholf

Nicht die Großstadt ist das Ende der Natur, sondern das Maisfeld (Josef Reichholf: „Schmetterlinge“, S. 240)

Der Zoologe, Evolutionsbiologe und Ökologe Josef H. Reichholf zählt zu den Wissenschaftlern, die über ihr Fachgebiet und in seinem Fall auch darüber hinaus nicht nur verständlich zu berichten wissen, sondern auch spannend, unterhaltsam und anregend. Im vorliegenden Buch setzt sich Reichholf mit einem aktuellen Thema auseinander: dem Verschwinden der Insekten und hier insbesondere der Schmetterlinge, die in seiner Berufslaufbahn wiederholt eine besondere Rolle gespielt haben. Dabei ist spürbar, wie sehr Reichholf von seinem Untersuchungsobjekt fasziniert ist: schon in Weiterlesen

Endurance : Mein Jahr im Weltall / Scott Kelly

Der 1964 geborene Scott Kelly ist ein schlechter Schüler und weiß zunächst wenig mit seinem Leben anzufangen: einzig bei seinen Einsätzen als Rettungssanitäter während der Highschool findet er Befriedigung und tiefe Motivation, schafft es aber nicht, sich mit entsprechenden Leistungen in der Schule für ein Studium zu qualifizieren. Schule langweilt ihn – und auch das Studium scheint er nicht durchstehen zu können, da er sich nicht auf den Unterricht konzentrieren kann. Heute sagt er, dass er vermutlich ADS hatte.

Erst als er Tom Wolfes „Die Helden der Nation“ liest, ändert sich etwas für ihn: das legendäre, 1983 verfilmte Buch über die amerikanischen Testpiloten, die in einer langen Kette von Erfolgen und Mißerfolgen nach dem Zweiten Weltkrieg Hochgeschwindigkeits- und Raketenflugzeuge testen und schliesslich das Mercury-Programm zum Erfolg führen, ändert etwas in ihm. Von diesem Tag an Weiterlesen

Das Genie der Honigbienen / Éric Tourneret; Sylla de Saint Pierre; Jürgen Tautz

Es gibt Bienenbücher, es gibt schöne Bienenbücher – und es gibt Bienenbücher, die so schön und bemerkenswert sind, dass man sie nicht mehr aus der Hand legen möchte. Zur letztgenannten Kategorie zählt der vorliegende Bildband, der unter Mitwirkung des bekannten Bienenforschers Jürgen Tautz (s.a.) entstand und mit seinen überwältigenden Fotos Staunen macht: der Fotojournalist Éric Tourneret hat seine breit gestreuten Fähigkeiten als Fotograf genutzt, um von winzigen mikroskopischen Details bis hin zu größeren Perspektiven die Welt Weiterlesen

Besser leben ohne Auto : Clever unterwegs sein, entspannt ankommen / Heiko Bruns u.a.

Mit der Verkehrswende tut sich Deutschland ja bekanntlich schwer: Autos sind in der Bundesrepublik weiterhin ein scheinbar unverzichtbarer Fetisch, Verkehrsinfrastruktur wird hauptsächlich in Strassen gedacht, Güterverkehr auf der Straße nimmt exorbitant zu und die Bahn erweist sich auch nicht als so stark, wie sie sein könnte. Von der Umweltverschmutzung, den vielen Unfällen und den übervollen Städten ganz zu schweigen.

Fängt man an, über Fahrverbote, Reduzierung von Verkehrsflächen, Sperrung der Innenstädte für den motorisierten Inividualverkehr oder gar Tempolimit zu reden, geht eine hysterischer Protest durchs Land als würde es um die letzte verbliebene Freiheit eines geknechteten Volkes gehen. Umso mehr ist es in einem vom Auto und für das Auto zugerichteten Land wie dem unseren nötig, darauf aufmerksam zu machen, dass es Alternativen gibt und auch ein Leben ohne Auto nicht nur vorstellbar, sondern attraktiv sein kann.

Da setzt das vorliegende Buch an. Nachdem zunächst auf Weiterlesen

Mein Rom : Die Geheimnisse der Ewigen Stadt / Andreas Englisch

Der Journalist Andreas Englisch lebt seit über 30 Jahren in Rom und berichtet mittlerweile vorwiegend aus dem Vatikan. In Journalistenkreisen durchaus nicht unumstritten, legt der überaus eloquente und gut vernetzte Autor mit „Mein Rom“ ein überaus persönliches Buch über seine Lieblingsstadt vor. Aufhänger ist dabei die gescheiterte Prüfung seines Sohnes an einer Schule für Fremdenführer: Englisch nimmt das als Anlass, seinem Sohn die lange Geschichte der Stadt, ihrer Gebäude und Kunstwerke, aber auch der Menschen, die sie prägten, auf seine eigene Weise näher zu bringen.

Dabei bedient es sich eines durchaus klassischen Mittels: des Dialoges. Weite Teile des Buches bestehen aus einem Vater-Sohn-Dialog, der sich Weiterlesen

Alles, was bleibt : Mein Leben mit dem Tod / Sue Black

Obwohl wir immer mehr geneigt sind, den Tod aus unserem Alltag zu verdrängen, begegnet er uns unausweichlich irgendwann: mit dem Tod von Freunden, Angehörigen und irgendwann mit dem eigenen Tod. Die 1961 geborene Sue Black ist eine der renommiertesten forensischen Anthropologinnen Englands und ist auch international für ihr Wissen und ihr Engagement bekannt. Eine ihrer wesentlichen Motivationen für ihre Arbeit ist, anhand der sterblichen Überreste herauszufinden, was einem Menschen widerfahren ist oder den Hinterbliebenen die Gewissheit um das Schicksal eines verschwundenen Angehörigen zu geben. Sie arbeitet für die Polizei in Mord- und Vermisstenfällen, aber auch für nationale und internationale Organisationen im Kriegs- oder Katastrophenfall. Zugleich ist ihr Institut aber auch zuständig für die Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses, für den Sektionen am menschlichen Leichnam einen wichtigen und für Sue Black unverzichtbaren teil der Ausbildung ausmachen.

In „Alles, was bleibt“, das ihren Weiterlesen