Sommer 1927 / Bill Bryson

Die Ironie ist, dass Charles Lindbergh zu dem Zeitpunkt, als Amerika bereit war, sich in die Lüfte zu schwingen, niemandes Held mehr war

Bill Bryson hatte eigentlich nur vor, ein Buch über den legendären Atlantikflug von Charles Lindbergh im Jahr 1927 und den bizarren, elf Todesopfer fordernden Wettkampf um diese erste Überquerung des Meeres per Flugzeug zu schreiben. Doch im Laufe der Recherche entdeckt er, dass sich in diesem Jahr sehr viel mehr bündelt als ein Meilenstein der modernen Verkehrsgeschichte. So wurde daraus ein Buch über Weiterlesen

Weltenbummler : eine Familie bereist dreißig Monate die Welt / Heike Praschel

Ein Mann und eine Frau, zwei Kleinkinder von einem und drei Jahren und ein Hund machen sich im März 2010 von Süddeutschland aus auf die Reise. Ziel ist die Mongolei, die über eine unter anderem durch die Türkei und Kasachstan führende Route erreicht werden soll und endet tatsächlich inklusive eines kurzen Heimaturlaubs zwei Jahre später in den USA.

Die Reise wird für die mit diffusem Fernweh und einer bei aller Reisevorbereitung im positiven Sinne offenen und menschenvertrauenden Zuversicht aufgebrochenen Praschels und ihre Kinder zu einem echten Abenteuer – und zu einer tiefen Lebenserfahrung: unerwartete Erlebnisse und etliche Herausforderungen kennzeichnen die Reise ebenso wie eindrückliche Begegnungen mit Menschen, fremden Kulturen und extremen Landschaften. Im Fokus des Berichtes steht dabei immer der Reisealltag der Familie und die Weiterlesen

Wenn ich Dich umarme, hab keine Angst : eine wahre Geschichte / Fulvio Ervas

Die ganze Welt dringt ungehindert in Andrea ein, wie ein bergab rollender Stein, wie eine Lawine. Andrea hat keine Abwehr, keine Barriere, er saugt alles auf wie ein Schwamm, und man braucht ihn nur anzuschauen, um zu verstehen, dass er ein ganz eigenes, inniges verhältnis zur Realtiät hat. Wenn er spricht, drückt er sich zusammenhanglos mit abgehackten Worten aus: „daheim“, „unterwegs“, „das grüne“. Seine Antworten klingen mechanisch, sie nehmen einen Teil der Frage wieder auf.
Was er durchsickern lässt, ist ein Konzentrat. Er ist ein Alchemist, der Worte destilliert. Man muss nur lernen, sie zu hören. (S. 21)

Als Francos Sohn Andrea drei Jahre alt ist, ändert sich für die Eltern alles: denn bei Andrea wird Autismus diagnostiziert. Für die Eltern ein Schock, der große Unsicherheiten auslöst, wie man am besten mit dem Kind umgeht, und auch eine Kette verschiedener, weitestgehend erfolgloser therapeutischer und medizinscher Ansätze zur Folge hat, um Andrea auf seinem Weg zu helfen.

Der Hausarzt bringt es es auf den Punkt: „Das Leben ist unvollkommen, aber es Weiterlesen

Gebrauchsanweisung für die Welt / Andreas Altmann

„Reisen verblödet. Das ist so wahr wie das Gegenteil. Weil so mancher darauf besteht, nur das zu sehen, was er bereits weiß. Zu wissen glaubt. er umrundet zehn Mal den Globus und landet immer wieder als derselbe Ignorant, als der er vor Urzeiten von Bord gegangen war. Das ist wie mit einem Kind, das zur Schule geht. Passt es nicht auf, wird es nichts lernen. Nie. Nicht anders der Erwachsene, der die Welt besucht. Er muss es achtsam tun, erpicht, er muss hungern und dürsten nach Wissen und Weisheit, nach allem, was herzugeben sie bereit ist. Hinschauen reicht nicht. Wie das (wache) Kind muss er fragen, fragen, fragen. Tut er das hartnäckig genug, wird er begreifen, dass wir – er und die vielen anderen – uns ziemlich ähneln. Und: dass wir uns gleichzeitig gewaltig voneinander unterscheiden. Das macht den Reichtum der Welt aus.“

Nicht selten findet man unter den „Gebrauchsanweisungen“ aus dem Piper-Verlag wahre reiseliterarische Preziosen: so eine ist die „Gebrauchsanweisung für die Welt“ von Andreas Altmann, die man jedem in die Hand drücken sollte, der sich aufmacht, unseren blauen Planeten zu bereisen und zu entdecken.
Altmann schreibt über den Weiterlesen

Der Jesus vom Sexshop : Stories von unterwegs / Helge Timmerberg

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Nach „In 80 Tagen um die Welt“ gibt es nun endlich wieder ein neues Buch von Helge Timmerberg, in dem er Reiserlebnisse aus den letzten dreissig Jahren versammelt. Er berichtet über das Glück und Ungkück der Thaiboxer in Bangkok, einige Tage in der bizarren Welt Nordkoreas, umschwirrt vom Geheimdienst und entdeckt die Tücken indischer, bei manch menschlichem Prominenten beliebter Astrologie.

Erfahrungsreich rät er ab von LSD-Trips bei Karstadt, beschreibt aus der abgeklärten Sicht eines Verkäufers einen Sex-Shop in Hamburg.
Er hält nichts davon, auf Kamele zu steigen und nennt unwiderlegbare Gründe dafür, schreibt vom verlorenen Weiterlesen

The road / Regie: John Hillcoat. Darst.: Viggo Mortensen ; Kodi Smit-McPhee ; Robert Duvall ; Guy Pearce ; Charlize Theron …

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„Wenn nichts mehr bleibt, versuche ich, mit der Fantasie eines Kindes zu träumen“.
Vater und Sohn kämpfen sich durch ein vor Jahren verwüstetes Amerika, durch zerstörte Städte und Landschaften, Kälte und Asche, ohne Tiere und Pflanzen. Nichts besitzen sie mehr ausser ihrer Kleidung, einem Einkaufswagen mit der nötigsten Habe und einer Pistole mit zwei Kugeln, um notfalls ihrem Leid ein Ende setzen zu können. Ihre größte Sorge gilt der Beschaffung von Essen und der Angst vor den anderen Überlebenden, die dieses Problem dadurch lösen, dass sie Weiterlesen

Von japanischen Brotbüchsen, indischen Göttern, komischen Alpendialekten, süßen Südstaaten, afrikanischen Kriechtieren und der Köstlichkeit des langsamen Reisens / Kristian Ditlev Jensen

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Kristian Ditlev Jensen ist Journalist. Und hat an diesem einen Tag besonders schlechte Laune, als ihn die Redakteurin der dänischen Bahnzeitschrift Ud & Se fragt, ob er ein Interview mit dem Kronprinzen führen will. Nein, hat er nicht. Aber die Redakteurin lässt nicht locker, und so wird ein Brainstorming daraus und letztlich der Auftrag, für Ud & Se Reiseberichte über extreme Eisenbahnstrecken und -reisen weltweit zu schreiben. Und da die Danske Statsbaner das Ganze zu finanzieren bereit ist, geht es schon bald los. Mit seinem zerbeulten Rimowa-Koffer und einem iPod mit von einem Freund extra für jede Strecke zusammengestellten, passenden Playlists reist er mit dem Shinkansen in Japan, mit der Glacier-Express in der Schweiz, dem superluxuriösen Blue Train in Südafrika, dem Amtrak-Zug „The Crescent“ von New York nach New Orleans.
Was er daraus macht, ist mehr als eine bloße Reportage: Jensen zeigt und eine Art zu Reisen und ihre Vorzüge und Besonderheiten, die im Zeitalter der schnellen Überwindung von Distanzen mit dem Flugzeug zu oft in Vergessenheit gerät. Wo die Flugreise normiert scheint, die Flughäfen ewig gleich und die Passagiere gleichermaßen gehetzt wie distanziert, begegnet Jensen auf seinen scheinbar anachronistischen Reisewegen den Menschen und der Kultur des jeweiligen Landes vielleicht intensiver und wahrhaftiger als so mancher vom Flugzeug in den touristisch relevanten Regionen abgesetzte Urlauber.
So weckt er die Sehnsucht, auch diese Ruhe in Weiterlesen