German Roamers – Deutschlands neue Abenteurer: Auf der Jagd nach dem besonderen Augenblick

Wenn es um atemberaubend schöne, wilde und unberührt scheinende Orte geht, um spektakuläre Landschaften, um Kajaktouren, Wanderungen und Abenteuer, dann schweift die Fantasie gerne ab zu Bildern von mehr oder weniger fernen Ländern und exotischen Reisezielen, zu den Weiten Nordamerikas etwa oder den afrikanischen Steppen. Doch auch in Deutschland gibt es Weiterlesen

Ich mach das jetzt! : Meine Reise zum Mittelpunkt der Erde / Ulla Lohmann

Als achtjähriges Kind begleitet die Autorin ihren Vater durch die Ruinenstadt Pompeji, erfährt, welche Naturkatastrophe die Stadt zerstört hatte und ist seitdem fasziniert von Vulkanen und Vulkanismus. Nach dem frühen Tod des Vaters gerät ihr Leben zunächst in Turbulenzen, bis sie bei einer durch den Freund eines Vaters geleiteten paläontologischen Grabung eine unbekannte 280 Millionen Jahre alte Amphibie entdeckt und mit der Beschreibung Bundessiegerin bei „Jugend forscht“ wird. Sie finanziert sich durch das Preisgeld eine Weltreise, jobbt als Schiffsköchin, lernt Klettern, studiert nebenbei Journalismus und Geographie und wird schliesslich Journalistin, Dokumentarfilmerin und Fotografin, die heute für namhafte Magazine und Fernsehsender arbeitet. Sie hat Lehraufträge in Baden und Kaiserslautern, veranstaltet Workshops und Fotoexpeditionen.

Ihr Lebenstraum bleiben aber trotz all dieser Weiterlesen

The Travel Episodes: Neue Reisegeschichten von allen Enden der Welt / Johannes Klaus (Hrsg.)

Harte Arbeit in einem deutschen Restaurant in Kanada, Winterschwimmen in eiskalten Seen, ein Besuch in Syrien im Angesicht des aufziehenden Bürgerkrieges, Monate in einer finnischen Wochenendhütte auf der Suche nach Sinn, ein Besuch in Yamoussoukro, der Geisterstadt und Kapitale der Elfenbeinküste, der Aufenthalt in einem thailändischen Kloster, das von einem Weiterlesen

Der Ruf der Stille : Die Geschichte eines Mannes, der 27 Jahre in den Wäldern verschwand / Michael Finkel

Der 20jährige Chris Knight, Mitglied einer zurückgezogen im US-Bundesstaat Maine lebenden Familie, fährt mit seinem Auto in einen Wald, lässt es stehen und baut sich an einer unzugänglichen, aber nicht weit von der Zivilisation entfernten Stelle ein Lager. Dort lebt er über 27 Jahre im Sommer wie im Winter, meidet jeden Kontakt mit Menschen, beschafft sich Lebensmittel und andere Alltagsnotwendigkeiten durch unzählige, akribisch durchgeführte Einbrüche in Blockhütten und Ferienlagern und entgeht manchmal durch Krankheit oder Kälte nur knapp dem Tod. Für die Anwohner ist er ein Phantom, bis ihn eines Tages ein Polizist fasst und die Welt von Chris sich nach Jahrzehnten selbst bestimmter Einsamkeit radikal ändert: in Haft wird er ständig kontrolliert, muss mit anderen in einer Zelle schlafen und sich psychologischen Untersuchungen stellen. Dazu kommt die mediale Aufmerksamkeit und der letztlich drohende Prozess wegen etwa 1000 Einbrüchen. Am liebsten würde er in sein Lager zurückkehren und wieder zu seinem Glück zurückfinden.

Mit beharrlicher Behutsamkeit schafft es der amerikanische Journalist Michael Fink, einen fragil erscheinenden Kontakt zu Chris Knight aufzunehmen. Er trifft ihn mehrfach und sucht das Gespräch mit seinem Umfeld und den zum Teil faszinierten, zum Teil verstörten Anwohnern. Auch wenn Knight schwer zugänglich und ein Teil seiner Motivation Finkel verschlossen bleibt, entsteht so nach und nach das Porträt eines Mannes, der ausserhalb der Zivilisation lebt und doch nur durch sie – verbunden mit seinen Raubzügen und einer hohen Bereitschaft, allem Unbill seines Lebens zu trotzen – am Leben bleibt. Am Ende gelingt ihm ein empathisches, äußerst bewegendes Porträt des Einsiedlers, in das er auch kulturgeschichtliche Betrachtungen zum Einsiedlertum an sich einfliessen lässt. Nach und nach wird trotz manchem Befremden gegenüber diesem extremen Leben nicht nur sichtbar, was Chris Knight durch seine Entscheidung für ein Leben in Stille und Einsamkeit suchte, sondern auch, was uns verloren gegangen ist.

Wer Jon Krakauers Buch „In die Wildnis“ schätzt, wird sich von Michael Finkels Buch über ein einsames, aber offensichtlich glückliches Leben in Stille und Abgeschiedenheit rasch fesseln lassen.

Die Strassen der Lebenden : Storys von unterwegs / Helge Timmerberg

Er reiste in das zerstörte Sarajevo, erfährt nach einem Sturz vom Fahrrad den ultimativen Drogenkick in einem Wiener Krankenhaus, wird beim Wandern auf der Via Sacra in Österreich immer leichter und reist ein Jahr nach dem Gau nach Fukushima. Er besucht in den 1990ern das zerstörte Beirut, in dem die Nachtclubs nach dem Bürgerkrieg wieder öffnen, spaziert in den 2010er Jahren durch das verrufene Neukölln, entdeckt das noch touristisch unentdeckte, zum Teil abgründige Barcelona und begegnet einer unerwartet guten Seele in Ostfriesland.

Wunderbar sind auch die Abenteuer, die er mit Lara erlebt, seiner russischen Liebe, die ihn nach Palermo und Rio begleitet. Liebe und Tod, Geld und Lebenskunst, Rausch und Weiterlesen

Die Weisheit der Wölfe : Wie sie denken, planen, füreinander sorgen – Erstaunliches über das Tier, das dem Menschen am ähnlichsten ist / Elli H. Radinger

Vielleicht ist gerade das ihr größtes Geschenk an uns: diese Bedeutungslosigkeit, die Unwichtigkeit von uns Menschen für die Wölfe. Vielleicht brauchen wir um Umgang mit der Natur ein wenig mehr Demut und Bescheidenheit. Es ist an der Zeit, dass wir uns nicht mehr so wichtig nehmen, sondern einfach sind. Dann sind wir dem Wolf näher, als wir denken. (S. 220)

Mit der seit Jahren steigenden Zahl von Wölfen in Deutschland wächst auch das Interesse an dieser viele Jahre bei uns ausgestorbenen Tierarten, deren Rückkehr von den meisten Menschen neugierig begrüßt, von einigen mit Bedenken betrachtet und von manchen Hysterikern als eklatante Bedrohung gesehen wird. Elli H. Radinger hat vor über dreissig Jahren ihren Beruf als Anwältin aufgegeben, um sich ganz dem Schreiben und ihrem Lebensthema, dem Wolf zu widmen. Sie hat Wölfe an vielen Orten der Welt beobachten können und ist den überwiegenden Teil des Jahres im Yellowstone-Nationalpark in Wyoming.

Mit „Die Weisheit der Wölfe“ legt sie ihr neuntes Sachbuch vor und widmet sich zum sechsten Mal dem Thema Wolf: neben ihren vielen Beobachtungen von Wölfen fliessen auch ihre Erfahrungen aus Vorträgen und Seminaren mit ein. Auf überaus anschauliche Weise führt sie uns – verbunden mit vielen Weiterlesen

Die Stadt des Affengottes : Eine unbekannte Zivilisation, ein mysteriöser Fluch, eine wahre Geschichte / Douglas Preston

Keine Kultur lebt ewig. Alle streben sie ihrer Zerstörung zu, eine nach der anderen, wie die Wellen eines Meeres, die sich am Strand brechen. Keine Kultur entgeht diesem Schicksal – auch unsere nicht. (S. 354)

Honduras bringt man im Bezug auf Archäologie und Frühgeschichte nicht erst seit dem Fund von Copan am ehesten noch mit den Maya zusammen. Allerdings gibt es schon seit Jahrhunderten einen Mythos um die sagenhafte sogenannte „Ciudad Blanca“, die „Weisse Stadt“, die im wenig erforschten Bereich des Mosquitia vermutet wurde und etliche Forscher und Glücksritter angezogen hat. Nach dem Mythos, der sich aufgrund fehlender schriftlicher Zeugnisse nicht belegen lässt, ist diese bisher unbekannte Zivilisation plötzlich zwischen 1400-1500 untergegangen.

Douglas Preston, der mir bisher hauptsächlich als Autor von Thrillern bekannt war, erhielt die Gelegenheit, an Expeditionen zur Erforschung des Mythos teilzunehmen, die seit den 1990er Jahren vor allem vom Filmemacher Steve Elkins vorangetrieben wurden. Beflügelt durch die neuen technischen Möglichkeiten der Vermessung über LIDAR (light detection and ranging) organisiert Elkins eine Weiterlesen