El Olivo – Der Olivenbaum / Regie: Icíar Bollaín. Drehb.: Paul Laverty. Schauspieler: Anna Castillo, Javier Gutiérrez, Pep Ambròs […]

Während der Finanzkrise sah sich mancher spanische Olivenbauer gezwungen, ale Bäume ins Ausland an solvente Firmen zu verkaufen. So ging es auch der Familie der jungen Anna: auf Betreiben ihres Vaters verkauften sie für 30.000 € gegen den Widerstand von Ramón, Annas Großvater, den fast 2000 Jahre alten knorrigen Olivenbaum, auf dem Anna schon als Kind gespielt hat. Seitdem schlägt sich die Familie, die in ein später Plete gegangenen Restaurant investiert hatte und weiterhin Olivenanbau betreibt, zusätzlich mühsam mit Einnahmen aus der Massenaufzucht von Hühnern durch. Anna ist mit ihrem Vater zerstritten, Annas Onkel Alcachofa hat nicht nur seine Spedition veroren, sondern auch seine Frau Estrella. Ramón selbst, der Patriarch der Familie, spricht nicht mehr, seit der Olivenbaum verkauft wurde.

Anna ist der festen Überzeugung, dass der Verkauf des Baumes am Unglück ihrer Familie schuld ist. Als es Ramón immer schlechter geht, fasst Anna einen Entschluss: sie will Weiterlesen

Gott hat hohe Nebenkosten : wer wirklich für die Kirchen zahlt / Eva Müller

Kirchen, diakonische Einrichtungen, kirchliche Wohlfahrtsverbände sind von der Gewerbesteuer befreit und werden dadurch um etwa 17 Milliarden € jährlich entlastet, erhalten jährlich staatliche Zuschüsse in Höhe von mehr als 50 Milliarden € und weitere finanzielle Vergünstigungen und Subventionen zusätzlich zur den etwa 10 Milliarden Einnahmen aus der Kirchensteuer ihrer Mitglieder. Kirchentage werden in der Regel zu etwa 50% vom Staat bezahlt, wie zuletzt in Hamburg. Der Staat zahlt Bischöfe und bezahlt auch für die Ausbildung von Religionslehrern. Kirchen und ihre Unternehmen haben zudem ein eigenes Arbeitsrecht, das sie vehement verteidigen.
Wir reden von den Kirchen in Deutschland, einem vorgeblich säkularen Land, in dem die Trennung von Kirche und Staat aber leider nur oberflächlich ist. Die finanziellen Ausmaße, die die Kirchenprivilegien seit den entsprechenden gesetzlichen Regelungen von 1952 (in der Weimarer Verfassung waren solche Privilegien unbekannt) angenommen haben, sind ja seit Christian Frerks hervorragend recherchiertem „Violettbuch Kirchenfinanzen“ hinlänglich bekannt: der deutsche Staat überträgt Kirchen und ihren Unternehmen (sogenannten Wohlfahrtsverbänden) staatliche Aufgaben, zahlt dafür (etwa 99% des entstehenden Aufwandes) – und interessiert sich danach nicht mehr dafür, welche Arbeitsbedingungen dort herrschen oder welche Folgen die Delegation staatlicher Aufgaben an weltanschaulich gebundene, durch staatliche Subventionen erst konkurrenzfähige Einrichtungen auf die Arbeitnehmer, den Inhalt der bestellten Dienstleistung und deren „Zielgruppen“ hat.

„Gott hat hohe Nebenkosten“ widmet sich mittelbar auch diesem Thema, verbindet dies aber unmittelbar mit der erschütternden Fallgeschichte der Erzieherin und Kindergartenleiterin Bernadette Knecht aus Rauschendorf: am Beispiel ihrer Kündigung aufgrund einer Scheidung und eines neuen Lebenspartners, des Kampfs der von ihrer Arbeit begeisterten Eltern zunächst (fruchtlos) um den Erhalt ihres Arbeitsverhältnisses und danach um die Kündigung des Vertrags mit der Kirche als Träger durch die Stadt, werden die Auswüchse deutlich, die Weiterlesen

Cosmopolis / Don DeLillo

„Der Sie glaubenmachen will, es gäbe vorhersehbare Trends und Kräfte. Während das eigentlich alles willkürliche Phänomene sind. Sie wenden Mathematik und andere Disziplinen an, okay. Aber letzten Endes haben Sie es mit einem System zu tun, das außer Kontrolle ist. Hysterie in Hochgeschwinigkeit, Tag für Tag, Minute für Minute. Die Menschen in freien Gesellschaften brauchen die Pathologie des Staates nicht zu fürchten. Wir schaffen unseren eigenen Wahnsinn, unsere eigenen Massenverkrampfungen, angetrieben von Denkmaschinen, über die wir letztlich keine Macht haben. Der Wahnsinn ist meistens kaum zu merken. Er liegt einfach darin, wie wir leben.“ („Cosmopolis“, S. 89)

Der 28jährige skrupellose und gewiefte Finanzjounleur Eric Packer fährt im Jahr 2000 mit seiner verlängerten und technisch hochgerüsteten Limousine samt Leibwächter und Chaffeur durch New York auf dem Weg von seiner Luxuswohnung zum Friseur. Unterwegs begegnet er mehrmals seiner Frau, die er selten sieht, und bespricht sich mit wechselnden Mitarbeitern im Auto, während diffuse Meldungen über eine akzute Bedrohung seiner Sicherheit eingehen. Während der Fahrt wird immer mehr offensichtlich, dass Weiterlesen

Das Zentrum / Jose Saramago

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Ein Dorf in Portugal. Cipriano Algor, ein alternder Töpfer, fertigt in seiner Töpferei Tonwaren für ein gigantisches Einkaufzentrum in der Stadt. Täglich fährt er mit seinem Schwiegersohn, der im Zentrum als Wachmann arbeitet, dorthin und liefert die Waren ab. Täglich verbiegen sie sich gegenüber dem Zentrum, um weiter von ihrer Hände Arbeit leben zu können, und bewahren sich doch im tiefsten Inneren ihren Stolz. Doch eines Tages ist Weiterlesen

Monsters / Regie u. Drehb.: Gareth Edwards. Darst.: Scott McNairy ; Whitney Able


Im Sonnensystem wurde durch eine Sonde der NASA ausserirdisches Leben entdeckt. Als die Sonde bei der Rückkehr zur Erde über dem Norden Mexikos abstürzt, breiten sich in kurzer Zeit riesige, Weiterlesen

Wir sitzen im Süden / Regie: Martina Priessner


Wann haben Sie zuletzt bei einer Hotline angerufen, um eine Versicherung abzuschliessen, Fragen zu einer Internetbestellung loszuwerden, sich über eine Flugreise zu informieren …? Dann hatten Sie wahrscheinlich jemanden am Telefon, der sich mit deutschem Namen meldete, mit süddeutschem Akzent oder in perfektem Hochdeutsch – und Ihnen ruhig und freundlich weiterzuhelfen versuchte? Aber hätten Sie gedacht, dass hinter dem deutschen Namen eine Stimme aus Weiterlesen

Das lässt sich ändern : Roman / Birgit Vanderbeke

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Sie, die Erzählerin, war immer drinnen: Bildungsbürgertum, etabliert, scheinbar heile Welt, beste Aussichten und für alles andere hat man Fachleute oder Personal. Er, Adam, der mit den vier Geschwistern und der verrückten Mutter, war immer draussen, riecht nach Metall und Öl, hat stets schmutzige Hände, repapiert alles selbst und kämpft gegen eine seelenlose Welt, in der der Mensch alles vergisst, was er in vielen tausend Jahren gelernt hat. Natürlich sind die Eltern, deren eigene Ehe längst eine Farce ist, dagegen. Doch Adam Czupek und die Erzählerin werden Weiterlesen