Ein anständiger Mensch : Roman / Jan Christophersen

Ich sage nichts, für mich gibt es darauf nichts zu sagen, denn natürlich erinnere ich mich. Es ist zwar Ewigkeiten her, kaum noch wahr, aber damals – ganz zu Anfang unserer Beziehung – hatte ich tatsächlich Frauke gegenüber einmal voller Großmut verkündet, dass wir beide uns unbedingt alle Freiheiten nehmen sollten, die wir für nötig erachteten. Das Leben sei kurz, warum sich einschränken, Freiraum für Experimente müsse zwischen uns selbstverständlich sein …“

Steen ist seit Jahren in den Medien allgegenwärtig: der erfolgreiche Autor und Intellektuelle, dessen Hauptthema „Anstand“ ist, wird regelmäßig von den Medien konsultiert, interviewt und in Talkshows geladen, wenn es aus aktuellen gesellschaftlichen oder politischen Anlässen heraus um Fragen von Moral, Aufrichtigkeit und Haltung geht. Mit seiner Familie – der erwachsenen, im Ausland studierenden Tochter Bea und der Psychologin Frauke, lebt er in Hamburg. Seine Bücher aber schreibt Steen auf einer abgelegenen dänischen Insel, auf der ein ausgebautes Ferienhaus besitzt und bis auf seltene Besuche Fraukes allein ist. Sein Leben scheint in geordneten Bahnen zu verlaufen und Stehen – laut Frauke der „Anstandsonkel der Nation“ – fühlt sich in seiner Rolle als gefragter Philosoph durchaus wohl, ist sich seiner selbst stets sicher

In einem sonnigen Herbst erhalten Steen und Frauke Besuch auf der dänischen Insel: seine alte Freundin, die Vertragsvertreterin Ute, und ihr attraktiver Lebensgefährte, der IT-Spezialist Gero, kommen mit einem teuren Segelboot von Rostock rausgefahren. Schnell fühlt sich Steen Weiterlesen

Camouflage – Hasch mich, ich bin der Mörder / Regie: Jean Girault. Darst. : Louis de Funès, Claude Gensac, Michel Galabru, Bernard Blier (…)

Der Drehbuchautor und Schriftsteller Antoine Brisebard plant einen Kriminalroman: für mehr Realismus übt er mit seinem Freund Andrien Tonelotti eine Szene, in der die Hauptfigur einen Mann erschiesst. Just in diesem Moment platzt die Haushälterin der Brisebards herein, fällt in Ohnmacht und ist erst beruhigt, als Brisebard ihr erklärt, worum es geht.

Aber weder die Haushälterin noch Tonelotti ahnen, dass es weit ernster um Brisebard bestellt ist: er wird von einem Monsieur Jo erpresst und plant dessen Ermordung. Als am Abend alle fort sind, bereitet er sich penibel vor. Doch alle Vorbereitung nutzt nicht, denn Brisebard Weiterlesen

The Lady In The Van / Regie: Nicholas Hynter. Drehb.: Alan Bennett. Darst.: Maggie Smith, Alex Jennings […]

Der Schriftsteller Alan Bennett kauft ein kleines Haus in Camden, einem Bezirk von London. London. Dort begegnet er Miss Sheperd, einer obdachlosen Frau, die in einem Verbeulten Lieferwagen lebt, den sie von Zeit zu Zeit in eine andere Straße versetzt. Bennett hilft ihr, den Wagen anzuschieben, als dieser wie so oft nicht anspringt. Aufmerksam geworden auf die eigenbrötlische Frau, deren Fahrzeug niemand so recht vor seiner Haustür stehen haben will, bietet er ihr eines Tages an, vorübergehend in der Auffahrt zu seinem Haus zu parken.

Einmal angekommen, färbt der Verfall des Fahrzeugs und seiner Bewohnerin zwangsläufig Weiterlesen

Picknick mit Bären / Regie: Ken Kwapis. Darst.: Robert Redford ; Nick Nolte ; Emma Thompson […]

Der alternde Reiseschriftsteller Bill Bryson kehrt nach einer Beerdigung heim und kommt beim abendlichen Spaziergang an dem hinter dem Haus vorbeiführenden Frnwanderweg Appalachian Trail vorbei: gelangweilt vom Rentnerdasein, beschliesst er gegen den Willen seiner Frau und seiner Familie, den Trail komplett abzulaufen. Einzig die Auflage, sich einen Wanderpartner zu suchen, nimmt er ernst: leider ist Weiterlesen

On the move : Mein Leben / Oliver Sacks

And now, weak, short of breath, my once-firm muscles melted away by cancer, I find my thoughts, increasingly, not on the supernatural or spiritual, but on what is meant by living a good and worthwhile life — achieving a sense of peace within oneself. I find my thoughts drifting to the Sabbath, the day of rest, the seventh day of the week, and perhaps the seventh day of one’s life as well, when one can feel that one’s work is done, and one may, in good conscience, rest. [Quelle: Sabbath. In: The New York Times. Sunday Review, 14. August 2015

Was habe ich seine Bücher verschlungen! Der britische Neurologe, Schriftsteller und Essayist Oliver Sacks, der am 30. August verstarb, vermochte mit seinen Fallgeschichten wie kaum ein anderer zeitgenössischer Autor das Interesse an den Hintergründen komplizierter Krankheitsbilder zu wecken und an der Neurologie im Allgemeinen. Im Fokus standen dabei neurologisch bedingte Erkrankungen, die sich in Wahrnehmungsstörungen, besonderen Fähigkeiten oder psychischen Beeinträchtigungen manifestierten. Seine anekdotenhaften Essays waren dabei spürbar von ungemein großer wissenschaftlicher Neugier, zugleich aber auch Weiterlesen