Das Ameisenkollektiv : Entstehung und Organisation eines Waldameisenvolkes / Armin Schieb

Ameisen zählen zu den überaus erfolgreichen Tieren: insgesamt 13000 Arten dieser seit mindestens 100, vielleicht sogar 130 Millionen Jahren existenten Tierfamilie wurden bisher erfasst und ihr Verbreitungsgebiet reicht von den Tropen und Subtropen teilweise bis in subarktischen Zonen. Ihr Zusammenleben in Staaten von 10 Tieren bis hin zu 20 Millionen, ihre Kommunikation, ihr Nestbau und ihre Arbeitsteilung machen sie zu ausgesprochen faszinierenden Tieren. Der Hamburger Illustrator Armin Schieb hat sich für seine Masterarbeit an der HAW Hamburg ein Buchprojekt über Ameisen vorgenommen, das jetzt vom Kosmos-Verlag veröffentlicht wurde und weit über das hinausgeht, was man bei einem solchen Projekt erwaten würde. Der großformatige Bildband bedient sein Thema mit Weiterlesen

Der Ruf der Kraniche : Expeditionen in eine geheimnisvolle Welt / Bernhard Weßling

Ein dickes Buch ausschliesslich über Kraniche? Manch einer mag Respekt vor solcher Lektüre haben – und dennoch: das Buch von „Der Ruf der Kraniche“ von Bernhard Weßling ist nicht nur für ausgewiesene Vogelfreunde und keine Seitenzahl scheuende Vielleser empfehlenswert, sondern auch und gerade für jene, die sich eher unspezifisch und allgemein für Natur und Tiere interessieren.

Der 1951 geborene Bernhard Weßling ist von Haus aus eigentlich Chemiker und war lange Jahre mit einem eigenen, bald international agierenden Unternehmen erfolgreich selbstständig. In der 1980er Jahren begann der inzwischen Weiterlesen

Das Leben der Eichhörnchen : mit Illustrationen von Johann Brandstetter / Josef H. Reichholf

Als Stadtbewohner sind einem Eichhörnchen oft vertraut, haben sie doch in unseren Städten eine nicht selten auskömmliche ökologische Nische gefunden. Der Evolutionsbiologe und Ökologe Josef H. Reichholf, der mit seinen Büchern immer wieder zu begeistern vermag und mich zuletzt mich „XXX“ nachhaltig zu fesseln verstand, legt mit „Das Leben der Eichhörnchen“ ein spannendes Sachbuch vor, das weit über sein Thema hinausreicht. Schwerpunktmäßig geht es natürlich um Einhörnchen, aber Reichholf ordnet sie in größere Zusammenhänge ein, zieht Verbindungen zwischen den Weiterlesen

Das große Fressen : lauern, stöbern, jagen, räubern / Hubert Handmann

Mit der drastisch schwindenden Zahl von Insekten steigt zum Glück auch das Interesse an dieser mit über einer Million beschriebener Insektenarten am stärksten diversivizierten Klasse aller Tiere überhaupt. So sind mittlerweile nicht nur viele Bücher über Bienen und Wildbienen erschienen, sondern auch über andere Insektenarten bis hin zu Schmetterlingen.

Handmann setzt in seinem Buch den Weiterlesen

Der Honigbus / Meredith May

Als Fünfjährige erlebt die Autorin Meredith May zusammen mit ihrem kleineren Bruder die Trennung ihrer Eltern: ihre Mutter zieht nach einem letzten dramatischen Streit mit ihnen aus dem amerikanischen Osten nach Big Sur, Kalifornien zu ihren Eltern. Ab diesem Zeitpunkt kapselt sie sich von ihren Kindern ab, zieht sich komplett zurück in ihr Zimmer und ihre Depression und überlässt Meredith und Matt sich selbst und der wenig Weiterlesen

Kumpel & Komplizen : Warum die Natur auf Partnerschaft setzt / Volker Arzt

Während man noch vor wenigen Jahrzehnten Tieren wenig Möglichkeiten zur Interaktion außerhalb angeborener Verhaltensweisen zugestand, ihnen gewissermaßen jegliche emotionale und soziale Flexibilität absprach, mehren sich seit etlichen Jahren Forschung Erkenntnisse, die Tieren eine erheblich größere Bandbreite an Verhaltensmöglichkeiten zugestehen und dabei zuweilen überraschende Einsichten in artspezifische und artübergreifende Tiergesellschaften ermöglichen. Volker Arzt, den meine Generation noch als Weiterlesen

Komisch, alles chemisch! – Handys, Kaffee, Emotionen – wie man mit Chemie wirklich alles erklären kann / Mai Thi Nguyen-Kim

Mit Chemie wollen Sie nichts zu tun haben? Das war in der Schule schon blöd und ist für Ihren Alltag nicht relevant? Sie sollten Ihre Haltung überdenken, denn ohne Chemie läuft in Ihrem Alltag buchstäblich nichts. Das geht schon am Morgen los, wenn Sie aufstehen und die Sonnenstrahlen durch die Augenlider auf Ihre Netzhaut treffen und über die Reizweiterleitung zur hirninternen Zirbeldrüse die Produktion des Schlafhormons Melatonin hemmt, während der Cortisolspiegel steigt, wodurch sie wiederum wacher werden. Nun könnte Ihnen das egal sein, weil Sie morgens eh auf die erste Tasse Kaffee zum Wachmachen schwören: doch auch hier Weiterlesen

Ursprünge : Wie die Erde uns erschaffen hat / Lewis Dartnell

Wir wissen heute eine Menge über die Geschichte der Menschheit und die Bandbreite unserer Erkenntnisse wird unter anderem gespeist von archäologischen und paläontologischen Funden sowie tiefgreifenden genetischen Analysen. Lewis Dartnell, der vor kurzem mit seinem „Handbuch zum Neustart der Welt“ für Aufmerksamkeit sorgte, geht der Geschichte des Lebens und damit auch unserer Entwicklung und Geschichte in buchstäblich tiefschürfender Weiterlesen

Die Wiese: Lockruf in eine geheimnisvolle Welt / Jan Haft

Schon als Kind war der Autor fasziniert von Tieren und Pflanzen, war nur schwer von der Beschäftigung mit Insekten, stundenlangen Streifzügen durch die Natur und anderen Beschäftigungen mit der heimischen Flora und Fauna abzuhaken. Aus der Leidenschaft wurde ein Beruf: heute ist Jan Haft, der nach Abitur und Zivildienst beim Bund für Vogelschutz Geologie, Paläontologie und Biologie studierte, mehrfach ausgezeichneter Dokumentarfilmer im Tier- und Naturfilmbereich mit eigener Firma. Und er ist Besitzer eines Bauernhofes im Isental, das schon mehrmals für seine Filme zum Thema wurde und in dem auch seine eigene Wiese liegt, die in diesem Buch zum Ausgangspunkt für das Thema wird.

Das Buch von Haft, ausgehend von dieser mittlerweile wieder extensiv genutzten Wiese im Isental, ist eine Expedition in Buchform zu einer Form von Wildnis, die in Deutschland selten geworden ist. Seit 1953 wurden mit der Flurbereinigung – verstärkt durch Gesetze aus den 2000er Jahren, 99% aller früher Weiterlesen

Spiel des Lebens : Wie der Mensch die Natur und sich selbst zähmte / Alice Roberts

„Die Geschichte der Menschheit hätte einen ganz anderen Verlauf genommen, wenn die anderen Arten, mit denen wir interagieren, sich anders verhalten hätten, wenn sie zum Beispiel ganz gefehlt hätten oder nicht zu fangen oder zu domestizieren gewesen wären. Manchmal gehen wir an die Geschichte oder Urgeschichte so herab, als wären wir Menschen so sehr Herr über unser eigenes Schicksal, dass äußere Einflüsse kaum eine oder gar keine Rolle spielen. Doch die Geschichte einer Art kann niemals für sich genommen erzählt werden. Jede Art existiert in einem Ökosystem, wir sind alle miteinander verbunden und voneinander abhängig. Und alle Interaktionen, die sich im Laufe unserer verflochtenen Geschichten abgespielt haben, sind durchsetzt von Glücksfällen und Zufälligkeiten.“ (S. 328)

In den letzten Jahren ist die prähistorische Geschichte der Menschheit, wie sie aus archäologischen Funden sichtbar wird, um aktuelle Erkenntnisse aus der Genetik, Anthropologie und Klimageschichte bereichert und zum Teil revolutioniert worden. Die britische Medizinierin, Paläopathologin und Fernsehmoderatorin setzt den Fokus dabei zunächst weniger auf die vom Menschen gefundenen Überreste und Artefakte, sondern rekonstruiert die Kulturgeschichte wesentlicher Weiterlesen

Darwin in der Stadt : Die rasante Evolution der Tiere im Großstadtdschungel / Menno Schilthuizen

Es beginnt mit einer Stechmücke: der renomierte Evolutionsbiologe Menno Schilzhuizen steht in einem überfüllten Verbindungsgang der Londoner U-Bahn und beobachtet eine frisch geschlüpfte Stechmücke des Gattung Culex pipiens molestus. Die Gegenwart von Stechmücken in modernen U-Bahnsystemen mag vielen egal sein und einige wenige beunruhigen. Tatsächlich ist diese Stechmücke unter dem Weiterlesen

Wild leben! : Unser Weg zurück zur Natur / Nick Baker

Im modernen Leben mit all seiner technischen Unterstützung, den veränderten, industriellen Produktionsbedingungen und der hochverdichteten Arbeitswelt scheint für die Natur und unsere Beziehung zu ihr kein Platz zu sein. Aber ist das vielleicht nur ein Klischee? Ist es wirklich so, dass wir uns bereits so weit von der Natur entfernt haben, unsere Sinne sich so weit zurück entwickelt haben, dass es keinen Weg zurück gibt?

Nick Baker ist auf dem Land aufgewachsen, ist Biologie und geht beruflich als Filmemacher seiner Leidenschaft für die Natur und ihre Erscheinungen nach, hat für die BBC und den Discovery Channel gearbeitet. In „Wild leben!“ nimmt er uns mit auf eine erstaunliche Reise zu uns selbst und unseren Weiterlesen

Die Reise unserer Gene : Eine Geschichte über uns und unsere Vorfahren / Johannes Krause mit Thomas Trappe

In Zeiten, in denen der tot geglaubte Rechtsextremismus in Form von populistischen Bewegungen in ganz Europa wieder auftrumpft und demokratieferne Parteien wie die sogenannte Afd ungeniert an rassistische Positionen anknüpfen, kommt wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit dem Thema Migration und der Entwicklung des modernen Menschen in Gegenüberstellung zu den kruden Thesen und Vorurteilen engstirniger Weiterlesen

Essen : Kultur, Tradition, Herkunft : die illustrierte Geschichte / Josephine Bacon (u.a.)

Wer sich mit der Geschichte des Ernährung des Menschen auseinandersetzen will, stößt unweigerlich auf einen ganzen Kosmos von Möglichkeiten: ein weites Feld ist die menschliche Kulinarik, hat sich das Tier Mensch als faktischer Allesfresser doch ein großes Spektrum an Nahrungsmitteln erschlossen und zum Teil erst durch Weiterlesen

Unverforene Freunde : Mein Leben unter Pinguinen / Klemens Pütz ; Dunja Batarilo

Pinguine bewohnen zum Teil einige der extremsten Lebensräume der Erde und haben sich an diese über Jahrmillionen der Evolution perfekt angepasst. Zugleich sind über Pinguine zahlreiche Klischees im Umlauf, die nicht selten zu einem völlig falschen Bild von diesen erstaunlichen Tieren führen. Der 1960 geborene Meereszoologe Klemens Pütz ist 1989 mehr aus Zufall an die Pinguine geraten und nicht wieder von ihnen losgekommen. Warum, versteht man nach der Lektüre dieses Buches rasch, das er zusammen mit der Journalistin Dunja Batarilo verfasst hat, die ihn sieben Wochen lang auf See zu den Pinguinen begleitet hat.

Pütz, der seinen Forschungsschwerpunkt auf den Falklandinseln hat und Weiterlesen

Aufstieg und Fall der Dinosaurier : eine neue Geschichte der Urzeitgiganten / Steve Brusatte

Dinosaurierphasen hat wohl jeder in seiner Kindheit. Manchmal auch mehrere. So war es auch bei mir: doch wenn ich an die ersten Bücher über Dinosaurier denke, die ich las, und das Bild dieser Tiere damals mit dem von heute vergleicht, lassen sich fundamentale Unterschiede ausmachen. Damals in meinem „Was-ist-Was“-Band waren Dinosaurier durchgehend grau, galten als träge, eher tumbe Kaltblüter, die ihrem Nachwuchs sich selbst überliessen und ihr Aussterben letztlich sich selbst und ihrer schieren Größe zu verdanken hatten.

Dieses Bild der Dinosaurier hat sich mittlerweile komplett überholt. Und es kommt noch besser: Dinosaurier sind Weiterlesen

Schmetterlinge : Warum sie verschwinden und was das für uns bedeutet / Josef H. Reichholf

Nicht die Großstadt ist das Ende der Natur, sondern das Maisfeld (Josef Reichholf: „Schmetterlinge“, S. 240)

Der Zoologe, Evolutionsbiologe und Ökologe Josef H. Reichholf zählt zu den Wissenschaftlern, die über ihr Fachgebiet und in seinem Fall auch darüber hinaus nicht nur verständlich zu berichten wissen, sondern auch spannend, unterhaltsam und anregend. Im vorliegenden Buch setzt sich Reichholf mit einem aktuellen Thema auseinander: dem Verschwinden der Insekten und hier insbesondere der Schmetterlinge, die in seiner Berufslaufbahn wiederholt eine besondere Rolle gespielt haben. Dabei ist spürbar, wie sehr Reichholf von seinem Untersuchungsobjekt fasziniert ist: schon in Weiterlesen

Das Genie der Honigbienen / Éric Tourneret; Sylla de Saint Pierre; Jürgen Tautz

Es gibt Bienenbücher, es gibt schöne Bienenbücher – und es gibt Bienenbücher, die so schön und bemerkenswert sind, dass man sie nicht mehr aus der Hand legen möchte. Zur letztgenannten Kategorie zählt der vorliegende Bildband, der unter Mitwirkung des bekannten Bienenforschers Jürgen Tautz (s.a.) entstand und mit seinen überwältigenden Fotos Staunen macht: der Fotojournalist Éric Tourneret hat seine breit gestreuten Fähigkeiten als Fotograf genutzt, um von winzigen mikroskopischen Details bis hin zu größeren Perspektiven die Welt Weiterlesen

Alles, was bleibt : Mein Leben mit dem Tod / Sue Black

Obwohl wir immer mehr geneigt sind, den Tod aus unserem Alltag zu verdrängen, begegnet er uns unausweichlich irgendwann: mit dem Tod von Freunden, Angehörigen und irgendwann mit dem eigenen Tod. Die 1961 geborene Sue Black ist eine der renommiertesten forensischen Anthropologinnen Englands und ist auch international für ihr Wissen und ihr Engagement bekannt. Eine ihrer wesentlichen Motivationen für ihre Arbeit ist, anhand der sterblichen Überreste herauszufinden, was einem Menschen widerfahren ist oder den Hinterbliebenen die Gewissheit um das Schicksal eines verschwundenen Angehörigen zu geben. Sie arbeitet für die Polizei in Mord- und Vermisstenfällen, aber auch für nationale und internationale Organisationen im Kriegs- oder Katastrophenfall. Zugleich ist ihr Institut aber auch zuständig für die Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses, für den Sektionen am menschlichen Leichnam einen wichtigen und für Sue Black unverzichtbaren teil der Ausbildung ausmachen.

In „Alles, was bleibt“, das ihren Weiterlesen

Big History : Die Geschichte der Welt – vom Urknall bis zur Zukunft der Menschheit

Im 20. Jahrhundert begannen wir Menschen, unsere Umgebungen, unsere Gesellschaften und sogar uns selbst umzugestalten. Ohne es wirklich zu wollen, haben wir Veränderungen eingeführt, die so rasch und massiv waren, dass unsere Art gewissermaßen zu einer neuen geologischen Kraft wurde. Aus diesem Grund vertreten viele Wissenschaftler die Auffassung, der Planet Erde sei in ein neues geologisches Zeitalter, das Anthropozän oder das „Zeitalter der Menschen“ eingetreten. Es ist das erste Mal in der vier Milliarden Jahre währenden Geschichte der Biosphäre, dass eine einzige biologische Art zur beherrschenden Kraft der Veränderung geworden ist. In nur ein oder zwei Jahrhunderten sind wir unversehens in die Rolle von Piloten gedrängt worden, die den Planeten lenken sollen, ohne wirklich zu wissen, welche Instrumente sie im Auge behalten, welche Knöpfe sie drücken und wo sie landen sollen. Es ist Neuland für uns Menschen und für die gesamte Biosphäre (S. 292).

In der Vergangenheit kam kaum jemand auf die Idee, die Geschichte unseres Sonnensystems, unseres Planeten und des Lebens, das darauf entstand, mit der etwa 200.000jährigen Geschichte der menschlichen Zivilisation und ihrer Zukunft zu verbinden. Der von dem australischen Historiker David Christian geprägte Begriff „Big History“ steht eben für diese These und umfasst die Weiterlesen

Unbekannte Mitbewohner : Das Who’s Who unserer tierischen Nachbarn / Ruthild Kropp ; Carina Heberer

Es gibt eine ganze Reihe von Tieren, die es sich in der Nähe des Menschen gemütlich gemacht haben, über die wir aber bis auf Oberflächlichkeiten oft nur wenig wissen. Zum Teil, weil wir eigentlich wie bei Schaben oder Kellerasseln, Motten oder Milben – von den Tieren eigentlich nichts wissen wollen. Zum Teil, weil wir meinen, alles über sie zu wissen – wie etwas beim
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Ausgestorben, um zu bleiben: Dinosaurier und ihre Nachfahren / Bernhard Kegel

Wenn das Thema Dinosaurier aufkommt, hat man als halbwegs sprachbegabtes intelligentes Wirbeltier natürlich sofort entsprechende Bilder von längst vergangenen Erdzeitaltern im Kopf: gigantische, relativ tumbe Riesenwesen, die in einen permanenten Kampf um fressen und gefressen werden verwickelt sind, stets hungrig umherstreifende Exemplare des Tyrannosaurus Rex, deren Annäherung man am zarten Beben des Bodens spürt, riesige Pflanzenfresser, die ihren meterlangen Schwanz schwerfällig hinter sich herschleifen. Und natürlich sind Dinosaurier alle tot. Der renommierte Biologe Bernhard Kegel führt uns nicht nur durch die Geschichte der Dinosaurierforschung, die schon immer eine Geschichte voller Missverständnisse und Fehlinterpretationen war, sondern bringt uns zugleich den Weiterlesen

Stadtwild : Von Amsel bis Zauneidechse : 99 Tiere, die man in der Stadt entdecken kann / Nicolas Bogislav von Lettow-Vorbeck

Aufgrund der zunehmenden Industrialisierung der Landwirtschaft und dem damit einhergehenden großflächigen Artenschwund erweist sich die Natur in den Städten mittlerweile oft als erstaunlich vielfältig: Der Journalist und Naturfreund Lettow-Vorbeck, der unter anderem auch für Landlust und Yps schreibt, stellt in seinem Buch 99 Tierarten vor, die man mit etwas Geduld im städtischen Raum entdecken und beobachten kann.

Darunter sind altbekannte Stadtbewohner wie Weiterlesen

Die geheime Macht der Düfte: Warum wir unserem Geruchssinn mehr vertrauen sollten / Robert Müller-Grünow mit Olaf Köhne und Peter Käfferlein

Gemeinhin ordnen wir Menschen uns ja eher nicht den mit besonderen Geruchsvermögen ausgestatteten Lebewesen zu und sieht hier den Hund etwa als weit überlegen an. Das ist dieser auch sicher, doch auch für uns Menschen spielt der Geruchssinn eine weit größere Rolle als wir normalerweise denken – und ist wesentlich besser ausgebildet bzw. formbar als allgemein bekannt. Robert Müller-Grünow, der auf Umwegen zum Pionier im Bereich Duftkonzepte und Dufttechnologien wurde und heute ein weltweit gefragtes Unternehmen in diesem Bereich leitet, führt uns in seinem Buch über „Die geheime Macht der Düfte“ tief in dieses faszinierende Themengebiet ein. Dabei beleuchtet er nicht nur Weiterlesen

Die Wespe, die sich Raupen als Sklaven hielt : Die verrücktesten Überlebensstrategien aus dem Tierreich / Matt Simon

In knapp vier Milliarden Jahren Evolution haben sich aus den ersten Mikroben unzählige Spezies entwickelt, die sich immer wieder vor Probleme gestellt sahen: Freßfeinde, Konkurrenten bei der Fortpflanzung, pflanzliche oder tierische Nahrung, die eigene Strategien gegen das Gefressenwerden entwickelt hatte. Letztlich überlebten diejenigen Individuen, die aufgrund individueller Eigenschaften diese Probleme am besten lösen konnten. Wenn man zum Beispiel aufgrund des hohen Aufwands nicht so gerne Mutter werden mag, kann man als hermaphroditischer Plattwurm das Ganze auch mit dem Weiterlesen

Der Gesang der Bäume : Die verborgenen Netzwerke der Natur / David G. Haskell

Wenn wir glauben, dass die Natur das Andere ist, ein angeblich reines Gefilde, verleugnen wir unser eigenes wildes Wesen. Doch die gepflasterten Gehwege, die Sprühfarben der Lackierereien oder die Stadtplanungsunterlagen in Denver verdanken sich der hochentwickelten Fähigkeit von Primaten, auf ihre Umwelt einzuwirken und sind darum genauso natürlich wie das Rauschen der Pappeln, der Schrei der jungen Wasseramsel nach Futter oder das Nest der Klippenschwalbe“ (S. 202).

Man kann Bäume wissenschaftlich betrachten, mit Messinstrumenten ausstatten, zählen, wiegen, analysieren, ihre Netzwerke mit anderen Organismen beobachten. Man kann sie in Beziehung zu den Menschen setzen, die sich in der Stadt unter Bäumen treffen, sich auf dem Land um ihr Wohlergehen im Interesse einer guten Ernte kümmern, im Wald unter ihnen Erholung suchen. Man kann sie poetisch und sinnlich betrachten, sich in ihre Wipfel setzen, um den Stadtgeräuschen und dem Klang der Regentropfen zu lauschen und sich im Anblick ihrer Borke oder einer zu verlieren. Und natürlich kann man den grossen Bogen über 400 Millionen Jahre ziehen und die wunderbare Unverzichtbarkeit von Bäumen für unter Öko- und Klimasystem aufzeigen.

Der Biologe David G. Haskell macht all dies – und noch viel mehr. Anhand von zwölf Baumarten – genauer: zwölf einzelnen Bäumen – spürt er nicht nur der Biologie der Bäume nach, sondern verdeutlicht auch ihre Rolle im jeweiligen Ökosystem, die Gefahren, denen sie durch Veränderungen wie Ölförderung, Stadtleben, politischem Streit um Wasser oder Vernachlässigung durch den Menschen ausgesetzt sind. Dabei bleibt Haskell nicht bei kurzer oberflächlicher Beobachtung stehen, sondern sucht etwa eine Pappel in ddggh immer wieder auf zu den unterschiedlichsten Jahreszeiten, verfolgt ihr vom Menschen beeinflusstes Wachstum und das städtische Leben um sie herum. Er spricht mit unterschiedlichsten Menschen und lässt den Weiterlesen

Der Kuckuck : Gauner der Superlative / Oldrich Mikulica , Tomáš Grim, Karl Schulze-Hagen […]

Setzt man an den Kuckuck menschliche Maßstäbe an, kommt er bezüglich seines Verhaltens mutmaßlich nicht weg, jubelt er doch viel kleineren Vögeln seine Eier unter, was für deren Brut fatale Folgen hat und die Eltern mit dem übriggebliebenen, vergleichsweise monströsen und ewig hungrigen Nestling massiv unter Stress setzt. Dabei ist der mittlerweile in Mitteleuropa seltene Vogel ein äußerst faszinierendes Tier, dass seinen evolutionär entwickelten Lebensstil perfektioniert hat. Der Fotograf Oldrich Mikulica und den anderen an dem Buch §Der Kuckuck“ beteiligten Autoren gelingt es, uns Weiterlesen

Das verborgene Leben der Meisen / Andreas Tjernshaugen

Meisen gehören auch in unseren Breiten zu den häufigen Vögeln, die sich gern an Futterplätzen zeigen und in der Regel leicht zu beobachten sind. Seit wir ein kleines Futterhäuschen auf dem Balkon haben, gehören sie zu den regelmäßigen und zuweilen recht mutigen und beherzten Gästen, die sich manchmal auch nicht daran stören, dass man gerade an einem Fahrrad herumschraubt.

Der 1972 geborene Soziologe und Redakteur Andreas Tjernshaugen hat bereits in seiner Kindheit durch die Vogelleidenschaft seines Vaters Interesse an Vögeln. Als er, mittlerweile erwachsen und mit Familie in der Nähe von Oslo wohnend, mit seinem Vater den Vortrag eines Vogelforschers besucht, erwacht sein Interesse an Vögeln und speziell den im Vortrag genannten Meisen. Intensiv beschäftigt er sich fortan mit den Weiterlesen

Das Ozeanbuch : über die Bedrohung der Meere / Esther Gonstalla

Was die Wahrnehmung langfristiger Gefahren angeht, sind wir Menschen nicht besonders gut. Alles, was über den Zeitraum weniger Jahre hinausgeht, scheint sich unserem Ereignishorizont zu entziehen und wird von kurzfristigen Interessen überblendet. Gut beobachten lässt sich das beim Klimawandel und anderen massiven, menschengemachten Veränderungen an den natürlichen Lebensgrundlagen, vor denen seit bald fünfzig Jahren gewarnt wird: wenig hat sich seither getan, gemessen an der Bedrohung, die anthropogen verursachte Entwicklungen auf die Zukunft unseres Planeten haben. Gewachsen ist zwar das Bewusstsein, dass etwas schief läuft und Dinge sich ändern müssen – aber was getan wird, ist weiterhin zu wenig.

Die Informationsgrafikerin Esther Gonstalla hat bereits mehrere ausgezeichnete Bücher zu Umweltthemen vorgelegt. „Das Ozeanbuch“ widmet sich auf anschauliche und informative Weise den Veränderungen, denen Weiterlesen

Die Weisheit der Wölfe : Wie sie denken, planen, füreinander sorgen – Erstaunliches über das Tier, das dem Menschen am ähnlichsten ist / Elli H. Radinger

Vielleicht ist gerade das ihr größtes Geschenk an uns: diese Bedeutungslosigkeit, die Unwichtigkeit von uns Menschen für die Wölfe. Vielleicht brauchen wir um Umgang mit der Natur ein wenig mehr Demut und Bescheidenheit. Es ist an der Zeit, dass wir uns nicht mehr so wichtig nehmen, sondern einfach sind. Dann sind wir dem Wolf näher, als wir denken. (S. 220)

Mit der seit Jahren steigenden Zahl von Wölfen in Deutschland wächst auch das Interesse an dieser viele Jahre bei uns ausgestorbenen Tierarten, deren Rückkehr von den meisten Menschen neugierig begrüßt, von einigen mit Bedenken betrachtet und von manchen Hysterikern als eklatante Bedrohung gesehen wird. Elli H. Radinger hat vor über dreissig Jahren ihren Beruf als Anwältin aufgegeben, um sich ganz dem Schreiben und ihrem Lebensthema, dem Wolf zu widmen. Sie hat Wölfe an vielen Orten der Welt beobachten können und ist den überwiegenden Teil des Jahres im Yellowstone-Nationalpark in Wyoming.

Mit „Die Weisheit der Wölfe“ legt sie ihr neuntes Sachbuch vor und widmet sich zum sechsten Mal dem Thema Wolf: neben ihren vielen Beobachtungen von Wölfen fliessen auch ihre Erfahrungen aus Vorträgen und Seminaren mit ein. Auf überaus anschauliche Weise führt sie uns – verbunden mit vielen Weiterlesen

Quallen : Von der Faszination einer verkannten Lebensform / Lisa-Ann Gershwin

Wo sich mit Oktopoden vielleicht noch speziesübergreifende Kommunikationsmöglichkeiten finden lassen (vgl. das wunderbare Buch „Rendezvous mit einem Oktopus“) und die Distanz zwischen Wirbeltier Mensch und höher entwickelten Kopffüßern zumindest partiell und ansatzweise überbrückbar scheint, scheint uns die Lebens- und Erlebniswelt der Medusen oder Quallen so fremdartig, so bizarr, als wären sie Lebenwesen von einem fernen Planeten. Dabei gehören sie zu den urtümlichsten Tieren, die es überhaupt auf unserem kleinen, unbedeutenden Planeten gibt: Fossilien von Nesseltieren finden sich bereits in den bis zum 541 Millionen Jahre alten Schichten des Kambriums, in denen sich auch Vorstufen der Wirbeltiere entdecken lassen.

Lisa-Ann Gershwin führt uns in ihrem opulent ausgestatteten Buch durch die seltsame Weiterlesen

Warum landen Asteroiden immer in Kratern? 33 Spitzenantworten auf die 33 wichtigsten Fragen der Menschheit / Martin Puntigam. Florian Freistetter. Helmut Jungwirth

Es ist vielleicht nicht die vordringlichste Frage unserer Zeit: dennoch ist es gerade in Zeiten grassierender, zumeist allerdings eingebildeter Nahrungsmittelunverträglichkeiten vielleicht nicht unwichtig zu wissen, ob der Leib Weiterlesen

Das Mysterium der Tiere: Was sie denken, was sie fühlen / Karsten Brensing

Auch am Anfang des 21. Jahrhunderts und nach vielen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die alte Mythen und überholte religiöse Vorstellungen zur angeblich besonderen und herausgehobenen Stellung des Trockennasenaffen namens Mensch auf diesem Planeten entkräftet haben, sieht sich ein Großteil der Menschheit gegenüber den Tieren immer noch als überlegen an: schliesslich können wir strategisch planen, bestehen komplizierte Tests, haben ein Selbstbild von uns, haben eine Kultur, die sich über Generationen entwickelt und verändert und geben uns Namen. Natürlich heben viele auch hervor, dass angeblich nur der Mensch über Gemeinschaftssinn, eine „Theory of Mind“ und vor allem über Sprache verfüge.

Bei genauerer Betrachtung bleibt von all diesen Weiterlesen

Die Meinung der anderen: Wie sie unser Denken und Handeln bestimmt – und wie wir sie beeinflussen / Tali Sharot

Tatsächlich macht uns der Tsunami an Informationen, der täglich über uns hereinbricht, mitunter sogar weniger empfänglich für die Aussagekraft von Daten, denn wir haben uns längst daran gewöhnt, mit einem einzigen Mausklick Belege für wirklich alles zu bekommen, woran wir glauben möchten. Und so werden unsere Überzeugungen durch unsere Wünsche und Sehnsüchte geformt. Genau jene Beweggründe und Gefühle sind es, die wir ansprechen müssen, wenn wir etwas verändern wollen – sei es bei uns selbst oder bei anderen. (S. 17)

Immer wieder kommt es in den Nachrichten: unsere Krankenhäuser haben zum Teil massive Hygieneprobleme, Viren breiten sich dadurch aus. Nun könnte man meinen, dass gross angelegte Aufklärungskampagnen, die vor den Gefahren mangelnder Hygiene warnen und Gegenmaßnahmen darstellen, helfen würden: vor allem Händewaschen und Desinfektion gehört dazu. Die Wahrheit ist: sie ändern nichts. Erstaunlicherweise zeigen Versuche, dass einfache Maßnahmen, die an unser hirninternes Belohnungssystem gerichtet sind und somit nicht mit Information, sondern mit Emotion arbeiten, deutlich erfolgreicher sind als jede Aufklärungskampagne: 90% statt vorher 10% der Angestellten wuschen sich die Hände.

Tali Sharot zeigt in ihrem Buch nachdrücklich, wie unser Gehirn zu Überzeugungen und Entscheidungen kommt und welche Rolle dabei Fakten, Emotionen und Weiterlesen

Nicht jeder kann ein Kätzchen sein: Warum in der Natur die hässlichen Tiere die Nase vorn haben / Mario Ludwig

Es ist ja so eine Sache mit der Schönheit: sie entsteht im Augen des Betrachters und nicht selten wird sie überbewertet. Wir Menschen, die wir zu den Trockennasenaffen zählen, neigen ja dazu, unser eigenes Aussehen und unser Können massiv überzubewerten. Wenn wir uns Tieren zuwenden, kommen natürlich die gleichen Maßstäbe zur Geltung mit den bekannten Folgen: Katzenfotos auf allen Social-Media-Kanälen. Doch man darf durchaus Zweifel anmelden, ob a) unsere Definition von Schönheit so maßgeblich ist und b) Schönheit auch immer für Erfolg steht.

Mario Ludwig widmet sich in seinem Buch Tieren, die durch das übliche Niedlichkeitsraster fallen und bei der Spendengala für bedrohte Tiere noch nicht einmal in den Public-Viewig-Bereich kämen. Dementsprechend wimmelt es in seinem Buch nicht nur von seltsam bis bizarr aussehenden Tieren, sondern auch von eigentümlichen Verhaltensweisen und Körperfunktionen. Da gibt es den Kopfstandkäfer, der seinen Hintern in Weiterlesen

Das geheime Netzwerk der Natur : wie Bäume Wolken machen und Regenwürmer Wildschweine steuern / Wohlleben, Peter

Bei Peter Wohlleben steht mit Sicherheit zweierlei fest: er weiß, wovon er spricht und er kann gut erzählen. Das ist auch in seinem neuesten Buch spürbar, dass sich mit den äußerst komplexen und vielschichtigen Beziehungsgeflechten zwischen Organismen unterschiedlichster Art auseinandersetzt. Dabei stehen diesmal nicht die Bäume im Fokus, obwohl sie natürlich bei Wohlleben, dem Förster, nicht fehlen dürfen.

Erstaunt und verblüfft erfahren wir, welche Rolle Lachse für das Wachstum von Bäumen spielen, warum Borkenkäfer Weiterlesen

Die Intelligenz der Tiere : Wie Tiere fühlen und denken / Carl Safina

„Wir suchen wie besessen nach etwas, was uns zum Menschen macht. Warum? Kratzt man ein bisschen an der Oberfläche dieser Obsession, dann wittert man etwas, das als Antwort passen könnte: unsere Unsicherheit. Was wir eigentlich wollen ist eine Geschichte, die uns von allen anderen Lebensformen abhebt. Warum? Weil wir verzweifelt nach einem Beweis suchen, dass wir nicht nur – wie alle Arten – einzigartig, sondern dass wir etwas ganz besonderes sind, prächtig, übernatürlich, strahlend, göttlich inspiriert, erfüllt von einer ewigen Seele. Alles andere löst Furcht und existentielle Ängste in und aus“. (S. 342f)

Wir Menschen haben ein Problem: aufgrund unserer Sprache neigen wir dazu, allen Lebewesen, die nicht über Sprache verfügen, tiefer gehendes Denken abzusprechen. Doch können wir wirklich verstehen, was Tiere „sagen“. Oder geht es uns vielleicht wie den Tieren, von denen manche mehrere 100 menschliche Begriffe verstehen können, aber nicht die komplexe Syntax unserer Sprache? In unserer Arroganz gerät uns aus dem Blick, dass Tiere andere Kommunikationsformen haben als wir, andere Sinnesorgane nutzen. Für Hunde ist diese Welt eine Welt der Gerüche, Orcas und Fledermäuse vertrauen auf ihre Echoortung und das Gehör, Elefanten kommunizieren über weite Distanzen mit tiefen, vom menschlichen Ohr nicht wahrnehmbaren Brummtönen. Allenfalls gestehen wir Tieren ritualisierte Formen von Kommunikation zu. Aber Gefühle wie Humor, Trauer, Eifersucht, Liebe, etwas wie Selbstbewusstsein oder gar Mitgefühl, kulturelle Überlieferung, eigene Namen?

Der bekannte Meeresbiologe Carl Safina schreibt im vorliegenden Buch vorwiegend über Elefanten, Wölfe und Orcas. Dabei berichtet er über verblüffende Entdeckungen im weiten Spektrum an Gefühlen, Persönlichkeitsstrukturen und Verhaltensweisen bei Tieren und verbindet eigene Beobachtungen mit Weiterlesen

Das geheimnisvolle Leben der Pilze : Die faszinierenden Wunder einer verborgenen Welt / Robert Hofrichter

Lange unterschätzt und fälschlicherweise in die biologische Nähe der Pflanzen geschoben, gehören Pilze tatsächlich zu den faszinierendsten Organismen auf unserem Planeten und beeinflussen nach neuesten Erkenntnissen das Leben auf unserem Planeten auf vielfältige Weise, ja machen es vielleicht erst in seiner ganzen Vielfalt möglich. Der österreichische Biologe, Naturschützer und Journalist Robert Hofrichter ist schon seit seiner Kindheit fasziniert von Pilzen: waren es damals noch die Schwammerln oder Speisepilze und ihre ungenießbaren bis giftigen Verwandten in Wald und Flur, erstreckt sich seine Neugier mittlerweile auf den ganzen Kosmos unterschiedlicher Pilzarten, der vom klassischen Ständerpilz bis zu Arten reicht, die in den Meeren und im Gestein wohnen.

In seinem überaus fesselnden Buch weist Hofrichter zunächst auf die Besonderheiten von Pilzen hin: mit ihren aus Chitin aufgebauten Zellwänden stehen sie den Insekten und Weiterlesen

Verwandtschaft ist ein Knochenjob: Was Fossilien über unsere Herkunft verraten / Kai Jäger

Wissenschaft ist ja manchmal eine trockene Angelegenheit, was buchstäblich auch für die Paläontologie gilt, und so zeichneten sich Fossilien- und Geologiebücher zumindest vergangener Jahrzehnte dementsprechend oft durch wenig inspirierende Aufbereitung ihres prinzipiell faszinierenden Stoffes aus. Der Science-Slam-Gewinner Kai Jäger, seines Zeichens Paläontologe, versteht es mit seinem Buch, für seine Wissenschaft zu werben und zu begeistern: ausgesprochen anschaulich führt er uns nicht nur in die für das Verständnis notwendigen Grundlagen der Geologie unseres Planeten ein und widmet sich typischen Fragestellungen der Paläontologie, sondern er räumt Weiterlesen

Rendezvous mit einem Oktopus. Extrem schlau und unglaublich empfindsam: Das erstaunliche Seelenleben der Kraken / Sy Montgomery

Ich wollte einen Oktopus kennenlernen. Ich wollte so eine alternative Lebenswirklichkeit berühren. Ich wollte eine andere Art von Bewusstsein erkunden, wenn es das überhaupt gab. Wie fühlte es sich an, ein Oktopus zu sein?

Die 1958 geborene amerikanische Sachbuchautorin und Naturforscherin Sy Montgomery beschäftigt sich in „Rendezvous mit einem Oktopus“ auf ungewöhnliche Weise mit einem Tier, dass uns als Säugetiere einigermaßen fremd, wenn nicht abstossend oder gar eklig erscheint: dem Oktopus oder Kraken.

Montgomery, die bereits eine Reihe von Büchern für Kinder als auch für Erwachsene geschrieben hat, nähert sich dabei dem ihr gleichermaßen fremd wie faszinierend erscheinenden Tier nicht nur auf rationaler, naturwissenschaftliche Weise, sondern durch Weiterlesen

88 verblüffende Pflanzen : die erstaunlichen Kniffe unserer Blumen, Sträucher und Bäume / Bruno P. Kremer

Wussten Sie, dass es Pflanzen gibt, die keine Wurzeln in die Erde senken, sondern auf dem Wasser schwimmen und im Winter auf Tauchstation gehen, Weizen bis zu 280 cm tief wurzelt und die Teufelsseide nicht nur ihre Wirtspflanze anzapft, sondern dabei so effektiv ist, dass sie weder Wurzeln noch Blattwerk braucht? Ebenso verblüffend ist, dass manche Pflanzen ein eigenes Weiterlesen

Die Honigfabrik : Die Wunderwelt der Bienen – eine Betriebsbesichtigung / Jürgen Tautz ; Diedrich Steen

[…]Bienen lehren uns, wieder zu staunen über die Wunder, von denen wir umgeben sind. Die Schratigkeit mancher Bienenhalter mag gerade darin ihren Grund haben: Erwachsene Menschen, die immer wieder erleben, was sie als Kind zuletzt erlebt haben. Bienen zeigen ihnen eine welt voller Überraschungen, Geheimnisse und Rätsel. Bienen bringen ihnen in der entzauberten Wirkklichkeit unseres Zeitalters ein Gefühl für den Zauber des Daseins zurück, dass alles mit allem zusammenhängt. Darum hat der Umgang mit Bienen auch eine spirituelle Dimension. Bienen führen zu den großen Fragen. Bienen halten heißt auch, dem Leben beim Leben zuzuschauen – und mehr noch zu erfahren, dass dieses Leben nicht ein irgendwie gehandhabtes Gegenüber ist, sondern etwas Anvertrautes, von dem man selbst ein Teil ist. Bienen lehren uns, dass wir […] Leben sind inmitten von Leben, dass Leben will (S. 242)

Vollbremsungen lege ich mit dem Fahrrad bei meinen Touren im Norden Hamburgs eigentlich nur hin, wenn ich an Weiterlesen

Ein Herz für Kängurus : Beutelweise Glück in Australien / Chris Barnes

Von aussen betrachtet mögen die Entbehrungen und Strapazen übermäßig hart erscheinen, denen sich der Australier Chris Barns seit vielen Jahren im Outback aussetzt, um durch Autounfälle, Jagd oder anderes Unbill verwaiste Kängurujungtiere zu retten und auf ein Leben in der Wildnis vorzubereiten. Doch wenn man die eng mit einer frühen Liebe zu Tieren und der Natur verbundene Lebensgeschichte des mittlerweile 44jährigen Tierpflegers liest, spürt man rasch die große Faszination, die Kängurus auf ihn ausüben, und das tiefe Mitgefühl mit den bei Unfällen zurückgelassenen Jungtiere, die bei dieser Tierart besonders hilfsbedürftig sind.

Tatsächlich hat Barns in einem Land, in denen man Kängurus nicht selten als Weiterlesen

Bienen halten mit der Bienenbox : ökologisch imkern auf kleinstem Raum / Johannes Weber

Stadthonig ist ja mittlerweile in vielen größeren und kleineren Städten zu haben. Das liegt offenbar auch daran, dass sich in den Städten immer mehr Menschen für das Imkern interessieren und trotz des geringen Platzangebotes Lösungen finden, die das Halten von Bienen auf begrenztem Raum möglich machen. Johannes weber, Gründen von „Stadtbienen e. V.“ in Berlin, gibt nach einer kurzen Einführung Tipps und Tricks für die Haltung eigener Bienenvölker mit der „Bienenbox“, die das Ernten von bis zu 15 kg Honig im Jahr ermöglicht.

Der Ratgeber führt dabei nicht nur in die eigentlichen Arbeiten des Imkerns ein, sondern v Weiterlesen

Wo die Liebe hinfliegt: Ingo und Poldi – Die Geschichte einer Freundschaft / Tanja Brandt

Als Kind hatte ich einen an einem Bein gelähmten Wellensittich, der mit seiner erwiderten Zuneigung zu einem deutlich kleineren Zebrafinkenweibchen mehrere Zebrafinkenmännchen nacheinander in die schiere Verzweiflung trieb. Nun mag die Freundschaft – oder war es gar Liebe – zwischen zwei Vögeln nicht als besonders exotisch gelten: die Freundschaft zwischen einem belgischen Schäferhund und einen Steinkauz dürfte mehr Erstaunen auslösen, obwohl ungewöhnliche Tierfreundschaften wohl häufiger auftreten als gedacht (vgl.: Ungleiche Freunde).

Die Fotografin und Falknerin Tanja Brandt dokumentiert in Weiterlesen

Sind Tiere die besseren Menschen? Fairness & Empathie im Tierreich / Marc Bekoff ; Jessica Pierce

In der Debatte um Tierrechte wird ja immer gerne das Argument gezogen, dass nur wir Menschen über Bewußtsein verfügen würden und überdies im Gegensatz zu Tieren neben unseren Kooperationsfähigkeiten über Gerechtigkeitsempfinden verfügen würden sowie über die Fähigkeit, die Empfindungen anderer nachzuvollziehen, um aus all diesen ethische Vorstellungen und Übereinkünfte abzuleiten.

Der Ökologe und Evolutionsbiologe Marc Bekoff und die Bioethikerin Jessica Pierce untersuchen in ihrem Buch, wie Tiere die Welt sehen und empfinden und ob es dabei Gemeinsamkeiten zu uns Menschen gibt. Im Fokus stehen dabei die Fähigkeit zur Empathie, zur Kooperation und der Sinn für Gerechtigkeit und Fairness. Dabei gehen sie von der These aus, dass etliche Tierarten Weiterlesen

Penguin Bloom: Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete / Cameron Bloom ; Bradley Trevor Greive

Sie sind eine glückliche Familie, die Blooms aus Australien. Der Fotograf Cameron und die Bäckerin und Krankenschwester Sam haben sich früh kennen- und lieben gelernt, reisten viel zusammen um die Welt, haben irgendwann geheiratet und drei Jungs bekommen. Endlich sind die Jungs groß genug, um an alte Leidenschaften anzuknüpfen und mit ihnen auf eine weite Reise zu gehen. Doch in Thailand passiert das Unglück: Sam Weiterlesen

Treffen sich zwei Moleküle im Labor / Martin Moder. Mit Ill. von Mandy Fischer

Sie haben eine Katze? Schön, denn das sind wunderbare Tiere. Vermutlich sind Sie dann wie etwa zwei Drittel der Menschheit) mit Toxoplasma gondii infiziert. Das ist ein relativ unspektakulärer einzelliger Parasit, der normalerweise Mäuse, Ratten und ähnliche Wirbeltiere als Zwischenwirt und Transportmittel zu seinem Hauptwirt nutzt, der Katze, die er zwingend oral betreten muss und in der er sich munter paart, um sie hernach im Katzenkot zu verlassen. Infiziert haben Sie sich gegebenenfalls vermutlich über ungewaschenes Gemüse aus dem Schrebergarten oder ungekochtes Fleisch. Bis auf vorübergehende Symptome merken Sie nichts davon, dass der Erreger sich in Muskeln und Gehirn einnistet.

Doch halt! Eine Veränderung gibt es doch: sind Sie Weiterlesen

Mumien in Palermo : Als Kriminalbiologe an den dunkelsten Orten der Welt / Mark Benecke

Mark Benecke zählt zu den bekanntesten und weltweit profiliertesten Kriminalbiologen der Welt. Zusätzlich zeichnet ihn aus, dass er über seine für manche Gemüter möglicherweise abstoßend erscheinende Arbeit fesseln und anschaulich zu berichten weiß, ohne in Sensationshascherei zu verfallen. Im Gegenteil: man spürt, dass Beneckes Motivation in erster Linie die Neugier ist, einen Fall oder ein Rätsel aufzuklären – ein Beweggrund, für den er trotz mancher augenscheinlich logischer Erklärung genauer hinzuschauen bereit ist, als es manchen vielleicht lieb ist.

Das vorliegende Buch widmet sich auch – aber nicht nur – Mumien. Benecke, der sich stets um Unvoreingenommenheit bemüht, analysiert den wackeligen Schwarzweißfilm aus Roswell (USA), der angeblich eine Weiterlesen

Der Mann, der einen Baum fällte und alles über Holz lernte / Robert Penn

Jeder dieser Gegenstände sprach für sich vom Geschick und Idealismus der Kunsthandwerker und Handwerker, die sie geschaffen hatten. Das Wissen dieser Menachen deutete auf eine Zeit hin, zu der das Verhältnis zwischen Mensch und Natur noch etwas sensibler und enger war. Gemeinsam sprachen die Gegenstände von der langen und kreativen Beziehung zwischen Menschheit und Esche, von einer Übereinkunft, die sich über Jahrtausende hinweg bewährt hatte und von einer Kultur an die andere weitergegeben worden war. Ich hatte eine Esche gefällt und das Beste aus ihrem Holz gemacht. Was könnte einfacher sein? Es war ein tief befriedigendes Unterfangen gewesen, das mich in einer sich ständig verändernden Welt fest an einem Ort verwurzelt hatte. (S. 247).

Der britische Autor und Journalist Robert Penn, einigen vielleicht bereits bekannt durch seinen fahrradleidenschaftlichen Bestseller „Vom Glück auf zwei Rädern“, lebt mit seiner Familie fern großer Städte in einer waldigen Gegend von Wales, hat zwei Hunde und eine Menge Äxte. Seit zehn Jahren lebt er auf dem Land und hat mit der Zeit auch gelernt, den zum Grundstück gehörigen Wald naturnah zu nutzen und wieder zu einer von Lichtungen durchzogenen, artenreichen Oase zu machen. Er lernt die Arbeit im Wald zu schätzen, die seinen Körper auf besondere Art fordert:

Was mich jedoch am meisten und längsten fesselt, ist die körperliche Aufrichtigkeit des Aktes selbst – einen Klumpen Stahl mit achtzig Stundenkilometern durch die Luft zu schwingen und ihn in einem Holzklotz zu versenken. Wenn ich ein großes, knotiges Stück vom unteren Stamm einer Eiche abschlagen will, die Schneide der Axt zurückprallt und nur eine kaum sichtbare Kerbe hinterlässt, flutet der gescheiterte Versuch über den Axtstiel aus Eschenholz in meine Arme bi sind meine Schultern hinein zurück. Dann spüre ich die Kraft eines Baumes, der sich dem Willen unzähliger Stürme widersetzt hat. Durchdringt die Axt andererseits die Oberfläche eines Eschenblocks, fahren die Wangen des Axtkörpers durch die Spalte im Holz wie Wasser, das an Felsen brandet, und fallen zu beiden Seiten des Hackklotzes zwei cremig weiße Holzstücke hinunter – dann wird mein ganzer Körper von dem unvergleichlichen Gefühl erfüllt, etwas vollbracht zu haben. […] Als scheinbare banale Alltagstätigkeit ist das Hacken von Eschenholz einfach unschlagbar. (S. 55-56)

Als er im Laufe der Jahre auch Eschen freischneidet und ihren Wuchs bewundert, erinnert er sich Weiterlesen