Die Meinung der anderen: Wie sie unser Denken und Handeln bestimmt – und wie wir sie beeinflussen / Tali Sharot

Tatsächlich macht uns der Tsunami an Informationen, der täglich über uns hereinbricht, mitunter sogar weniger empfänglich für die Aussagekraft von Daten, denn wir haben uns längst daran gewöhnt, mit einem einzigen Mausklick Belege für wirklich alles zu bekommen, woran wir glauben möchten. Und so werden unsere Überzeugungen durch unsere Wünsche und Sehnsüchte geformt. Genau jene Beweggründe und Gefühle sind es, die wir ansprechen müssen, wenn wir etwas verändern wollen – sei es bei uns selbst oder bei anderen. (S. 17)

Immer wieder kommt es in den Nachrichten: unsere Krankenhäuser haben zum Teil massive Hygieneprobleme, Viren breiten sich dadurch aus. Nun könnte man meinen, dass gross angelegte Aufklärungskampagnen, die vor den Gefahren mangelnder Hygiene warnen und Gegenmaßnahmen darstellen, helfen würden: vor allem Händewaschen und Desinfektion gehört dazu. Die Wahrheit ist: sie ändern nichts. Erstaunlicherweise zeigen Versuche, dass einfache Maßnahmen, die an unser hirninternes Belohnungssystem gerichtet sind und somit nicht mit Information, sondern mit Emotion arbeiten, deutlich erfolgreicher sind als jede Aufklärungskampagne: 90% statt vorher 10% der Angestellten wuschen sich die Hände.

Tali Sharot zeigt in ihrem Buch nachdrücklich, wie unser Gehirn zu Überzeugungen und Entscheidungen kommt und welche Rolle dabei Fakten, Emotionen und Weiterlesen