T wie trouble : Mit Fords Tin Lizzy durch Trumps Amerika / Tim Moore

Der britische Hang zur Exzentrik war auch bei Tim Moore und seinen Büchern immer zu spüren, ob er nun mit einem altem DDR-Faltrad 10.000 km den eisernen Vorhang entlang fuhr, in „Geronimo!“ den Giro d’Italia von 1914 mit einem Uralt-Rennrad bestritt oder in „Tortour“ die Tour de France im Selbstversuch beschrieb.

Entsetzt vom Brexit und der kurz darauf erfolgten Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der USA, erinnert sich der überzeugte Europäer Moore an seine ersten Besuche in den USA, reflektiert, was sich seither verändert hat und taucht tief ein in die Geschichte der USA im 20. Jahrhundert, um mit einer Idee aufzutauchen: Moore will eine Fahrt in einem Ford Model T durch das Weiterlesen

Die allerseltsamsten Orte der Welt : Aufsteigende Inseln, bodenlose Städte, abseitige Paradiese / Alastair Bonnett

Wir schreiben das Jahr 2019. Die ganze Welt ist entdeckt, durchkartographiert und dokumentiert, kein Quadratmeter unbetreten, keine dunkle Ecke unbeschrieben und alles ist in Echtzeit bei Google Earth zu finden. Alles? Wirklich alles? Ein mutiger Entdecker namens Alastair Bonnett nimmt uns mit auf seine Exkursionen zu eigenartigen Orten, die kaum jemand kennt, und gliedert sein Buch in fünf Kapitel, die von „Ungebärdige Inseln“ und „Enklaven und unsichere Nationen“ über „Utopische Orte“ und Weiterlesen

Die Grenze : Eine Reise rund um Russland durch Nordkorea, China, die Mongolei, Kasachstan, Aserbaidschan, Georgien, die Ukraine, Weißrussland, Litauen, Polen, Lettland, Estland, Finnland, Norwegen sowie die Nordostpassage / Erika Fatland

Die norwegische Journalistin und Autorin Erika Fatland hat sich schon mal mit der Sowjetunion – genauer: mit dem, was sie zurückgelassen hat – beschäftigt. Reiste sie für „Sowjetistan“ durch die zum Teil überaus bizarre Welt der ehemaligen, heute selbstädnigen Sowjetrepubliken, deren Name auf -stan endet, hat sie sich für das vorliegende Buch auf eine noch weitere Reise gemacht: über 20.000 Kilometer reist sie an der Grenze Russlands entlang und so um dieses flächenmäßig immer noch größte Land der Erde. Sie kommt dabei durch 14 Länder, darunter Nordkorea und Aserbaidschan, Litauen und Finnland, reist in der Arktis und im Kaukasus, durch Steppen und über Berglandschaften und besucht dabei auch Länder wie Abchasien, die zwar auf der Karte verzeichnet sind, aber von kaum einem anderen Land der Welt anerkannt werden.

Im Fokus ihres Reiseberichtes stehen dabei neben einem Weiterlesen

Vom Schweden, der die Welt einfing und in seinem Rucksack mit nach Hause brachte : Reisen in die Ferne und zu sich selbst / Per J. Andersson

Per J. Andersson, dem mit „Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr“ ein internationaler Bestseller gelang, hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht und ist u.a. Mitbegründer von Schwedens bekanntestem Reisemagazin Vagabond. Das vorlegende Buch entstand aus einem Essay und zieht einen rasch in den Bann. Ausgehend von eigenen Reisebeschreibungen mehrerer Jahrzehnte fern der üblichen Touristenrouten – zu Fuß, mit der Eisenbahn, per Bus oder Fahrrad – zu denen auch die ersten jugendlichen Reiseabenteuer gehören, taucht Andersson tief ein in sein Metier. Dabei lässt er uns nicht nur am Zauber fremder Welten teilhaben, sondern Weiterlesen

Gebrauchsanweisung für Dänemark / Thomas Borchert

Dänemark erfreut sich ja bei deutschen Urlaubern konstanter Beliebtheit – und das nicht erst, seit Buchmarkt und Lifestylekultur entdeckt haben, wie hoch der Bedarf an „Hygge“ ausserhalb des kleinen inselreichen Landes zwischen den Meeren ist. Thonas Borchert hat eine Dänin geheiratet, das Land zu seiner Wahlheimat gemacht und lebt mittlerweile seit 30 Jahren dort. Damit scheint ausreichend Kompetenz gegeben, seine deutschen Landsleute mit Mentalität, Kultur und Geschichte vertrauter zu machen.

Borchert nimmt uns mit auf Rundreise durch Dänemark, streift dabei Weiterlesen

German Roamers – Deutschlands neue Abenteurer: Auf der Jagd nach dem besonderen Augenblick

Wenn es um atemberaubend schöne, wilde und unberührt scheinende Orte geht, um spektakuläre Landschaften, um Kajaktouren, Wanderungen und Abenteuer, dann schweift die Fantasie gerne ab zu Bildern von mehr oder weniger fernen Ländern und exotischen Reisezielen, zu den Weiten Nordamerikas etwa oder den afrikanischen Steppen. Doch auch in Deutschland gibt es Weiterlesen

Atlas der erfundenen Orte : Die größten Irrtümer und Lügen auf Landkarten / Edward Brooke-Hitching

Trotz aller Digitalisierung, Googlemaps, dem Siegeszug von Navigationsgeräten und -apps und all ihren Vorteilen haben Landkarten für mich nichts von ihrem Zauber verloren: zum einen, weil sie um Gegensatz zu den modernen Navigations- und Orientierungsmethoden einen weiteren Blick auf das Gebiet erlauben, in dem ich mich befinde, seine Einordnung in die Umgebung deutlich machen und einen Dinge entdecken lassen, die man bei geradliniger Navigation von A noch B und dem entsprechend schmal gewordenen Blick nie entdeckt hätte. Zum anderen, weil Landkarten immer noch zu Träumen anregen von der fernen weiten Welt.

Im Gegensatz zu unserem Zeitalter der weitestgehenden freien Verfügbarkeit vieler kartographischer Informationen waren Karten in Weiterlesen

Mit dem Klapprad in die Kälte: Abenteuer auf dem Iron Curtain Trail [Orig.: The cyclist who went out in the cold] / Tim Moore

Wer wie ich in den 1970er Jahren mit einem Klapprad zur Schule gefahren ist, weiss, dass die zeitgenössischen Konstruktionen nicht unbedingt der Gipfel an Ergonomie und technischer Ausgereiftheit waren. Auch wenn mein blaues Klapprad sich durchaus in der Fantasie in eine Rakete, ein Schnellboot oder eine 747 im Landeanflug verwandelte – schnell war es nicht und die coolen Bikes in Form von Peugeot- oder Bianchirennrädern hatten die anderen Jungs. Mit 13 Jahren war ich dann froh, mein erstes 28-Herrenrad zu bekommen – ein stahlblaues Patria, mit dem ich über 40.000 km fuhr, bis ich es aus heute unerfondlichen Gründes in den Wertstoffkreislaif zurückführte.

Kein Gedanke also, mit dem Klspprad eine Reise zu machen. Schon gar nicht über 10.000 km. Kein Gedanke? Der 1964 geborene Tim Moore kommt aus einer Laune heraus genau auf diesen Gedanken, ersteht ein altes Mifa-Klapprad vom Typ 904 aus späten Weiterlesen

Fünf Meter unter dem Meer : Niederlande für Anfänger / Tilmann Bünz

Es ist ewig her, dass ich mal in den Niederlanden war: als ich dreizehn Jahre alt war, machten meine Eltern mit mir eine Städtereise, die unter anderem auch nach Amsterdam führte. Ich kann mich noch intensiv an eine Grachtenfahrt und die Betrachtung von Rembrandts Nachtwache erinnern.

Seither war ich nicht mehr dort, betrachte das kleine Land mit seinem findigen, starken Völkchen aber immer wieder mit Bewunderung und Erstaunen: nicht nur bei der Landgewinnung nötigen einem die Niederländer ja Respekt ab: beim Radverkehr setzen sie seit Ewigkeiten Massstäbe – und auch in der Gestaltung ihrer Gesellschaft scheinen mir Weiterlesen

Nix wie Heimat! : für euch unterwegs in Deutschland / Lisa Altmeier ; Steffi Petz

Die beiden Autorinnen dieses ungewöhnlichen Buches haben 2013 Crowdspondent gegründet und recherchieren seither Themen, die ihnen über ihre Webseite oder über Facebook und Twitter vorgeschlagen werden. Für „Nix wie Heimat!“ war die Vorgabe, durch die „Crowd“ zwei Vorgaben pro Woche zu bekommen: jede Woche musste eine spannende Geschichte erzählt und an einem spannenden Platz übernachtet werden. Auf diese Weise reisten Altmeier und Fetz drei Monate quer durch Deutschland von Helgoland bis München, von Köln bis Bautzen und berichteten im Internet und im Fernsehen mit Texten, Interviews und Filmen über ihre Begegnungen, Recherchen und Erfahrungen.

Das so eine von der „Crowd“ bestimmte Reise nicht banal sein muss, beweist Weiterlesen

It’s teatime, my dear!: Wieder reif für die Insel / Bill Bryson

Tempo und Maßstab britischen Daseins haben etwas an sich – die Wertschätzung kleiner Freuden, eine gewisse Zurückhaltung in Bezug auf Habsucht – , das das Leben seltsam angenehm macht. Die Briten sind wirklich die einzigen Menschen auf der Welt, die man ungemein aufmuntern kann, wenn man ihnen ein heißes Getränk und einen schlichten kleinen Keks vorsetzt (S. 475)

Großbritannien ist unerschöpflich. Nirgendwo auf der Welt gibt es auf so engem Raum so viel zu bestaunen – nirgendwo hat es über einen so langen Zeitraum eine derartige Produktivität auf hohem Niveau gegeben. Kein Wunder, dass sich mein Trip nicht so anfühlte, als wäre er abgeschlossen. Ich würde niemals alles sehen können (S. 471).

Gerade in jüngeren Jahren bin ich viel durch die Welt gereist und dabei des Öfteren auch über dieses Land hinweggeflogen. Leider aber war ich – wie ich zu meiner Schande gestehen muss – noch nie da. Trotzdem ich vieles von dort schätze: den Humor, die Teekultur (obwohl ich derzeit dem Kaffee zuneige), die Literatur, so manchen feinen, kleinen Film, eine gewisse Höflichkeit, gepaart mit Understatement und so manches mehr. Wenn man aus Hamburg kommt, ist ja trotz unleugbarer familienbedingter kölnischer Mentalitätseinflüsse eine gewisse Nähe zur britischen Lebensart sowieso unvermeidlich.

Nun trifft es sich gut, dass ich Bill Brysons Bücher mag: so bin ich mit seinem aktuellen Reisebericht über Weiterlesen

Assholes : zum Beispiel Donald Trump / Aaron James

Verfolgt man den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf, dieses Ringen um die Macht in einem der mächtigsten Länder der Erde, kann einem Angst und Bange werden. Wie ist es möglich, dass Demagogen wie Donald Trump und Ted Cruz es schaffen, für ihre „Positionen“ so viel Aufmerksamkeit zu gewinnen? Wie ist es möglich, dass ein Mann wie Trump, der keinerlei erkennbares Programm verfolgt als dass, seiner übersteigerten Selbstliebe das Amt zu verschaffen, dass ihm seiner Meinung nach zusteht, derart die Massen begeistern kann. Gegenwärtig müssen wir ja sogar erwarten, dass er das Land auch dann noch mit seinen Aussagen ins Chaos stürzen kann, wenn er nicht gewählt wird – und können nur hoffen, dass Clinton in diesem Fall die Kluft in diesem tief gespalteten Land zumindest ansatzweise kitten kann.

Aaron James analysiert ebenso so scharfzüngig wie knapp Klug Trumps Erfolg, der befördert wird von Arroganz und einem überbordenden Zynismus. Er wechselt dabei die Seiten, zeigt auf, was Trump für einen wesentlichen Teil der Bevölkerung so attraktiv macht, welche Weiterlesen

Kulturlandschaften lesen : vielfältige Lebensräume erkennen und verstehen / Bruno P. Kremer

Wenn man an Naturschutz denkt, an schützenswerte Arten oder Lebensräume, denkt man gerne an eine ursprüngliche Wildnis, an zivilisationsferne Wälder oder Küstenabschnitte und vergisst schnell, wie artenreich, ökologisch wichtig und vielfältig Landschaftsformen sein können, die Weiterlesen

Atlas der Länder, die es nicht gibt : ein Kompedium über 50 nicht anerkannte und weithin unbekannte Staaten / Nick Middleton

Hätten Sie Sotschi, Austragungsort der Winterspiele 2014 in Zirkassien verortet? Haben Sie schon mal vom immerhin mal 300 Einwohner zählenden Land Moresnet gehört? Wussten Sie, dass das Staatsoberhaupt von Seborga bis 2009 „Seine Ungeheuerlichkeit“ Giorgio Carbone, Prinz auf Lebenszeit war? Und das es vielleicht schon bald ein karibisches Land namens Moskitia gibt? Nein? Aber sicher haben Sie schon von Nagalim gehört, einem Land im Norden Indiens, dass nur einen Tag unabhängig war, oder?

Zugegeben: die Länder, die Nick Middleton in diesem Kompendium zusammenträgt, kommen bis Weiterlesen

Die Macht der Geographie : Wie sich Weltpolitik anhand von 10 Karten erklären lässt / Tim Marshall

Wer als politischer und geschichtlich interessierter Zeitgenosse die Gegenwart aufmerksam beobachtet, kann es leicht mit der Angst zu tun bekommen. Nicht zuletzt mit der Ukraine-Krise scheint ein neuer Kalter Krieg zwischen Russland und dem Westen etabliert zu sein. Der Nahe Osten und die Länder des Arabischen Halbmonds kommen nicht zur Ruhe und lassen in Anbetracht destabilisierter Staaten von Irak, Afghanistan und Syrien bis Libyen und dem verstärkten Aufkommen des Daesh (aka sogenannter „Islamischer Staat“) und damit eines verstärkten islamischen Faschismus die allzu euphorisch wahrgenommenen Bewegungen des „Arabischen Frühlings“ in Vergessenheit geraten. Konflikte wie die zwischen den Atommächten Indien und Pakistan bleiben weiter schwelend, das immer stärker werdende China wird mit Sorge von seinen Nachbarn beobachtet und in Afrika scheint es kaum Regionen zu geben, die wirklich Hoffnung machen. Dazu kommt noch Nordkorea mit seiner größenwahnsinnigen Führung und mit der zunehmend im Sommer eisfreien Arktis ein weiterer möglicher Konfliktherd. Wer im seit 75 Jahren friedlichen Westeuropa aufgewachsen und als überzeugter Europäer sozialisiert worden ist, kann es da schon mal mit der Angst zu tun bekommen.

Der britische, mehrfach ausgezeichnete außenpolitische Experte und Journalist Tim Marshall verfolgt mit seinem Buch einen besonderen Ansatz: er erklärt viele der derzeit schwelenden oder Weiterlesen

Seltsame Karten : Ein Atlas kartographischer Kuriositäten

Es gibt Bücher, die sind so schön und faszinierend, dass man sie immer wieder zu Hsnd nehmen mag. Frank Jacobs hat mit dem Liebeskind-Verlag eines solcher Bücher vorgelegt: der Kartenliebhaber zeigt uns, dass Karten nicht immer unseren Erwartungen entsprechend die Wirklichkeit abbilden. Es gab und gibt auch immer wieder Karten, die die Welt so zeigen, wie sie sein könnte, denen geographische Irrtümer zugrunde liegen, propagandistische Absichten oder schlichtweg Karten, die phantastische oder literarische Landschaften zeigen.

Jacobs, seit seiner Jugend ein großer Kartenliebhaber und seit einiger Zeit Kartensammler, zeigt in seinem Weiterlesen

In 80 Fettnäpfchen um die Welt : womit man sich im Ausland so richtig blamiert / Francoise Hauser

In China gilt das Absondern nasaler Schleimsekretionen als salonfähig, das klassische europäische Tempotaschentuch insbesonders bei Benutzung als eklig. Japaner finden beides nicht schön und erwarten von grippal infizierten Kollegen gerne einen Mundschutz. Während Sie sich vermutlich über eine schöne alte Uhr als Gastgeschenk freuen würden, dürfte das bei Chinesen in aller Regeln unangenehm auffallen, stehen Uhren doch Weiterlesen

Eine Reise, ein Buch : wie man einem Krokodil entkommt (und eine Französin küsst) / Nigel Holmes

Vielleicht wäre mein Leben anders verlaufen, wenn ich damals gewusst hätte, wie man eine Australierin küsst – und das auch noch in Berlin? Wer weiß das schon? Anders heisst ja auch nicht unbedingt besser und in Australien drohen ja auch so manche Gefahren in Form von Würfelquallen und giftigen Kröten. Fest steht jedenfalls, dass man sich nicht nur aufs Küssen, sondern vor allem auch auf das Reisen stets gut vorbereiten sollte und es immer gut ist, auf lokale Unabwägbarkeiten vorbereitet zu sein.

Da kann es nicht schaden, zu Nigel Holmes „Eine Reise, ein Buch“ zu greifen: auf prägnante Art liefert er Weiterlesen

Gebrauchsanweisung für Brasilien / Peter Burghardt

Es ist schon eine Weile her, dass ich das letzte Mal in Brasilien war. Aber die Faszination für dieses Land hat mich nach einigen Reisen dorthin nie ganz losgelassen: zu intensiv waren die Eindrücke und Erfahrungen mit Land und Leuten. Deshalb geraten Brasilien auch immer wieder in den Wahrnehmungsbereich meines Medienradars – was dann zur Lektüre von Büchern wie diesem führt.

Peter Burghardt hat geraume Zeit für die Süddeutsche Zeitung aus Lateinamerika berichtet und ist nach seinen ersten besuchen in Brasilien in den 1980er Jahren immer wieder in das Land zurückgekehrt. In „Gebrauchsanweisung für Brasilien“ zeigt er kenntnisreich viele Aspekte und Facetten dieses Landes, das sich in den letzten dreissig Jahren enorm verändert hat. Die brasilianische Mentalität mit all Weiterlesen

Im Jahr des Tigerochsen / Christian Y. Schmidt

Christian Y. Schmid, der in China wohnende, mit einer Chinesin verheiratete Ex-Titanic-Redakteur hat schon zweimal in Buchform über China berichtet (vergl.: „Allein unter 1,3 Milliarden„) und dabei neben journalistischer Distanz und Akribie auch bewiesen, dass er spannend und – wo angebracht – humorvoll schreiben kann. Mit „Im Jahr des Tigerochsen“ legt er ein weiteres Buch über das fernöstliche Riesenland vor.

Nach Jahren in China hat er mittlerweile einen eigenen Blick für landestypische Eigenheiten entwickelt, manche Verhaltensweisen angenommen, manche westlichen Betrachtungen über China einem kritischen Urteil unterzogen und sie nicht selten revidiert. „Im Jahr des Tigerochsen“ beruht überwiegend aus Kolumnen, die in der „taz“ erschienen sind. Der Autor reflektiert darin nicht nur über seine Erfahrungen in Peking, sondern geht auch spezifischen Fragestellungen nach, denen er im Laufe seiner chinesischen jahre begegnet ist und die zu klären er etliche Reisen auf sich nimmt.

So geht er der Frage nach den prügelnden Chinesinnen und der auf den ersten Blick nicht erkennbaren Verbindung zum Weiterlesen

Africa Overland : 60000 Kilometer Abenteuer / Christoph & Chiho Bangert

Es gibt die unterschiedlichsten Motivationen dafür, nach und in Afika zu reisen und das auch noch über viele Monate: die Flucht vor dem Alltag und anderem Unbill kann dafür ebenso entscheidend sein wie die Suche nach einer Zeit des anderen Lebens, in reiheit, Selbstbestimmung, vielleicht sogar verbunden mit einer anderen Form von Glück.

Für den zu Beginn seiner Reise 29jährigen erfolgreichen Fotojournalisten Christoph Bangert war das vorherrschende Motiv die Flucht aus seinem Alltag: viele Monate Aufenthalt in Kriegs- und Krisengebieten und das permanente Herumreisen hatten ihn an die Grenzen gebracht und machten einen Ausstieg nötig. Einen Ausstieg, der für den tourenerfahrenen, mit seiner japanischen Freundin Chiho in New York lebenden Bangert mit der Suche nach Abenteuer verbunden war. Das kann man gerade auch als Europäer kritisch sehen – und Bangert ist Weiterlesen

Aber bitte mit Sake: auf Kreuzfahrt mit 1000 Japanern / Dana Phillips

Wer jemals in Japan war, wird sich als Westeuropäer sicher ebenso fremd wie bezaubert gefühlt haben, verbunden mit dem Gefühl eigener, nicht nur körperlicher Grobschlächtigkeit und unsensibler, unpassender Direktheit.

Unter dem Pseudonym Dana Phillips haben die Autorin Jule Görsdorf und eine Freundin einen kurzweiligen (fiktiven) Reisebericht geschrieben über eine Kreuzfahrt auf dem „Peace Boat“, einem japanischen Kreuzfahrtschiff, das einer Non-Profit-Organisation gehört und mit dem Auftrag der Förderung von Frieden, Vökerverständigung und ökologischer Nachhaltigkeit über die Weltmeere schippert.

Dana, die Protagonistin des Reiseberichtes, gerät eher zufällig an den Auftrag, auf dem Peace Boat mitzufahren. Unglücklich in ihrer Beziehung zu einem Italiener, bricht sie schliesslich
Weiterlesen

Romantische Nächte im Zoo : Betrachtungen und Geschichten aus einem komischen Land / Harald Martenstein

Wenn alle das Gleiche sagen, bekommt man Lust dagegenzuhalten. Dann sagt man sich: Alle sind sich einig, hey, da stimmt doch was nicht.

Nicht wenige, die eine aktuelle Ausgabe von TAGESSPIEGEL oder ZEIT MAGAZIN aufschlagen, blättern zuerst zur Kolumne von Harald Martenstein. Zu Recht. Denn Martenstein gehört derzeit nicht nur zu den vergnüglichsten Journalisten, sondern auch zu jenen, die mit besonders spitzer Feder schreiben, kluge Fragen stellen, allzu selbstgewisse Meinungen gerne provokant den argumenativen Boden unter den Füßen wegziehen und im Zweifel auch mal für die Meinungsfreiheit jener Partei ergreifen, deren Meinung man selbst auf gar keinen Fall teilen mag. Seine (m. E. berechtigte) Kritik an der allgegenwärtigen Gender“forschung“ hat in diesem Jahr für einigen Wirbel in einschlägigen Kreisen gesorgt – wie schon mancher Beitrag von ihm vorher.

„Romantische Nächte im Zoo“ versammelt Weiterlesen

Meine Bar in Sansibar : durch Ostafrika zu den Quellen des Nil / Richard Grant

„Ich verstand die Studien, denen zufolge die Afrikaner südlich der Sahara stets als die optimistischsten Menschen mit der geringsten Selbstmordrate eingestuft wurden. Für das Krankheitsbild der Depression gibt es in den meisten afrikanischen Sprachen kein Wort. Die Alternative zum Optimismus war hier nicht Pessimismus, sondern Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung, und damit konnte man sich und seine Kinder nicht ernähren.“

Nach der Teilnahme an einer Expedition den Sambesi entlang den Spuren Livingstones entlang wendet sich der britische, in Amerika lebende Journalist erneut Ostafrika zu, fasziniert von der Landschaft und den Menschen. Er will den Fluss Malagarasi, wenig erforscht und unzugänglich, von der Quielle bis zum Tanganjikasees entlangpaddeln und damit geografisches Neuland beschreiben. Landeskundige warnen ihn vor der Weiterlesen

Das grosse Los : wie ich bei Günther Jauch eine halbe Million gewann und einfach losfuhr / Meike Winnemuth

Was würden Sie tun, wenn Sie unverhofft zu einer Menge Geld auf dem Konto kommen? Vielen kommen dabei in unserer konsumgierigen Zeit durchaus immaterielle Wünsche in den Sinn wie etwa ein Jahr Auszeit zu nehmen von ihrem alltäglichen Leben, ihrem Beruf, und diese Zeit intensiv für sich selbst zu nutzen. Die Journalistin Meike Winnemuth, die 2010 bei „Wer wid Millionär“ eine halbe Million € gewann, hatte während des Spiels spontan den Gedanken geäußert, ein Jahr aus Deutschland rauszugehen und jeden Monat in einer anderen Stadt zu wohnen. Ungläubig stellt sie fest, dass die leicht dahingesagten Worte plötzlich etwas unerhört Reales bekommen haben.
Winnemuth vermietet daher ihre Wohnung unter, packt ihren für die Arbeit unterwegs benötigten Laptop ein und einen relativ kleinen Koffer mit dem Nötigsten. Dann geht es los: nach Weiterlesen

Doktor Oldales geographisches Lexikon / John Oldale

„Wie bitte? Einzelnen Kugeln ausweichen? Die könnten nicht mal einen Elefanten aus solcher Entfernung treffen“

(Letzte Worte von Generalmajor John Sedgwick, dem ranghöchsten Todesopfer der Union im amerikanischen Bürgerkrieg)

Geografische Lexika zeichnet meistens aus, hochverdichtet Informationen, Datenund Fakten zu Ländern und Regionen zu liefern, dabei je Land ein vorgebenes Raster abzuarbeiten von möglichen geschichtlichen Aspekten bis hin zu Geologie, Wirtschaft, Politik, Religion, ja womöglich bis zur Alphabetisierungsquote und dem Anteil von Datteln oder elektroporösen Kugellagern am Export. Das ist interessant – aber manchmal auch sehr ermüdend, vor allem, wenn man vielleicht aufgrund mangelnden Lesestoffes eigentlich das ganze Lexikon lesen möchte und nicht nur einzelne Artikel zur gezielten Information.
Doktor Oldales geographische Lexikon ist da anders. So erfahren wir unter dem Stichwort „Antarktika“, dass Pinguineier nach dem Kochen ein leuchtendes Orangerot beim Eigelb aufweisen und wenig appetitlichen Weiterlesen

Das Mädchen vom Amazonas : meine Kindheit bei den Aparai-Wajana-Indianern / Catherina Rust

Es gibt Bücher, bei denen ahnt man schon vor der Lektüre, dass sie einen ergreifen und bewegen werden, zugleich aber auch mit einer leisen hoffnungslosen Verzweiflung zurücklassen, weil sie offensichtlich machen, wie intensiv wir unseren Planeten derzeit verändern und wieviel Schützenswertes irreversibel verloren zu gehen droht.
So ging es mir auch bei der Lektüre von „Das Mädchen vom Amazonas“ der 1971 geborenen Journalistin Catherina Rust, die als Tochter eines deutschen Ethnologen bis zu ihrem sechsten Lebensjahr bei den noch sehr traditionell lebenden Aparai-Wajana-Indianern im brasilianischen Amazonasgebiet aufwuchs. Als ihre Tochter verbotenerweise Erinnerungsstücke aus dem Schrank kramt, wird die Vergangenheit bei der Enddreissierging wieder lebendig. In ihrem Buch ruft sie sich ihre Kindheitserinnerungen an die Zeit bei den Indianern in Mashipurimo wieder zurück und schafft intensive Bilder beim Leser: unmittelbar scheint man dabei zu sein bei dieser Weiterlesen

African Queen: Ein Abenteuer / Helge Timmerberg

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Timmerberg reist wieder – doch diesmal nicht alleine, denn an der Seite seiner Freundin Lisa, die einem unwiderstehlichen Jobangebot in einer Lodge nachkommt, verschlägt es ihn nach Afrika und somit gleich in zwei Abenteuer: das der Liebe und das des Reisens. Da bleibt Spannung nicht aus – und so verschlägt es Timmerberg mal allein, mal mit Lisa an Orte, die nicht immer Sehnsuchtsziele sind, auf Weiterlesen

Die Endurance : Shackletons legendäre Expeditionen in die Antarktis / Caroline Alexander

Auch nach fast 100 Jahren beeindruckt die gescheiterte Antarktis-Durchquerung von Ernest Shackleton und seiner Mannschaft, die in Überwinterung und einer dramatischen Rettung endete.

Kurz vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges bricht Shackleton mit der Endurance auf, um die Antarktis zu durchqueren. Wenn einer das Zeug dazu gehabt hätte, dann Shackleton: im Gegensatz zu Scott, dessen Südpolexpedition dramatisch gescheitert war, schätze Shackleton die Umstände un Weiterlesen

Arktis und Antarktis : von Pinguinen, Polarlichtern und stürzenden Stürmen / Roland Knauer ; Kerstin Viering

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„Wenn Menschen aufhören, Neues zu entdecken, hören sie auf, Menschen zu sein“ (Fridtjof Nansen)
Wir beginnen erst jetzt zu verstehen, wie komplex die klimatischen Zusammenhänge auf unserem Planeten sind, wie perfekt sich viele Lebensformen an extreme Bedingungen, wie sie etwa in den Polargebieten herrschen, angepasst haben, und entdecken doch immer wieder neue Fragen. Zeitgleich schmilzt uns vielleicht ein Teil der Antworten buchstäblich unter unseren Füßen weg, da der menschliche Einfluss auf das Klima mittlerweile vor allem am Nordpol deutlich zu spüren ist, wo Lebensräume sich drastisch verändern – mit ungeahnten Auswirkungen nicht nur für die Tiere und Pflanzen dort, sondern langfristig auch für uns und unsere Lebensräume.
Roland Knauer und Kerstin Viering haben sich in „Arktis und Antarktis“ den Polargebieten angenommen: sie berichten von der Weiterlesen

Ein deutscher Wandersommer : 1400 Kilometer durch unsere wilde Heimat / Andreas Kieling

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Tierfilmer und Autor Andreas Kieling hat es mittlerweile zu einiger Bekanntheit gebracht, etwa mit seinem Buch „Meine Expeditionen zu den letzten ihrer Art“ über aussterbende Tierarten oder seinen Naturdokumentationen im ZDF. Kieling, der 1976 als 17jähriger aus der DDR floh, machte in Schleswig-Holstein seine Ausbildung zum Förster und Berufsjäger. Heute ist der Abenteuer mehrmals im Jahr auf der Welt unterwegs zum Filmen und lebt mit seiner Familie in der Eifel.
Die Expedition, die er in „Ein deutscher Wamndersommer“ beschreibt, muss für ihn, den weitgereisten Naturfilmer, eine besondere Erfahrung gewesen sein, bewegte er sich doch über 1400 Kilometer entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, die heute, über zwanzig Jahre nach dem Ende der Teilung, einzigartige Ökosysteme aufzuweisen hat. Kieling begegnet auf der siebenwöchigen Wanderung mit seiner Weiterlesen

Von japanischen Brotbüchsen, indischen Göttern, komischen Alpendialekten, süßen Südstaaten, afrikanischen Kriechtieren und der Köstlichkeit des langsamen Reisens / Kristian Ditlev Jensen

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Kristian Ditlev Jensen ist Journalist. Und hat an diesem einen Tag besonders schlechte Laune, als ihn die Redakteurin der dänischen Bahnzeitschrift Ud & Se fragt, ob er ein Interview mit dem Kronprinzen führen will. Nein, hat er nicht. Aber die Redakteurin lässt nicht locker, und so wird ein Brainstorming daraus und letztlich der Auftrag, für Ud & Se Reiseberichte über extreme Eisenbahnstrecken und -reisen weltweit zu schreiben. Und da die Danske Statsbaner das Ganze zu finanzieren bereit ist, geht es schon bald los. Mit seinem zerbeulten Rimowa-Koffer und einem iPod mit von einem Freund extra für jede Strecke zusammengestellten, passenden Playlists reist er mit dem Shinkansen in Japan, mit der Glacier-Express in der Schweiz, dem superluxuriösen Blue Train in Südafrika, dem Amtrak-Zug „The Crescent“ von New York nach New Orleans.
Was er daraus macht, ist mehr als eine bloße Reportage: Jensen zeigt und eine Art zu Reisen und ihre Vorzüge und Besonderheiten, die im Zeitalter der schnellen Überwindung von Distanzen mit dem Flugzeug zu oft in Vergessenheit gerät. Wo die Flugreise normiert scheint, die Flughäfen ewig gleich und die Passagiere gleichermaßen gehetzt wie distanziert, begegnet Jensen auf seinen scheinbar anachronistischen Reisewegen den Menschen und der Kultur des jeweiligen Landes vielleicht intensiver und wahrhaftiger als so mancher vom Flugzeug in den touristisch relevanten Regionen abgesetzte Urlauber.
So weckt er die Sehnsucht, auch diese Ruhe in Weiterlesen

Einsatzort Wanderweg : mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers durch Mecklenburg-Vorpommern / Matthias Schümann (Text). Danny Goglke (Fotos). NDR. Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern

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Zwangsläufig musste dieses Buch zu mir finden, haben wir uns doch erstens in diesem Sommer mit den Zwillingen auf Darß, Fischland, Zingst getummelt und ist doch zweitens der Münsteraner Tatort mit Jan Josef Liefers und Axel Prahl mein Lieblingstatort. In „Einsatzort Wanderweg“ verschlägt es Prahl und Liefers mit Rucksack und auf Wanderschuhen in jeweils mehrtägigen Weiterlesen

Neuenkirchen, Andreas: Gebrauchsanweisung für Japan

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Wer jemals Japan bereist hat, wird sich manchmal recht fremd gefühlt haben in diesem eigentümlich erscheinenden Land, in dem Tradition und Hightech, Ästhetik und Kitsch. freundlicher Service und beredtes Schweigen einander Weiterlesen