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Build a rocket boys! / Elbow


Leider droht ja in unserer Zeit des Musikhäppchendownloads die Albumkultur verloren zu gehen. „Built a rocket boys“ von Elbow zwigt eindrucksvoll, was ein gut gemachtes Album zu leisten vermag: es nimmt den Hörer mit auf eine akustische Reise, verlangt ihm aber auch die volle Aufmerksamkeit ab, verweigert, als Hintergrundplätschern gehört zu werden.
Die Musik von Elbow lässt auch gar nichts anderes zu, den bereits der erste, sacht mit einem Ticken beginnende Track „The Birds“ um die Begegnung eines alten Mannes mit einer unglücklichen Liebe, fast zerbrechlich gesungen, bis das Stück am Ende kraftvoll durchstartet, zieht einen hinein in diese Musik.
Es folgt das wunderbare „Lippy Kids“, einer meiner Lieblingssongs auf diesem Album, in dem auch die albumtitelgebende Zeile vorkommt: auf zurückhaltenden Klavier- und Gitarrensounds bewegt sich die zart die hohe Stimme von Sänger und Gitarrist Guy Garvey, bis der auf diesem Album mehrmals eingesetzte Jugendchor mächtiger anschwillt und die Melancholie dieses Stückes über auf der Straße herumstreunende, sich der Unbeschwernis dieser Lebensphase unbewussten Kinder noch verstärkt wird, bis es leise ausklingt, dieses Lied über die Träume der Kindheit mit der Aufforderung, eine Rakete zu bauen.
Ganz zurückgenommen und einfach dann „Jesus is a Rochdale Girl“ und „The night will always win“, während das hymnische „Open arms“ fast schon Stadionmitsingqualitäten aufweist – und das im besten Sinn. Sehr schön auch die drastisch reduzierte Reprise von „The Birds“, bis das Album mit
Ein bemerkenswertes Album, mal mit folkloristischen Elemente, mal leiser, zurückgenommen, mal kraftvoll, melancholisch, sehnsuchtsvoll, verträumt, satt und erdig. Elbow erzählen von Kindheit, vom Lebensgefühl der mittleren Jahre, von großen Erwartungen im grauen Alltag. Enstanden ist ein Album aus einem Guss mit klassischer Bandbesetzung, unterstützt von Elektronik, Chor, alten Orgeln und der besonderen akustischen Atmosphäre des Studios. Doch nicht nur die Musik ist herausragend, sondern es sind auch die intensiven, wunderbaren Songtexte: Songs zwischen Sehnsucht, Melancholie und Hoffung. Man taucht bereichert und beglückt aus diesen Klängen auf. Für mich eines der besten Alben in diesem Jahr, dass ich mir – zum akustischen Extremismus neigend – vermutlich einige Wochen lang immer wieder auf die Ohrschnittstelle legen werde.

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