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Live and let Live : ein Dokumentarfilm über Veganismus / Marc Pierschel

Die meisten machen sich keine Gedanken darüber, woher unsere Lebensmittel kommen: gekauft wird im Supermarkt, doch welches Leid mit der Erzeugung von Lebensmiteln heutzutage verbunden sein kann, wird gerne ausgeblendet. In der vorliegenden Dokumentation beleuchtet Marc Pierschel die ethischen, ökologischen, gesundheitlichen und sozialen Motive von Menschen, die sich zu einem komplett veganem Leben entschloßen haben. Darunter sind ein ehemaliger Bauer, der Tiere irgendwann nicht mehr leiden sehen konnte heute mit seiner Frau einen Gnadenhof betreibt, Tierrechtsaktivisten aus Deutschland und Österreich und ein veganer Koch aus Portland, Oregon, der früher Schlachter war und heute eines der besten Restaurants Portlands betreibt – mit veganem Menü.

Ergänzt wird der Film von eingeblendeten Interviews mit dem Philosophen Peter Singer, der Sozialpsychologin Melanie Joy, dem Ernährungswissenschaftler T. Colin Campbell und Jonathan Balcombe. Die ausgesprochen sehenswerte Dokumentation legt den Finger in die moderne Massenproduktion vobn Lebensmitteln und ihren langfristigen ökologischen und sozialen Folgen und zeigt das ethische Dilemma auf, in dem die zu Mitleid und Empathie fähige Spezies Mensch steckt, wenn sie sich wirklich auf das Leid der Tiere einlässt, die zu ihrer Ernährung nach einem leidvollen kurzen Leben geschlachtet werden.

Eine ausgesprochen sehenswerte Dokumentation, die ihr Thema mit großer Sorgfalt und in ruhigen, unaufgeregten Einstellungen aufbereitet und gerade deshalb zum Nachdenken anregt und zur Reflektion über die eigenen Möglichkeiten und Grenzen, etwas zu ändern. Der Film ist auch für Vegetarier, die sich nicht zum kompletten Verzicht auf Milchprodukte entschließen möchten, mit Gewinn zu sehen und zeigt, dass es möglich ist, etwas zu verändern und das keineswegs mit einem Gefühl des Verzichts verbunden sein muß.

12 Kommentare zu “Live and let Live : ein Dokumentarfilm über Veganismus / Marc Pierschel

  1. Kann es sein, dass sich der Film vielleicht ein bisschen einseitig mit der Aufzucht von Tieren beschäftigt? Ich finde es gut, sich gegen Fleischkonsum zu entscheiden, aber man muss auch nicht unbedingt Massentierhaltung unterstützen, um hin und wieder ein Stück Fleisch genießen zu können. Es gibt genug Menschen, die in kleinem Rahmen Tiere aufziehen und verkaufen. Das kostet dann natürlich entsprechend, aber schmeckt auch ganz anders. Die Gleichsetzung von Fleischesser und indirekter Tierquäler stört mich bei solchen Diskussionen ein bisschen.

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    • Für mein Gefühl kann man nicht sagen, dass der Film mit dem erhobenen Zeigefinger unterschiedslos auf alles zeigt. Er zeigt eigentlich ziemlich nüchtern verschiedene Leute und ihre Motivationen, aus dem Fleischkonsum auszusteigen, die gedankenprozesse, die dahinter stehen und das jeweilige Engagement – und richtet sich dezidiert eigentlich vor allem gegen Massenkonsum und dessen Folgen. Ich habe mich als Vegetarier jetzt nicht unbedingt in meinem Milchkonsum angegriffen gefühlt, wenn ich das mal so sagen darf, wohl aber dazu angeregt, mir darüber Gedanken zu machen. Die ruhige Aufmachung der Doku trägt sehr dazu bei, die Selbstreflexion anzuregen – ohne sich angeklagt zu fühlen. Aber das ist halt mein subjektives Fazit zum Film 😉

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  2. Danke für so einen beitrag, das Video würde ich auch gern schauen. Ich habe immer wieder versucht auf Fleisch zu verzichten inzwischen habe ich es komplett aus meiner Ernährung gestrichen. Jetzt möchte ich auch nach und nach die Milchprodukte noch mehr veringern. Wenn man bedenkt was man auf energetischer Ebene alles mitkonsumiert.

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    • Fleisch ist bei mir schon seit langer Zeit Geschichte – bei Milch und Milchprodukten wird es schwerer, da ich Ziegenkäse zum beispiel über alles liebe und der tägliche Latte für mich und meine Frau zum Entspannungsritual gehört. Aber mir geht es wie den bewußteren Fleischessern: eher weniger und öfter mal vegan. Auch ein Schritt …

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  3. Gut, du schreibst die meisten Menschen … da muss ich dir wohl zustimmen, allerdings war ich ja mal Bioladnerin und bekoche nun seit 15 Jahren Seminargruppen (vegetarisch und vegan). In diesen Feldern hatte und habe ich mit vielen Menschen zu tun, die sich Gedanken über die Ernährung machen, in vielerlei Hinsicht.
    Was mich am Veganismus stört, ist das Absolute in ihren Argumenten. da kommt man ja quasi in die Hölle, wenn man mal ein Stück Fleisch isst oder seinen Katzen und Hunden nicht vegan ernährt. Ich finde es wichtig sich über den eigenen Fleischkonsum Gedanken zu machen, ich esse sehr selten welches, wenn dann bio oder glückliches Weiderind, die ich täglich im Sommer hier auf den Wiesen im Familienverband beobachten kann = kein Leid. Und dann gab und gibt es eben auch VegetarierInnen, vegan ist mir zu radikal, vor allen Dingen in der Haltung. Trotzdem danke ich dir für diesen Filmtipp, dafür bin ich offen.

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    • Liebe Ulli,
      gern geschehen und danke für Deinen Kommentar. Ja, leider gibt es die arg missionarischen Veganer – und auch Vegetarier. Zum Glück sind die meisten nach meinem Empfinden relativ entspannt – aber vielleicht ist diese Wahrnehmung auch durch mein persönliches Umfeld subjektiv bestimmt. Ich selbst bin seit sehr, sehr vielen Jahren Vegetarier und habe es immer gehasst, wenn man als solcher am Tisch ungemütlich wird, wenn „Fleischer“ anwesend sind. Und natürlich gibt es auch unter Veganern solche Kandidaten. Letztlich ist es ja zunächst eine Entscheidung für mich – und ich verspüre wenig Lust, mir einen angenehmen Abend zu verderben, indem ich dem Fleischesser mir gegenüber, mit dem ich gerade noch so angenehm über Kinofilme oder Bücher geredet habe, plötzlich mit bohrenden Fragen zu seinem Schnitzel die Stimmung verderbe. Genauso wenig möchte ich ständig mein „Vegetariertum“ hinterfragt haben – es sei denn, man diskutiert bewußt, in gegenseitigem Respekt und ohne die hierzulande so etablierte Vorwurfskultur, die eher abschreckt als begeistert für eine Sache, die man selbst vielleicht für gut hält.
      Ich denke, es wäre schon ein großer Schritt, wenn Menschen bewußter wahrnehmen, was sie essen – und beim Fleisch vielleicht dann die Bioware wählen und eher weniger essen. Dazu leistet der Film auf jeden Fall einen beitrag – auch wenn ich mich nicht zum veganen Essen vollends durchringen kann …
      Herzlich grüßt
      Jarg

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      • „es sei denn, man diskutiert bewußt, in gegenseitigem Respekt und ohne die hierzulande so etablierte Vorwurfskultur, die eher abschreckt als begeistert für eine Sache, die man selbst vielleicht für gut hält.“ Satz bringt es für mich auf den Punkt, für die eine, wie auch für die andere Seite und nicht nur bei diesem Thema- schön, dass du so denkst 🙂

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