
„At the albums heart lies the memory of the people we have lost in these last two years, but we were in no mood to be maudlin. It’s to them. But it’s for us. We are still drinking, laughing, crying, fighting, fucking, making our music. They wouldn’t have wanted it any other way.“ (Tindersticks-Frontmann Stuart A. Staples zu „The Something Rain“)
Es gibt Musikalben, deren Songs Geschichten erzählen, denen man wieder und wieder zuhört, als wären sie der Soundtrack zu einem Film, der vor dem inneren Auge abläuft, während man den Songtexten lauscht, getragen vom Klang der Musik.
Mit „The Something Rain“ ist der mittlerweile gut zwanzig Jahre alten britischen Independent-Band Tindersticks ein solches Album gelungen. Stuart A. Staples warme, rauhe Baritonstimme bewegt sich knapp über dem komplexen Sound der Band, deren Bandbreite von zarten Keyboardvariationen über die mit dem Bogen gespielte Bassgitarre und tief in den Bauch dringendes Cellospiel, Saxophonklängen und Glockenspiel bis hin zu fein und subtil abgestimmten Schlagwerk reicht.
Überwiegt auf „The Something Rain“ auch eine bis in die Songtexte hinein eher melancholische Stimmung, beeinflußt durch den Verlust von Freunden und Bekannten im Vorfeld der Aufnahmen, finden sich auch poppige, hell gestimmte Stücke wie „This Fire Of Autumn“ und „Slippin‘ Shoes“ und das entspannt-opulente „Show Me Everything“.
Eröffnet wird das Album von dem über neun Minuten langen Song „Chocolate“, den Reflexionen eines einsamen Mannes, der abends allein und ziellos durch die Clubs tingelt, raucht, billigen Bourbon trinkt und schliesslich bei einer Frau landet. Allein dieser Song hat neben der fast lakonisch-zurückhalten vorgetragenen Geschichte eine unglaubliche Kraft und Schönheit, die einen sofort ins Album zieht und ist allein schon den Kauf des Albums wert.
„The Something Rain“ ist ein kraftvolles, subtil arrangiertes und wunderschönes Kammerpop-Album und – zumindest für Jarg – eines der besten Alben dieses Jahres.
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Wie Petra finde ich, dass das Cover ein „Hingucker“ ist. An den damals ungewöhnlichen Sound kann ich mich noch dunkel erinnern. Ich würde einen Lagavullin (rauchiger Malz-Whisky) zum Hören vorschlagen mit 1/4 Quellwasser.
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Das klingt nach einer passenden Kombination. Auf den Whiskey sparen wir jetzt und da mein Lieblings(quell)wasser (Verzasca, Tessin, frisch geschöpft und gleich genossen) zu weit weg ist, geht Hamburger Leitungswasser ja locker als Quellwasser durch 😉
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Das Cover ist übrigens auch sehr schön!
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Das Cover ragt wirklich heraus aus dem üblichen Einerlei – wie die Musik!
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es herbstet langsam aber sicher, und somit wird auch diese schöne platte wieder öfters bei einem glass rotwein gehört werden.
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Portwein, ein gepflegter Whiskey oder ein guter Tee gehen bestimmt auch 😉
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