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An Acoustic Evening at the Vienna Opera House / Joe Bonamassa

Joe Bonamassa zählt ganz sicher zu den bemerkenswerten Gitarristen unserer Zeit und hat in etlichen Alben bereits die Bandbreite seines Könnens und die Kontinuität seiner künstlerischen Entwicklung unter Beweis stellen können. Bereits mit zwölf Jahren spielte er mit dem legendären B.B. King zusammen und veröffentlichte im Jahr 2000 mit 23 Jahren sein erstes Solo-Album.

Mit „An Acoustic Evening …“ legt er jetzt den Livemitschnitt eines Konzertes im ehrwürdigen Opernhaus Wien im Rahmen einer ersten, rein akustischen Konzertreihe vor. Für die Aufnahme wurden ein internationales Ensemble aus vier Musikern mit zum Teil ausgesprochen exotischen oder selten schönen Instrumenten zusammengestellt: neben Bonamassas Gitarrenspiel sind Banjo, Geige, Mandoline und Nyckelharpa zu hören. Bonamassa wirkt regelrecht befreit in diesen musikalischen Zusammenhängen: im Zusammenspiel mit den anderen Musikern ist so ein erdiges Bluesrock-Album mit Countryelementen entstanden, dessen sehr ausdifferenziertes Klangspektrum begeistert.

Schon der Opener „Arrival“ öffnet die Ohren, das komplexe „Palm Trees, Helicopters and Gaslonine“ zieht einen ganz hinein in die Klangwelt dieses Albums. Und wenn beim rockig-fröhlichen „Jelly Roll“ das musikalische Herz des Zuhörer im Gleichklang mithüpft, ist er spätestens mit dem düster-trotzigen „Dust Bowl“ an dieses Album rettungslos verloren:

I’m gonna make my own way
I’m gonna head downtown
Walk around, settle down,
Find me a proper drink
Don’t need a helmet
To get me through life
I walk across the water
Blame it on foolish pride

[Chorus:]
Lifting me up
Tearing me down
All you give me is indecision
The classic run-around
Bringing me higher
Keeping me whole
Now I feel like I’m living
Living in a Dust Bowl

Der Refrain von „Dust Bowl“ beschleunigt aus dem ruhigen Fluss des Liedes heraus, wird härter, und schon sind wir draussen auf dem Highway in unserem rostigen alten Pickup, sehen Sand über die leeren Strassen wehen, während wir die trockene Kehle mit dem Inhalt einer eisgekühlten Dose 7up benetzen, in der Ferne eine alte Tankstelle auftaucht und wir überlegen, ob wir nicht gleich die Sandpiste nehmen sollen, die links neben dem Highway hoch hinauf in die Sonorawüste führt: vielleicht wartet dort unser unser Glück. Schliesslich können wir ja den „Slow Train“ wieder zurücknehmen, sofern der noch fährt auf den alten Gleisen.

Man merkt, dieses vergleichsweise ruhige Album mit seiner leuchtend schönen arrangierten Musik begeistert mich – und auch den Zwillingssohn, der insbesondere von „Dust Bowl“ nicht genug bekommen kann. Der Konzertmitschnitt auf der beigefügten DVD ist ebenfalls sehr sehenswert und um einiges Dokumentationsmaterial angereichert. Wunderbare Musik, auch sehr für die hier schon oft beschriebenen langen Autofahrten geeignet, für das Öffnen der Ohren und für weite Herzen an Tagen, an denen die Welt uns zu eng geworden ist.

4 Kommentare zu “An Acoustic Evening at the Vienna Opera House / Joe Bonamassa

    • Ah Mist. Danke!! Der tranige Schlussredakteur mal wieder wieder. Ist degradiert. Fächelt mir jetzt immer Luft zu und bringt kühle Getränke nach Wunsch.
      Herzlich grüsst
      Jarg

      Gefällt mir

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