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Ebook-Lesen auf dem Smartphone, Flipperhighscores, Terminverwirrungen oder: folgen Sie noch oder lesen Sie schon?

Nachdem ich mein altes Handy mit Wählscheibe nach zwei Monaten Smartphone nicht mehr wirklich vermisse und nur noch zum Wecken benutze, führte die Spielerei mit dem neuen Gadget eines privaten Late-Adopters ja nicht nur unlängst zum mobilen virtuellen Hörbuchhören samt spontaner Schlafbereitsschaftssteigerung (wie berichtet). Die unerwartet gute Zugänglichkeit des ausgesprochen lückenhaften, um nicht zu sagen extrem grobmaschigen Funknetzes von 02 beim Zugaufenthalt auf einem Mittelstadtbahnhof führte bald zu weiteren Experimenten mit der Onleihe: dem Download eines eBooks mittels der bekannten Onleihe-App und der Auswahl einer passenden Readersoftware, die in meinem Fall auf den Bluefirereader für Android fiel.

Nun ist ja ein Smartphone nicht unbedingt das Gerät der Wahl, um ein eBook zu lesen, zumal ich noch keines jener Geräte habe (und auch nicht haben will), die ein Display von der Größe eines mittleren Flachbildfernsehers aufweisen und vieltelefonierenden Eignern in kurzer Zeit einen beeindruckend muskulösen rechten Oberarm verschaffen nebst begleitender Sehnenscheideentzündung. Aufgrund akuten Lesenotstandes (das mitgeführte Buch war auf der Hälfte der Bahnstrecke dann endgültig ausgelesen) mag die Bereitschaft, das ausgewählte Buch auf einen relativ kleinen Display zu lesen daher etwas erhöht gewesen sein. Dennoch konte man – in diesem Fall in Verbindung mit dem komfortabel zu bedienenden Bluefirereader – durchaus von einer angenehmen Lektüre sprechen, de durch die humorvolle Kombination von fiktivem Reisebericht und Länderkunde sicher noch befördert wurde („Aber bitte mit Sake – auf Kreuzfahrt mit 1000 Japanern“. Besprechung folgt).

Der weiteren Lektüre von eBooks auf meinem Smartphone stehen jedoch vorübergehend gewichtigere Gründe entgegen als die vergleichsweise sicher schlechtere Leseergonomie: derzeit bin ich, befeuert von meinen mit technischen Gimmicks nicht sehr verwöhnten, aber natürlich bei jeder Gelegenheit darauf abfahrenden Zwillingen, sehr darauf fixiert, während der Regionalexpressfahrten vollverkopfhörerstöpselt meinen Highscore in meiner Lieblingswildwestflipper-App zubrechen, die mit muhenden Kühen, Schüssen, wilden Cowboyschreien und allerhand anderen Gimmicks punkten kann. Da erweist sich selbst die Fahrkartenkontrolle als störend („Moment, die Kugel ist gerade im Fahrstuhl, jetzt, gleich … ah verdammt!“). Schliesslich gilt es, bei den ein, zweimal in der Woche, in denen ich mit je einem Zwilling links und rechts eine halbe bis eine Stunde daddelnd auf dem Sofa verbringe, endlich mal die 3.000.000 zu knacken.

Natürlich stellen sich da hochphilosophische Fragen: welchen Sinn solche Highscores haben (keinen!), ob in tranceähnlichen Zuständen beim Smartphoneflippern der Sinn des Lebens erkennbar wird (Nein!) und wie man eigentlich früher die zeit in Zügen verbracht hat, wenn kein Buch zur Verfügung war (Schlafend!). Das führt einen unmittelbar zu der Frage, ob eigentlich alle 500 Follower, die dieser Blog in Kürze haben wird, auch alle Texte lesen, die dieser Blog so auswirft? Wenn ja, warum?

Und wieso kommt es hier immer wieder zu Terminverwirrungen, indem an einem eigentlich beitragsfreien Dienstag – ein möglicher neuer deutschlandweiter Feiertag: der beitragsfreie Dienstag? – gleich mehrere Posts gleichzeitig abgesondert werden? Aus Panik, weil einem die 500 Follower auf den Fersen sind und man hetkisch durch Virtualia stolpernd bei einem versehentlichen Blogbeitrag gleich noch zwei weitere verliert? Oder weil der für die Blogbeitragsterminvergabekoordination zuständige nichtbezahlte Sachbearbeiter mal wieder gleichzeitig bloggt und flippert?

Wird gefeuert, der Mann. Geht ja gar nicht. – Die Kugel. Von links. Abgeprallt. Jetzt. Ah verd****!

7 Kommentare zu “Ebook-Lesen auf dem Smartphone, Flipperhighscores, Terminverwirrungen oder: folgen Sie noch oder lesen Sie schon?

  1. Also, ich persönlich folge noch (wie mir mein WP-Dingsbums oben glaubhaft versichert), lese aber schon (immer noch lieber spießig auf Papier, aber auch in E-Ink) und muss los, weil es hier orange leuchtet und der Messager einmal sachte geplingt und nun schon fordernder geplongt hat.
    😉

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    • Ja, dem Papier gehört auch eher meine Zuneigung. Obwohl das Elektrolesen auch so seine Vorzüge hat. Und Oranges Leuchten als Fortgehsignal – das hat etwas! Müsste es für Familien und ihre berufstätigen Anteile auch geben beim morgendlichen Losreissen … 😉
      Herzliche Grüsse von
      Jarg

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    • Vielleicht wäre eine beitragsfreie Woche auch mal angebracht, obwohl so ein Leben ohne Beitrag, zu was, zu wem und in welchem Umfang, welcher Summe auch ja vielleicht doch zu reizarm wäre. Schliesslich gäb es dann auch keine Beitragsordnungen mehr bei Sportvereinen und in diesem Blog würde sie vielleicht gar gänzlich verloren gehen, wenn sie denn je bestanden hat … 😉

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