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The Big Empty / Regie u. Drehb.: Steve Anderson. Darst.: John Favreau, Daryl Hannah, Sean Bean, Rachel Leigh Cook

„Was bist Du?“ – „Ich bin nur ein Cowboy, John, schlicht und einfach!“

John Person (Jon Favreau) ging nach Kalifornien, um Schauspieler zu werden. Doch bis auf zwei Werbespots und eine nach kurzer Zeit abgesetzte Sitcom ist er erfolglos, hat einen Haufen Schulden, nie ein erfolgreiches Vorsprechen und schlägt sich als Kurier mit einem alten VW Bus durch. Doch eine Tages erhält er ein seltsames Angebot von seinem ebenso seltsamen Nachbarn Neely (Bud Cort): er soll einen blauen Koffer innerhalb von 24 Stunden im kalifornischen Wüstenkaff Baker, dem Ort mit dem längsten Thermometer der Welt, bei einem Mann namens „Cowboy“ (Sean Bean) abliefern. Dafür würde er genug Geld bekommen, um seine Schulden zu bezahlen.

John ist zunächst irritiert über das Angebot und lehnt ab. Doch Neely weiß einige sehr intime Dinge über John und zitiert aus einer Akte Aussagen über dessen Masturbationstechniken und die Ergebnisse eines Spermatests. John, verblüfft und ein wenig in die Enge getrieben, willigt gegen 27.000 § schliesslich ein: er erhält nicht nur den Koffer mit der Anweisung, ihn niemals zu öffnen, sondern zu seinem Schrecken auch noch eine Pistole, um den Koffer mit seinem Leben zu verteidigen.

In Baker checkt er im „Royal Haiwaiian Motel“ ein und erfährt vom nervös-verschrobenen Portier (John Gries), dass er „Cowboy“ verpasst habe, einen düsteren Mann im langen schwarzen Mantel mit schwarzem Stetson. John versteckt den Koffer unter dem Bett. In den folgenden Tagen scheint er „Cowboy“ immer wider zu verpassen. Stattdessen lernt er eine Reihe obskurer Einwohner kennen: von der lasziv-durchgeknallten Ruthie (Rachel Leigh Cook) über deren psychopathischen Freund Randy (Adam Beach) und Dan (Brent Briscoe) mit seinen Verschwörungstheorien.

John ist zusehends irritiert, als er vom verängstigten Portier des Motels eine Bowlingtasche mit Neelys Namen in die Hand gedrückt bekommt mit der Anweisung von „Cowboy“, darauf aufzupassen und sie nicht zu öffnen. Als er dann noch erfährt, dass Neely ermordert und geköpft wurde, FBI-Agent Banks auftaucht, John eingehend befragt und kurz darauf der Koffer verschwindet, scheint die Angelegenheit ausser Kontrolle zu geraten. John kennt jetzt nur noch ein Ziel: den Auftrag zuende zu bringen und abhauen. Doch das erweist sich als gar nicht so einfach, der der Cowboy (Sean Bean) hat noch einen Anschlussauftrag …

Der amerikanische Low-Budget-Film aus dem Jahr 2003, eine Mischung aus tiefschwarzer Komödie, Roadmovie und absurder Science-Fiction, ist bis in die Nebenrollen hervorragend besetzt und leider hierzulande wenig bekannt. Der Film erzählt seine im obskurer werdende Geschichte fast schon beiläufig und der Zuschauer sieht sich ähnlich wie der recht naive John ungläubig und staunend der Entwicklung der Ereignisse ausgesetzt bis zum schrägen Ende.

Bis in die Nebenrollen hinein glänzt der Film mit einer hervorragenden Besetzung: Favreau gibt den erfolglosen Schauspieler, der sich trotz aussichtsloser Lage immer wieder selbst motiviert, sehr überzeugend und glänzt mit subtilem Spiel von Mimik und Gestik. Rachel Leigh Cook als versoffenes Wüstenkaffnymphchen, Adam Beach als psychopathischer Looser und Brent Briscoe als Logorrhoeischer Verschwörungstheoretiker mit eingeschränkter Peilung stehen ihm hervorragend zur Seite und bereiten mit ihrem Spiel den fulminanten Auftritt Sean Beans als diabolischer Cowboy vor.

Wer ein Faible für absurden Humor hat und eine sorgfältig auf den Klimax zusteuernde, wenngleich absolut absurde Geschichte zu schätzen weiß, wird an diesem Film seine Freude haben. Doch Obacht: nach dem Film betrachten sie Menschen, die ein kleines Pflaster am Hals tragen, mit völlig anderen Blicken.

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