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Im Café der möglichen Träume / Paola Calvetti

Von einem Augenblick zum anderen ändert sich für die 33jährige Olivia alles: ihr Arbeitgeber entlässt sie überraschend und so findet sie sich kurze Zeit später mit einem Pappkarton ihrer dientlichen habseligkeiten in der Bar Tabacchi wieder, reflektiert über ihr Leben, ihre Familie und verliert sich in Träumereien. Der Jurist Diego sitzt zur gleichen Zeit in einer Bar. Er, der sich mit seiner Freundin auseinandergelebt hat und trotzdem noch auf die Liebe hofft, steht kurz vor einem beruflichen Neuanfang und leidet auch als Erwachsener noch am Verlust seines Bruders durch Selbstmord und der Verzweiflung seiner Eltern.

Sowohl für Diego als auch für Olivia wird dieser auf seine Art besondere Tag zu einem Wendepunkt. Beide ahnen nicht, dass sich ihre Lebenswege seit der Kindheit immer wieder mal angenähert und gekreuzt haben und sie einander vielleicht noch nie so nahe waren wie heute.

Calvetti verschränkt geschickt beide Erzählstränge der mit großer Empathie gezeichneten Protagonisten, deren Wesenszüge gleichermaßen kraftvoll wie fragil scheinen. Während Olivia unmittelbarer aus der Ich-Perspektive erzählt und sich so rasch die Nähe zum leser aufbaut, begegnen wir Diego, dessen Gerschichte in der dritten person erzählt wird, zunächst mit größerer Distanz, die sich aber langsam und stetig abbaut, bis beide Erzählstränge ganz am Ende aus der Ich-Perspektive heraus miteinander verflochten werden.

Calvetti erzählt unaufgeregt eine sanfte Geschichte über zwei aus ihrem üblichen Alltag geworfene Menschen, die sich in ihrer Einsamkeit am Ende endlich begegnen. Dabei vermeidet sie jegliches Pathos und gibt den Figuren Zeit, dem Leser ihr Innerstes zu offenbaren, bis es am Ende zur (erneuten, bewußten) Begegnung kommt, die der Leser trotz Klappentextvorwissens beim Lesen zunächst nur vage erahnt, bis sich die Indizien dafür häufen. Ein feine, federleichte Liebesgeschichte mit Niveau.

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