Startseite » Scheibenwelt » Film » King Ping – Tippen Tappen Tödchen / Regie: Claude Giffel. Darst.: Sierk Radzei; Hans-Martin Stier; Godehard Giese; Christoph Maria Herbst, Bela B., Jana Voosen …

King Ping – Tippen Tappen Tödchen / Regie: Claude Giffel. Darst.: Sierk Radzei; Hans-Martin Stier; Godehard Giese; Christoph Maria Herbst, Bela B., Jana Voosen …

Seit Clemens „King“ Frowein (Sierk Radzei) wegen alternativer Ermittlunsgmethoden seinen Job als Polizist verloren hat, schlägt er sich als Tierpfleger bei den Pinguinen im Wuppertaler Zoo durch und schläft bei Biggi (Bela B.), der singenden Friseusentunte, auf der Couch. Als sein Exkollege nach einer nächtlichen Sauftour eine Treppe hinabstürzt und stirbt, glaubt King Ping nicht an einen Unfall. Nach weiteren Treppenstürzen beginnt er zum Ärger seines kaffeeschnorrenden Exkollegen und dessen Faktotum selbst zu ermitteln, hat zwei Tierpflegerkollegen und eine kettenrauchende Nachbarin eines Mordopfers an seiner Seite und den nervigen Lokalreporter (Christoph Maria Herbst) im Nacken. Schnell stößt er auf Ungereimtheiten und alte Geschichten – und entdeckt hinter den aktuellen Morden eine düstere alte Geschichte …

„King Ping“ ist eine absurde, durch eine lokale Crowdfundingkampagne finanzierte Trashkomödie der allerfeinsten Sorte, die von schrägen Figuren und Wuppertaler Lokalkolorit nur so strotzt, als hätte man Elemente der thorwartschen Ruhrpott-Trilogie mit dem legendären B-Movie „Die Mutter des Killers“ gekreuzt und dazu noch eine Menge schwarzen Humors a la Wolfgang Haas (Brenner) injiziert. Das wird ganz sicher nicht zum Deutschen Filmpreis oder der FBW-Bewertung „Besonders wertvoll“ reichen. Aber das muss es auch nicht. Denn Giffel spielt mit den Genres und den Klischees so gekommt, dass daraus ein abgedrehter, durchgeknallter Filmspaß wird, bei dem man einfach sinnfrei gute Laune haben kann. Natürlich nur, wenn man mit B-Filmen wie dem erwähnten, wunderbar abgedrehten Film „Die Mutter des Killers“ (1996 u.a. mit dem jungen Peter Lohmeyer) überhaupt etwas anfangen kann. Andernfalls sollte man sich doch lieber an die Kinoempfehlungen des strunzsoliden Evangelischen Pressedienstes halten und diesen Film denen überlassen, die mit durchgeknallten, im Wilden Westen Deutschlands spielenden Filmen etwas anfangen können. Was schade ist, denn wenn man sich darauf einlässt, ist „King Ping“ ein herrlicher freakiger Spaß.

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