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The Rider / Regie: Chloé Zhao. Darst.: Brady Jandreau; Tim Jandreau; Lilly Jandreau (…)

South Dakota. Brady Blackburn, ein Nachkomme der Lakota-Sioux, lebt mit seinem Vater und seiner geistig behinderten Schwester in einem Reservat. Die Mutter ist seit fünf Jahren tot, sein Vater bringt immer wieder Teile des Familieneinkommens am Spielautomaten durch. Bradys Karriere als wagemutiger Rodeoreiter wurde vor kurzem durch einen schweren Unfall jäh unterbrochen: knapp dem Tod entronnen, trägt er seitdem eine Stahlplatte im Schädel und hofft, bald wieder reiten zu können. Während er mit einem Job im Supermarkt das kärgliche Familieneinkommen aufzubessern hofft, trainiert er wieder Pferde, trifft sich abends mit seinen Kumpeln aus der Rodeoszene und besucht oft seinen alten Freund Lane, der seit einem Rodeounfall gelähmt in einem Pflegeheim wohnt.

Trotz der deutlichen Warnung seiner Ärztin ignoriert er wiederkehrende Anfälle und das heftige Verkrampfen seiner rechten Hand zunächst und bereitet seine Rückkehr in die Arena vor …

Chloé Zhao erzählt die tragische Geschichte des jungen Brady: bei den Dreharbeiten zu einem anderen Film ist sie ihm und seinem Schicksal begegnet und setzt in diesem atmosphärisch dichten, von Verzweiflung und Melancholie durchzogenen Film ganz auf Laiendarsteller: Brady Jandreau als Brady Blackburn spielt seine eigene Geschichte zusammen mit anderen Akteuren aus seinem Leben inklusive Bater und Schwester. Was ein Doku-Drama hätte werden können, bekommt stattgessen durch die sensible Kameraführung, eindrucksvolle Aufnahmen und der zurückhaltenden Inszenierung eine ganz eigene Kraft und Tiefe, die aus der Geschichte Bradys ein existentielles Drama um Verlust und Abschied, aber auch um eine perspektivlos erscheinendes Umfeld macht, in der archaische Formen von Männlichkeit wie das brutale Rodeoreiten der einzige Ausweg scheinen, das Leben zu spüren.

Zhao verzichtet dabei gänzlich auf eine Wertung: eigentümlich schöne Bilder von Pferden kontrastieren mit solchen, in denen die gequälte Kreatur – ob Mensch, ob Pferd – im Mittelpunkt steht. Zhao schafft so ein differenziertes Bild eines Sports, der sensiblen Umgang mit dem Tier ebenso beinhaltet wie Gewalt, der für die einen der einzige Weg zu Geld und Bedeutung ist, für die anderen lediglich einer von vielen Wegen, Mensch und Tier zugunsten ihres eigenen Profits auszubeuten.

Ein überaus sehenswerter, ebenso bedrückender wie berührender Film.

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