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Mammuth / Regie: Benoît Delépine. Darst.: Gérard Depardieu, Yolande Moreau, Miss Ming, Isabel Adjani …


Er gilt als einfältig, der riesige, ungeschlachte und schweigsame Schlachthofarbeiter Serge. Jetzt, mit 60, geht er in Rente, nach 44 Jahren Arbeit in den unterschiedlichsten Jobs. Er ist voller Unruhe, weiss nicht, wohin mit seiner Zeit und seiner unbändigen Kraft. Doch dann fehlen im „Zettel“, Belege, für die Rente, denn offenbar hat ihn keiner seiner früheren Arbeitgeber angemeldet: seine niedrige Pension wird zusammen mit dem Gehalt seiner in einem Supermarkt arbeitenden Frau Catherine kaum reichen, um das kleine Häuschen zu halten: sie setzt ihn unter Druck, sich die fehlenden „Zettel“ zu besorgen.
Wegen der fehlenden Windschutzscheibe ihres Autos macht er sich mit seinem alten, schweren Motorrad, einer Münch Mammut ’73, auf den Weg. Er trifft auf alte Bekannte, Verwandte, Freunde und Chefs, von denen die meisten ihn immer noch für geistig unterbelichtet halten. Erfolg hat er nicht viel, fällt sogar einer Beischlafdiebin zum Opfer, die seine Gutmütigkeit ausnutzt. Doch schnell wird klar, dass es bei dieser Reise um mehr geht als Zettel: die Fahrt mit seiner Münch Mammut ist für Serge auch eine Reise in sein vergangenes Leben. Doch erst, als er bei seiner überdrehten Nichte Solange unterkommt, die sich als Künstlerin Miss Ming sieht und ihm das Gefühl gibt, ein liebenswerter Mensch zu sein, wird die Beschaffung der Rentenbelege endgültig zur Nebensache … und Serge beginnt Frieden mit sich und seinem, Leben zu schliessen.
Der mit der Handkamera gedrehte Film mit seinen teilweise körnigen, unscharfen und wackeligen Bildern besticht durch einen ganz eigenen Charme: die melancholisch-traurige, zuweilen verstörende und am Ende beglückende Geschichte von Serge, der es im Leben nicht leicht gehabt hat, und seiner bizarren Reise in die Vergangenheit wird als Groteske inszeniert und durch leisen Witz und subtilen Charme kunstvoll verwandelt. Daraus entsteht eine wundervolle Tragikomödie, die sich niemals aufdrängt, ihre intensivste Wirkung im Kopf des Zuschauers entfaltet und am Ende ihrem Protagonisten die Menschenwürde zurückgibt. Ein bemerkenswerter, gut besetzter Film, mit Gérard Depardieu in einer wortkargen, extrem körperlichen Rolle.

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