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„Wir suchen andere Lebensformen, weil wir die unsere nicht zu nutzen verstehen. Wir wollen über uns hinaus, weil wir nicht erkennen, was in uns ist. Doch wir mögen auf noch so hohe Stelzen steigen – auch auf ihnen müssen wir mit unseren Beinen gehen. Und auf dem höchsten Thron der Welt sitzen wir nur auf unserem Arsch.“
Michel de Montaigne, französischer Essyist (1533-1592)
Aus: „Essais“ von Michel de Montaigne. Zitiert nach: Bakewell, Sarah: Wie soll ich leben? oder Das Leben Montaignes in einer Frage und zwanzig Antworten. – S. 167
das ist wie das französische wappentier, der hahn:
der kopf, der kräht zum himmel, die füsse stecken aber doch im mist(haufen).
gelebte philosophie, nichts ist schöner!
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Oh ja, der Vergleich ist sehr schön mit dem Hahn!!
Danke für den Kommentar und maiabendliche Grüsse von
Jarg
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Weil wir, als einziges Lebewesen – intelligent genug sind, über uns hinaus zu denken, entsteht die „vertikale Spannung“, wie Sloterdijk es nennt, als letzter einer Reihe von Philosophen seit der Antike. Über dieses Thema denke ich gerade nach. Mit Montaigne könnte ich es mir jetzt ganz einfach machen.
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Vielleicht macht es Montaigne nicht einfacher – aber auf jeden Fall entspannender … Mit beiden Beiden auf dem Boden und sicherem Stand lässt sich der Kopf umso besser in die Wolken stecken.
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darf ich das auch philosophische Ernüchterung nennen?
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Ganz sicher. Wahrschenlich liesse es sich auch als weise Bodenständigkeit bezeichnen. Einmal derart auf dem Boden angelangt, bietet es aber einen erstaunlich sicheren Stand 😉
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diese Probleme gabs dann wohl schon immer ….
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Das stimmt. Montaigne ist wegen solcher Gedanken auch so zeitlos und wird von jeder Generation neu entdeckt.
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