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Flavia de Luce : Schlussakkord für einen Mord / Alan Bradley

England, 1950er Jahre: Die 11jährige Flavia de Luce, experimentiertfreudige Amateurwissenschaftlerin und stets neugierige Hobbydetektivin hat bereits vier Verbrechen gegen alle Widerstände erfolgreich aufgeklärt. Aber das kleine Örtchen Bishop’s Lacey scheint nicht zur Ruhe zu kommen: bei der geplanten Exhumierung der Gebeine des Heiligen Tankred ist natürlich auch die stets neugierige Flavia dabei – und entdeckt prompt in der frisch geöffneten Kirchengruft die Leiche des seit Wochen verschwundenen Kirchenorganisten Mr. Collicutt, erkennbar am lockigen Schopf, der unter der groteskten Gasmaske auf dem Kopf des Toten hervorragt.

Trotz aller Bemühungen von Inspektor Hewitt, die vorwitzige Flavia von den Ermittelungen fernzuhalten, steckt Flavia schon bald mittendrin und stösst dabei auf ein paar lange gehütete Geheimnisse, von denen einige in seltsamer Verbindung zu ihrer Familie zu stehen scheinen.

Das fünfte Abenteuer von Flavia de Luce, der unerschrockenen selbsternannten Ermittelerin, die kein Experiment scheut und der kein dunkle Gang zu gefährlich erscheint, ist wieder ein sprachlicher und kriminalistischer Hochgenuss, augenscheinlich trefflich übersetzt von Gerald Jung und Katharina Orgaß. Bradley erzählt die Geschichte um seine jugenliche Epigonin von Miss Marple wieder mit viel Schwung und Humor, zeichnet liebevoll die zum Teil sehr britsch-skurrilen Charaktere in diesem klassischen und doch ganz eigenen „Whodunnit“ und lässt doch nie den roten Faden aus dem Auge, an dem sich der Plot entwickelt. Urkomische Szenen und Dialoge und schräge Vögel machen die Geschichte zu einem sprachlich-humoresken Genuss, bei dem die Krimispannung aber keinesfalls zu kurz kommt.

Flavia selbst steht als Ich-Erzählerin natürlich im Mittelpunkt der Geschichte, die ganz aus ihrer Sicht geschrieben wird: es ist einfach nicht möglich, sie nicht zu lieben für ihre Frechheit, ihren Forschergeist und ihre respektlosen Recherchen, die sie natürlich auch hier am Ende wieder in Gefahr bringen. Natürlich löst sich am Ende wieder alles – doch diesmal nimmt die Geschichte eine für den treuen Flavia-Leser überraschende Volte. Soviel kann verraten werden: es gibt Hoffnung (für Flavia-Freunde), denn der nächstfolgende Flavia-Roman wird nach diesem furiosen Ende kommen (und ist im englischsprachigen Original unter dem Titel „The Dead in Their Vaulted Arches“ tatsächlich bereits im Januar 2014 erschienen)!

Sprachlich ansprechende, spannende und humorvolle Unterhaltung für Freunde des britischen Humors.

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