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Ava / Regie: Léa Mysius. Darst: Noée Abita, Laure Calamy, Juan Cano […]

Die 13jährige Ava macht mit ihrer alleinerziehenden Mutter und der kleinen Schwester Urlaub an der französischen Atlantikküste, als sie erfährt, dass sie langsam erblinden wird: zunächst werde sie nachtblind, später wird auch ihr restliches Sehvermögen immer weiter nachlassen. Ava, die im Gegensatz zu ihrer mit amourösen Abenteuern beschäftigten Mutter sehr willensstark ist, beginnt nach dem ersten Schrecken ein Tra8ningsprogramm mit verbundenen Augen und entführt einen schwarzen Hund, zu dem sie kurz zuvor am Strand Kontakt aufgenommen hat und den sie Lupo nennt

Für die an der Schwelle zum Erwachsensein stehende Ava ist die Welt ein dunkler Ort voller Alpträume: während sie auf der einen Seite übt, ohne Sehen durch die Welt kommen zu können, bewegt sie sich andererseits in fiebriger Hast durch die Welt, um sich so vieles wie möglich noch sehend anzueignen. Über den Hund Lupo findet sie schliesslich zu dem allein in einem verfallenen Bunker am Strand hausenden 18jährigen Roma Juan, ein Aussenseiter wie sie. Als Lupo wenig später blutig bei ihr in der Ferienwohnung auftaucht, folgt sie ihm und findet Juan verletzt beim Bunker. Sie hilft Juan und beide finden langsam Vertrauen zueinander, bis sie sich schliesslich wie prähistorische Jäger bemalen und Urlauber ausrauben. Wenig später spürt die Polizei sie auf und Ava trifft eine folgenreiche Entscheidung …

Léa Mysus ist ein besonderer Coming-of-Age-Film mit sozialkritischen Untertönen gelungen: der mit sonnenhellen, fröhlichen Bildern vom Strand beginnende Film wird zusehends dunkler und surrealer, je weiter Ava auf ihren fast schon archaisch erscheinenden Weg zum Leben und zur ersten Liebe fortschreitet und immer mehr zu erkennen scheint, je weniger sie sieht. In der Wildheit und der Kraft der Gedanken findet Ava Befreiung von den zu erwartenden körperlichen Einschränkungen und bricht zugleich aus ihrer Kindheit auf in ein ungewisses Abenteuer, dass sich Erwachsenwerden nennt.

Die 1998 geborene charismatische Hauptdarstellerin Noée Abita erweist sich dabei als Glücksgriff, spielt sie ihre Rolle doch mit einer aussergewöhnlichen Kraft und Empathie, bei der selbst subtile Mimik auf den Punkt gespielt große Kraft entfaltet. Ein ungewöhnlicher, unsentimentaler und zuweilen märchenhafter Film über das Erwachsenwerden mit Reminiszenzen an Klassiker des Film noir.

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