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Threadbare / Port O’Brien

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So kann es gehen: der Freund (Van Pierszalowski) arbeitet 100 Tage im Jahr in Alaska: ein Knochenjob an Bord eines grossen Lachsfängers, 20 Stunden am Tag gegen gutes Geld. Irgendwann beschliesst die Freundin (Cambria Goodwin) aus Kalifornien, für die 100 Tage auch nach Alaska zu gehen und verdient ihr Geld in einer Konservenfarbrik. Und den Rest des Jahres leben sie von dem verdienten Geld. Und beginnen, in der vielen freien Zeit Folksongs zu machen. Gründen eine Band namens Port O’Brien. Und haben Erfolg.
Threadbare ist das zweite Album von Port O’Brien – von der Musik und der bevorzugten Lebensart her erinnern Van Pierszalowski und Cambria Goodwin an die naturverbundenen Fleet Foxes, vielleicht auch ein wenig an Arcade Fire. Zutiefst melancholische, tiefgründelnde, herbstliche Songs halten sich die Waage mit optimistischen, lebensfrohen Stücken: “Threadbare features two relatively distinct sets of songs. One portion of the record deals with tragedy, remorse, and bitterness head on, while the other half focuses on a new sense of identity, purpose, revelry and ambition.” (Sänger Van Pierszalowski).
Der Tod ihres jüngsten Bruders prägt starkt die hier fragil wirkende Stimme von Cambria Goodwin auf dem ersten und letzten Stück des Albums (High without the hope“), deutlich ist die Fassungslosigkeit angesichts des Verlustes spürbar, ergreift einen das Gefühl des tiefen Sinnlosigkeit. Auf der anderen Seite stehen lebensfrohe Songs wie „Oslo Campfire“, lagerfeuergeeigneter Folkrock mit zarter Akustikgitarre und einem Chorgesang im Abspann. Ganz wunderbar auch „Calm me down“, einer der besten Songs auf dem Album.
Cello, Violine, unprätentiös eingestztes Schlagzeug prägen die Songs auf dem Album, dessen Songs Geschichten erzählen, die vielleicht deshalb so authentisch und echt wirken, weil ihre beiden Hauptakteure Arbeit, Entbehrung, Kälte und Trauer aus eigenem Erleben kennen und nicht aus der lebensfremden musikalischen Retorte stammen. Ein wundervolles, tief berührendes Album wie aus einem Guss, voller schöner Folksongs zwischen Melancholie, ja Trauer und Lebensfreude, Songs, dene man gerne und immer wieder lauschen mag.

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