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Nothing personal / Regie u. Drehb.: Urszula Antoniak. Darst.: Stephen Rea ; Lotte Verbeek …

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Sie lässt alles hinter sich, bricht alle Brücken ab, verlässt die Niederlande und reist nach Irland, auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit, ohne dass wir wissen, was ihr wiederfahren ist. Dort sucht sie die Einsamkeit, schläft in der Natur, geht zu Fuß, hält sich von Menschen fern. Dann sieht sie ein Haus auf mitten in der Einsamkeit Westirlands, auf einer kleinen Halbinsel in Connemara. Dort trifft sie ihn, den alternden Intellektuellen, der hier allein lebt nach dem Tod seiner Frau. Sie schliessen eine Vereinbarung: Arbeit gegen Essen, keine persönlichen Fragen. Fortan arbeitet sie, und er gibt ihr Essen, dass sie draussen ist, weil sie allein sein möchte. Doch mit der Zeit steigt die Neugier, und die beiden beginnen sich zaghaft und vorsichtig einander zu nähern …
Regisseurin Urszula Antoniak ist ein elementarer Liebesfilm von reiner Poesie gelungen, mit langen Einstellungen und einer sich äußert langsam und subtil entwickelnden Geschichte. In der schroffen, abweisenden Landschaft Westirlands finden zwei Menschen zueinander, die in der Einsamkeit die Freiheit suchen, ohne dass wir genau erfahren, warum dies so ist: zaghaft wie wilde Tiere, die vorsichtig Vertrauen fassen, nähern sie sich einander an. Die Vorgeschichte der beiden Protagonisten bleibt bewusst im Dunkeln, ihre Motive für die Suche nach Einsamkeit unklar. Doch gerade dadurch, dass sie ihr Geheimnis bewahren, bekommen sie eine große, geradezu unheimliche Tiefe, und ihre tastende Annäherung wird zu einer Entdeckung des Menschlichen in seiner Essenz.
„Nothing personal“ erinnert in seiner geradezu archaischen Grundstimmung an Vogelfrei (Originaltitel: Sans toit ni loi, 1985) von Agnes Varda. Lotte Verbeek bereitet sich ähnlich wie weiland Sandrine Bonnaire auf ihre Rolle vor: drei Wochen lang soll sie Menschen meiden, keine Musik hören, sich so oft wie möglich draussen in der Natur aufhalten, darf in keinen Spiegel schauen und sich während der Dreharbeiten keine von den Aufnahmen ansehen. Sowohl Lotte Verbeek als auch Stephen Rea spielen ausgesprochen konzentriert und glaubwürdig, müssen sich tief in ihre Rollen hineinbegeben haben.
Ein wunderbarer, stiller, beglückender Film, der einen am Ende stumm und bereichert zurücklässt und lange nachwirkt.

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