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„Die Erinnerung wirkt wie das Sammlungsglas in der Camera obscura: Sie zieht alles zusammen und bringt dadurch ein viel schöneres Bild hervor, als sein Original ist.“
Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph (1788-1860)
Quelle: Aphorismen zur Lebensweisheit
Was Schopenhauer als Philosoph, später auch Freud als Arzt und Psychoanalytiker betont haben, wird inzwischen, wie Du es ja auch schreibst, von der Hirnforschung bestätigt. Immer wieder wurden und werden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse als eine Art zeitlich begrenzte Wahrheit gehandelt. Hier finde spannend, wie innerhalb verschiedener Disziplinen über Jahrzehnte um eine Wahrheit gerungen wird.
Frage ich mich selbst, ohne jede wissenschaftliche Kenntnis hierzu, bin ich sicher, dass ich Erlebnisse aus der Vergangenheit schon häufig beschönigt, schlechter dargestellt oder sogar „geklaut“ habe: meine Zwillingsschwester und ich erzählen nicht selten von Erlebtem, bei dem wir jeweils nur am Rande beteiligt waren. Aber die Empathie, die Verbindung und das dauernd gleiche Erleben war so identisch oder ähnlich, dass wir beide schließlich glaubten, diejenige gewesen zu sein, die es erlebt hat.
Herzlichen Dank, Jarg, mb
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Lieber MB,
die Erinnerung ist schon seltsam und wahrscheinlich genauso dem Fluss der Zeit unterworfen und den Einflüssen, denen wir im Leben ausgesetzt sind, wie das, was man „Ich“ oder Persönlichkeit nennt und sich je nach äußeren Zusammenhängen und Umständen durchaus als dehnbar und „flüssig“ erweist, wenn man dem eigenen Erleben und aktuellen Erkenntnissen aus Forschung und Wissenschaft glauben darf. Schon unsere achtjährigen Zwillinge machten unlängst die Entdeckung, dass sie zwei Ereignisse als zusammenhängend geschehen erinnerten, die in Wahrheit nachweislich zeitlich und räumlich getrennt passierten. Aber wie schrieb schon Sten Nadolny in „Selim oder die Gabe der Rede“: „Wer weiß, dass alles fließt, dem wachsen Flossen“. Sofern ich das Zitat richtig erinnere. Und das Buch. Könnte auch aus „Die Entdeckung der Langsamkeit“ stammen. Oder war es ein Film … 😉
Mit den besten Grüssen zum Sonntagabend grüsst herzlich
Jarg
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Spannend auch immer wieder , wenn sich Mehrere an ein Erlebnis erinnern.Meist wird es dann auch größer, gewichtiger, farbiger oder eben auch nicht. Auf jeden Fall scheint es kein getreues Abbild Erlebten zu sein. Vermutlich weil man subjektiv wahrnimmt.
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Ja, das kenne ich. Und zur subjektiven Wahrnehmung kommt die Zeit, die uns und damit auch die Erinnerung permanent formt und verändert. Was also ist wahr? „Alles fliesst“ (Heraklit) eben.
Ein zauberhaftes Wochenende Dir!
Jarg
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Danke Dir auch!
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überrsetzt: in der Erinnerung kommt einem alles viel schöner vor, als es in Wirklichkeit war. Stimmt schon, Herr Schopenhauer, ist aber nicht immer richtig, meine Erinnerungen tun manchmal ganz schön weh, auch im Nachhinein noch. also, Herr Schopenhauer, Vorsicht, Plattitüdengefahr!
Bitte liebe Grüße an Herrn Jarg ausrichten, Herr Schopenhauer
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Oh ja, mein Zitat müsste man sicher auch für das Gegenteil, die schlimme Erinnerung in Anwendung ziehen. Da geht es Jarg offenbar ganz ähnlich wie dir, wie ich aus vertraulichen Gesprächen weiss – und vielleicht ist es manchmal ganz gut, solche Erinnerungen zu verdrängen. Heisst ja nicht, dass man sie ganz vergessen muss.
Herzlich grüsst (auch von Jarg)
der Arthur
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Ja, wer kennt das nicht? Insofern hatte Schopenhauer recht. Was ich mich dabei aber frage, ist, wie es sich mit wirklich negativen Erlebnissen verhält. Einiges wird verdrängt, aber prägen wir uns manches Unschöne nicht als geradezu furchtbar – also als übertrieben schlimm – ein?
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Bestimmt, liebe Alexandra!
Auch da greift das, was Schopenhauer sagt. Erinnerung ist halt ein trügerisches Ding – und wahrscheinlich ist es manchmal auch ganz gut, zu verdrängen, nachdem man sich erinnernd schlimmer Erlebnisse versichert hat, statt ewig immer wieder hinzustarren und so die Erinnerung daran zu verstärken.
Herzlich grüsst
Jarg
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Hat dies auf Arthouse @ robiross rebloggt.
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Danke schön!
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Ja, Jarg, das empfinde ich auch so, je länger die Dinge in der Vergangenheit liegen, desto mehr legt sich der Schleier der Erinnerung darüber und alles wird besser und schöner…
Dir und deiner Familie ein schönes WE von Susanne
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Liebe Susanne,
ja, und es verändert sich auch. Wir verändern unsere Erinnerungen, wenn man der Hirnforschung glauben darf, offensichtlich permanent – was also ist Wirklichkeit? Da wird es dann schon tief philosophisch …
Auch Dir ein zauberhaftes Wochenende, dass zwar frisch wird (in Hamburg zumindest), aber dennoch glücklicherweise frühlingshaft grün!
Jarg
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