Startseite » Scheibenwelt » Film » Spielfilm » Biografie » Schloss aus Glas / Regie u. Drehb.: Destin Daniel Cretton nach dem autobiografischen Roman von Jeanette Walls. Darst.: Brie Larson, Ella Anderson, Chandler Head, Naomi Watts, Woody Harrelson […]

Schloss aus Glas / Regie u. Drehb.: Destin Daniel Cretton nach dem autobiografischen Roman von Jeanette Walls. Darst.: Brie Larson, Ella Anderson, Chandler Head, Naomi Watts, Woody Harrelson […]

Das Leben von Jeanette Walls und ihren drei Geschwistern gleicht einer Achterbahnfahrt aus Höhen und Tiefen. Ihr hochintelligenter Vater Rex verspricht ihr ein Schloss aus Glas zu bauen und fasziniert die Kinder mit seiner Kraft und seinen Geschichten: doch tatsächlich zieht die Familie von einem Ort zum anderen, weil der vermutlich an Bipolarität leidende Rex es in keinem Job lange aushält, seinem Leben keine Struktur zu geben vermag und sich überdies verfolgt glaubt. Rose Mary, die Mutter, geht ganz in ihren künstlerischen Ambitionen auf und vermag es nicht, die Kinder vor der Impulsivität des Vaters zu schützen. Als Rex zunehmend in Alkoholismus und die Familie in Armut abgleitet, beschliessen die den Illusionen ihrer Eltern ausgelieferten Kinder, unbedingt zusammenzuhalten, um eines Tages dem fragilen, zuweilen alptraumhaften Familienalltag zu entfliehen …

Der Film von Destin Daniel Cretton basiert auf dem gleichnamigen Roman und Bestseller von Jeannette Walls, in dem sie ihre Kindheit verarbeitet. Die Geschichte ist eingebettet in eine Rahmenhandlung, in der die erwachsene, als erfolgreiche Journalistin in New York arbeitende Walls, deren Eltern obdachlos auf der Straße leben, auf ihre nomadenhafte Kindheit zurückblickt. Dem hervorragend besetzten Ensemble des Films gelingt es dabei, die Geschichte überzeugend und mit Tiefe in Szene zu setzen und den Protagonisten in ihrer Ambivalenz gerecht zu werden. Woody Harrelson brilliert als seines Lebens nicht mächtiger und am Ende an der eigenen Ohnmacht in maßlose Wut und Suff abgleitender Mann. Naomi Watts gibt die Mutter Rose Mary mit all ihrer Ambivalenz und komplettiert das in eigenen Zwängen und Träumen gefangene Paar, dass nicht in der Lage ist, die Bedürfnisse seiner Kinder zu erkennen. Dabei macht der Film nicht den Fehler, Anklage zu erheben, sondern bleibt empathisch gegenüber seinen Figuren.

Verbunden mit beeindruckenden Bilder, sorgfältig gestaltete zeitgenössische Kulissen und viel Emotion wird daraus ein intensives Filmerlebnis, dem man sich nicht entziehen kann. Empfohlen auch für all jene, die wie ich die Buchvorlage schätzen.

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