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Moon / Regie: Duncan Jones. Darst.: Sam Rockwell und andere …


Irgendwann, mitten im 21. Jahrhhundert. Die Energierversorgung der Erde wird stark von Helium-3 bestimmt, das der Bergbaukonzern Lunar Industries auf der Rückseite des Mondes fördert. Sam Bell überwacht seit drei Jahren als Mechaniker allein die Förderung und Weiterleitung zur Erde. Seine einzige Gesellschaft und Unterstützunh ist ein an Deckenschienen durch die Station laufender Roboter namens GERTY. In drei Wochen soll der erschöpfte Sam endlich zu seiner Frau Tess und ihrer gemeinsamen Tochter Eve zurückkehren.
Doch Sam leidet aufgrund der jahrelangen Einsamkeit und Erschöpfung zunehmend an Halluzinationen. Bei einem Außeneinsatz kommt es zu einem Unfall, bei dem Sam verletzt und bewußtlos wird. Als er wieder in der Station aufwacht, stellt sich heraus, dass er von einem Doppelgänger gerettet wurde. Außerdem soll ein „Rettungsteam“ von Lunar Industries unterwegs sein. Zunächst kommt es zu Konflikten zwischen Sam und seinem nach eigenen Angaben erst seit einer Woche auf der Station befindlichen Klon. Schliesslich arbeiten sie zusammen und finden bei einem Außeneinsatz unter anderem heraus, warum die Livekommunikation zur Erde nie funktioniert hat. Aber eine ungeheuerliche Entdeckung, die sie innerhalb der Station machen, erschüttert ihr Weltbild drastisch und endgültig, lässt sie um ihr Leben fürchten … und stellt sie vor existentielle Fragen.
Duncan Jones, der 1971 geborene Sohn von David Bowie, gab mit diesem Film 2009 sein Regiedebüt. Und was für eines: „Moon“ ist ein klaustrophobisches Science-Fiction-Kammerspiel um einen einsamen Austonauten mit Sam Rockwell in einer hervorragend Doppelrolle. Der Film steht in der Tradition großer Filme wie „2001 – Odysssee im Weltraum“, „Solaris“ und vor allem „Silent Running“ und beschäftigt sich intensiv mit der Frage der menschlichen Identität, aufgehängt am einsamen Dasein des Astronauten Sam Bell, der sich plötzlich mit seinem eigenen Klon konfrontiert sieht und sie zu fragen beginnt, wer er selbst tatsächlich ist. „Moon“ stellt damit nicht nur die existentialistische Frage danach, was das Menschsein in letzter Konsequenz ausmacht, sondern beschäftigt sich implizit auch mit den Rechten von genetischen Klonen auf ihre ureigenste Identität und Unversehrtheit. Bald schon stellt sich der dem einsamen Menschen zu Seite gestellte Roboter GERTY trotz seiner mit Smiley-Monitor unterstützten Kommunikation zunehmend als seiner eigenen Programmierung unterworfene Maschine heraus, die dennoch die Sam-Klone unterstützt, soweit es ihre Algorithmen überhaupt zulassen. Er erinnert mit seiner allerdings sehr subtilen Emotionalität an den melancholischen Computer HAL in „2001“.
Man sieht „Moon“ sein geringes Budget von fünf Millionen nicht an: nicht nur die Leistungen von Sam Rockwell machen die große Stärke des Films aus, sondern auch die perfekten, an Science-Fiction-Klassiker erinnernden Kulissen und die behutsam den Film begleitende, unterstützende Musik. Duncan Jones verlässt sich nicht auf vordergründige Effekte, sondern lässt sich Zeit, seine Geschichte zu erzählen und zieht so den Zuschauer immer tiefer hinein in die düstere Atmosphäre der Station. Ein hervorragender gesellschaftskritischer Science-Fiction-Thriller, der sich mit existentiellen Fragen auseinandersetzt.

6 Kommentare zu “Moon / Regie: Duncan Jones. Darst.: Sam Rockwell und andere …

  1. Als Fan von „Moon“
    und sämtlichen genannten klaustrophobischen Science-Fiction Kammerspielen 😉
    kann ich mich der Meinung des Rezensenten nur anschließen…
    „Moon“ gebührt zweifelsfrei ein Spitzenplatz in der Kategorie „unterschätzte Schätze der Filmkunst der letzten zehn Jahre“.
    Ich wünsche mir, dass dieser Streifen ein Klassiker wird.

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    • Unbedingt. Viele kennen den Film nicht, der nach meinem Empfinden eine ganz erhebliche philosophische Tiefe aufweist … aber wer ihn dann gesehen hat, ist zumeist tief berührt.

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  2. „Moon“ hat mich wirklich positiv überrascht! Schön finde ich besonders, dass man dem Film seine geistigen Vorbilder zwar ansieht(obwohl ich nun Odyssee im Weltraum gesehen habe), er letztlich aber doch eigene Wege beschreitet und vorhandene Ideen weiterentwickelt. Diese Herangehensweise finde ich wünschenswerter als jedes Remake.

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    • Hi Virginia, das kann sein: „Limit“ beschäftigt sich auch damit. Habe ich allerdings nicht gelesen … Der Film ist wirklich beeindruckend und anspruchsvoll … und fern aller Science-Fiction-Klischees.

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