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Urlaub mit Jargsblog : Strände in Angeln, Meerglas und die unerträgliche Leichtigkeit des Scheibenwischers

Mittlerweile hat sich das Wetter nach unserer Rückfahrt auch im wunderschönen Angeln und seinen schönen Stränden ja doch Richtung Sommer entwickelt. Zunächst aber kamen bei der urlaubenden Familie durchaus Sehnsüchte nach einem wesentlich wärmeren Urlaubsort (Marokko?) auf oder doch zumindest einer Destination, wo Wetter, Jahreszeit und Ort mehr in Übereinstimmung standen (Island?): trotzdem waren die Zwillinge bereits am ersten Tag weder vom Bad in der Ostsee abzuhalten noch von dem alljährlichen, mit Vaterunterstützung zu unternehmenden Versuch, die Ostsee mittels größerer Grabungen endgültig trockenzulegen.

Unterbrochen wurde dieser erste Badetag nur von mehreren sturzbachartigen Regenfällen, bei denen die gesamte Familie sich zur Flucht ins fahrbare kleine blaue Raumwunder veranlasst sah, dessen hektisch wischende Scheibenwischer rasch für zu leicht befunden wurden, war doch bereits nach wenigen Sekunden und verstärkt durch rasch beschlagene Scheiben keine Sicht mehr möglich auf den Strand und damit auch auf die Kanalbauarbeiten. Schnell stellte sich da die Frage, ob es in Japan keinen Starkregen gibt, eine Frage, die jedoch nie beantwortet wurde, weil man das Auto wieder verlassen musste, um den nächsten bade- und grabgünstigen regenfreien Augenblick zu nutzen.

Das Schöne an der Ostsee, an der der atlantikbegeisterte Zwillingsvater nicht selten eine etwas herzhaftere Brandung vermisst, sind neben dem kindgerechten Wellenschlag sicher die vor allem bei solchen Wetterlagen ständig wechselnden Anblicke, die dem Auge des müden Großstädters Erholung und optische Augenweiden bieten. Wolken und Meer scheinen sich dabei beständig zu verändern und in den verschiedensten Grau-, Blau- und Grüntönen zu changieren.

Abwechlsungsreich sind in Angeln aber auch die Strände, die sowohl dem stets mit Hänger vorfahrenden Liebhaber faustgroßer glattgeschliffener Kiesel (der Jäger aus Schneewittchen?) in diversen Farben und Formen als auch dem feingeistigen Muschelsammler („seltene süddänische Variante der Mytilus urlaubensis“) sowie dem akribischen Profi-Meerglassucher („Flasche! Spätes 20. Jahrhundert!! glattgeschliffenes Bruchstück flaschenbodennah!!!“) einiges zu bieten haben: steinigere Abschnitte wie bei Falshöft finden sich ebenso wie feinsandige Bereiche etwas weiter südlich, idyllische kleine Buchten und Strände wie bei Ohrfeldhaff ebenso wie die etwas belebtere Variante für Freunde des gemeinen Campingstuhls und des täglichen Grillens. Dabei sind die meisten Strände auch bei sehr gutem Wetter keinesfalls überlaufen – alles verteilt sich gut und selbst einsame Badestrände sind immer noch zu finden.
Kurtaxe zahlt man hier zum Glück keine, sodass man seelenruhig und ohne große Vorbereitungen auch kurze Stranderkundungen einziehen kann. Strandkörbe finden sich natürlich an strategisch günstigen Stellen durchaus – ebenso wie eine dünn gesäte, aber durchaus ausreichende Infrastruktur in Form von kleinen Cafes oder Campingplatzkiosks für die Sicherung der Speiseeisversorgung bei den Zwillingen und den Erhalt des Koffeinspiegels bei den Erwachsenen.

Auch dem technikliebenden männlichen Zwilling wird an Angels Stränden einiges Geboten: ob es Traktoren sind, die Boote aus dem Meer ziehen, Yachthäfen mit aufgeständerten Kleinluxuspötten, die erdmassenbewegenden Arbeiten zur Vernässung der Geltinger Birk oder der vorbeifahrende Seenotrettungskreuzer „Nis Randers“, der in Maasholm stationiert ist. Vorbeifahrende Dreimaster sind da fast schon langweilig.
Kurzzeitigen Marokkofantasien zum Trotz ist es daher durchaus wahrscheinlich, dass auch der nächste Urlaub wieder nach Angeln geht.

10 Kommentare zu “Urlaub mit Jargsblog : Strände in Angeln, Meerglas und die unerträgliche Leichtigkeit des Scheibenwischers

  1. das mit dem trockenlegen der ostsee konnte nicht klappen, mein sohn hatte zeitgleich mit euch den scharbeutzer strand so umgebaut das ein ständiger wasserzufluss gewährleistet wurde, incl. kurzfristiger tsunamies bei öffnung des künstlichen stausees richtung lübecker bucht..3 sikulaster und 4 eimer und 2 schüppen und ein vater waren weiterhin im einsatz !
    lg, jürgen

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  2. Sehr witzig geschrieben und die Fotos machen Sehnsucht nach der Ostsee. WENN es denn mal gutes Wetter, ist es dort wirklich wunderschön. Schon allein das Licht … jetzt habe ich glatt Fernweh 😉

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    • Danke schön. Ich würde am liebsten auch gleich wieder hinfahren, denn jetzt muss auch wieder anders schön sein als Anfang Juli, als das Wetter noch so kühl war, dass wir uns anfangs etwas schwer taten mit dem Entwickeln eines Urlaubsgefühls.

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    • Bestimmt. Da baumeln viele Seelen und wollen niemals weg, weil es so schön ist.
      Es erholen sich nur noch drei Viertel der Familie aktuell in Schwaben, dieweil ich leider für die Kohlen sorgen muss. Aber nächstes Jahr, vielleicht, geht es ja wieder dorthin.
      Herzlich grüsst Jarg

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