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Time and Again / Jack Finney

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New York, 1970. Der glücklose Werbegrafiker Simon Morley lässt sich vom U.S.-Army Major Ruben Prien als womöglich einziger geeigneter Kandidat unter Millionen für ein streng geheimes Regierungsprojekt anwerben und kündigt, ohne Details zu kennen, seinen Job in einer Agentur. An der von Prien angegebenen Adressev findet er einen alten Lagerhauskomplex vor, der als Umzugsfirma getarnt ist. Hier wird von einem Dr. Danziger die Möglichkeit von Zeitreisen untersucht: Vergangenheit und Gegenwart sollen nach dessen Theorie nebeneinander existieren, sodass Zeitreisen – unterstützt durch eine möglichst perfekte Simulation von Zielort und Zielzeit – dem Zeitreisenden durch Selbsthypnose möglich werden. Gleichzeitig sollen Veränderungen der Gegenwart über die lückenlose Überwachung des Projekts durch Historiker vermieden werden.
Tatsächlich hat Simon auch einen privaten Anlass, in die Vergangenheit zu reisen: seine Freundin Kate besitzt einen Brief ihres Großvaters, des Präsidentenberateras Andrew Carmody, der mit diesem Brief in der Hand 1882 Selbstmord beging. In dem Brief ist die durch Brandspuren verstümmelte Botschaft enthalten, dass das Absenden des Briefes eine Vernichtung der Welt auslöst. Simon überredet Danziger, genau in dieses Jahr zu reisen, um den Absender des Briefes zu ermitteln.
Über eine perfekt im Stil der Zeit eingerichtete Wohnung im Dakota-Gebäude gelingt ihm der Sprung. Tatsächlich beobachtet er auf mehreren Reisen in das Jahr 1882 einen Mann, der diesen Brief eingesteckt hat, lernt ihn, einen Man namens Jake Pickering, persönlich kennen und mietet sich in der gleichen Pension ein. Er verguckt sich ein wenig Julia, in die Nichte der Vermieterin, die Pickering jedoch als seine Verlobte betrachtet. Als er am nächsten Tag ein Gespräch zwischen Pickering und Carmody belauscht, in dem Letzterer erpresst wird, kehrt er ins Jahr 1970 zurück und erfährt, dass ein anderer Zeitreisender inzwischen eine Veränderung bewirkt hat. Das Projekt droht eingestellt zu werden, wird jedoch unter neuer Leitung fortgeführt. Als Simon wieder ins Jahr 1882 zurückreist, ist Julia offiziell mit Pickering verlobt. Er weiht sie in die Erpressung ein, doch als sie beide die Geldübergabe beobachten, kommt es zum Streit zwischen Pickering und Carmody und zu einer folgenschweren Brandkatastrophe, die Simons Leben schliesslich für immer verändert …
Time and Again, auf Deutsch 1981 erschienen unter dem Titel „Das andere Ufer der Zeit“, zählt mittlerweile zu den Science-Fiction-Klassikern. Der im englischen Original (das dieser Rezension zugrunde liegt) hervorragend geschriebene, umgemein spannende Roman widmet sich dem Thema Zeitreisen auf höchst intelligente Weise und garantiert auch heute noch ein herausragendes Leseerlebnis. Der Roman lässt sowohl das New York der 1970er als auch und vor allem das New York der 1880er Jahre unerhört lebendig werden und den Leser tief abtauchen in die Erlebnisse des Simon Morley. Bestes Kopfkino, dessen antiquarische Beschaffung auf jeden Fall lohnt.

8 Kommentare zu “Time and Again / Jack Finney

  1. Hab ich noch nie von gehört! Dabei hatte ich vor ein paar Jahren eine ganz intensive Zeitreise-Phase (zur Zeit als Die Frau des Zeitreisenden erschienen ist, sehr originell 😉
    Danke für den Tipp, das kommt auf meine Leseliste.

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  2. Das Buch habe ich auch sehr gern gelesen, lieber Jarg. Zeitreisen und New York, das sind gleich zwei Themen, die ich sowieso interessant finde. Toll waren die alten Fotos von New York dazu – hat deine Ausgabe auch Abbildungen?

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    • Musste direkt suchen – nach dem Bibliotheksumbau kam Finney zu den Sonderformaten. Und Bilder hat die Ausgabe auch 🙂 … nach der Lektüre ging ich damals mit anderen Augen durch die Stadt … Eine Fortsetzung gibt es wohl auch, wie ich erst jetzt erfahren habe …

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  3. Ich liebe Finney! Es gibt da mehrere Teil von 😉 Nach der Lektüre war ich mal in HH am Dammtorbahnhof, schlenderte durch die alte Straßenzeile und versuchte Modernes optisch und geistig wegzublenden – sah echt aus wie früher… und dann fuhr doch tatsächlich eine alte Dampflock über den Dammtor-Damm ! Ich habe einen Sekundenbruchteil vielleicht geglaubt, es hat geklappt 😉

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    • Mehrere Teile … das eröffnet ja neue Horizonte. Danke für den Hinweis. Die Lektüre von „Time and again liess mich damals auch in ähnliche Fantasien abschweifen … !

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