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Büscher, Wolfgang: Asiatische Absencen

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Wolfgang Büscher hat für die „Süddeutsche Zeitung“, „Geo“, „Die Welt“ und die „Neue Zürcher Zeitung“ gearbeitet, ist Autor für das Dossier der „Zeit“ und Sachbuchautor. Er ist vielen noch bekannt durch seine Reiseberichte „Berlin Moskau : Eine Reise zu Fuß“ (2003) und „Deutschland – eine Reise“ (2005). Erneut ist er aufgebrochen: diesmal zu radikal fremden Welten – nach Asien. Der Autor, der nach eigener Aussage „reise, um zu schreiben“, ist unterwegs in Indien, in Kambodscha, dem Himalaya, Japan und China. Nun kann ein Reiseschriftsteller sich durchaus in der Beschreibung von Erlebnissen, kulturellen Eindrücken, gastronomischen Details, kultur- und kunsthistorischen Details und touristischen Tipps ergehen und dabei sehr wohl noch ein ansprechendes, ohne Qual zu lesendes Buch schreiben. Dies ist Wolfgang Büschers Sache nicht. Seine „Asiatischen Absencen“ entführen uns in fremde Kulturen – und wir verlieren uns mit ihm in traumartigen Reiserlebnissen und Abenteuern, in denen sich die Extreme der fremden Kultur mit Faszination, aber auch mit Abstossung paaren können.
In Indien fällt er in einen Fiebertraum, verirrt sich nach einer Reise über rotstaubige Pisten in ein fürstliches Sitarkonzert für musikliebende Affen und flieht vor einem Tempelpriester, der sich seiner annehmen will. Er fährt mit einem Supertanker durch die piratengefährdete Strasse von Malakka nach Singapur und unterhält sich nächtelang mit einem Schiffsoffizier, der seit Jahren nicht an Land war und ausser dem Dienst auf der Brücke nur sein Kricketspiel an Bord im Kopf zu haben scheint. In Kambodscha begegnet er nicht nur der alten Khmer-Kultur, sondern auch den noch heute düsteren Schatten der Killing Fields. In den Himalaya reist er in Begleitung des „Doktors“ – eines hippiehaft anmutenden Ethnologen – besteigt einen Viertausender, auf dem sich Hunderte von Schamanen treffen sollen, und lässt sich von den Trommeln forttragen.
Wolfgang Büschers „Asiatische Absencen“ sind im wahrsten Sinne traumhaft geschrieben, in atmospärischer dichter, literarisch hochwertiger, fesselnder Sprache: seine Schilderungen machen dem Leser die fremde Kultur erlebbar, bleiben dennoch frei von allzu persönlichen Gefühlsausserungen und lassen das Fremde letztlich fremd sein. Ein Reisebuch und auch ein Stück Reiseliteratur in der besten Tradition Chatwins – was in Deutschland selten ist. Lesen. Unbedingt!

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