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Der Zauber der ersten Seite / Laurence Cosse

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„Wir wollen Bücher für die Nächte, in denen wir trotz aller Erschöpfung keinen Schlaf finden; Bücher, die wir einer Freundin mitbringen können. Wir wollen Bücher, die für uns geschrieben wurden. Wir wollen Bücher, die uns Luft zum Atmen geben. Wir wollen gute Romane“ (Zitat).
Wünschen Sie sich das nicht manchmal auch: eine Buchhandlung, in der es nur gute Bücher, gute Romane gibt? Die um das literarische Fast Food, um die von Verlagen, Feuilletons und Literaturpreisen zu Bestsellern gehypten Bücher, die mittelmäßigen Allerweltserzählungen, die man liest, ohne dass sie einen nachhaltig berühren, einen weiten Bogen macht?
In „Der Zauber der ersten Seite“ steht eine solche Buchhandlung in Paris im Mittelpunkt der Handlung, gegründet von zwei Idealisten, genannt „Der gute Roman“ und gedacht als Gegenpol zum Mittelmaß, als Quelle von Büchern mit literarischer Qualität, die das Leben verändern können. Doch kaum ist diese besondere Buchhandlung gegründet, deren Auswahl sich zum großen Teil auf den Empfehlungen eines geheimen Komitees aus Literatinnen und Literaten aufbaut, beginnt es schon mit den Anfeindungen. Zunächst beschränken sich diese auf kritische Artikel, Verleumdungen und öffentlichen Vorwürfen, die darauf zielen, die Buchhandlung als elitäre Spielerei zu verunglimpfen. Doch dann werden drei Mitglieder des eigentlich streng geheimen Komitees Opfer von Anschlägen. Sie überleben … doch Francesca Aldo Valbelli und Ivan Georg empfinden die Bedrohung als so stark, dass sie Kommissar Heffner einschalten. Heffner lässt sich ausführlich die noch kurze Geschichte der Buchhandlung erzählen … und taucht ein in eine geheimnisvolle Welt, bevölkert von Menschen, die an den starken Einfluss guter Literatur glauben, daran, dass Bücher Menschen stark und tief beeinflussen können. Aber wer steckt hinter den Anfeindungen, den Bedrohungen udn Anschlägen? Wer koordiniert sie und warum?
Laurence Cosse ist ein beeindruckender Roman gelungen, in dem der verhalten krimiartige Plot die Kulisse bildet für Reflexionen, die weit über den kritsch betrachetetn Literaturbetrieb hinausgehen und sich mit der Frage beschäftigen, was gute Literatur ausmacht, was sie bewirken und erreichen kann und wie weit sie trägt. Das sprachlich anspruchsvolle, geschickt aufgebaute Buch, dass ohne Hektik seine Geschichte erzählt und seine Protagoisten differenziert und mit viel Sympathie aufbaut, ohne ihnen ihr Geheimnis zu nehmen, ist nicht nur eine Reflexion über und eine Ode an das lesen, sondern macht aufgrund einen großen Zahl von mit der Handlung verflochteten realen Büchern Lust auf mehr. Zum Glück gibt es am Ende des Buches eine Bibliographie der realen Autoren, die in diesem Buch genannt werden …
Ein echtes Leseerlebnis.

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