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Sechs Wochen danach oder: Wie überlebt man Shitstorms, Trolle und nervige umherirrende Mentalitäten?

Um die Antwort vorwegzunehmen: eigentlich ganz gut. Mittlerweile ist es über sechs Wochen her, dass Jargsblog mit Kommentaren zugemüllt wurde, die man nicht mehr als sachliche, bereichernde Diksussionsbeiträge oder Kritik bezeichnen konnte: Beschimpfungen, Verunglimpfung oder nervtötende Wortspaltereien nach der Rezension einiger religionskritischer Medien trafen im Minutentakt ein. Je nach Defintion kann man das, was da lief, als kleinen Shitstorm bezeichnen (wobei das Wort Shitstorm im Bereich der Netzkultur durchaus umstritten ist), als Versuche von Trollen, destruktiv auf die Kommunikationskultur des Blogs einzuwirken oder auch als verzweifelte und letztlich vergebliche Versuche nerviger umherirrender Mentalitäten, mit ihren Provokationen zu punkten. Das Ganze führte bekanntlich unter anderem zum Artikel Moderierte Kommentare auf Jargsblog? und etlichen ausgesprochenen wohltuenden solidarischen Kommentaren.
Es führte nicht zu einer verringerten Nutzung dieses Blogs (falls das das Ziel war) – im Gegenteil: die Abonnentenzahlen etwa sind in den letzten sechs Wochen um rund 25% angestiegen und die überwiegende Mehrheit der Kommentare sind weiterhin sehr lebendig, anregend und sachlich. Vielen Dank für die damit diesem Blog und seinen Inhalten zugute kommende Aufmerksamkeit!
Etwas ägerlich daran ist natürlich, dass Kommentare auf Jargsblog jetzt grundsätzlich moderiert werden, da alles, was die sachliche Ebene verlässt oder eindeutig der Provokation dient, über diesen administrativen Filter direkt in die Vorhölle des Spamordner geleitet wird: leider können vom Schreiben eines Kommentars bis zur Veröffentlichung daher schon mal bis zu vierundzwanzig Stunden vergehen, wofür ich um Verständnis bitte. Zum Glück hat die Anzahl solcher Kommentare erheblich abgenommen.
Wer sich für die Rezensionen interessiert, die für derlei drastische Reaktionen sorgten, sei auf die kleine neue Rubrik „Zur kleinen atheistisch-humanistischen Bibliothek“ verwiesen, in der in Zukunft die immer mal wieder zu erwartenden Rezensionen zu diesem Themenkomplex landen werden und sicher wieder zur Zielscheibe des einen oder anderen Fanatikers werden.

6 Kommentare zu “Sechs Wochen danach oder: Wie überlebt man Shitstorms, Trolle und nervige umherirrende Mentalitäten?

  1. Ich finde gut, dass Du die Löschung der Kommentare gleich kommuniziert hast und auch die Konsequenz, Kommentare nur noch zu moderieren. (Ich kenne die Voreinstellung, dass der jeweils erste Kommentar freigeschaltet werden muss und jeder weitere, sofern er dieselbe IP hat, dann automatisch erscheint. Kamen da erst freundliche und dann böse Kommentare?)

    Was mir nicht gefällt, sind Blogger, die kommentarlos sachliche Kommentare löschen oder ihre Blogs um die Teile von Diskussionen erleichtern, die vielleicht nicht das beste Licht auf sie selbst werfen. Zudem finde ich es nicht korrekt, Artikel sinnverändernd zu bearbeiten, so dass Kommentare nicht mehr nachvollzogen werden können oder gar hinfällig werden. Ich bin der Meinung, dass man deutliche Eingriffe kennzeichnen sollte. Man darf seine Meinung doch durchaus ändern, aber muss man deshalb interessante Artikel samt Kommentaren löschen?

    Zum Shitstorm ist in der aktuellen Ausgabe der Zeit eine kleine Reportage, vielleicht hast Du Lust einen Blick darauf zu werfen. Ich kann Deinen Fall nicht beurteilen, entwickle aber so langsam eine Aversion gegen die Bezeichnung. So manches laue Lüftchen wird auf einmal zum Sturm. Wie ein harmloser Versprecher von den Medien aufgeblasen wird, ist schon bizarr. Am Ende war natürlich „die Netzgemeinde“ schuld. Aus Mücken Elefanten zu machen und dabei schön mit dem Finger auf so nebulöse Begriffe wie „das Internet“ zu deuten, ist eine der billigsten Formen der Nachrichtenproduktion. Leider ist das, was früher (und heute immer noch) in Bunte und Gala stand, auch Bestandteil der meisten sog. seriösen Online-Medien.

    Ein Zitat aus dem angesprochenen Artikel „Die große Vergiftung“: „Statt abzuwägen, einzuordnen, runterzukühlen, lassen sich die Zeitungen und Sender hetzen. Sie machen Fehler dabei, sie verlieren immer mehr von dem, was sie unterscheidet vom digitalen Nachrichtenstrom: ihren Überblick, ihre Gelassenheit und ihre Autorität. Sie versuchen ihre Langsamkeit durch Lautstärke zu kompensieren. Und werden damit zum perfekten Resonanzraum der digitalen Erregung.“

    Viele der sog. Shitstorms sind doch nicht mal ein Lüftchen. Seid ihr da oben im Norden nicht an eine steife Brise gewöhnt? 😉

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    • Ja klar, es begann zunnächst harmlos. Irgendwann war dann im Minutentakt Provokation und Verunglimpfung zu lesen. Da lag der Griff zum virtuellen Moderationsschalter und zur Beförderung in die Vorhölle des Spam-Ordners nahe nahe, da ich kein permanentes Blog-Monitoring betreiben wollte. Natürlich war das im Vergleich mit anderen virtuellen oder medialen Aufregungen ein „laues Lüftchen“, wie du richtig schreibst – und letztlich habe ich jetzt alles an (Blog)Deck festgezurrt, da wir hier ja durchaus Orkane gewöhnt sind 😉
      Der Begriff Shitstorm selber wird ja auch offenbar nur im deutschen Sprachraum in dieser virtuellen Ausschliesslichkeit genutzt – Sascha Lobo hat dazu eine sehr humorvolle Selbstbezichtigung und halbsatirische Entschuldigung im Spiegel Online ausgesprochen: Die Mensch-Maschine: ich habe das alles nicht gewollt.
      Kritische Kommentare zu löschen, finde ich natürlich grundsätzlich auch nicht in Ordnung – es ist halt immer die Frage, ob der Kommentar eine sachliche Auseinandersetzung mit gegenseitigem Respekt erkennen lässt oder sich im Ton vergreift, aggressiv wird oder nur darauf gerichtet ist, das Gegenüber auf dünnes Eis zu führen und es damit vorzuführen. Manche reisen offenbar nur durchs Netz, um jemand anderes durch selbiges zu jagen – und damit unterscheidet sich das Netz auch nicht wesentlich von täglich erscheinenden Printmedien, Fernsehen oder Radio (deshalb lese ich keine Tageszeitung, sehe keine täglichen Nachrichtensendung), die die analoge Aufgeregtheitsmaschinerie ebenfalls bedienen und permanent. Entspanntes Abfedern ist daher wahrscheinlich die richtige Strategie – alles andere heizt nur an.
      Dake für Deinen Kommentar und herzliche Grüsse von
      Jarg

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  2. Für mich sind solche Menschen, die nicht sachlich bleiben können, einfach *Hirnlos !!!

    Da ist deine Entscheidung, jegliche Kommentare zu moderieren, doch völlig verständlich.

    Ich habe dies mal auf einem „Zitate&Aphorismen-Blog“ bei mir erlebt, der immer für Alle öffentlich war und da wurde ein Gruppenmitglied dermaßen beleidigt, das ich auch zur Moderation greifen musste.

    Was es doch für schlimme und bornierte Menschen gibt !!!

    Eigene Unzufriedenheit und Neid sind auch oft Auslöser für Respektlosigkeit
    und da wird man leicht zu Opfer 😉

    Liebe Grüsse und weiterhin viel Erfolg mit deinem tollen Blog

    Uschi

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    • Hallo Uschi,
      vielen Dank für deinen Kommentar und die freundlichen Worte zu Jargsblog.
      In der Tat macht die Moderation der Kommentare das Bloggerleben wieder entspannter. Vor sechs Wochen war ich nur noch auf Kommentar-Löschmodus, weil der Unflat minütlich reinfloss. Wer will schon dauerhaft online sein, um den unsachlichen Müll auszusortieren?
      Herzlich grüsst
      Jarg

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  3. Wie gut, daß Du Dich nicht unterkriegen läßt… ich habs selbst auch mal erlebt, es geht schon an die Nerven. Wie gut daß man hier „Freischalten“ kann… so laufen solche Sachen ins Leere!
    LG, Petra

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    • Hallo Petra,
      ja, zum Glück kann man Unflätiges einfach abwehren. Seitdem wird es auch weniger mit dem Vorhöllenspam.
      Herzlich grüsst
      Jarg

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