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Henkel, Peter: Ach, der Himmel ist leer : Lauter gute Gründe gegen Gott und Glauben

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Frankreich hat Michel Onfray („Wir brauchen keinen Gott“), Amerika Christoper Hitchens („Der Herr ist kein Hirte“) und England Richard Dawkins („Der Gotteswahn“). Mit Peter Henkel hat nun auch der deutsche Sprachraum einen überzeugenden und klar analysierenden Autor gefunden, der den üblichen Begründungen für Glauben und Religion an die Wurzel geht und sie als menschengemachte Projektionen enthüllt, als scheinbaren aussermenschlichen Ausweg aus dem Problem der im Angesicht des Todes und der Endlichkeit sinnlos und absurd erscheinenden menschlichen Existenz.
Dabei entlarvt Henkel nicht nur die Absurditäten des christlichen Glaubens wie die Jungfrauengeburt und die rituelle Verwandlung von Brot und Wein beim Abendmahl als blühenden Unsinn. Er stellt auch all den von Gläubigen immer geschilderten positiven Seiten des in der Bibel geschilderten Gottes seine in eben diesem Buch geschilderte Grausamkeit und Rachsucht (Hiob, Isaak, die stete Bereitswilligkeit, alle über die Klinge springen zu lassen, die IHM nicht folgen, die Zerstörung von Sodom und Gomorrha, den Altvater Moses, der gerne mal ein paar Tausend Ungläubige abschlachtet …) gegenüber und stellt mit Recht die Frage, weshalb Millionen an Hunger oder Krieg sterbende Menschen diesem Gott offenbar weniger wichtig sind als gerade mal 67 offiziell vom Vatikan anerkannte Heilungen bei einer millionenfach besuchten Wallfahrtsstätte wie Lourdes.

Henkel stellt keinesfalls in Frage, dass Religion einen Sinn geben kann, weil sie, aus der Phantasie entsprungen, dem Menschen eine Geschichte zu vermag. Trotzdem öffnet sie keinen Ausweg aus der Frage nach dem Warum. Seine Argumentation ist einfach, klar, undogmatisch und reisst die um den bedrohten Gott erbauten theologischen Mauern nieder, dass der leere Himmel sichtbar wird. Er weisst zudem schlüssig nach, dass auch ohne Gott und Religion moralisches, sinnhaftes Leben in eben diesem einen, endlichen Leben möglich und lebenswert ist, ohne auf eine jenseitige Erlösung hoffen zu müssen.

Ein gut geschriebenes, scharfsinniges Buch, das unaufgeregt und nüchtern Buch analysierend den leeren Himmel entlarvt und eine bewusst humanistische, menschenfreundliche Moral als einen ebenso festen Wegweiser für die Menschen herausstreicht. Für Atheisten, Zweifler und diskursfreudige Gläubige gleichermaßen geeignet.

4 Kommentare zu “Henkel, Peter: Ach, der Himmel ist leer : Lauter gute Gründe gegen Gott und Glauben

  1. Gute Empfehlung, auch wenn ich jetzt erst drauf gestoßen bin. Dawkins hab‘ ich gelesen, auch Hitchens („God Is Not Great“ im englischen Original – war schwierig), werd‘ Henkel beizeiten auch mal antesten.

    Gruß aus Ottensen,
    Volker Schönenberger

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    • Henkel liest sich sehr gut und wohltuend unpolemisch (auch wenn Polemik ja zum Wachrüttel durchaus ihre Existenzberechtigung hat. Hitchens werde ich mir auch noch zu Gemüte führen …
      Von Stellingen nach Ottensen rüber ein herzliches
      Moinsen!
      Jarg

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  2. verehrter jarg, wenn sich schon sonst niemand zu ihrer euphorischen bewertung äußern mag, dann tut es hiermit der belobigte autor selbst. also: herzlichen dank. allerdings sollten sie andere deutschsprachige autoren (lehnert, buggle, hoerster, schmidt-salomon und übrigens den österreicher robert misik) nicht verschmähen. beste grüße, p.henkel

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    • Sehr geehrter Herr Henkel, Ihren Kommentar veröffentliche ich ausgesprochen gerne! Ein Buch von Schmidt-Salomon „Jenseits von Gut und Böse : Warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind“ ist bereits auf meiner Leseliste und damit auch zur Besprechung vorgesehen. Die Giordano-Bruno-Stiftung, deren Sprecher er ist, habe ich bereits auf der Linkliste zum Blog. Ihre Anregungen bezüglich anderer Autoren (Franz Buggle: Denn sie wissen nicht, was sie glauben oder warum man redlicherweise nicht mehr Christ sein kann : eine Streitschrift ; Robert Misik: Gott behüte! : Warum wir die Religion aus der Politik raushalten müssen ; Norbert Hoerster: Die Frage nach Gott ; Uwe Lehnert: Warum ich kein Christ sein will – Mein Weg vom christlichen Glauben zu einer naturalistisch-humanistischen Weltanschauung) nehme ich ausgesprochen gerne als Leseanregung auf. Aus Hamburg die besten Grüsse!! Jarg von Jargsblog

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