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Jargsblogs beste Bücher: Nachlese Sachbücher 2018

In der Nachlese für 2018 fällt auf, dass es im Buchbereich im Wesentlichen ein Sachbuchjahr war: die neun besten Sachbücher, die ich in den letzten zwölf Monaten gelesen habe, seien an dieser Stelle kurz vorgestellt.


Dem Meeresbiologen und Autor Karsten Brensing ist mit „Das Mysterium der Tiere“ ein überaus faszinierendes und berührendes Buch gelungen, nach dessen Lektüre man anders auf Tiere und ihr Verhalten blickt. Verständlich, dass Brensing auch hier wie bereits in Persönlichkeitsrechte für Tiere dafür plädiert, Tieren Persönlichkeitsrechte zuzugestehen und damit zu befördern, dass sie respektvoller und artgerechter behandelt werden. Viele anschauliche Bilder und Links (vor allem zu Youtube-Videos) verdeutlichen Brensings Anliegen, die Tiere näher zu uns Menschen zu rücken, überaus deutlich. Ein sehr empfehlenswertes Buch für alle, die sich von der Natur faszinieren lassen, den Menschen an sich nicht so wichtig nehmen und keine speziezistischen Scheuklappen tragen.


Archäologie kann wie ein Krimi sein: Harald Meller und Kai Michel ist mit „Die Himmelsscheibe von Nebra“ ein überaus spannendes Buch über einen spektakulären archäologischen Fund und seine weitreichenden Folgen für unseren heutigen Blick auf die Geschichte Mitteleuropas 2000 Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung gelungen, das anschaulich in eine längst versunkene Welt einführt und neugierig macht auf mehr.


Walter Isaacson ist mit „The Innovators“ ein überaus lebendig geschriebenes, spannendes, gehaltvolles und intellektuell anregendes Buch über Geschichte der Digitalisierung gelungen, das überdies deutlich macht, dass Digitalisierung und die damit verbundenen technischen Entwicklungen mitnichten ein Ergebnis der Arbeit von Technikern, Naturwissenschaftlern und Ingenieuren allein waren oder sind, sondern immer auch im kreativen Spannungsfeld mit den schönen Künsten und den Geisteswissenschaften standen, stehen und stehen müssen, um erfolgreich zu sein. Ein sehr lesenswertes Buch, das ich kaum aus der Hand legen mochte und gerne empfehle.


Für mich das wichtigste Buch des Jahres: „Factfullness“ von Hans Rosling, das jeder lesen sollte, der sich für Politik interessiert. Mit dem Buch leisten Rosling und seine Mitauoren einen überaus wertvollen, darüberhinaus sehr unterhaltsamen und gut lesbaren Beitrag in unserer von Fakenews, Desinformation und tiefsten Pessimismus geprägten Zeit. „Factfulness“ gehört nach meinem Empfinden zur Pflichtlektüre nicht nur für alle, die sich mit dem Thema Information beschäftigen, sondern für Entscheidungsträger, Politiker und Journalisten. Ein überaus empfehlenswertes, gut und mit Gewinn zu lesendes Buch, das ich wärmstens empfehle – nicht nur, aber auch, weil es einem eine etwas gelassenere Sicht auf unsere von hektischer Aufregung geprägten Zeiten ermöglicht.


Naturbeobachtung kann Poesie sein und Wissenschaft zugleich: David G. Haskell ist mit „Der Gesang der Bäume“ein wunderbares Buch gelungen, das auch in der deutschen Übersetzung nichts von seiner Tiefe, seiner Poesie und seinem wissenschaftlichen Wert missen lässt und einen bei der Lektüre so fesselt, das man reicht beschenkt aus dem Buch auftaucht und am Ende einen anderen, intensiveren Blick auf die Natur, in der wir sind, erhalten hat. Ein Buch, dass ich ausgesprochen gerne all jenen empfehle, die besondere Sachbücher zu schätzen wissen und sich gerne den Blick weiten lassen.


Andreas Tjernshaugen ist mit „Das verborgene Leben der Meisen“ ein faszinierendes Buch gelungen, dass überaus fesselnd zu lesen ist und einen die Welt der Meisen bewusster und mit anderen Augen sehen lässt. Er versteht es, inhaltlich, aber auch von der Sprache her für die kleinen, wendigen Tierchen zu begeistern und verfügt dabei auch über die Gabe, seine Beobachtungen an wild lebenden Meisen überaus plastisch zu schildern. Ein wunderbares Buch, das schnörkellos und mit leisem Humor daherkommt und dem man trotzdem die große Leidenschaft für sein Thema anmerkt. Allen empfohlen, die mehr über Meisen, aber auch unsere Vogelwelt an sich erfahren wollen.


Edward Brooke-Hitching, familiär vorbelasteter Bücher- und Kartensammler, stellt in seinem Buch „Atlas der erfundenen Orte“</strong> über 50 kartografische Kuriositäten, Lügen und Mythen vor, die sich zum Teil bis in unser Jahrhundert gehalten, ja es in einem Fall sogar auf Google-Maps geschafft haben, obwohl ihr Vorhandensein nicht selten zweifelhafter, oft aber auch fiktiver Natur war, auf fehlerhafter Ortung oder bewusster Täuschungsabsicht beruhte. Die vorgestellten Beispiele umfassen dabei eine große Bandbreite von Irrtümern und Lügen, deren Urheber zum Teil respektable, anerkannte Forscher, zum Teil aber auch notorische Lügner, übermütige Witzbolde oder eigennützige Windbeutel waren. Ein überaus reichhaltig mit Abbildungen und Ausschnitten aus historischen Karten ausgestatteten, schön gemachten Buch, das en passant den Beweis liefert, dass Fake News nicht erst eine Erfindung unserer Zeit sind. Ein opulentes, fundiertes und spannend zu lesendes Werk für alle Landkartenfreunde und Atlasfetischisten.

Mit „Der Ruf der Stille : Die Geschichte eines Mannes, der 27 Jahre in den Wäldern verschwand“ gelingt Michael Finkel ein empathisches, äußerst bewegendes Porträt eines extremen Einsiedlers, in das er auch kulturgeschichtliche Betrachtungen zum Einsiedlertum an sich einfliessen lässt. Nach und nach wird trotz manchem Befremden gegenüber diesem extremen Leben nicht nur sichtbar, was Chris Knight durch seine Entscheidung für ein Leben in Stille und Einsamkeit suchte, sondern auch, was uns verloren gegangen ist. Wer Jon Krakauers Buch „In die Wildnis“ schätzt, wird sich von Michael Finkels Buch über ein einsames, aber offensichtlich glückliches Leben in Stille und Abgeschiedenheit rasch fesseln lassen.


Wo sich mit Oktopoden vielleicht noch speziesübergreifende Kommunikationsmöglichkeiten finden lassen (vgl. das wunderbare Buch „Rendezvous mit einem Oktopus“) und die Distanz zwischen Wirbeltier Mensch und höher entwickelten Kopffüßern zumindest partiell und ansatzweise überbrückbar scheint, scheint uns die Lebens- und Erlebniswelt der Medusen oder Quallen so fremdartig, so bizarr, als wären sie Lebenwesen von einem fernen Planeten. Dabei gehören sie zu den urtümlichsten Tieren, die es überhaupt auf unserem kleinen, unbedeutenden Planeten gibt: Fossilien von Nesseltieren finden sich bereits in den bis zum 541 Millionen Jahre alten Schichten des Kambriums, in denen sich auch Vorstufen der Wirbeltiere entdecken lassen. „Quallen: Von der Faszination einer verkannten Lebensform“ ist ein wunderschöner, ausgesprochen inhaltsreicher und in jeder Hinsicht herausragender Bildband zu einer wenig Aufmerksamkeit bekommenden Tierart, deren Vielfalt und besondere Lebensweisen ebenso erstaunen wie faszinieren.

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