Sprache in Bildern : Zahlen, Fakten & Kurioses aus der Welt der Wörter

Bilder sagen ja manchmal mehr als Worte, obwohl dem Menschen mit Sprache ja ein ausgesprochen differenziertes und komplexes Werkzeug zur Verfügung steht, sich seinen Mitlebewesen gegenüber verständlich zu machen. „Sprache in Bildern“ beleuchtet auf über 100 farbig illustrierten Seiten mit zahllosen Graphiken und Diagrammen Wissenswertes über die deutsche Sprache und andere Sprachen und fördert dabei auch etliche eigenartige Dinge zutage. So hätte ich die durchschnittliche Wortlänge in der deutschen, gerne mit Komposita arbeitenden Sprache deutlich höher eingeschätzt als die tatsächlichen 10,6 Buchstaben. Über solche reinen Statistikfragen reicht das Buch aber hinaus: man erfährt auch eine Menge über die Verbreitung etlicher Sprachen, über aus anderen Sprachen übernommene oder über mittlerweile verschwundene, uns Gegenwärtigen altertümlich erscheinende Wörter wie „Auxiliarkraft“ (Hilfskraft), „despensieren“ (verschwenden) oder „Jahrweiser“ (Kalender).

Die Häufigkeit von Menschen-, Katzen- oder Hundenamen ist ebenso Thema wie die zum Teil überraschende Herkunft mancher verbreiteter Alltagsworte: oder wussten Sie, dass der „Boykott“ einem englischen Gutsverwalter namens Charles C. Boykott (1832-1897) oder die „Silhouette“ einem französischen Finanzkontrolleur namens Etienne de Silhouette entlehnt sind. Sprachliche Zweifelsfälle sind ebenso Thema wie die Klärung der Frage, wie der stetig wachsende Wortschatz eigentlich in den Duden findet.

Ein überaus opulent mit anschaulichen Infographiken ausgestattetes kleines Buch zum Stöbern für alle Sprachfetischisten und Wortkuriosaklauber.

Wörterbuch des besorgten Bürgers

Donald Trump und all die anderen an die Macht gespülten Populisten wie Orban, Putin und Erdogan sind letztlich Ausdruck eines Diskussionsklimas, das zumindest Teile der politischen Öffentlichkeit erfasst hat: da werden munter Bedrohungsszenarien erfunden oder tatsächliche Mißstände über alle Maßstäbe aufgebauscht, um Ängste zu schüren und dann schnell mit vermeintlichen Lösungsvorschlägen zur Stelle zu sein, deren Schlichtheit im diametralen Gegensatz zur Komplexität der tatsächlichen Probleme stehen. Verschwörungstheorien machen die Runde. Kennzeichnend für die so agierenden besorgten Bürger ist, dass auch die Schuldigen schnell gefunden sind – mal in den sowieso natürlich korrupten Politikern, mal in den Asylbewerbern oder den angeblich nicht frei agierenden Medien, die gerne mal als „Lügenpresse“ oder „Mainstreammedien“ bezeichnet werden.

Das vorliegende Wörterbuch führt durch den Weiterlesen

Oberst von Huhn bittet zu Tisch : Speisedeutsch für Anfänger / Axel Hacke

„5 Minuten vor dem Ende der kochenden Zeit, Fügen Sie die Erbsen und den schwarzen Pfeffer, Decke mit einer Serviette hinzu, und reisen Sie nach 20 Minuten ab“. (Axel Hacke: Oberst von Huhn bittet zu Tisch, S. 105)

Nein, ich war im Vollbeitz meiner geistigen Kräfte, als ich dieses Zitat abschreib. Und: nein, Dienstag ist eigentlich kein Tag, an dem auf Jargsblog regelmäßig neue Beiträge erscheinen und wird auf zukünftig keiner sein. Aber um mich von akuten buchbedingten Zwerchfellschmerzen abzulenken, muss dieser Beitrag heute sein.
Sprachkritische Bücher zum Thema Deutsch können leicht sehr oberlehrerhaft daherkommen und neben dem humorigen Ausbreiten sprachlicher Lapsūs ölige Besserwisserei ausbreiten. Das ist hier anders, denn Axel Haxcke stellt seinen speisedeutschen Fundsachen aus aller Welt eindeutig den Weiterlesen

„Ausgewanderte Wörter“

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Das Deutschland nicht nur Einwanderungs-, sondern auch Auswanderungsland ist, zeigt sich überraschenderweise auch im Bereich der Sprache: das Buch „Ausgewanderte Wörter“ dokumentiert etliche, in der Wortschatz anderer Nationen aufgenommene deutsche Begriffe. Die leicht abgewandelte „Kaffepaussi“ hat es bis Finnland geschafft, das „Leitmotiv“ nach Weiterlesen