Das Kaffee-Buch : Sorten, Anbaugebiete, Barista-Wissen und Rezepte aus der ganzen Welt / Anette Moldvaer

Eigentlich war ich ja mal leidenschaftlicher Tee-Trinker: mit Kannevorwärmen, Kenntnissen über sämtliche Abkürzungen bis hin zu SFTGFOP1 und einer permanenten Bereitschaft, auch für den europäischen Gaumen exotische Tees wie Lapsang Souchong (Rauchtee) oder Tees mit seltsam anmutenden Teebezeichnungen wie Gunpowder zu probieren. Das war irgendwann vor fünfzehn Jahren vorbei: es gab einen radikalen Bruch und die Hinwendung zum Kaffee – seitdem hat sich die Patina meiner natürlich niemals gepülten Teekanne nicht mehr verändert.

Nun könnte ich darüber schreiben, dass ich derzeit wieder eine leichte Annäherung an die Teewelt mache und den einen oder anderen Grüntee probiere. Speziell jene mit Jasmin, da Jasmin bei mir ähnlich wie Vanille fast schon rauschhafte olfaktorische Ekstasen hervorrufen kann und … aber lassen wir das. Schreiben wir stattdessen über dieses wunderbare Buch für KAFFEELIEBHABER. Denn einer solcher bin ich ja eigentlich, weiß ich doch vor der ersten morgendlichen Tasse aus der Cafetière weder wie ich heiße noch auf welchem Planeten ich mich befinde – geschweige denn warum.

Das vorliegende Buch von Anette Moldvaer, einer englischen Weiterlesen

Unverbissen vegetarisch : der lockere Einstieg in ein fleischloses Leben / Claudia Klinger

Mag sein, dass der „Veggie-Day“, den die GRÜNEN kurz vor der Wahl propagiert haben, zu provokativ für manche Fleischesser war und die Partei einige Stimmen gekostet hat. Das ändert aber nichts daran, dass es prinzipiell gut wäre, wenn in breiten Kreisen der bevölkerung mehr Reflexion über das eigene Ernährungsverhalten vorhanden wäre – sowohl im Bezug auf die Gesundheit als auch in Verbindung mit den ökologischen, ökonomischen und ethischen Folgen, die der eigene Ernährungsstil im Allgemeinen und der hohe Fleischkonsum in den Industrienationen im Besonderen zur Folge hat.

Claudia Klinger, bis 2010 durchaus überzeugte Fleischesserin, stiess kurz nach dem Gammelfleichskandal über die Haltungsbedingungen von Tieren im besagten Jahr auf das Buch „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer, das bis in die Leitmedien hinein für Diskussionen sorgte. Sie begann, sich über Weiterlesen

Wir haben es satt! : Warum Tiere keine Lebensmittel sind / hrsg. v. Iris Radisch, Eberhard Rathgeb

„Denken Sie manchmal über den Wert eines Tierlebens nach – falls dieser Wert überhaupt existiert? Denken Sie auch darüber nach, dass diese Tiere leiden müssen – falls sie denn leiden? Und welche ethischen Grundsätze erlauben es Ihnen, das Fleisch dieser Tiere nicht nur zu essen, sondern sogar zu genießen […]? Falls Sie aber schon meine Einwände nicht verstehen und die vorangegangene Überlegung eher für eine törichte Nabelschau halten, wo seheh Sie die innere Berechtigung für diese Gleichgültigkeit? Genauer gesagt, ist Ihre Weigerung, darüber nachzudenken, das Resultat eigenen Denkens oder nur der schlichte Unwille, darüber nachzudenken?“ (aus David Foster Wallace: Am Beispiel des Hummers. -Zitiert nach: Wir haben es satt!, S. 186)

Die Frage, ob man Fleisch essen solle, ob es rechtens ist, ein Tier seines Lebens zu berauben, ist uralt. Iris Radisch udn Eberhard Rathgeb haben sich zu einer Zeit, in der Vegetarismus und der Verzicht auf Fleisch längst gesellschaftsfähig, sich die Verbrechen an Tieren aber keineswegs gemindert haben, ein Buch geschrieben, dass sich gegen den Fleischverzehr wendet und über viele mit dem Töten und Verzehren von Tieren verbundene Fragen reflektiert (wie viele andere) und gleichzeitig ihr Thema geschickt mit Weiterlesen

Oberst von Huhn bittet zu Tisch : Speisedeutsch für Anfänger / Axel Hacke

„5 Minuten vor dem Ende der kochenden Zeit, Fügen Sie die Erbsen und den schwarzen Pfeffer, Decke mit einer Serviette hinzu, und reisen Sie nach 20 Minuten ab“. (Axel Hacke: Oberst von Huhn bittet zu Tisch, S. 105)

Nein, ich war im Vollbeitz meiner geistigen Kräfte, als ich dieses Zitat abschreib. Und: nein, Dienstag ist eigentlich kein Tag, an dem auf Jargsblog regelmäßig neue Beiträge erscheinen und wird auf zukünftig keiner sein. Aber um mich von akuten buchbedingten Zwerchfellschmerzen abzulenken, muss dieser Beitrag heute sein.
Sprachkritische Bücher zum Thema Deutsch können leicht sehr oberlehrerhaft daherkommen und neben dem humorigen Ausbreiten sprachlicher Lapsūs ölige Besserwisserei ausbreiten. Das ist hier anders, denn Axel Haxcke stellt seinen speisedeutschen Fundsachen aus aller Welt eindeutig den Weiterlesen