The Idealist : Geheimakte Grönland / Regie: Christina Rosendahl. Darst.: Peter Plaugborg, Søren Malling […]

1968 in den Zeiten des Kalten Krieges. Auf dem zu Dänemark gehörenden Grönland sind auch Amerikaner stationiert. Dänemark, dass Atomwaffen ablehnt,besteht aber darauf, dass keine Atomraketen dort aufgestellt oder gelagert werden sollen. Da stürzt in einer Januarnacht ein amerikanische B52-Bomber in der Nähe des amerikanischen Luftwaffenstützpunkts bei Thule ab und bohrt sich in das Eis. Rasch stellt sich heraus, dass vier scharfe Kernwaffen an Bord waren. Das Unglück wird als Atomunfall eingestuft und beide Regierungen vermitteln den Eindruck, alles unter Kontrolle zu haben. Schon acht Monate später Weiterlesen

Grenzerfahrung Grönland: Mein Expeditionsthriller / Birgit Lutz

Ihr Buch „Unterwegs mit wilden Kerlen“, in dem sie über die hohe Arktis, ihre faszinierenden Landschaften, von ihr in den Bann geschlagenen Menschen berichtet und über die Gefährdung dieser Region durch den Menschen, habe ich vor einem knappen Jahr gelesen und in sehr guter Erinnerung. Jetzt legt die spät zu ihrer Arktisleidenschaft gekommene Birgit Lutz, die 2010 und 2012 mit dem Schweizer Thomas Ulrich Expeditionen zum Nordpol über den Last Degree durchführte, ein weiteres Buch vor: „Grenzerfahrung Grönland“.

Tatsächlich wird ihre Grönlanddurchquerung mit zwei weiteren Teilnehmern im Mai 2013 über eine Distanz von 560 Kilometern zu einer Weiterlesen

Opas Eisberg : auf Spurensuche durch Grönland / Stephan Orth

„Für uns war Grönland eine Offenbarung. […]. Und zu dem, was uns, oder wenigstens mir da offenbar wurde, gehört die klare Erkenntnis, dass wir, die wir uns als Kulturträger für weise halten, mit unserem Prinzip des ‚Immer schneller‘ und ‚Immer mehr‘ zu Narren geworden sind. Dadurch, dass es zehnmal geschwinder geht, dass wir an einem Tag zehnmal so viel hören, sehen und treiben können, meinen wir wohl den Lebensinhalt zu verzehnfachen. Wenn nun aber der Eindruck im gleichen Masse dürftig wird, als er flüchtiger ist? Was ist da gewonnen? […] Wenn die Eindrücke, die auf uns eindringen, zehnmal schneller daherstürmen, so wird dafür ihre Wirkung um das zehnmalzehnfache geringer. Und das Ergebnis ist dies, dass, je hastiger wir leben, um so ärmer werden.“ (Alfred de Quervain, Ergebnisse der deutsch-schweizerischen Grönlandexpedition 1912-1913. Zürich 1920. Zitiert nach Stephan Orth, Opas Eisberg. – 2013. S. 196)

In vielen Familien gibt es Dinge, die mit Erinnerungen aufgeladen sind, von Generation zu Generation mit ihren Geschichten weitergegeben werden und manchmal um eine Geschiche reicher werden. Seltener finden sich Gegenstände, die mehr sind, in denen sich die Vergangenheiten der Familie ebenso spiegeln wie die Zeitläufte. Manchmal aber überstrahlen die in einem Gegenstand konservieren Zeitläufte sogar ein wenig die Erinnerungen an längst verblichene Familienmitglieder. Der Zauber aber liegt immer in der besonderen Qualität des Gegenstandes und nicht in der Masse an Dingen, die wir aus vergangenen Familienzeiten horten.

Viele Jahre liegt es da, „in Büchlein in tarnfarbengrauem Leineneinband, direkt neben der Urne, direkt neben Opa“. Dann, 49 Jahre nach dessen Tod, nimmt der Weiterlesen

Zitat am Freitag: De Quervain über Lebensintensität

Dadurch, dass es zehnmal geschwinder geht, dass wir an einem Tag zehnmal so viel hören, sehen und treiben können, meinen wir wohl den Lebensinhalt zu verzehnfachen. Wenn nun aber der Eindruck im gleichen Masse dürftig wird, als er flüchtiger ist? Was ist da gewonnen? […] Wenn die Eindrücke, die auf uns eindringen, zehnmal schneller daherstürmen, so wird dafür ihre Wirkung um das zehnmalzehnfache geringer. Und das Ergebnis ist dies, dass, je hastiger wir leben, um so ärmer werden.“

Alfred de Quervain, Schweizer Geophysiker und Arktisforscher (1879-1927)

(Quelle: Alfred de Quervain, Ergebnisse der deutsch-schweizerischen Grönlandexpedition 1912-1913. Zürich 1920. Zitiert nach Stephan Orth, Opas Eisberg. – 2013. S. 196. Zur Buchbesprechung zum letztgenannten Titel bitte HIER klicken)