Mona Lisa (Schau mal: Kunst!) / Patricia Geis

Die Mona Lisa dürfte das bekannteste Gemälde der Welt sein: faszinierend ist das Bild selbst, seine wechselvolle Geschichte, seine Bedeutung für die Kunst. Nicht weniger faszinierend ist natürlich der Maler selbst: Leonardo da Vinci.

Das in der Reihe Schau mal: Kunst! erschienene Buch von Patrcia Geis beschäftigt sich zunächst mit da Vinci als Maler im Umfeld seiner Zeit, der Renaissance, und geht dabei auch auf seine umfassende Weiterlesen

Wie soll ich leben? oder Das Leben Montaignes in einer Frage und zwanzig Antworten / Sarah Bakewell. Aus dem Englischen von Rita Seuß

„Wir bestehen alle nur aus buntscheckigen Fetzen, die so locker und lose aneinanderhängen, dass jeder von ihnen jeden Augenblick flattert, wie er will“ (aus: Montaigne: Essais. Ziziert nach Bakewell, Sarah: Wie soll ich leben?, S. 312).

Bei der Lektüre der letzten Monate ist mir Montaigne immer wieder begegnet, etwa in Stephen Greenblatts fulminantem Buch „Die Wende : wie die Renaissance begann“. Doch noch immer habe ich die Essais von ihm noch nicht gelesen, obwohl ich das sichere Gefühl habe, dass sie eine unvergessliche Lektüre bereiten werden.
Sarah Bakewell hat sich Montaigne und damit den Essais auf ungewöhnliche Weise angenähert und macht damit einmal mehr Lust, diesen von jeder Generation neu und anders für sich entdeckten Autor und sein berühmtes Werk endlich zu lesen. Dabei gelingt es ihr auf bemerkenswerte Weise, den Leser intensiv und plastisch in das Leben Montaignes und in seine Zeit zu entführen und gleichzeitig in die Essais einzuführen, in ihre Entstehungsgeschichte, ihre verschiedenen, umfänglich wachsenden Ausgaben, die Verleger und Herausgeberkontroversen in den Jahrhunderten nach Montaignes Tod sowie ihre Rezeption bis in die heutige Zeit.
Gerade beim säkularen Skeptiker und Humanisten Montaigne ist das Werk von seinem Leben und seiner für seine Zeit besonderen Art, die Welt zu betrachten, kaum zu trennen. Die Essais, die zugleich einer neuen Literaturgattung ihren Namen gaben, sind geprägt von Weiterlesen

Die Wende : wie die Renaissance begann / Stephen Greenblatt

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Immer wieder gibt es in der Geschichte der Menschheit Phasen, in denen wenige, zunächst gering erscheinende Ereignisse, Entscheidungen oder Entdeckungen weitreichende, nicht vorherzusehende Folgen haben. Dazu gehört auch die abenteuerliche Geschichte des antiken Lehrgedichtes „De rerum natura“ von Lukrez, das fast eineinhalb Jahrtausende verschollen war und ohne dessen Wiederentdeckung im Jahr 1417 es die Renaissance, wie wir sie heute in der Rückschau kennen, vermutlich nicht gegeben hätte und die Geschichte einen komplett anderen Verlauf genommen hätte. „Die Wende“ von Stephen Greenblatt beschreibt einen solchen magischen Moment in der Menschheitsgeschichte, aber auch die Entwicklungen, die im vorausgingen und ihm folgten:

Im 1. Jahrhundert vor Beginn unserer Zeitrechnung schreibt der römische Dichter, Philosophen und Epikureer Lukrez (Titus Lucretius Carus) das Lehrgedicht „De rerum natura“ (Dt.: Über die Natur der Dinge) auf Basis und in Verehrung der Naturphilosophie Epikurs.
Geschrieben in Hexametern, gliedert sich das Gedicht in sechs Büchern. Es befasst sich in den ersten beiden Büchern mit der Atomlehre in der Tradition Demokrits, beschreibt den Aufbau der Welt aus Atomen, die sich permanent bewegen und vorübergehende Bindungen eingehen, die unendliche Vielzahl von Welten sowie deren Vergänglichkeit. Im dritten Buch beweist Lukrez die Vergänglichkeit der Seele, die Weiterlesen