Die Auserwählten : Im Labyrinth / James Dashner

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Thomas, 16 Jahre: Er sitzt in einer Art Aufzug in völliger Dunkelheit und kann sich nur an seinen Namen, nicht aber an andere Menschen erinnern, und weiß nicht, wie sein Leben war, bevor er in diesem Aufzug landete. Schliesslich hält der Aufzug, seine Decke öffnet sich und Thomas ist an einem seltsamen Ort gelangt: eine Lichtung, umgeben von vier hohen Mauern, in denen sich vier, zu einem Labyrinth führende Tore befinden, die sich jeden Abend zur selben Zeit schliessen. Die etwa fünfzig Jungs, die Thomas hier trifft, sind auf die gleiche Weise hergekommen wie er: sie arbeiten hart, um zu überleben, und versuchen seit Jahren, tagsüber einen Ausweg aus dem Labyrinth zu finden.

Aber die Wege im Labyrinth verändern sich ständig – und es lauern auch noch mörderische, seltsame Wesen darin, eine Mischung aus Maschinenteilen und Tieren. Als einen Tag nach Thomas das Mädchen Weiterlesen

Best of Jargsblog 2011 : Filme und Musik

Nach „Best of Jargsblog 2011: Bücher“ folgt heute der zweite Teile mit Musik und Filmen, wie immer radikal subjektiv aus dem Augenblick heraus entschieden, was in Anbetracht der Fülle des Gehörten, Gesehenen, Besprochenen nicht leicht fällt.

Filme:


Herausragend als Familienfilm und erster Film, den die >Zwillinge vom Jarg im Kino gesehen haben, war im Sommer 2011 der wunderbare norwegische Kinderfilm „Mein Freund Knerten“, der seit kurzer Zeit auch auf DVD erhältlich ist und von dem offenbar weitere Teile zu erwarten sind.


Literaturverfilmungen sind so eine Sache: oft ist der von einem Buch berührte Leser enttäuscht, wenn er die Bilder in seinem Kopf mit den Bildern des Films konfrontiert sieht. Anders bei „The Road“ nach dem Roman von Cormack McCarthy: ein Film, der die erschütternde Wucht des Romans gekonnt auf die Leinwand bringt.


Regisseurin Urszula Antoniak ist mit „Nothing Personal“ – sicher auch durch die hervorragende Besetzung, ein wunderbares cineastisches Kammerspiel um zwei einsame Menschen gelungen, tragisch und beglückend zugleich, dass einen sprachlos zurücklässt.


Das Science-Fiction-Filme wesentlich mehr bitten können als Geballer, rasende Raumschiffe und exotische geschöpfe zeigt Duncan Jones Film
„Moon“ mit Sam Rockwell in zentralen Rollen: ein gesellschaftskritischer Film, der sich mit existentiellen Fragen zur menschlichen Identität beschäftigt und dafür eine eindrucksvolle Sprache findet.

Der französische Film „Sommer an der Seine“ weicht wohltuend ab von all den seichten Ach-wie-schön-sind-Paris-und-die-Liebe-Filmchen und inszeniert einen Kunstraub zu einer gelungenen Mischung aus Liebesdrama, Krimi und der Geschichte zweier Brüder.

Musik:


Die Entdeckung des Jahres 2011 war für jarg die Entdeckung der außergewöhnlichen Musik von Elliott Smith, ausgelöst durch „An introduction to Elliott Smith“. Der geniale Musiker hat in seinem leider zu kurzen Leben eine Fülle aussergewöhnlicher Songs geschaffen, zu denen diese Sammlung einen guten Einstieg bietet.


Aus Familiensicht erwies sich im Sommerurlaub das aktuelle Album von Jupiter Jones als Dauerläufer im Auto bei Fahrten durch Angeln an der Ostsee. Kraftvolle Musik, wunderbar besungen, die man bedenkenlos auf „repeat“ stellen konnte.


Echte Songwriter-Songs, und das auch noch auf Deutsch, bietet Bosse auf seinem Album „Wartesaal“, das musikalisch und textlich in den Bauch und nicht selten in die Beine geht.


Elbow zeigen mit „Built a rocket boys“, dass es sich in Zeiten des musikalischen Häppchen-Downloads lohnt, auf der Albumkultur zu beharren, und schaffen ein Werk aus einem Guss mit Songs, die Geschichten erzählen und musikalisch mal kraftvoll, mal zurückhaltend instrumentiert sind. Ein echter Ohrgenuss!


Das ist keine Musik, die man nebenbei beim Möhrenschnitzeln hören kann: wer sich aber Selah Sue anvertraut, entdeckt im Alöbum der belgischen Songwriterin eine musikalische Bandbreite, verbunden mit schön getexteten Songs, die das ganze Potential der jungen, ungewöhnlichen Musikerin aufscheinen und auf mehr hoffen lassen.

Bücher: Best of Jargsblog 2011

Während Jargsblog bereits etliche Rezensionen für Januar 2012 vorbereitet, schweift der Blick zurück auf das vergangene Jahr, auf Leseerlebnisse, Hörgenüsse, cineastische Besonderheiten. So fällt der Beschluss, aus allen Jargsblogrezensionen aus 2011 insgesamt je fünf pro Kategorie auszuwählen. Das ist gar nicht so leicht, aber da Jargsblog ja radikal subjektiv ist und nur das auf Jargsblog landet, was Jarg gefällt, wird aus den über 200 Rezensionen aus 2011 radikal subjektiv und aus dem Augenblick heraus ausgewählt. Beginnen wir heute mit den Büchern:

Romane:


Bemerkenswert und außergewöhnlich war für Jarg, seit einiger Zeit durchaus Literatur der „Southern Gothic“ zugeneigt, wieder einmal ein Buch von William Gay, nämlich Ruhe nirgends, ein düsteres, bewegendes Buch.


Einen beeindruckenden, sprachlich sehr ansprechenden Romanerstling bot Isabel Ashdown mit „Am Ende eines Sommers“, einer aus zwei wechselnden, sich zeitlich annähernden Perspektiven erzählten tragischen Geschichte, die mit großer Sensibilität erzählt wird und nicht Momenten großer Heiterkeit und Glücks entbehrt, ohne je in Sentimentalität abzugleiten.

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Gekonnt auf schmalem Grat wandelt Zsuzsa Bank mit „Die hellen Tage“, einem wunderbar leicht erzählten Roman über Freundschaft und Heimat, Verlust und Verrat, der nie in Kitsch oder Klischee verfällt und seine Geschichte atmosphärisch dicht erzählt.


Feinfühlig und mit zartem Humor erzählt Kate de Goldi in Abends um 10 von Frankie, einem Jungen, der unter der schweren Depression seiner Mutter leidet und seinen eigenen Weg finden muss.


Eine bedrückende Aussenseitergeschichte mit ungewissem Ausgang über ein Mädchen, dessen Leben von Gewalt und Ausgrenzung geprägt ist, schrieb Angelika Klüssendorf mit „Das Mädchen“, einem schnörkellos aufgebauten und in klarer Sprache geschriebenen Roman, der einen langen nach der Lektüre nicht loslässt und bewegt.

Kinderbücher:


Grafisch, haptisch und inahltlich ein unvergessliches Buch, dem man viele Leser wünschen kann, ist Das schwarze Buch der Farben, dass sich auf bemerkenswerte Art dem Thema Blindheit, Farbe und Wahrnehmung nähert.


Ein kleines Kunstwerk für kleine und große Leser ist auch das Buch 10 kleine Häuser von Coly Hol – ein Buch, dass auf wunderschöne, sehr reduziert-asthetische Weise Wünsche und Träume mit Zahlen verbindet.


Eines der schönsten Beispiele dafür, dass das klassische Buch in seiner Haptik und Vielseitigkeit auch in angeblich angebrochenen Zeitalter des alles verdrängenden E-Books nicht zu schlagen ist, findet man mit dem Mitmach-Buch von Herve Tullet, dass eine buchstäbliche bewegte und bewegende Lektüre von seinen Lesern fordert.


Für etliche Tage bot Kirsten Boies auch sprachlich aus dem Meer lieblos auf den Markt geworfener Kinderbüchern herausragendes Buch „Seeräubermoses“ mit den humorvollen Illustrationen von Barbara Scholz spannende Lektüre und entführte in die Welt der Piraten mit einem Mädchen als titelgebenden Helden.


In magische Welten entführt regelmäßig Shaun Tan mit seinen surreal anmutenden, mit großer Meisterschaft illustrierten Geschichten: so auch mit Die Fundsache, einer mit großer Wärme erzählten Geschichte über ein seltsames Ding, dass in einer durchorganisierten Welt auftaucht und in keine Schublade zu passen scheint.

Sachbücher:


Wenn jemand im Jahr 2011 mal wieder Recht bekommen hat, dann wohl Taleb mit seinem Buch „Der Schwarze Schwan“, denn der Autor dürfte sich mal wieder durch die Zeitläufte bestätigt sehen, dass keiner Statistik, keiner Prognose absolut zu trauen ist und unwahrscheinlich erscheinende Ereignisse unsere Welt mit großer Kraft prägen.


Dieser Mann hat schon oft bewiesen, dass er schreiben kann und tat es auch mit diesem Buch: Roger Willemsen Die Enden der Welt nimmt einen mit großer Sensibilität und Beobachtungsgabe mit auf eine Reise um die Welt, zu befremdenden, verstörenden, berauschenden Erlebnissen mit anderen, mit sich selbst.


Wer das Meer und zugleich die Literatur liebt, kommt an den Büchern von james Hamilton-Paterson nicht vorbei und wird auch Vom Meer, eine Zusammenstellung bemerkenswerter Reportagen und Essays, mit Gewinn und Genuß lesen.


Wandern mag hierzulande immer wieder en vogue und normal sein – im den USA ist es das nicht. Was passiert, wenn man im Autoland USA wandert, zeigt uns einer der besten deutschsprachigen Reiseschriftsteller, Wolfgang Büscher, in Hartland : Zu Fuss durch Amerika, sprachlich ausgesprochen ansprechend und spannend geschrieben.


Was wie ein reisserisches Sachbuchtitel daherkommt, ist in Wahrheit ein spannender Blick hinter die Kulissen des Bigwave-Surfing und zugleich auf die durch den Klimawandel und seine diesbezüglichen Folgen beförderte Wissenschaft von den Monsterwellen, jenen urplötzlich auftretenden haushohen Wellen, deren Entstehung, Folgen und Faszination sich Susan Casey in diesem klassische Sachbuch amerikanischer Prägung auf herausragende Weise widmet.

Das Alphabet der Knochen : Roman / Louise Welsh


Dr. Murray Watson, der an der Universität Glasgow als Literaturwissenschaftler arbeitet, ist schon seit Jugendzeiten fasziniert von den Gedichten Archie Lunans, der nur ein Buch veröffentlichte und unter nie ganz aufgeklärten Umständen vor der schottischen Insel Lismore einen frühen Tod fand. Seine Recherchen über Lunan für eine geplante Biografie gehen weitestgehend ins Leere, da Lunan nur wenig hinterlassen hat. Doch aus dem Wenigen wird Watson schnell klar, dass Lunan und seine in einem Literaturkreis zusammengeschlossenen Freunde ein außergewöhnlich intensives Leben in der Hippiekultur der 70er Jahre geführt haben, in dem es einige Weiterlesen