2:33 / Philipp Dittberner

Das ist dein Leben, das ist wie du lebst.
Warum du liebst und lachst und dich selbst nicht so verstehst.
Warum du dir wieder so fremd bist, in einer doch so hellen Zeit.
Warum du den wieder vermisst, der dich sicher nicht befreit.
Ja genau, das ist dein Leben; das ist wie du lebst.
Warum wir manchmal fliegen; nichtmal wissen wie es geht.
Und wir immer wieder aufstehen und anfangen zu gehen.
Ja genau, das ist dein Leben und du wirst es nie verstehen.

(Aus: Philipp Dittberner, „Das ist Dein Leben“)

Ein ganzes Album voller Lieder über Liebe und Trennung, Sehnsucht und Schmerz. Das kann ganz fürchterlich in die Hose gehen und die Ohrschnittstelle drastisch mit Schmalz überlasten. Das kann aber auch so wunderbar werden wie das Debütalbum von Philipp Dittberner: fein arrangierte, zum Teil sehr Weiterlesen

The Danger of Light / Sophie Hunger

Bereits mit ihrem ersten, zuhause aufgenommenen Album „Sketches on sea“ erregte die aus der Schweiz stammende Musikerin einige Aufmerksamkeit und konnte mit „Monday’s Ghost“ im Jahr 2008 nahtlos daran anschliessen und einen Plattenvertrag mit <Universal abschliessen. Mit dem dritten Album „1983“ aus dem Jahr 2009 konnte sie auf den beiden ersten Erfolgen aufbauen, wurde zum Glastonbury-Festival eingeladen und startete 2011 eine vielbeachtete Amerikatournee. Auch bei Liveauftritten ist Sophie Hunger mit ihrer Band ein echtes musikalisches Erlebnis, wie es der Verfasser dieser Zeilen für ein unvergesslich intensives Konzert in der Hamburger Fabrik 2010 bezeugen kann.
Die Erwartungen an „The Danger of Light“ waren also hoch – und werden Weiterlesen

Jargsblogs Beste 2012 : Musik

Auch bei der Musik fällt die Auswahl schwer, obwohl auf Jargsblog in diesem Jahr deutlich weniger Musikalben rezensiert wurden wie in den Vorjahren. Aber natürlich finden sich auch hier wieder akustische Perlen:


Wer Arcade Fire oder Mumford % Sons mag, wird auch an diesem Kammerpopalbum Gefallen finden. „My head is an Animal“ von Of Monsters an Men bietet zwölf außergewöhliche Songs: Die Stücke sind bei aller Opulenz äßerst filigran und mit viel Liebe zum Detail arrangiert und verbinden Klänge von Weiterlesen

Wie schön wir waren / William Wahl

Im Sommerurlaub in Angeln lief diese CD auf Permanent-Repeat im Auto-CD-Spieler – nur leider versäumte ich bisher, sie auf Jargsblog zu rezensieren. Das soll nun unbedingt nachgeholt werden, denn William Wahl, Mitbegründer der A-Capella-Band Basta, hat für mich mit „Wie schön wir waren“ eines der schönsten und lyrischsten Musikalben deutscher Sprache in diesem Jahr vorgelegt.
Die auf diesem Album versammelten, überwiegend Weiterlesen

Lieder von Liebe und Tod / Bobo

Ein Album mit deutschen Volksliedern und vertonten klassischen und romantischen Gedichten weckt nicht unebdingt hohe Erwartungen: viele Volkslieder kennt man in den unterschiedlichsten klassischen Interpretationen. Auch das vertonte Gedicht lässt einen zunächst eher an die klassisch-strenge, von zumeist zeitgenössischer Musik inspirierte und umspielte Variante denken.
Bobo (In White Wooden Houses) alias Christiane Bobolina Hebold, der ausgewiesene Theatermusiker Sebastian Herzfeld (präpariertes Klavier) und Annette Kaftan (Saxophon und Bassklarinette) wagen mit „Lieder von Liebe und Tod“ eine Neuinterpreation, die gekennzeichnet ist von extrem Weiterlesen

De la Musique à la Folie / Mad Dodo

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Bald zwanzig Jahre liegen sie jetzt zurück, diese wunderbaren sechs Monate in Winterthur in der Schweiz. Leider ist es aufgrund verschiedener und durchaus glücklicher Zufälle niemals etwas mit der einige Zeit nach dem Schweizaufenthalt und nach Studienende erträumten Existenz als „Grenzgänger“ geworden, der vorzugsweise in basel gearbeitet und in Freiburg i. Br. gewohnt hätte. Egal, aus der Schweizerzeit habe ich einige schöne Erfahrungen, Erinnerungen und Vorlieben mitgebracht, seien es Gottlieber Hüppen, Raclette du Valais, Bergwanderungen, Freude am Genuss Schweizerdeutscher Dialektvariationen oder die Schweizer Bundesbahn, die man als Deutscher durchaus vermissen kann. Ja, und Musik, denn es gibt sehr, sehr gute Musiker und Bands in der Schweiz, die man in Deutschland doch ein wenig mehr zur Kenntnis nehmen sollte.
Da ist zum Beispiel dieses wunderbare Scheibe von Mad Dodo, gegründet 1982, bestehend aus Weiterlesen

Salvador / Celine Rudolph

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Draussen senkt sich der Herbst immer mächtiger über das Land, weht schon ein wenig vom Winter herbei. Drinnen wehen leicht und warm und hell wie ein südlicher Wind Klänge durch die Wohnung und entführen einen südwärts in eine Klangwelt zwischen Glück und Traurigkeit: Auf „Salvador“ von Celine Rudolph, der deutschen Jazzsängerin mit den multikulturellen Wurzeln, bringt sie uns die wunderbaren Songs des hierzulande unbekannten französischen Chansonniers Henri Salvador nahe. Mit großem Gespür für die Poesie der Originaltexte übersetzt Rudolph, die u.a. schon mit Marc Ducret und Bobby McFerrin arbeitete, diese ins Deutsche und interpretiert sie mit Weiterlesen