Seltsame Karten : Ein Atlas kartographischer Kuriositäten

Es gibt Bücher, die sind so schön und faszinierend, dass man sie immer wieder zu Hsnd nehmen mag. Frank Jacobs hat mit dem Liebeskind-Verlag eines solcher Bücher vorgelegt: der Kartenliebhaber zeigt uns, dass Karten nicht immer unseren Erwartungen entsprechend die Wirklichkeit abbilden. Es gab und gibt auch immer wieder Karten, die die Welt so zeigen, wie sie sein könnte, denen geographische Irrtümer zugrunde liegen, propagandistische Absichten oder schlichtweg Karten, die phantastische oder literarische Landschaften zeigen.

Jacobs, seit seiner Jugend ein großer Kartenliebhaber und seit einiger Zeit Kartensammler, zeigt in seinem Weiterlesen

#10Tage : In zehn Tagen um die Welt / Christoph Karrasch

Christoph Karrasch ist Reisejournalist, Videoreporter und Blogger – und kommt eines Tages auf die Idee, endlich seinen Traum von der Weltreise zu verwirklichen. Warum nicht das Ganze in zehn Tagen angehen, damit es endlich einmal klappt? Nach seinem Entschluss und der geklärten Finanzierung durch einen Verlag lässt er seine Follower auf Social-Media-Kanälen über die Reiseroute (je eine Station auf jedem Kontinent bis auf die Antarktis und Europa) abstimmen und – um das ganze zu intensivieren – sich auch noch Aufgaben stellen, die am jeweiligen Ort ausgeführt werden sollen.

Was sich vordergründig oberflächlich anhören mag, erweist sich in der ambitionierten Umsetzung als Weiterlesen

Herr Huang in Deutschland : ein Chinese auf Weltreise zum Kulturerbe / Huang Nubo

Die offensichtlich in den Medien von der FAZ bis zum Fernsehen mit einiger Aufmerksamkeit begleitete 25tägige Reise von Huang Nubo, einem chinesischen, aus armen Verhältnissen stammenden Multimillionär und Extremsportler, ist weiland 2013 komplett an mir vorbeigegangen – vermutlich, weil ich mit dem Umtopfen einer nahen Angehörigen beschäftigt war. Huang Nubo hat sich zum Ziel gesetzt, innerhalb von zehn Jahren sämtliche UNESCO-Weltkulturerbestätten zu besuchen und dazu immer ca. 20 Tage zu reisen und 10 Tage in Peking zu arbeiten. Er begann seine Reise in Deutschland und hat sein damals geführtes Tagebuch als deutschsprachige Ausgabe im Olms-Verlag herausgebracht.

Huang Nubo ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: er ist nicht nur erfolgreicher Unternehmer im aufstrebenden chinesischen Tourismusbereich, sondern hat auch mehrfach den Mount Everest bestiegen und beide Pole bereist. Er scheint eine Menge Geld an wohltätige Stiftungen zu spenden und hat mehrere Gedichtbände veröffentlicht. Und er sieht sich – was ihn in meinen Augen besonders sympathisch macht – als Weltbürger. Ein durchaus spannender Mensch also.

Sein Buch ist ein ausgesprochen subjektiver Bericht über seine Tour-de-force durch Deutschland. Huang Nubo hat nicht nur Wert darauf gelegt, die Kulturerbestätten zu besuchen, sondern suchte auch Weiterlesen

Die Welt in einer Sekunde : Planeta Tangerina / Isabel Minhós Martins ; Bernardo Carvalho

Kindern den Blick für die Welt zu entdecken gehört zu den schönsten Leistungen, zu denen Bücher fähig sind. „Die Welt in einer Sekunde“ setzt be dem Gedanken an, was alles passiert in einer Sekunde, in der zum Beispiel jemand eine Seite des Buches umblättert. So blättert man sich durch – von knappen Sätzen begleitet – und sieht ein Containerschiff im Sturm, einen steckenbleibenden Weiterlesen

Spuren : Lass alles hinter Dir / Regie: John Curran. Darst.: Mia Wasikowska ; Adam Driver [u.a.].

Alice Springs, Australien, in den 1970er Jahren. Die junge Robyn Davidson (Mia Wasikowska) hat über zwei Jahre hart geschuftet, um sich ihren Lebenstraum erfüllen zu können: sie will die Wüste mit Kamelen durchqueren. Dazu schuftet sie hart in einer Kneipe und bei einem jähzornigen Kameltourenanbieter. Endlich bricht sie mit ihrem Weiterlesen

Totenreich und Hölle (Ein Gastbeitrag im Rahmen von 5 Jahre Jargsblog)

Wohin auch immer wir reisen, wir suchen, wovon wir träumten, und finden doch stets nur uns
(Günter Kunert)

Da uns Buchfeen jede Vorstellung einer Hölle fehlt, finden wir es spannend, wie die Menschen von diesem imaginären Ort besessen waren und sind. “Masochistische Gedankengifte!”, meinte Siri. Erstaunlich ist, wie die Hölle als kalt und dann als brennend heiß gesehen wurde. Aber in einem Ort, dessen Vorstellung über Jahrhunderte der Disziplinierung der armen Christenmenschen diente, kann man eben alles hineinsehen, die Hauptsache war, er ließ den Sünder erschauern.

KÄLTE

Der älteste überlieferte „Reisebericht“ vom Norden stammt von dem Geografen Pytheas von Massilia (das heutige Marseille). Pytheas (380-310 BC) brillierte als Beobachter, der als erster feststellte, dass die Gezeiten vom Lauf des Monds abhängen, außerdem geht die Astronavigation auf ihn zurück. Er prägte nicht nur den Begriff „Ultima Thule“, sondern gab zudem vor, auf seinen Reisen diesen Ort gesehen zu haben. Freilich stellt sich die Frage wie bei allen Reisenden bis hin zu Marco Polo, welche Reisen er gemeint hat – die inneren oder die äußeren? Wie weit Pytheas in den Norden kam, weiß niemand. Sicher ist, dass er die Antike am Norden interessierte. Gebildete kannten damals den Arktoi, den Eisbären, dessen vage Vorstellung man wie die Götter an den Himmel projizierte. Es bürgerte sich ein, das Land unter dem Sternbild des Bären „Arktis“ zu nennen. Sie galt als letzter Außenposten vor dem Abbruch der Welt ins Nichts, wo bekanntlich die Schiffe herunterfallen, wenn sie weitersegelten, nachdem der unselige Kapitän seine Kleider in Panik zerfetzte und sich den Bart ausriss, wie es in arabischen Erzählungen beschrieben wird (z.B. in der Geschichte von Sindbad). Hier fällt der Seefahrer ins Totenreich, das nach antiker Vorstellung ein Ort des kalten Nebels ist, eine eisige Hölle.

Das geologische Ende Europas, die 7 Inseln vor Nord-Spitzbergen

Charakteristisch für das frühe Bild des Nordens ist, dass das Unbekannte eine Projektionsfläche darstellt, auf der sich Inhalte unbewusster Ängste darstellen. Im Unbewussten sedimentieren Vorstellungen, die zu Weiterlesen

In 80 Fettnäpfchen um die Welt : womit man sich im Ausland so richtig blamiert / Francoise Hauser

In China gilt das Absondern nasaler Schleimsekretionen als salonfähig, das klassische europäische Tempotaschentuch insbesonders bei Benutzung als eklig. Japaner finden beides nicht schön und erwarten von grippal infizierten Kollegen gerne einen Mundschutz. Während Sie sich vermutlich über eine schöne alte Uhr als Gastgeschenk freuen würden, dürfte das bei Chinesen in aller Regeln unangenehm auffallen, stehen Uhren doch Weiterlesen

Jackie : wer braucht schon eine Mutter / Regie: Antoinette Beumer. Darst.: Holly Hunter ; Carice van Houten ; Jelka van Houten [u.a.]

Vor 33 Jahren wurden die Zwillingsschwestern Sofie und Daan geboren – als Kinder zweier schwuler Väter, ausgetragen von einer ihnen bis heute nicht bekannten Frau. Die zupackende Sofie geht trotz ihres üblen Chefs ganz in ihrer Karriere im Medienbereich auf, während die zurückhaltende Daan mit ihrem Mann Joost Kinder zu kriegen versucht. Plötzlich erhalten sie eine Nachricht aus den USA: ihre leibliche Mutter braucht nach einem Weiterlesen

Glückstadt / Andreas Steinhöfel & Sabine Wilharm

Sieh nur die Frühlingskaulquappen an: Die Zeit hat aus ihnen kleine Sommerfrösche gemacht.

Nichts ist für immer, Lenchen, vielmehr bin ich der festen Überzeugung: !Das Leben ist eine große Reise und die Zukunft blüht uns rosig!

Lena bekommt eine Postkarte von K., die ihre Kanne gepackt hat und losgezogen ist, denn die Möwen fliegen tief und Posseck muss man auch mal wieder besuchen. Von da ab bekommt Lena immer wieder Postkarten aus den ungewöhnlichsten Ländern, die von all den verrückten Erlebnissen Lenas berichten. Länder, in denen man Glück bestellen kann, Eichhörnchen bügeln, um hinterher Weiterlesen

Weltenbummler : eine Familie bereist dreißig Monate die Welt / Heike Praschel

Ein Mann und eine Frau, zwei Kleinkinder von einem und drei Jahren und ein Hund machen sich im März 2010 von Süddeutschland aus auf die Reise. Ziel ist die Mongolei, die über eine unter anderem durch die Türkei und Kasachstan führende Route erreicht werden soll und endet tatsächlich inklusive eines kurzen Heimaturlaubs zwei Jahre später in den USA.

Die Reise wird für die mit diffusem Fernweh und einer bei aller Reisevorbereitung im positiven Sinne offenen und menschenvertrauenden Zuversicht aufgebrochenen Praschels und ihre Kinder zu einem echten Abenteuer – und zu einer tiefen Lebenserfahrung: unerwartete Erlebnisse und etliche Herausforderungen kennzeichnen die Reise ebenso wie eindrückliche Begegnungen mit Menschen, fremden Kulturen und extremen Landschaften. Im Fokus des Berichtes steht dabei immer der Reisealltag der Familie und die Weiterlesen

Mein famoses Fahrrad : mobil, cool, urban / Chris Haddon ; Lyndon McNeil

Es gibt keinen Zweifel: Fahrradfahren ist „in“ – und zwar quer durch alle Altersklassen und rund um den Globus – mal aus täglicher Notwendigkeit, weil andere Fortbewegungsmittel zu teuer sind und mal aus Lust und Leidenschaft. Dabei war die Welt des Fahrrads und der Fahrradfahrer vielleicht noch nie so vielfältig und bunt wie heute. Chris Haddon gibt Weiterlesen

Tosende Stille : eine Frau rudert über den Atlantik / Janice Jakait

Als erste Deutsche und zweite Frau überhaupt überquerte die ehemalige IT-Beraterin und Extremsportlerin Janice Jakait 2011/2012 in einem Ruderboot ohne Begleitschiff den Atlantik. Auf ihrer Route von Ost nach West, von Portugal nach Barbados, wird sie Weiterlesen

Meine wunderbare Weltreise : Das Leben ist bunt! / Lotta Nieminen

In New York geht es los und dann einmal um die ganze Welt: Paris, Afrika, Italien, Russland und Brasilien, Indien, Australien London und Tokio sind die Stationen dieser farbenfrohen Reise, auf der es hinter Weiterlesen

Auf keinen Fall will ich ins All! / Nadia Budde

Meine wilde Tante Anne möchte mal in die Savanne, und mein Onkel Hans-Marcel nach Alaska ins Hotel. (Zitat)

Alle wollen reisen und es kann gar nicht weit genug weggehen für die vielen schrägen Gestalten in diesem Buch: in die Steppe, nach Paris, zum Südpol, zum Mond oder gar ins Gestern oder ins Jahr Dreitausendeins. Und am Ende wollen Lutz und Weiterlesen

Grenzerfahrung Grönland: Mein Expeditionsthriller / Birgit Lutz

Ihr Buch „Unterwegs mit wilden Kerlen“, in dem sie über die hohe Arktis, ihre faszinierenden Landschaften, von ihr in den Bann geschlagenen Menschen berichtet und über die Gefährdung dieser Region durch den Menschen, habe ich vor einem knappen Jahr gelesen und in sehr guter Erinnerung. Jetzt legt die spät zu ihrer Arktisleidenschaft gekommene Birgit Lutz, die 2010 und 2012 mit dem Schweizer Thomas Ulrich Expeditionen zum Nordpol über den Last Degree durchführte, ein weiteres Buch vor: „Grenzerfahrung Grönland“.

Tatsächlich wird ihre Grönlanddurchquerung mit zwei weiteren Teilnehmern im Mai 2013 über eine Distanz von 560 Kilometern zu einer Weiterlesen

Füchse lügen nicht / Ulrich Hub. Mit Bildern von Heike Drewelow

Der Flughafen ist geschlossen, Flüge gibt es keine mehr, sagt der Hund vom Sicherheitsdienst. Das wird nicht einfach für die Gans, den Affen, den Tiger, die beiden superschlauen Schafe und den Panda, die in der Animal Lounge warten. Da nutzen dem Panda auch sein Artenschutz und dem Tiger seine angebliche Berühmtheit nichts mehr, der hypochondrische Affe kann Tabletten schlucken wie er will, die Gans wiederholt hektisch ihren Reisepass suchen und die superschlauen, lateinsprechenden Schafe können alles schlau analysieren: es bleibt dabei und nichts geht mehr und den Grund dafür, dass das ganze Gebäude verlassen ist, kennt noch nicht mal der Hund.

Doch dann kommt dieses feuerrote Tier namens Fuchs und damit endlich mal Weiterlesen

Alle Welt : Das Landkartenbuch / Aleksandra Mizielinska und Daniel Mizielinski

Bekanntermaßen schätze ich schöne Bücher über andere Länder, lese gerne Reiseberichte und habe ein gewisses Faible für ansprechend gestaltete Landkarten und Atlanten. „Alle Welt“ von den beiden polnischen Buchgrafikern Aleksandra Mizielinska und Daniel Mizielinski fiel mir in der Bibliothek in die Hände – und ich mochte es nach dem Ausleihen bald nicht mehr loslassen, so sehr fesselte mich das in jeder Hinsicht schön gestaltete und gemachte Buch.

Insgesamt 51 Karten von allen Kontinenten und 51 Ländern, darauf über 4000 kleine Vignetten und Symbole, knapp erklärt mit eigens für das Buch entworfenen Schrifttypen, machen „Alle Welt“ zu einem wahren Stöber-Schatz durch die Vielfalt der Welt. Man mag kaum den Blick von den Buchseiten heben, staunt, wundert sich, ist amüsiert und beeindruckt zugleich: für die vorgestellten Länder und Regionen der Welt wurden typische Dinge, Menschen, Stile, Landschaftsformen, Tiere, Pflanzen und andere besondere Merkmale auf kleinen Miniaturen in das jeweilige, vereinfachte gestaltete topografische Umfeld gesetzt, so dass dem Betrachter eine optisch unterstützte Tour de Force durch die Besonderheiten unseres Planeten, seiner Bewohner und seiner sonstigen Merkwürdigkeiten möglich wird.

Beispiel Kanada: Da sehen wir eine Zuckerhütte in Kanada (Erläuterung: „Hier wird Ahornsiup gekocht“), daneben den Oka-Käse. von dem aus der Blick zu einer Landmarke namens „L’anse aux meadows“ schweift („Hier landeten um das Jahr 1000 die ersten isländisch-grönländischen Seefahrer in Nordamerika“). Eine Fingerlänge weiter erfahren wird, auf welcher Insel die Kinderbuchheldin „Anne auf Green Gables“ lebte („Prinz-Edward-Insel“), fliegen mit der Fingerkuppe über die Niagarafälle, sehen kurz darauf, wo die Irokesen lebten und landen vielleicht beim Flachs, der in Saskatchewan angebaut wird.

Die auf das Wesentliche reduzierten, schönen Darstellungen und die knappe, pointierte Beschriftung machen das Buch zu einer Mischung aus Wimmelbuch und erstem Atlas. Die Verbindung von grafisch hervorragender Umsetzung und einer schönen, auf festen Papier umgesetzten Buchgestaltung machen das Buch zu einem echten Hingucker für Kinder und für an schönen Büchern interessierte Erwachsene. Ab 8 Jahren und für alle ein echter Buchschatz mit guten Aussichten auf einen Platz bei Jargsblogs Beste 2014!

Journeyman : 1 Mann, 5 Kontinente und jede Menge Jobs / Fabian Sixtus Körner

Fabian Sixtus Körner ist studierter Innenarchitekt sowie Fotograf und Designer. Er beschliesst mit 29 Jahren, auf die Walz zu gehen, seine Kenntnisse und Fähigkeiten gegen Kost und Logis anzubieten und setzt sich dabei ein Zeitlimit von zwei Jahren. Kein Limit setzt er sich bezüglich der Geographie: er will dorthin reisen, wo sich ihm Arbeit bietet, dabei möglichst alle Kontinente bereisen und nur für die Flugtickets Geld ausgeben.

Was man eigentlich nur aus dem Handwerk und dann auch mit einer gewissen regionalen Begrenzung kennt, entwickelt sich bei Körner zu einer Tour de Force um den Globus. Mit 255 € auf dem Konto steigt er mit einem großen Rucksack, Laptop und Fotoausrüstung ins Flugzeug. So geht über sechzig Stationen unter anderem nach Shanghai und Koala Lumpur, nach Addis Abeba und Kopenhagen, nach Brisbane und Bangalore, San Francisco, Havanna, Santo Domingo und das berüchtigte Medellín. Schon bald beginnt sich sein Reisetagebuch zu füllen, ergänzt von einem regelmäßig gefüllten Youtube-Kanal.

Dabei hat er vorab nie Weiterlesen

Spuren : eine Reise durch Australien / Robyn Davidson

Wenn die Menschen anfangen würden, ihre Phantasien zu leben, wenn sie sich weigern würden, die sinnlose Langeweile hinzunehmen, die ihnen als das Normale angeboten wird, könnte man sie nicht mehr so leicht unter Kontrolle halten. (S. 272-273)

Alice Springs, Australien, in den 1970er Jahren. Die junge Robyn Davidson ist mit einem Ziel ins rauhe Alice Springs gezogen: sie will die Wüste mit Kamelen durchqueren. Das ist ihr – vielleicht naiver – Lebenstraum, der ihrem Dasein neuen Sinn geben soll, und dafür nimmt sie einiges in Kauf: einen Job in der Kneipe, die Schindereien durch Kurt, einen Anbieter von Kameltouren, bei dem sie zwei Jahre schuftet und vieles über Kamele erfährt und ihre zum Teil üblen Unterkünfte bis hin zu einem halbverfallenen Haus.

Endlich, mit siebenundzwanzig Jahren, bricht sie mit ihrem Weiterlesen

Der Beerenmann: von überfälligen Urlauben, den Gefahren des Früchtesammelns, abendlichen Jäger- und Sammlervisionen und den erstaunlichen Fähigkeiten von Dihydrogeniumoxid

Nach einem sowohl beruflich als auch privat ausgesprochen angefüllten, durchaus aber auch erfüllten ersten Halbjahr arbeitete Jarg ab Anfang Juli nur noch auf den Urlaub hin. Dienstlich wurden sämtliche noch zu regelnden Dinge abgeschlossen oder zur Übergabe an die Stellvertretung aufbereitet, daheim alle Antennen auf Urlaub ausgerichtet mit dem Erwerb fehlender oder defekter Ferienausrüstungs-Gegenstände (Sturmfeuerzeug fürs küstennahe Grillen! Neue Outdoorjacke!! Ersatzsatteltaschenpackriemen!!!) und der sorgfältigen Auswahl urlaubsgeeigneter Bücher (Reise- und Expeditionsberichte und der wunderbare neue Roman von Jan Christophersen). Aus monatelanger Hochspannung auf Null fallend, schleppte Jarg mit letzter Kraft am Vorabend des Reisebeginns einen Berg scheinbar urlaubsnotwendiger Familienhabseligkeiten in den Wunderminivan, der seltsamerweise wieder in der Lage war, alles klaglos zu schlucken und trotzdem noch Platz für die Familie bot: ganz offensichtlich handelte es sich um ein Fahrzeug mit magischen Fähigkeiten, da es Weiterlesen

All is lost / Regie & Drehb.: J. C. Chandor. Darst.: Robert Redford. Musik. Alex Ebert.

Mitten auf dem Indischen Ozean. Ein vom Schiff gestürzter 40ft-Container treibt langsam durch die sanfte Dünung, während eine Stimme aus dem Off den Abschiedsbrief eines Mannes an seine Hinterbliebenen vorliest. Nach diesem Prolog erfolgt die Rückblende um acht Tage: ein namenloser alter Segler wird auf seinem Segelboot plötzlich aus dem Schlaf gerissen, als es plötzlich rummst und Weiterlesen

Der Schatz auf Pagensand / Uwe Timm

Das Motiv der Schatzsuche prägt etliche Kinder-und Jugendromane, verbinden sich damit doch Assoziationen von Abenteuer, Gefahr, Geheimnis und freundschaftlichem Zusammenhalt, nicht selten in Kombination mit Elementen von Verrat, Betrug und Ruchlosigkeit, denen die Hauptpersonen trotz ihres Alters in der Regel kindliche Phantasie und Kreativität, Witz und jene unerschuetterliche hartnaeckigkeit entgegensetzen, die ein Ziel verfolgende Kinder auszeichnet. So ist es bei modernen Interpretationen dieses Motivs von Seeräubermoses bis …, von der Klassiker wie der Schatzinsel oder …. ganz zu schweigen.

Uwe Timms Abenteuer spielt im Jahr 1954 in Hamburg. Benno, Georg, Jan und Jutta, alle um die 11 Jahre alt, stehen kurz vor Ende des Schuljahres. Der aufgeweckte, intelligente Benno, der aus einfachen Verhältnissen stammt, hat Probleme mit der Rechtschreibung, wird von seinem Deutschlehrer fies gemobbt und das Gymnasium verlassen müssen. Georg , Jan und Jutta sind zunächst skeptisch, als er ihnen vorschlägt, auf einer Elbinsel nach Störtebekers Schatz zu suchen. Doch Benno, der alles zu dem Thema gelesen und sogar im Staatsarchiv recherchiert hat, überzeugt die drei: sie legen ihr Taschengeld zusammen und Weiterlesen

Fatzversion des Film am Mittwoch: The world’s largest floating library

Ärgerlich, aber das passiert: man bloggt abends mit dem neuen Android-Tablet, das man gerade für jemanden einrichtet – und schon geht es schief und der geplante Beitrag erscheint ohne Weiterlesen

Eine Reise, ein Buch : wie man einem Krokodil entkommt (und eine Französin küsst) / Nigel Holmes

Vielleicht wäre mein Leben anders verlaufen, wenn ich damals gewusst hätte, wie man eine Australierin küsst – und das auch noch in Berlin? Wer weiß das schon? Anders heisst ja auch nicht unbedingt besser und in Australien drohen ja auch so manche Gefahren in Form von Würfelquallen und giftigen Kröten. Fest steht jedenfalls, dass man sich nicht nur aufs Küssen, sondern vor allem auch auf das Reisen stets gut vorbereiten sollte und es immer gut ist, auf lokale Unabwägbarkeiten vorbereitet zu sein.

Da kann es nicht schaden, zu Nigel Holmes „Eine Reise, ein Buch“ zu greifen: auf prägnante Art liefert er Weiterlesen

The wildest dream : Mythos Mallory – Die Eroberung des Everest / Regie: Anthony Geffen. Mit Conrad Anker […]

„Why did you want to climb Mount Everest?“ This question was asked of George Leigh Mallory, who was with both expeditions toward the summit of the world’s highest mountain, in 1921 and 1922, and who is now in New York. He plans to go again in 1924, and he gave as the reason for persisting in these repeated attempts to reach the top, „Because it’s there.“

Dieser eine Satz, den der berühmte Bergsteiger George Mallory auf die Frage antwortete, warum er auf den Everest steigen woll – „Weil er da ist“ – gehört zu den berühmten Zitaten des 20. Jahrhunderts, hat sich mittlerweile von seinem Urheber gelöst und steht auch in abgewandelten Formen für manchen mittlerweile nicht mehr nur als Erklärung für die Faszination des Extremen, sondern verknüpft sich tief mit der ausgesetzten Existenz des Menschen, seiner Neugier und seinem Entdecker- und Lebensdrang.

Im Jahr 1999 findet der an der „Mallory and Irvine Research Expedition“ teilnehmende amerikanische Bergsteiger Conrad Anker die Leiche des seit 1924 am Mount Everest in über 8500 Meter Höhe vermissten britischen Bergsteigers Mallory. Die Untersuchung der Leiche führte zur der schon in den 20er Jahren gestellten Frage, ob Weiterlesen

Kim & Struppi: Ferien in Nordkorea / Christian Eisert



[…] Nicht zu vergessen der schwarze Lautsprecher, der neueste Meldungen der Staatsführung, Aufforderungen zu fleissiger Arbeit und schöne Marschmusik am Morgen in die heimischen vier Wände brachte. Solche Lautsprecher hängen in fast allen nordkoreanischen Wohnungen und können von den Bewohnern weder an- noch ausgeschaltet werden. die Apparate sind auf den Staatssender geeicht. Eichbeamte überprüfen regelmäßig, ob manipuliert wurde. Auf das hören südkoreanischer sender steht die Todesstrafe. (S. 167)

Unzweifelthaft ist Nordkorea ein seltsames Land mit einem absurden Personenkult um den lebenden Diktator und seine toten Vorgänger, massiver Unterdrückung der Bevölkerung und einem durch selbst entwickelte Atomwaffen und eine verhältnismäßig große Armee aufgebauten Bedrohungszenario, dass zumindest für die Region nicht zu unterschätzen ist.

Der 1972 geborene TV-Autor und Satiriker Christian Eisert wuchs in der DDR auf und war als Kind fasziniert vom Foto einer bunten Wasserrutsche, die der damalige Diktator und Staatsgründer in einem Vergnügungspark errichten liess. Gut 25 Jahre später riest er an der Seite der Fotoreporterin Thanh Hoang nach Nordkorea – vorgeblich, um Weiterlesen

Gebrauchsanweisung für Brasilien / Peter Burghardt

Es ist schon eine Weile her, dass ich das letzte Mal in Brasilien war. Aber die Faszination für dieses Land hat mich nach einigen Reisen dorthin nie ganz losgelassen: zu intensiv waren die Eindrücke und Erfahrungen mit Land und Leuten. Deshalb geraten Brasilien auch immer wieder in den Wahrnehmungsbereich meines Medienradars – was dann zur Lektüre von Büchern wie diesem führt.

Peter Burghardt hat geraume Zeit für die Süddeutsche Zeitung aus Lateinamerika berichtet und ist nach seinen ersten besuchen in Brasilien in den 1980er Jahren immer wieder in das Land zurückgekehrt. In „Gebrauchsanweisung für Brasilien“ zeigt er kenntnisreich viele Aspekte und Facetten dieses Landes, das sich in den letzten dreissig Jahren enorm verändert hat. Die brasilianische Mentalität mit all Weiterlesen

Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich / Helge Timmerberg

Reichtum ist auch nur ein Sandkasten auf dem Spielplatz unserer Träume, und das Wesen der Träume ist, dass wir sie verliren, wenn sie in Erfüllung gehen. (S. 251)

Als junger Mann erfährt Helge Timmerberg von einem nur lose überlieferten Märchen namens „Die Perlenkaravane“ und ist fasziniert sowohl von der Geschichte als auch von der scheinbaren Entdeckerin, Elsa Sophia von Kamphoevener, die nach eigenen Angaben in jungen Jahren als Mann verkleidet durch das osmanische Reich zog und vom Märchenerzähler Mazarlyk-dji Fehim Bey den Titel eines Maddah (Märchenerzählers) erhielt. Er und zwei seiner Freunde sind wie elektrisiert und planen fortan über viele Jahre einen Film über Kamhoevener und das Märchen, für den sie sogar namhafte Filmschaffende begeistern und Geld an Land ziehen können.

Fast dreissig Jahre wird Timmerberg auch und immer wieder in Sachen Kamphoevener reisen und sich dabei nicht nur Weiterlesen

Sound of Heimat : Deutschland singt / ein Film von Arne Birkenstock und Jan Tengeler

»Dieselben Menschen, die feuchte Augen bekommen, wenn ein alter Indio in den Anden zum tausendsten Male ›El Cóndor Pasa‹ in seine Panflöte bläst, kriegen Pickel, wenn man sie auf die Melodien ihrer Heimat anspricht.« (Hayden Chisholm)

Ein Cover mit Hirschgeweih, Omasofa und dem Wort „Heimat“ auf Jargsblog? Was soll das denn werden? Ja, ich weiß. Aber es steht „Sounds of …“ über dem Wort Heimat. Und darunter „Deutschland singt!“. Das reicht nicht? Nein, tut es auch nicht. Denn diesen Film muss Weiterlesen

Warum landet Ihr Kommentar nicht? Über Zeit, Verdichtung und den ganz normalen Alltag

Geht es Ihnen auch manchmal so? Auf der Arbeit haben Sie mehrere Projekte am Laufen, die Arbeitsgruppensitzungen häufen sich alle in einem kurzem Zeitraum und die beiden neuen Teammitglieder wollen auch beachtet und angemessen eingeführt werden? Dann ist da noch die Familie, die auch berechtigt Aufmerksamkeit fordert, vollen Einsatz und jenen Grad von Wachheit, der einem nach einem 10stündigen Arbeitstag manchmal trotz eines abendlichen Espressos schwer zu halten fällt.

Es gibt es da noch die Weiterlesen

Die tollkühne Rückkehr von JanBenMax / Zoran Drvenkar

Drei Tage waren JanBenMax verschwunden – und kehren zur Erleichterung ihrer Eltern und ihres Onkels heim. Doch sie haben sich verändert: Jan hat Weiterlesen

Die tollkühnen Abenteuer von JanBenMax / Zoran Dvrenkar

Immer wieder Mittwochs geschieht es: Mutter fällt ganz plötzlich ein, dass sie jetzt unbedingt wegmuss. Dann kommt die alte Frau Metzler von oben, um auf die Brüder Jan, Ben und Max aufzupassen. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn nach dem üblichen Weiterlesen

Irgendwie hatten wir uns das anders vorgestellt : der Traum vom perfekten Urlaub / Martin Hecht

„Ob ein Urlaub gelingt oder nicht: am Ende liegt es nur an uns selbst. Der dreckigste Strand, die übelste Herberge und der mieseste Fraß im Restaurant können nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein gelungener Urlaub keineswegs von äußeren Faktoren abhängt. Es geht am Emde immer um ein Talent, eine erfüllte Zeit erleben zu können. […]. In jeder Urlaubsreise ist der Weg angelegt, wie wir diese innere Erfüllung finden könne. Denn freie Zeit motiviert uns immer, uns auf die Suche nach uns selbst zu begeben. Und fast immer ist es so: wer suchet, der findet. (S. 297)“

Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt: ich lese ja gerne Bücher über das Reisen und erwartete mehr oder weniger lediglich ein solides Buch über missglückte Reise und darüber, wie man es besser machen könnte. Im schlimmsten Fall hätte ich eines jener Bücher erwischt, die bissig über alle möglichen Dienstleistungen herziehen, nach dreissig Seiten jedoch unglaublich zu langweilen beginnen.

Doch das Buch von Martin Hecht erwies sich als weitaus mehr: es ist überaus Weiterlesen

Wandern mit Jargsblog: Schiefer geht es nicht?

Wer Kindern das Wandern nahebringen und die Lust daran erhalten will, wird oft nach Rundwanderungen Ausschau halten, die nicht zu lang sind, abwechslungsreiche Wege bieten und immer wieder die eine oder andere Attraktion am Wegesrand zu bieten haben. Unser Kurzurlaub im Nahetal im letzten Oktober in der relativ hässlichen Stadt Bad Kreuznach bot uns mehrere solcher Rundkurse in der Umgebung. Darunter war auch diese Tour, die uns gleich am ersten Tag zu gleich drei Attraktionen führte.

Von einem Parkplatz aus ging es Weiterlesen

Von Napoleon lernen, wie man sich vorm Abwasch drückt / Sebastian Schnoy

Wer wie ich das Glück hatte, Sebastian Schnoy einmal auf der Bühne zu erleben, wird beeindruckt gewesen sein von seiner Eloquenz, seinem scharfen Blick auch auf scheinbar Nebensächliches und seinem feinen Humor. wenig bekannt dürfte vielen sein, dass Schnoy von Hause aus Historiker ist, der erst nach dem Studium zum Kabarettisten wurde.

Mit „Von Napoleon lernen, wie man sich vorm Abwasch drückt“ legt er nun eine Geschichte Europas vor, die übliche Elemente der Geschichteschreibung wie Kriege und Krönungen Weiterlesen

Vier Jahre auf See und immer noch auf Kurs?

Da bloggt einer so munter vor sich hin und plötzlich fällt ihm ein, welches Datum heute ist. Der 5. Februar. Da war doch was? Richtig: der dritte punische Krieg endete vor 2160 Jahren mit der Eroberung von Karthago. Aber das war es nicht. Vielleicht dies: Vor 300 Jahren wurde Johann Gottlieb Gledtisch geboren, der sich intensiv mit der Sexualität der Pflanzen und der Rolle der Insekten bei der Bestäbung befasste. Aber auch das war es nicht, woran ich mich heute erinnern sollte. Geburtstag von Alan Llloyd Hodkin, dem britischen Biochemiker, der bedeutende Erkenntnisse im Bereich der Neuronen erlangte?

Neuronen! Dieses Stichwort bringt endlich die meinigen zum Feuern, nachdem die Kaffeekanne bis zur Neige geleert und der körpereigene Weiterlesen

Der Atem der Welt : Roman / Carol Birch

„Mein Herz klopfte laut und ängstlich in meinem Ohr, das ich ins Kissen gedrückt hatte. So lange ich lebe, werde ich nicht weise sein. Werde niemals verstehen, warum es so geschah, wie es geschah, niemals verstehen, wohin sie gegangen sind, all jene Gesichter, die ich so deutlich in der Dunkelheit sehe. Es gibt keine dritte Möglichkeit, sondern schlicht und einfach nur: Leben oder Sterben. Jeder Augenblick eine Blase, die platzt. Geh weiter, einen Schritt und noch einen, immer weiter, auf einem Regenbogen aus Trittsteinen, jeder platzt leise, wenn Dein Fuß ihn berührt und weiterläuft. Bis ein Schritt nur leere Luft trifft. Bis dieser Schritt erfolgt, leb!“ (S. 373)

London in den 1850er Jahren. In den heruntergekommenen Docklands herrschen üble Zustände, sind die Menschen getrieben von Armut, Hunger und Gewalt. Jaffy wächst dort in äußerst armen Verhältnissen heran. Als 8jähriger begegnet er fasziniert und furchtlos auf offener Straße einem entlaufenen Tiger, der ihn im Maul davonträgt. Gerettet durch den Tierhändler Charles Jamrach, wird er von diesem angestellt und heuert als Heranwachsender zusammen mit seinem besten Freund Tim auf einem Walfänger an, um einen echten Drachen zu fangen. Zusammen erleben sie das rauhe Leben auf See und bereisen den Indischen Ozean.

Doch auf dem Rückweg von der erfolgreichen Reise Weiterlesen

Jargsblogs beste Bücher 2013: Sachbücher

Da der despotische Chefredakteur von Jargsblog Urlaub hatte, die Vertretung im Zimtsternkoma unter dem Redaktionsschreibtisch lag, der Blogadministrator an einem Stück kalter Pizza erstickt ist und der Praktikant vom 20. Dezember bis zum Neujahrsmorgen versucht hat, seinen Tetris-Highscore zu brechen, erscheint die Weiterlesen

Im Jahr des Tigerochsen / Christian Y. Schmidt

Christian Y. Schmid, der in China wohnende, mit einer Chinesin verheiratete Ex-Titanic-Redakteur hat schon zweimal in Buchform über China berichtet (vergl.: „Allein unter 1,3 Milliarden„) und dabei neben journalistischer Distanz und Akribie auch bewiesen, dass er spannend und – wo angebracht – humorvoll schreiben kann. Mit „Im Jahr des Tigerochsen“ legt er ein weiteres Buch über das fernöstliche Riesenland vor.

Nach Jahren in China hat er mittlerweile einen eigenen Blick für landestypische Eigenheiten entwickelt, manche Verhaltensweisen angenommen, manche westlichen Betrachtungen über China einem kritischen Urteil unterzogen und sie nicht selten revidiert. „Im Jahr des Tigerochsen“ beruht überwiegend aus Kolumnen, die in der „taz“ erschienen sind. Der Autor reflektiert darin nicht nur über seine Erfahrungen in Peking, sondern geht auch spezifischen Fragestellungen nach, denen er im Laufe seiner chinesischen jahre begegnet ist und die zu klären er etliche Reisen auf sich nimmt.

So geht er der Frage nach den prügelnden Chinesinnen und der auf den ersten Blick nicht erkennbaren Verbindung zum Weiterlesen

Die Insel / Marije & Ronald Tolman

Wir sind ihm bereits in „Das Baumhaus““ begegnet: dem Eisbären, dem wir auch in diesem Buch begegnen.

Wieder begleiten wir den Eisbären – ganz ohne Worte – bei seinen Abenteuern, die diesmal Weiterlesen

Süsses Gift : Hilfe als Geschäft / Regie: Peter Heller

An Weihnachten wird ja immer gern mit dem Klingelbeutel durch die Gegend gerannt, wird zu Spenden aufgerufen, an das schlechte Gewissen appelliert und munter und millionenfach an Hilfsorganisationen überwiesen. Seit fünfzig Jahren wird im Rahmen von Entwicklungshilfe auch in Afrika massiv investiert, wurden insgesamt über 450 Milliarden Euro in diverse Projekte gesteckt mit dem Ziel, Entwicklung zu befördern. Derzeit arbeiten über 40.000 Mitarbeiter verschiedenster Hilfsorganisationen in Afrika, während der Anteil subsaharischer Länder am Welthandel stetig gesunken ist. Anlass genug für den unbequemen Dokumentarfilmer und Afrikakenner Peter Heller, einmal genauer hinzuschauen und sich am Beispiel von drei Projekten in Tansania, Mali und Kenia anzuschauen, was genau ankommt bei den Menschen und ob sich tatsächlich etwas verbessert hat. Vor Ort besucht er Projekte, spricht mit afrikanischen Intellektuellen und mit professionellen Entwicklungshelfern.

Schnell wird deutlich, wie sehr die massive Entwicklungshilfe in Afrika die Ausbildung lokaler wirtschaftlicher Kraft Weiterlesen

Living in Japan / Photos Reto Guntli. Text Alex Kerr und Kathy Arlyn Sokol

Wohnungen und Häuser bieten dem Menschen nicht nur Schutz vor der Aussenwelt, vor Wetter und anderem natürlichen oder gar menschlichen Unbill, sondern definieren auch Grenzen und mögliche Öffnungen zwischen dem einzelnen Menschen und seiner Umwelt, schaffen Raum für Begegnung und Rückzug und können die Art beeinflußen, wie wir auf die Welt und auf uns selbst blicken.

Japan und seine Bauten haben großen Einfluss auf die Entwicklung der westlichen Architektur ab Ende des neunzehnten Jahrhunderts gehabt: die sachliche, reduzierte Gestaltung, die Verbindung von Raum und Natur und der gerasterte Aufbau faszinierten und faszinieren viele Architekten. In „Living in Japan“, einem neu aufgelegten Fotoband von Reto Guntli mit deutschen, englischen und französischen Texten, begegnen wir japanischer Wohnarchitektur im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne.

Die opulenten Bilder entführen uns in Weiterlesen

In Bedrängnis : Roman / Richard Hughes. Deutsch von Michael Walter

„Das heißt, sie waren allein bis auf die Delphine. Denn als der Vordersteven des Schiffs das violette Glas durchschnitt, pflügte er glitzernde, schneeweiße Schaumberge auf; und etwas Schöneres als die tief im Inneren des Glases tanzenden Delphine hatte ich noch nie gesehen. Ein Dutzend Tiere, mächtig, viel größer als ein Mensch, am Rücken olivbraun, die Flanken und der Bauch von einem leuchtenden Blassgrün; ihre Form: Gestalt gewordene Geschwindigkeit. Die spitze Schnauze vor der wulstigen Stirn teilte das Wasser perfekt, und hinter der rudernden Schwanzflosse schloss es sich wieder, so als sei nichts gewesen. Meistens tanzten sie paarweise, glitten vor dem Steven hin- und her wie Schlittschuhläufer, dann kreuzten sie – einer oben, einer unten – übereinander hinweg, drehten sich um die eigene Achse, ein silbrig grünlicher Blitz tief unter Wasser, stiegen nach oben, bis ihre Rückenflosse die Luft wie eine weiße Feder durchtrennte, schnellten hoch wie kraftstrotzende Meerjungfrauen, haltlos vor Glück, warfen sich im Sprung auf den Rücken bald zu zweit, manchmal zu dritt, zu viert oder auch zu fünft. Plötzlich schossen zwei davon und verließen das Schiff; aus dem Nichts tauchten zwei neue auf, kreuzten den Bug und gesellten sich zu dem himmlischen Wasserspiel“. (S. 25)

Der Kampf des Menschen gegen die Gewalten der Natur ist ein immer wiederkehrendes Thema in der Literatur: die Bandbreite reicht dabei vom Weiterlesen