Onkel Oswald und der Sudankäfer / Roald Dahl

Der Erzähler bekommt eine Lieferung merkwürdiger Holzkisten und entdeckt darin die Tagebücher seines verblichenden Onkels Oswald, eines reichen Lebemannes und berüchtigten Frauenverführers. Posthum veröffentlicht er zwei der Tagebücher – und wird nach dem zweiten Band überrannt von Anfragen und Angeboten: denn Onkel Oswald war der Entdecker eines Parfums von wahrhaft gigantischer aphrodisischer Potenz war, dass jeden Mann sofort willenlos und leidenschaftlich einer Frau verfallen liess, die danach duftete. Alle Welt scheint nach diesem Parfum zu fragen und dem Erzähler werden höchste Summen geboten für eine Substanz, von der er tatsächlich nicht ein Tröpfchen besaß.

Der Erzähler wagt es Jahre nach diesen dramatischen Folgen der Publikation, einen weiteren Band zu veröffentlichen: wohl ahnt er, dass die damit verbundenen Enthüllungen viele Freunde und Familienangehörige erschüttern könnten, schätz aber ihren wissenschaftlichen und historischen Wert wesentlich und die daraus folgende Notwendigkeit der Veröffentlichung höher ein.

Tatsächlich nämlich ist sein Onkel Weiterlesen

Die Kinder des Monsieur Mathieu / Regie: Christophe Barratier. Darst.: Gérard Jugnot ; François Berléand ; Kad Merad …

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Vorgeschichte: der erfolgreiche Dirigient Pierre Morhange fliegt von New York nach Frankreich, um seine Mutter zu beerdigen. Danach trifft er Pépinot, mit der als Kind ein berüchtigtes Internat für schwer erziehbare Jugendliche besucht hat. Von ihm erhält er das Tagebuch ihres ehemaligen Lehrers und Aufsehers Clément Mathieu, der 1949 als erfolgloser Musiker an dem Internat ein Auskommen sucht.
Als Clément Mathieu 1949 an das Internat kommt, steht es Weiterlesen

Die tollkühnen Abenteuer von JanBenMax / Zoran Dvrenkar

Immer wieder Mittwochs geschieht es: Mutter fällt ganz plötzlich ein, dass sie jetzt unbedingt wegmuss. Dann kommt die alte Frau Metzler von oben, um auf die Brüder Jan, Ben und Max aufzupassen. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn nach dem üblichen Weiterlesen

Tage des letzten Schnees : Roman. (Ein Kimmo-Joentaa-Roman ; 5) / Jan Costin Wagner

„Sie begann abzuräumen, zuerst den unberührten Teller, der vor einem unbesetzten Stuhl stand. Dann alles andere. Lasse Ekholm saß wie erstarrt, und Joentaa stand auf und begann, beim Abräumen zu helfen. Er erinnerte sich an den Tag nach Sannas Tod. Er hatte ähnlich gehandelt und vermutlich ähnlich empfunden.
Er hatte Sanna sterben sehen, in der Nacht, aber nicht begriffen, dass es wirklcih passiert war. Am Morgen danach hatte er auf dem Steg am See gelegen und war eingeschlafen, in einem Moment, in dem er glaubte, nie mehr schlafen zu können. Und dann war er zur Arbeit gegangen, hatte normale Dinge getan, normale Worte gewechselt, obwohl nichts mehr normal gewesen war, und dann war er in eine Ermittlung abgeglitten, die eine Art Linderung gebracht hatte, weil sie sich ebenso surreal angefühlt hatte wie der Gedanke an Sannas Tod“. (S. 83-84)

Kimmo Joentaa, der melancholisch-deppressive Kommissar im finnischen Turku, den wir zuletzt in „Das Licht in einem dunklen Haus“ erlebt haben, lebt weiterhin in seinem einsamen Haus am See, beglückt, wenn die Frau, die er liebt und die sich Larissa nennt, unvermittelt bei ihm auftaucht nach langen Wochen oder Monaten unerklärter Abwesenheit.

Es ist Mai, es hat geschneit und Joentaa muss in zwei Fällen ermitteln: zum einen bei einem schweren Unfall mit Fahrerflucht, dem ein 11jähriges Mädchen zum Opfer fiel. Zum anderen im Fall der zwei Toten, die wie Weiterlesen

Open Range : Weites Land / Regie: Kevin Costner. Darst.: Kevin Costner ; Robert Duvall ; Annette Bening ; Michael Gambon ; Michael Jeter

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Freegrazer sind Cowboys ohne Land, die ihre Rinderherden über nicht eingezäuntes, freies Weideland treiben. Boss Spearman (Robert Duvall) ist ein solcher Freegazer, und zusammen mit Kriegsveteran Charley Waite (Kevin Costner), dem starken, aber sanften Mose und dem jungen Grünschnabel Button treiben sie gemeinsam ihre Rinder über das Land und halten bei allem zusammen, was sich ihnen an Unbill in den Weg stellt.

Doch als sie Harmonville erreichen, scheint es vorbei zu sein mit der friedlichen Reise. Das Dorf und seine eingeschüchterten Bewohner werden von dem herrschsüchtigen und brutalen Rancher Denton Baxter und seinen Leuten kontrolliert, dem die Freegrazer ein Dorn im Auge sind. Als Spearman nicht auf seine Auffoderung reagiert, das freie Weideland zu verlassen, Weiterlesen

Fuchs ganz nah : die Geschichte einer Freundschaft / Klaus Echle ; Anna Rummel

Füchse habe ich schon immer als schöne und faszinierende Tiere empfunden und mich immer gefreut, wenn ich in freier Wildbahn mal eines der scheuen Tiere entdecken konnte. Füchse sind ja mittlerweile nicht nur in Wald und Flur, sondern auch in den Städten anzutreffen, da das Nahrungsangebot dort für sie oft reichhaltiger und attraktiver ist als in der durch die Landwirtschaft verkargten Landschaft ausserhalb menschlicher Ansiedlungen.

Die Forstwirtin Anna Rummel wird an einem schönen Maiabend auf ihrem Hochsitz von einem Weiterlesen

Der Himmel über Greene Harbour : Roman / Nick Dybek

„Es regnete im Herbst, im Winter und im Frühling. Der Himmel hob und senkte sich; der Ozean zog sich zurück und rauschte heran, aber bis zu jenem Sommer, in dem ich vierzehn Jahre alt wurde, blieb Loyality Island so, wie es war.“ (S.12)

Die gesamte Existenz der Menschen in Loyalty Island auf der Olympic-Halbinsel im Nordwesten der USA hängt seit vielen Jahrzehnten unabdingbar vom Fischereiunternehmen der Familie Gaunt ab: alljährlich, wenn der Sommer vorbei ist, fahren die Männer für Monate tausende Meilen nach Norden in die arktische See, um zu fischen, und lassen ihre Familien zurück.

Auch der 14jährige Cal sieht seinen Vater dann für lange Zeit nicht, da er noch zu jung ist, um mit hinauszufahren. Doch er ist erwachsen genug um zu wissen, dass der gesamte Ort an dem Betrieb der Gaunts hängt. Auch spürt er, dass es um die Ehe seiner Eltern nicht besonders gut bestellt ist: ständiger Streitpunkt zwischen seinen Eltern ist, ob auch er mit auf See fahren darf, was seine Mutter strikt ablehnt. Sie, eine lebenslustige Frau, die vor vielen Jahren wegen Cals wortkargem Vater Henry aus Kalifornien herzog, ist erkennbar unglücklich mit ihrem Leben und zieht sich oft in einen eigens von seinem Vater eingerichteten Kellerraum zurück, in dem sie ihre geliebten Platten hört, ab und zu vom alten John Gaunt beuscht wird und zu vergessen versucht.

Doch in diesem Sommer Weiterlesen

Irgendwie hatten wir uns das anders vorgestellt : der Traum vom perfekten Urlaub / Martin Hecht

„Ob ein Urlaub gelingt oder nicht: am Ende liegt es nur an uns selbst. Der dreckigste Strand, die übelste Herberge und der mieseste Fraß im Restaurant können nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein gelungener Urlaub keineswegs von äußeren Faktoren abhängt. Es geht am Emde immer um ein Talent, eine erfüllte Zeit erleben zu können. […]. In jeder Urlaubsreise ist der Weg angelegt, wie wir diese innere Erfüllung finden könne. Denn freie Zeit motiviert uns immer, uns auf die Suche nach uns selbst zu begeben. Und fast immer ist es so: wer suchet, der findet. (S. 297)“

Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt: ich lese ja gerne Bücher über das Reisen und erwartete mehr oder weniger lediglich ein solides Buch über missglückte Reise und darüber, wie man es besser machen könnte. Im schlimmsten Fall hätte ich eines jener Bücher erwischt, die bissig über alle möglichen Dienstleistungen herziehen, nach dreissig Seiten jedoch unglaublich zu langweilen beginnen.

Doch das Buch von Martin Hecht erwies sich als weitaus mehr: es ist überaus Weiterlesen

Gibt das Blasen an den Füßen?

Gänzlich unerwartet entschlief heute Nacht unser Wlan-Zugang und war trotz intensivmedizinischer Wiederbelebungsmaßnahmen wie Steckerziehen, Reset oder sanftem Streicheln über das Netzteil nicht wieder zum Leben zu bringen. Auch Drohungen und unflätige Flüche nutzten nichts.

Wir trauern zusammen mit Weiterlesen

Zitat am Freitag: Humboldt über den Sinn der Wissenschaft

„In einem Zeitalter, wo man Früchte oft vor der Blüte erwartet und vieles darum zu verachten scheint, weil es nicht unmittelbar Wunden heilt, den Acker düngt, oder Mühlräder treibt, […] vergißt man, daß Weiterlesen

Die gelbflügelige Grabwespe : ein elektroakustisches Hörbuch / Jean-Henri Fabre. Vorgelesen von Gert Heidenreich

Hörbücher gehören ja eher selten zu meinem Beutespektrum bei Bibliotheks- und Buchhandlungsbesuchen. Dennoch findet gelegentlich eines den Weg in meine Kopfhörer. Dieses Hörbuch aber ist etwas ganz besonderes, denn es wurde mir zur echten Entdeckung eines Autors und Forschers, von dem ich zwar wusste und dessen Bücher mir vor vielen Jahren von einem geschätzten Freund und Kollgenen geschenkt wurden, die ich bisher aber nicht gelesen habe.

Der französische Naturwissenschaftler, Dichter und SchriftstellerJean-Henri Fabre wurde 1823 geboren und gilt als einer der ersten Verhaltensforscher, der seinen Schwerpunkt vor allem auf Insekten legte, in seinem Fach einen Ruf als begnadeter Pädogoge hatte, etliche populärwissenschaftliche Sachbücher für Jugendliche schrieb und aufgrund seiner auch sprachlich-literarisch ansprechenden Schreibweise 1912 für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen wurde. Die Werke des genau beobachtenden und beschreibenden Forschers wurden in viele Sprachen übersetzt und sind auch heute noch erhältlich. Er starb hochbetagt 1915.

In „Die gelbflügelige Grabwespe“ geht es im Wesentlichen nur um Weiterlesen

Weglaufen beim Zuhören? Über Hörbücher, Lauftraining und vergessene Zeit.

Bekanntermaßen sind Hörbücher (im Gegensatz zu Hörspielen) ja nicht so ganz meine Welt: ich brauche meistens doppelt so lang, weil ich dabei gerne einschlafe (für weitergehende Informationen hier klicken), was zudem deutlich die Gefahr erhöht, mit dem Zug an meiner jeweiligen persönlichen Endhaltestelle vorbeizufahren oder gar – Horrorvorstellung jedes Pendlers – auf dem Abstellgleis zu landen. Beim zweiwöchentlichen Bügeln meiner Hemdenausstattung kommt Hörbuchhören ebenfalls nicht in Frage, weil aus dem CD-Spieler in dem einen Zwillingskinderzimmer bereits „Star Wars – Die dunkle Bedrohung“ und aus dem anderen die kürzlich von meiner Tochter in meinem CD-Regal entdeckten „Gesänge von Buckelwalen“ zu hören sind.

Hörbuchhören beim Duschen scheidet ebenfalls aus, weil ich bekennender Kurzkaltduscher bin (irgendwie muss der Sommerurlaub ja finanziert werden) und im Auto geht es auch nicht, weil es meistens meine Frau hat, um damit zur Arbeit oder zum Pferd zu fahren und ich auch nicht einfach mal so nur wegen der schönen Stimme von Gerd Heidenreich nach Berlin und zurück fahren will. Beim gelegentlichen Kochen für die Kinder ist es ebenfalls unmöglich, konzentiert zuzuhören, weil es erstens schnell gehen muss und zweitens immer wieder eingeworfene skeptische Kommentare der Kinder („Was ist das Grüne?“ … „Riecht gut, schade, dass ich sowas nicht esse!“ … „Ich will Müsli!“) ebenfalls nicht hörförderlich sind.

Trotzdem ich zumindest im Winterhalbjahr, wenn mich mein Lauf-Rundkurs aufgrund der Dunkelheit nur mehrfach um den Zoo führt, gelegentlich beim Joggen Musik höre, bin ich bisher auch nicht auf die Idee gekommen, einmal beim Laufen einem Hörbuch zu lauschen. Wenn ich die große Runde durch den nahen Wald laufe, verzichte ich sowieso grundsätzlich auf die Mitnahme des MP3-Players, weil ich dann lieber offene Ohren für die Natur um mich herum habe.

Doch jetzt ist es doch passiert: ich habe mir bei einem abendlichen Lauf um den Zoo ein Hörbuch auf die Ohrschnittstelle gelegt. Prompt bin glatt zwanzig Minuten länger gelaufen als geplant und vorgesehen, weil es so unglaublich spannend war, dass ich nicht aufhören konnte. Bedeutet das jetzt, dass

a) Hörbücher bald zu den Dopingmittel zu rechnen sind?
b) der nächste Hamburg-Marathon für mich problemlos zu bewältigen ist und ich mich schon mal für den Iron-Man auf Hawai im Oktober bewerben kann?
c) ich mir niemals die komplette Lesung von Herman Melvilles „Moby Dick“ beim Laufen anhören sollte, weil ich dann vermutlich nicht mehr nach Hause komme, sondern irgendwann Tage später erschöpft und verwirrt in München aufgegriffen werde und auf die Frage, wer ich bin, nur noch „Nennt mich Ismael!“ stammeln kann?

Man weiß es einfach nicht. Vielleicht lag es auch am Thema des Hörbuches, nämlich der „gelbflügeligen Grabwespe“. Oder an Gerd Heidenreich. Vielleicht beeindrucken mich Erzählungen über gelbflügelige Grabwespen, die Gerd Heidenreich heissen – pardon: von ihm vorgelesen werden – derart, dass ich – ähnlich emsig wie dieses Tier gräbt – nicht mehr aufhören kan zu laufen. Zum Glück für mich: unaufhörliches Graben wäre nicht so gut gewesen in Anbetracht der naheliegenden U-Bahn-Schächte.

Fest steht, dass die Schilderungen Jean-Henri Fabres über das erwähnte Insekt, die Gerd Heidenreich gewohnt schön vorliest, mich dermaßen beeindruckt haben, dass an dieser Stelle in Kürze die Rezension zu diesem dopingverdächtig beeindruckenden Hörbuch zu finden sein wird und ich beim nächsten Laufen „Der heilige Pillendreher“ (gleicher Autor, gleicher Vorleser) auf die Ohrschnittstelle lege. Hauptsache, ich schiebe danach nicht völlig versunken rückwärts Autos durch die Gegend und vergrabe sie im Garten.

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Die allerbeste Prinzessin / Ursula Poznanski ; Sybille Hein

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Man kennt das ja. Es war einmal eine Prinzessin, die war schön und sollte heiraten … und dann kommt der Prinz, der schon Drachen getötet hat und ünerhaupt ein echter Kerl ist und nimmt sie zur Frau. Nicht so bei „Die allerbeste Prinzessin“!
Bianca, Violetta und Rosalind sind natürlich auch wunderschön, aber sonst so gar nicht, wie Prinzessinnen sind, den sie treiben mit ihren Streichen und Streitereien ihren Vater, den König, oft genug zur Weissglut. Der beschliesst: Prinzen müssen her und die beiden heiraten. Dann ist endlich Ruhe.

Doch trotz umfangreicher postalischer Werbemaßnahmen lässt sich kein Prinz blicken, entschuldigen sie sich alle mit dringen nötigen Schwertkämpfen, Drachenjagden und ähnlichem. Nur der langweilige Waldomir nicht. Doch bevor der kommt, geraten sich Weiterlesen

Die amerikanische Nacht / Marisha Pessl

„Als Künstler muss man sich doch fragen, wofür das alles gut sein soll. Wir leben länger, sitzen allein vor unseren Bildschirmen und bewegen uns in sozialen Netzwerken, und unsere Gefühle flachen immer mehr ab. Bald sind sie bloß noch ein Gezeitentümpel, dann noch ein Fingerhut von Wasser, dann ein mikrofeiner Tropfen. Es heisst, dass wir in den nächsten zwanzig Jahren mit Computerchips verschmelzen werden, um das Altern zu verhindern und unsterblich zu werden. Wer will den ewig leben, wenn er eine Maschine ist?“ (S. 80)

Es gibt Bücher, die entwickeln mit fortschreitender Lektüre einen ganz eigenen Sog, der einen nach und nach tief in die Geschichte hineinzieht und dazu bringt, trotz des durch über 700 Seiten bedingten Gewichtes das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu wollen. So ging es mir mit Marisha Pessl Debütroman „Die alltägliche Physik des Unglücks“ – und so ging es mir erneut bei ihrem zweiten Roman, der mit dem ersten so gar nicht zu vergleichen ist.

Der abgehalfterte Enthüllungsournalist und ehemalige Kultautor Scott McGrath hat schon bessere Zeiten gesehen: vor Jahren bei den Recherchen zum geheimnisvollen, düsteren Filmemacher Stanislas Cordova spektakulär in die Irre geführt, muss er sich jetzt mit zweitklassigen Arbeiten über Wasser halten und überdies ertragen, dass er seine Tochter nach der Trennung von seiner Frau nur noch selten sieht.

Doch als die Leiche von Weiterlesen

Flavia de Luce : Schlussakkord für einen Mord / Alan Bradley

England, 1950er Jahre: Die 11jährige Flavia de Luce, experimentiertfreudige Amateurwissenschaftlerin und stets neugierige Hobbydetektivin hat bereits vier Verbrechen gegen alle Widerstände erfolgreich aufgeklärt. Aber das kleine Örtchen Bishop’s Lacey scheint nicht zur Ruhe zu kommen: bei der geplanten Exhumierung der Gebeine des Heiligen Tankred ist natürlich auch die stets neugierige Flavia dabei – und entdeckt prompt in der frisch geöffneten Kirchengruft die Weiterlesen

Das Lächeln meiner Mutter / Delphine de Vigan

Eines Morgens stand ich auf und dachte, ich müsse schreiben, selbst wenn ich mich dazu auf einem Stuhl festbinden müsste, und ich müsste weitersuchen, selbst in der Gewissheit, dass ich nie die Antwort finden würde. Dieses Buch wäre vielleicht genau das, der Bericht über diese Suche, der sein eigenes Entstehen enthält, seine erzählerischen Irrwege, steckengebliebenen Versuche. Aber es wäre dieser zögernde, unvollenedte Impuls von mir hin zu ihr. (S. 41)

Die französische Autorin Delphine de Vigan (auf Jargsblog: No und ich) findet eines Morgens ihre 61jährige Mutter tot in deren Wohnung. Schnell wird klar, dass diese sich das Leben genommen hat. Die Schriftstellerin geht zunächst wie betäubt ihren Verrichtungen nach, nimmt ohne bewusste Erinnerung den Prix des Libraires entgegen, schreibt ihr aktuelles Buch zuende. Doch dann Weiterlesen

Die wunderbare Reise durch die Nacht / Helme Heine

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Am Ende eines jeden Tages kommt irgendwann der Schlaf mit seiner Mondlaterne und macht den großen und kleinen Leuten die Augenlider müde, bis diese dann doch zufallen und Weiterlesen

Über kurz oder lang oder: warum haben manche meiner Bücher einen Beipackzettel?

Kennen Sie das? Sie lesen ein Buch und fangen plötzlich an, auf einem Zettel Seitenzahlen zu notieren, dahinter Ausrufungszeichen zu setzen, Zitatanfänge oder die Namen von im Buch erwähnten Autoren, Orten, Kunstwerken oder Musikstücken?

So ging es mir seit Jahresanfang mit etlichen Büchern, deren Weiterlesen

Von Napoleon lernen, wie man sich vorm Abwasch drückt / Sebastian Schnoy

Wer wie ich das Glück hatte, Sebastian Schnoy einmal auf der Bühne zu erleben, wird beeindruckt gewesen sein von seiner Eloquenz, seinem scharfen Blick auch auf scheinbar Nebensächliches und seinem feinen Humor. wenig bekannt dürfte vielen sein, dass Schnoy von Hause aus Historiker ist, der erst nach dem Studium zum Kabarettisten wurde.

Mit „Von Napoleon lernen, wie man sich vorm Abwasch drückt“ legt er nun eine Geschichte Europas vor, die übliche Elemente der Geschichteschreibung wie Kriege und Krönungen Weiterlesen

Die neun Pforten / Regie: Roman Polanski. Darst.: Johnny Depp, Lena Olin, Frank Langella, Emmanuelle Seigner, […].

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Der Antiquar Dean Corso ist über die Jahre zum Spezialisten für die Beschaffung extrem seltener Bücher geworden, der für seine Auftraggeber mit detektivem Spürsinn und kleinen Betrügereien meist erfolgreich nach den gewünschten bibliophilen Schätzen sucht.

Der reiche Exzentriker Boris Balkan, selber Sammler, engagiert Corso für einen besonderen Auftrag. Er sammelt Bücher, die den Teufel zum Inhalt haben und zeigt Corso ein besonders seltenes Exemplar – „Die neun Pforten ins Reich der Schatten“, geschrieben von Aristide Torchia – das er einem anderen Sammler einen Tag vor dessen Selbstmord abkaufen konnte:

„Das Buch soll einen Weg beschreiben, den Teufel herbeizurufen und in neun Schritten in sein Reich einzuziehen – vorausgesetzt, man ist in der Lage, die versteckten Rätsel des Buches zu entschlüsseln und deren Botschaft richtig zu deuten. Das Buch enthält als Hinweis dazu neun Holzschnitte, welche als eine Art Bilderrätsel die Lösung enthalten sollen. Es wird vermutet, dass der Autor seine Inspiration für sein Werk aus dem Delomelanicon hat, einer Schrift, die angeblich von Luzifer persönlich verfasst wurde. Torchia wurde deswegen von der Inquisition festgenommen und auf dem Scheiterhaufen zusammen mit seinen restlichen Büchern verbrannt.“(Wikipedia, 7.3.2011).

Weltweit soll es nur noch drei Exemplare geben, von denen eines gefälscht ist. Corso soll sie finden und mithilfe von Balkans Exemplar die echten identifizieren. Er macht Weiterlesen

Das ist nicht mein Hut / Jon Klassen

So ein kleiner frecher Fisch kann schon mal auf Ideen kommen. Zum Beispiel, dem großen schlafenden Fisch den Hut zu stehlen. Das wird der bestimmt nicht bemerken. Denn der große Fisch schläft ja und wird bestimmt nicht an den Hut denken, wenn er aufwacht. Und woher sollte er wissen, dass der Weiterlesen

Film am Mittwoch: Project: Library (Episode 3 – Collateral Damage)

Jason und Michael sind durch die Hintertür entkommen und gehen direkt zur Polizei, um die Entführung von Rachel, seiner Ex-Freundin, durch die Bibliothek anzuzeigen. Doch die Polizei rät zu einer gütlichen Eingung mit dem aus ihrer Sicht durch und durch respektablen Bibliotheksleiter. Es scheint keinen Ausweg zu geben, so dass Jason vorschlägt, sich Weiterlesen

So : Roman / Norbert Zähringer

Der junge Bankangestellte Cordt Gummer wird befördert zum Leiter einer Zweigstelle: allerdings liegt die im Niemandsland einer Industriebrache im Osten Berlins und ist in einem Container untergebracht. Leider läuft das Geschäft gar nicht gut, und die einzige Angestellte ist auch bald fort. Damit er nicht mehr Weiterlesen

Film am Mittwoch: Project: Library (Episode 2 – Dinosaur)

„Desperate times call for desperate measures“ (Filmzitat).

Harte Zeiten erfordern harte Mittel, doch es steht auf Messers Schneide für die durch Sparmaßnahmen von der Schließung bedrohte Battersham Library: in Teil 1 hat das Bibliotheksteam entdeckt, dass Michael Foster der Bibliothek 1.000.000 Pounds an Mahngebühren schuldet für das Buch „Rory the Dinosaur“, dass er in den 1980er Jahren entliehen, aber nie zurückgegeben hat. Tatsächlich werden in Teil alle Maßnahmen ergriffwn, um Foster ausfindig zu machen und mit seiner Schuld zu konfrontieren (Teil 1).

Im zweiten Teil spitzt es sich weiter zu: Im Lagezentrum der Bibliothek scheint man mit der militärischen Effizienz von Bibliothekschef Troy Bennett alles im Griff zu haben: Fosters Haus wird überwacht, Einsatzkräfte sind vor Ort und man hat Rachel festgesetzt, Fosters Ex-Freundin steht. Michael Foster und sein Komplize Jason werden Weiterlesen

Point Blank / Regie: John Boorman. Darst.: Lee Marvin ; Angie Dickonson ; Keenan Wynn […]

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Nachdem sie eine Geldübergabe auf der stillgelegten Gefängnisinsel Alcatraz zu ihrem Vorteil benutzt haben, schiesst
Mel Reeves seinen Freund Walker (Lee Marvin) nieder, nimmt seinen Anteil an sich und flieht mit Walkers Frau Lynn. In der Organisation steigt er daraufhin weit auf. Doch Walker hat überlebt – und knapp ein Jahr später Weiterlesen

Jungs sind eben so! / Jean-François Dumont

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Jungs sind doof. Thomas ist auch eine Junge, und die rennen herum, spielen Fußball, rempeln mit Absicht und sind überhaupt nicht nett. Das nervt natürlich. Und dann tritt man als Mädchen schon mal zu. Was auch blöd ist, weil Jungs dann hinter einem her laufen und ganz schön schnell rennen können …

Die festgefahrene Ansicht über Jungs gerät in Weiterlesen

Vier Jahre auf See und immer noch auf Kurs?

Da bloggt einer so munter vor sich hin und plötzlich fällt ihm ein, welches Datum heute ist. Der 5. Februar. Da war doch was? Richtig: der dritte punische Krieg endete vor 2160 Jahren mit der Eroberung von Karthago. Aber das war es nicht. Vielleicht dies: Vor 300 Jahren wurde Johann Gottlieb Gledtisch geboren, der sich intensiv mit der Sexualität der Pflanzen und der Rolle der Insekten bei der Bestäbung befasste. Aber auch das war es nicht, woran ich mich heute erinnern sollte. Geburtstag von Alan Llloyd Hodkin, dem britischen Biochemiker, der bedeutende Erkenntnisse im Bereich der Neuronen erlangte?

Neuronen! Dieses Stichwort bringt endlich die meinigen zum Feuern, nachdem die Kaffeekanne bis zur Neige geleert und der körpereigene Weiterlesen

Sydney Bridge Upside Down : Roman / David Ballantyne

Neuseeland, 1950er Jahre. Calliope Bay ist ein kleiner, abgelegener Ort an der Küste, der schon bessere Zeiten gesehen hat. Seit der Schlachthof geschlossen ist, stirbt der wirtschaftlich ausgeblutete Ort langsam aus. Zu den wenigen Highlights zählt die Ankunft eines Schiffes, das Fracht und selten Besucher nach Calliope Bay bringt. Allgegenwärtig scheint der schweigsame, etwas unheimliche Sam Phelbs, der sein alterschwaches Pferd namens „Sydney Bridge Upside Down“ zur Erledigung kleiner und großer Aufträge durch den Ort treibt.

In Calliope lebt auch der 13jährige Harry. Zusammen mit seinem Vater, der ein Bein verloren hat, und seinem Bruder wartet er in diesem Sommer auf die Rückkehr seiner Mutter, die in die Stadt gezogen ist. Zusammen mit einigen der wenigen Kinder verbringt Harry seine Zeit an der Steilküste und – verbotenerweise – im verlassenen Schlachthof mit seiner unheimlichen, an das massenhafte Töten unzähliger Tiere erinnernden Ausstrahlung.

Doch dann kommt Harrys ältere und wunderschöne Cousine Caroline mit dem Schiff an. Für Harry, der Weiterlesen

Der Atem der Welt : Roman / Carol Birch

„Mein Herz klopfte laut und ängstlich in meinem Ohr, das ich ins Kissen gedrückt hatte. So lange ich lebe, werde ich nicht weise sein. Werde niemals verstehen, warum es so geschah, wie es geschah, niemals verstehen, wohin sie gegangen sind, all jene Gesichter, die ich so deutlich in der Dunkelheit sehe. Es gibt keine dritte Möglichkeit, sondern schlicht und einfach nur: Leben oder Sterben. Jeder Augenblick eine Blase, die platzt. Geh weiter, einen Schritt und noch einen, immer weiter, auf einem Regenbogen aus Trittsteinen, jeder platzt leise, wenn Dein Fuß ihn berührt und weiterläuft. Bis ein Schritt nur leere Luft trifft. Bis dieser Schritt erfolgt, leb!“ (S. 373)

London in den 1850er Jahren. In den heruntergekommenen Docklands herrschen üble Zustände, sind die Menschen getrieben von Armut, Hunger und Gewalt. Jaffy wächst dort in äußerst armen Verhältnissen heran. Als 8jähriger begegnet er fasziniert und furchtlos auf offener Straße einem entlaufenen Tiger, der ihn im Maul davonträgt. Gerettet durch den Tierhändler Charles Jamrach, wird er von diesem angestellt und heuert als Heranwachsender zusammen mit seinem besten Freund Tim auf einem Walfänger an, um einen echten Drachen zu fangen. Zusammen erleben sie das rauhe Leben auf See und bereisen den Indischen Ozean.

Doch auf dem Rückweg von der erfolgreichen Reise Weiterlesen

Alle im Wunderland : Verteidigung des gewöhnlichen Lebens / Matthias C. Müller

„Wie auf einmal die Straße – in einem Coup der frühen Tage – wieder zu einem begehrenswerten Ort, zu einem Platz im Sinne der Lichtung wurde! Lichtung in der Zeit. Kinder spielten wieder Murmeln, hüpften Seil und gingen auf Stelzen“.
(Botho Strauß, Vom Aufenthalt, a.a.O., S. 44)

Eine Streitschrift für das „gewöhnliche Leben“? Eine Buch, in dem der negativ besetzte Begriff „Spiesser“ einmal positiv gewendet und dem allgemein als langweilig empfundenen Alltag Glückspotentiale zugeschrieben werden? In Zeiten der Selbstoptimierung, des allgemeinen Starkultes, des Arbeitens von einem Projekt zum nächsten und der gesamtgesellschaftlich verankerten Haltung, immer das Maximum aus allem und vor allem aus sich selbst herausholen zu wollen, in einer Zeit, in der so lange gesucht wird, bis endlich der Weiterlesen

Gemordet wird immer / Tessa Korber

Lange ist Viktor Anders im Ausland gewesen, hat sich unter anderem als Surflehrer, Kaufhausdetektiv, Kellner und Hausmeister bei einem Zen-Meister durchgeschlagen. Nach dem Tod seiner Eltern kehrt er heim, um als Erbe in das Bestattungsunternehmen Anders einzutreten. Sehr zum Mißfallen von Miteigentümer und Onkel Wolfgang, der Viktor die Eignung dafür abspricht.

Viktor setzt sich durch, zieht in die Wohnung seiner Eltern und arbeitet fortan mit im Familienbetrieb, zu dem neben Onkel Wolfgang und der behäbigen Tante Hedwig mit ihrer ewigen Schürze auch der kosmetisch begabte autistische Cousin Tobias beitragen. Dann aber entdeckt er bei einem Mißgeschick mit seiner ersten Leiche eine Weiterlesen

Die große Wörterfabrik / Adnès de Lestrade ; Valeria Docampo

Es ist ein seltsames Land, in dem Paul lebt. Die Menschen reden dort so gut wie nie und man muss Wörter kaufen und runterschlucken, bevor man sie aussprechen kann. Wörter werden Weiterlesen

Ich werde dich so glücklich machen : Roman / Anne B. Ragde

„Er hätte gern die Arme um sie gelegt, tat es aber nicht. Er dachte daran, wie seltsam es doch sei, hier zu stehen und sich so nach ihr zu sehnen, und dabei war sie nur einen Meter von ihm entfernt. Das Ausgussbecken war gefüllt mit Kartoffelschalen und den Resten der Zwiebel, unter dem Tisch lagen Haare herum, und der Aschenbecher war überfüllt.“ (S. 83)

Ein Neubaublock in Trondheim, Norwegen Anfang der 1960er Jahre in Zeiten wachsenen Wohlstandes: ganz normale Leute wohnen hier, deren Leben in unspektakulären Bahnen zu verlaufen scheint und deren Geschichten in „Ich werde dich so glücklich machen“ miteinander vernetzt sind.

Im ersten Teil erhalten wir Weiterlesen

Kommentarüberdruck? – Über die teuflische 666, revoltierende Blogadmins und unbesetzte Sekretariatsstellen

Leider nimmt neben den seit dem Jahreswechsel nochmals erfreulich stark gestiegenen Seitenaufrufen, die auf ein gewisses Interesse an diesem bescheidenen Blog hindeuten, und der wachsenden, sich der heiklen Zahl 666 und damit der endgültigen Verdammung dieses Blogs durch religiöse Fanatiker und andere Ideologen nähernden Schar von Abonnenten auch die Zahl unmoderierter Kommentare auf diesem Blog derzeit beängstigende Ausmaße an – und eine Auflösung des Kommentarstaus scheint zumindest für die nächsten Tage nicht in Sicht:

  • Der Blogadministrator aus dem unklimatisierten fensterlosen Raum unter der Treppe Weiterlesen

Die Geschichte der Skelette: oder warum alle mit allen verwandt sind / Jean-Baptiste de Panafieu ; Patrick Gies

Skelette sind nicht nur ein Ding gewordenes „Memento mori“, die uns an unsere eigene Vergänglichkeit erinnern, sondern weitaus mehr: sie erinnern uns an unsere eigene, weit zurückreichende Geschichte, die uns mit allen anderen Wirbeltieren verbindet und darüber hinaus reicht bis in die weit zurückliegende Zeit, als das Leben auf diesem Planeten seinen Anfang nahm. $00 Millionen Jahre weit reicht die Geschichte der Wirbeltiere zurück und damit in eine Zeit, als der erste Fisch lebte, von dem aus sich der Stammbau der Tiere entwickelte, die einen biegsame Rückenstab namens „Chorda“, die Wirbelsäule, haben.

Verschiedene Vertreter rezenter Chorda- oder Wirbeltiere stellen Jean-Baptiste de Panafieu und der Fotograf Patrick Gies in „Die Geschichte der Skelette“ vor. Sie verfolgen ihre Thematik anhand Weiterlesen

Ture bläst es fort / Anna-Clara und Thomas Tidholm. Aus dem Schwedischen von Anu Stohner.

Ture hat ein kleines Haus, schön eingerichtet, mit einer Blume namens Lisa und einem Hund, der Hallo heisst. Mit dem macht er einen einen Spaziergang zwischen Gras und Wolken. Doch dann Weiterlesen

Raketenmänner / Frank Goosen

Er stand vor der Haustür und hatte den Schlüssel bereits in der Hand, als er es sich anders überlegt. Er ging durch den schmalen Durchgang neben dem Haus in den Garten. Im Schutz der Dukelheit erreichte er die Strickleiter und kletterte nach oben ins Baumhaus. Er setzte sich so, dass er einen guten Blick auf das Geschehen in Küche und Wohnzimmer hatte. Seine Frau schnitt Brötchen auf, seine Söhne nahmen Wurst und Käse aus dem Kühlschrank und brachten beides zum Esstisch. Sie stellten Gläser und Teller auf den Tisch, während seine Frau Tomaten und Gurken in Scheiben schnitt.
Das hier, dachte Frohnberg, ist meine Zeit, das sind die besten Jahre meines Lebens. (s. 177)

Verlorene Träume, alte Freundschaften und spontane Entschlüsse, die einen aus dem vertrauten Leben katapultieren, seltsame Begegnungen, anachronistische Lebensentscheidungen, Treue und Rivalität, Kränkung und das Alter. Die Männer, deren Leben in diesem Buch auf subtile Weise miteinander verwoben sind, gehören nicht zu den Überfliegern, auch wenn sie auf die eine oder andere Weise Erfolge haben oder hatten, Familien gründeten, ihre Leben leben und sich mittendrin dabei ertappen, aus sich herauszutreten und ihr Leben vom Rande her zu betrachten. Bei Ritter führt das zu einer spontanen Entscheidung, die ihn (WEITER GEHT ES HIER) Weiterlesen