Film am Mittwoch: The Two Ronnies – The Confusing Librarian

So richtig aus dem Bibliotheksalltag gegriffen – und im Bezug auf die manchmal weltfremdem Ausführungsbestimmungen von Innenarchitekten auch nach 25 Jahren noch aktuell!

Customer:
„‚xcuse me I wonder if you could help me. I’m having some trouble finding a book“
Librarian:
„Uh!?“
Customer:
„Yeah, they all seem to be … they all seem to be … mixed up!“
Librarian:
„Mixed up!? – They look alright to me! All the Weiterlesen

Das Handwerk des Teufels : Roman / Donald Ray Pollock

USA, Ohio, in den 1950er und 1960er Jahren. Nach „Knockenstiff“ entführt uns Pollock erneut in den „Bible Belt“ der USA, nach Ohio und lässt auch den Ort des Vorgängerromans wieder vorkommen.

Der junge Arvin wächst in einer Welt voller Gewalt, Korruption und religiösem Fanatismus auf. Sein Vater, ein spät religiös erweckter Weltkriegsveteran, versucht vergeblich, durch Blutopfer und Weiterlesen

Jargsblogs beste Bücher 2013: Sachbücher

Da der despotische Chefredakteur von Jargsblog Urlaub hatte, die Vertretung im Zimtsternkoma unter dem Redaktionsschreibtisch lag, der Blogadministrator an einem Stück kalter Pizza erstickt ist und der Praktikant vom 20. Dezember bis zum Neujahrsmorgen versucht hat, seinen Tetris-Highscore zu brechen, erscheint die Weiterlesen

Im Jahr des Tigerochsen / Christian Y. Schmidt

Christian Y. Schmid, der in China wohnende, mit einer Chinesin verheiratete Ex-Titanic-Redakteur hat schon zweimal in Buchform über China berichtet (vergl.: „Allein unter 1,3 Milliarden„) und dabei neben journalistischer Distanz und Akribie auch bewiesen, dass er spannend und – wo angebracht – humorvoll schreiben kann. Mit „Im Jahr des Tigerochsen“ legt er ein weiteres Buch über das fernöstliche Riesenland vor.

Nach Jahren in China hat er mittlerweile einen eigenen Blick für landestypische Eigenheiten entwickelt, manche Verhaltensweisen angenommen, manche westlichen Betrachtungen über China einem kritischen Urteil unterzogen und sie nicht selten revidiert. „Im Jahr des Tigerochsen“ beruht überwiegend aus Kolumnen, die in der „taz“ erschienen sind. Der Autor reflektiert darin nicht nur über seine Erfahrungen in Peking, sondern geht auch spezifischen Fragestellungen nach, denen er im Laufe seiner chinesischen jahre begegnet ist und die zu klären er etliche Reisen auf sich nimmt.

So geht er der Frage nach den prügelnden Chinesinnen und der auf den ersten Blick nicht erkennbaren Verbindung zum Weiterlesen

Der große Bluff: Irrwege und Lügen der Alternativmedizin / Theodor Much

So zahlreich wie die pseudomedizinischen Heilungsverfahren sind die Bücher darüber: ob Homöopathie oder Bachblüten, Osteopathie, Kinesiologie, Antroposophische Medizin oder Bioenergetik, ob Geistheilung oder Quantenmedizin – vielfältig sind die Bezeichnungen für esoterische Heilverfahren, die als sogenannte Alternativmedizin Zuspruch nicht nur bei leichtgläubigen Patienten, sondern auch bei manchem Arzt und Apotheker finden. Natürlich spiegelt sich das nicht nur in Angeboten auf dem Gesundheitsmarkt, in Apotheken, Supermärkten und Drogerien wieder, sondern auch in den Regalen der Buchhandlungen und Bibliotheken.

Dabei geht es vor allem um eines: Profit. Denn paramedizinische Heilverfahren haben bis heute keinen Nachweis ihrer Wirksamkeit erbringen können, der über Placeboeffekte hinausginge. Mit dem platten „Wer heilt, hat recht“ wird ihre Wirksameit behauptet und den Patienten mit der irreführenden Behauptung, die als „Schulmedizin“ verunglimpfte, auf wissenschaftlicher Basis arbeitende Medizin kuriere nur an Symptomen und althergebrachtes, angeblich ganzheitliches Wissen böte einfache Lösungen für jede Krankheit: dabei hat die Menschheit in den letzten 150 Jahren auf dem Gebiet der Medizin gerade durch Wissenschaftlichkeit und Aufklärung immense Fortschritte gemacht und einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass die meisten Menschen heute ein hohes Alter erreichen können.

Theodor Much beleuchtet in seinem Buch nahezu sämtliche derzeit vermarkteten esotersichen Heilverfahren, stellt ihre leeren Versprechen vor, beleuchtet die oft Weiterlesen

Pursued – Verfolgt / Regie: Raoul Walsh. Darst.: Robert Mitchum, Teresa Wright, Judith Anderson, Dean Jagger …

„Hier fing alles an und hier wird alles enden“ (Jeb Rand alias Robert Mitchum)

Der kleine Jeb Rand wird nach dem Tod seiner Familie von den Cullums aufgenommen. Witwe Cullum zieht ihn zusammen mit Tochter Thorley und Sohn Adam auf einer Farm auf. Jeb wird immer wieder von dunklen Albträumen heimgesucht, doch er kann sich nicht erinnern, was ihn quält und welche fernen Ereignisse damit verbunden sind. Erwachsen geworden, lost er mit Adam darum, wer von beiden in den amerikanisch-spanischen Krieg ziehen muss und Weiterlesen

Jargsblogs beste Scheiben 2013: Film

Auch im Bereich Film gilt es, eine Jahresbilanz zu ziehen: ich hoffe, es darf eine Scheibe mehr sein, da ich bei der Musik leider nur neun auserwählte Alben präsentieren konnte, die den Kriterien der radikal-subjektiven Best-of-Wahl für 2013 standhalten konnten. Einfach war es wieder nicht, da es 2013 eine ganze Reihe wunderbarer und beeindruckender Filme gab.
Die Auswahl ist wieder bunt gemischt und umfasst Kinderfilme ebenso wie Weiterlesen

Das mutige Buch / Moni Port

Wir alle haben Angst. Erwachsene, Kinder, Tiere. Angst zum Beispiel vor der Dunkelheit, vor Ameisen, Gewitter, vor der Schule, dem Sterben, dem Tod, vor Aufzügen, Monstern, vor dem Fliegen, dem Alleinsein oder vor dem Elfmeter beim Fußball. Als Erwachsene lernen wir, unsere Angst zu verdrängen oder zu rationalisieren – doch sie ist trotzdem da. Jeder hat sie und sie kann sehr wichtig sein.

Kindern begegenet die Angst nicht selten viel offener, unmittelbarer und beeindruckender. Plötzlich hat eines Angst vor dem Einschlafen, ein anderes vor der Spritze beim Arzt. Moni Port nimmt in „Das mutige Buch“ die Ängste kleiner und großer Leute ernst und packt sie in Weiterlesen

Jargsblogs beste Scheiben 2013: Musik

Auch im Jahr 2013 gab es eine ganze Reihe bemerkenswert schöner und beeindruckender Alben: diejenigen, die mich am meisten berührt haben, habe ich bereits auf Jargsblog vorgestellt und daraus zum Jahresende eine kleine, feine Auswahl getroffen – was nicht einfach war. Viel Spaß beim Stöbern und entdecken der einen oder anderen musikalischen Perle.

Ganz oben steht dieses Jahr eine amerikanische Künstlerin, die nicht ganz zufällig bereits in einem Musical Janis Joplin darstellen durfte und mich sehr begeistert hat: Dana Fuchs wird in „Bliss Avenue“, meinem diesjährigen Lieblingsalbum, kongenial ergänzt vom Weiterlesen

Knockemstiff / Donald Ray Pollock

Das gilt doch für die meisten von uns; unser Leben zu vergessen ist das Beste, was wir zustande bringen. (S. 140)

In Knockemstiff entführt uns der amerikanische Autor Donald Ray Pollock, selbst aus einer unterprivilegierten Familie kommend, in die archaische Welt eines Provinzörtchens in Ohio. Dort begegnen wir Menschen, die auf der anderen Seite des amerikanischen Traums leben, zerrissen zwischen aussichtlosen Träumen und einer deprimierenden, nicht selten von Weiterlesen

Zitat am Freitag: Korczak über Kinder

„Ihr sagt: // »Der Umgang mit Kindern ermüdet uns.« // Ihr habt recht. // Ihr sagt: // »Denn wir müssen zu ihrer Begriffswelt hinuntersteigen. // Hinuntersteigen, uns herabneigen, beugen, kleiner machen.« // Ihr irrt euch. // Nicht das ermüdet uns. Sondern – daß wir zu ihren Weiterlesen

Was nicht passt, wird passend gemacht / Regie: Peter Torwarth. Darst.: Dietmar Bär, Ralf Richter, Hilmi Sözer […]

Bauunternehmer Wiesenkamp (Dietmar Bär) lebt auf großem Fuß, schafft es aber trotzdem nicht, ähnlich erfolgreich zu sein wie sein Bruder Ernst, der die dicken Fische an Land zieht. Also trickst er, wo er kann, improvisiert halblegal am Bau und lässt auch mal seinen Bautrupp unter Polier Horst (Willi Thomczyk), bestehend aus dem lässig-lotterigen Kalle (Ralf Richter) und Kümmel (Hilmi Sözer) auf die Löhne warten. Als er seinem Team den Architekturstudenten Philipp (Peter Torwarth) als kostenlose, auch noch Horsts Tochter anbaggernde unbeholfene Hilfskraft aufdrückt und wenig später mit dem Polen Marek (Armin Dillenberger) als Schwarzarbeiter anrückt, beginnt es kritisch zu werden:

Während Philip, der sich eigentlich eine laue Praktikumsstelle erhofft hat, schuftet und nebenbei seinen eigentlich geplanten Flug umzubuchen versucht, fingieren die drei Bauarbeiter den Tod von Weiterlesen

Die Insel / Marije & Ronald Tolman

Wir sind ihm bereits in „Das Baumhaus““ begegnet: dem Eisbären, dem wir auch in diesem Buch begegnen.

Wieder begleiten wir den Eisbären – ganz ohne Worte – bei seinen Abenteuern, die diesmal Weiterlesen

Süsses Gift : Hilfe als Geschäft / Regie: Peter Heller

An Weihnachten wird ja immer gern mit dem Klingelbeutel durch die Gegend gerannt, wird zu Spenden aufgerufen, an das schlechte Gewissen appelliert und munter und millionenfach an Hilfsorganisationen überwiesen. Seit fünfzig Jahren wird im Rahmen von Entwicklungshilfe auch in Afrika massiv investiert, wurden insgesamt über 450 Milliarden Euro in diverse Projekte gesteckt mit dem Ziel, Entwicklung zu befördern. Derzeit arbeiten über 40.000 Mitarbeiter verschiedenster Hilfsorganisationen in Afrika, während der Anteil subsaharischer Länder am Welthandel stetig gesunken ist. Anlass genug für den unbequemen Dokumentarfilmer und Afrikakenner Peter Heller, einmal genauer hinzuschauen und sich am Beispiel von drei Projekten in Tansania, Mali und Kenia anzuschauen, was genau ankommt bei den Menschen und ob sich tatsächlich etwas verbessert hat. Vor Ort besucht er Projekte, spricht mit afrikanischen Intellektuellen und mit professionellen Entwicklungshelfern.

Schnell wird deutlich, wie sehr die massive Entwicklungshilfe in Afrika die Ausbildung lokaler wirtschaftlicher Kraft Weiterlesen

Alle lieben Paulchen / David Melling. Deutsch von Mirjam Pressler

An diesem wunderschönen Tag hat Paulchen nur einen Gedanken: hinausgehen und mit Freunden spielen. Aber er findet niemanden. Bis er plötzlich auf Flossie das Schaf stösst, das Verstecken gespielt hat und jetzt seinen Freund, das kleine Schaf sucht. Natürlich macht sich Paulchen mit Flossie auf die Suche, doch Weiterlesen

Jargsblogs beste Bücher 2013: Kinderbücher

Rezensionen von Kinderbüchern gehören seit dem Start von Jargsblog vor bald drei Jahren zu den regelmäßig erscheinenden Beiträgen und erfreuen sich offensichtlich einiger Beliebtheit unter den Leserinnen und Lesern dieses Blogs, wenn man der Statistik und den Kommentaren vertraut.

Auch in 2013 gilt es also, eine Essenz zu ziehen aus all den gelesenen Kinderbüchern, die gemäß dem radikal-subjektiven Ansatz von Jarg auch als Rezension den Weg in diesen Blog gefunden haben – so schwierig das ist. Auch hier ist der Link zum vollständigen Beitrag angegeben. Wer seine eigene Weiterlesen

Wer will ein billiges Nashorn? / Shel Silverstein. Deutsch von Harry Rowohlt

So ein Nashorn ist unerhört praktisch und nützlich: man kann es als Kleiderständer verwenden, als Lampenschirm oder als Rückenkratzer. Es frisst Weiterlesen

Faszination Menschenfresser : erstaunliche Geschichten über die gefährlichsten Tiere der Welt / Mario Ludwig

Auf den ersten Blick hält man das hier besprochene Buch aufgrund des Titels zunächst eher für einen oberflächlichen Reisser, wird aber rasch eines Besseren belehrt. Mario Ludwig widmet sich den großen rezenten Prädatoren: Tiger, Löwe, Leopard, Hyäne, Grizzly und Wolf finden neben Pottwalen und Orcas ebenso seine Aufmerksamkeit wie Krokodil, Komodowaran, Anakonda, weißer Hai, Piranha und – der Menschen selbst und der bei ihm gelegentlich vormommende Kannibalismus.

Dabei geht er etlichen realen Ereignissen ebenso akribisch nach wie er viele Mythen entlarvt. Schnell wird klar, dass Tiger zwar durchaus gefährlich sein können, die größte Gefahr für uns Menschen aber nicht von jenen Raubtieren ausgehen, die an der Spitze der Nahrungskette stehen, sondern von Weiterlesen

Jargsblogs beste Bücher 2013: Romane

Auch für das Jahr 2013 gilt es wieder, eine literarische, musikalische oder cineastische Bilanz zu ziehen auf diesem Blog und damit die ausgesprochen gut aufgenommene Tradition aus dem Vorjahr wieder aufzunehmen. Im Rückblick betrachtet scheine ich im Jahr 2013 vorwiegend Romane mit einer gewissen melancholischen, zuweilen sogar traurigen oder düsteren Grundstimmung gelesen und hier auf Jargsblog vorgestellt zu haben: Geschichten von Verlust, Trauer und Veränderung dominieren die entsprechende Rubrik.

Dabei ist ein Schwerpunkt bei skandinavischen Autoren und amerikanischen Vertetern des Krimi noir zu beobachten und eine gewisse Exzessivität: so führte die Entdeckung von Per Pettersson zur Lektüre weiterer Bücher von ihm und anderen norwegischen Autoren, während Woodrell mit „Winter Knochen“ den Auftakt zu einer Lektüreserie düster-existentialistischer Romane führte, die alle mehr oder weniger von Verlieren des amerikanischen Traumes handeln.

So eine Liste ist ja immer Weiterlesen

Film am Mittwoch: Why can’t Karl get ebooks from the library?

Auch wenn sich in den USA seit Erscheinen des Clips etwas getan hat bei den eBooks – das Thema eMedien bleibt trotz bereizs bestehender Angebote, die sukzessive ausgebaut werden, schwierig für Bibliotheken. Auch hierzulande. Da wäre ein Filmchen mit vergleichbarer Intentioon wünschenswert … aber Weiterlesen

Living in Japan / Photos Reto Guntli. Text Alex Kerr und Kathy Arlyn Sokol

Wohnungen und Häuser bieten dem Menschen nicht nur Schutz vor der Aussenwelt, vor Wetter und anderem natürlichen oder gar menschlichen Unbill, sondern definieren auch Grenzen und mögliche Öffnungen zwischen dem einzelnen Menschen und seiner Umwelt, schaffen Raum für Begegnung und Rückzug und können die Art beeinflußen, wie wir auf die Welt und auf uns selbst blicken.

Japan und seine Bauten haben großen Einfluss auf die Entwicklung der westlichen Architektur ab Ende des neunzehnten Jahrhunderts gehabt: die sachliche, reduzierte Gestaltung, die Verbindung von Raum und Natur und der gerasterte Aufbau faszinierten und faszinieren viele Architekten. In „Living in Japan“, einem neu aufgelegten Fotoband von Reto Guntli mit deutschen, englischen und französischen Texten, begegnen wir japanischer Wohnarchitektur im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne.

Die opulenten Bilder entführen uns in Weiterlesen

In Bedrängnis : Roman / Richard Hughes. Deutsch von Michael Walter

„Das heißt, sie waren allein bis auf die Delphine. Denn als der Vordersteven des Schiffs das violette Glas durchschnitt, pflügte er glitzernde, schneeweiße Schaumberge auf; und etwas Schöneres als die tief im Inneren des Glases tanzenden Delphine hatte ich noch nie gesehen. Ein Dutzend Tiere, mächtig, viel größer als ein Mensch, am Rücken olivbraun, die Flanken und der Bauch von einem leuchtenden Blassgrün; ihre Form: Gestalt gewordene Geschwindigkeit. Die spitze Schnauze vor der wulstigen Stirn teilte das Wasser perfekt, und hinter der rudernden Schwanzflosse schloss es sich wieder, so als sei nichts gewesen. Meistens tanzten sie paarweise, glitten vor dem Steven hin- und her wie Schlittschuhläufer, dann kreuzten sie – einer oben, einer unten – übereinander hinweg, drehten sich um die eigene Achse, ein silbrig grünlicher Blitz tief unter Wasser, stiegen nach oben, bis ihre Rückenflosse die Luft wie eine weiße Feder durchtrennte, schnellten hoch wie kraftstrotzende Meerjungfrauen, haltlos vor Glück, warfen sich im Sprung auf den Rücken bald zu zweit, manchmal zu dritt, zu viert oder auch zu fünft. Plötzlich schossen zwei davon und verließen das Schiff; aus dem Nichts tauchten zwei neue auf, kreuzten den Bug und gesellten sich zu dem himmlischen Wasserspiel“. (S. 25)

Der Kampf des Menschen gegen die Gewalten der Natur ist ein immer wiederkehrendes Thema in der Literatur: die Bandbreite reicht dabei vom Weiterlesen

Die Geparden der Kalahari / Matto Barfuss

Kurz nach dem auch hier vorgestellten „Serengeti“-Film entdeckte ich das Buch des Kunstmalers und Fotografen Matto Barfuss, der in den Medien oft als „Gepardenmann“ bezeichnet wird und sich als Tierschützer, Tierfilmer und Autor einen Namen gemacht hat.

„Die Geparden der Kalahari“ ist Ergebnis einer Reise in verschiedene Gebiete dieser riesigen Gebiete: Barfuss beobachtete eine Gepardin mit fünf Jungen im Okavango-Delta, eine weitere Gepardin, die in den Salzpfannen unter Schwertsbedingungen ihre zwei Jungen durchzubringen, sowie zwei Gepardenbrüder, die zusammen jagen.

Sein Buch ist eine außergewöhnliche Mischung aus zum Teil spektakulär nahen Fotos, photorealistisch anmutenden Grafiken und den Reiseberichten selbst: Barfuss nimmt Weiterlesen

„Puh!“ sagte der kleine Bär / Thomas Winding ; Ole Könnecke

Erwachsene Bären haben immer was zu tun und natürlich muss immer alles sofort passieren: sie stellen zum Beispiel Möbel um, was gar nicht so einfach ist, wenn hinterher alles richtig stehen soll. Und natürlich sind sie dabei furchtbar beschäftigt und im Stress und haben gar keine Zeit für den kleinen Bären, der Weiterlesen

Driver 2 / James Sallis. Übersetzt von Jürgen Bürger und Kathrin Bielfeldt

„Unsere Augen prallen an den Oberflächen ab, wir können weder weit noch tief sehen. Wir treffen Entscheidungen aufgrund des jämmerlichen bisschens, dass wir wissen, darüber, wer wir sind, und das gibt uns Stabilität. Dann halten wir die Luft an und erwarten, dass der Himmel jeden Moment aufreißt. Jeder von uns macht das […]. Nicht nur du …“ (S. 130)

Düster und melancholisch ist das Menschenbild sowohl im klassischeh Film Noir als auch in seinen literarischen Entsprechungen. In „Driver“ erlebten wir den Weg des gleichnamigen, sehr zurückhaltend auftretenden Protagonisten, der nach einem gescheiterten Überfall, an dem er als Fahrer teilnahm, plötzlich zur Zielscheibe der Mafia wird und den Spieß umdreht, bis er am Ende den Drahtzieher ausfindig gemacht hat.

Nun lebt er, mittlerweile über dreissig Jahre alt, unter einem anderen Namen an einem anderem Ort. Langsam geraten die Ereignisse, die ihn hierhin gebracht haben, ausseinem Blickfeld. Doch dann kommen an einem Samstagmorgen plötzlich zwei Männer und versuchen, ihn Weiterlesen

Homes on the move : Mobile Architektur / Donato Nappo & Stefania Vairelli

Nein, dies ist kein Buch über Wohnmobile, auch wenn ich zugeben muss, dass ich es vor allem aufgrund des VW Bus T2 auf dem Titelbild gelesen habe: das ist ein Fahrzeug, das bei mir unweigerlich Erinnerungen an Fahrten durch den Süden Brasiliens auslöst, nach Sao Francisco do Sul, St. Catarina, Florianopolis, am Steuer unser brasilianischer Freund, auf den Sitzen unsere und seine Familie. Seither träume ich manchmal davon, so einen Bus zu besitzen, was natürlich vollkommen irrwitzig ist, da ich von Autoschrauberei absolut nichts verstehe und es gerade mal für Tanken und das Auffüllen des Scheibenwischerwassers reicht. Aber genug der Abschweifung …

„Mobile Homes“ beschäftigt sich hauptsächlich mit Häusern und Wohnungen, die Weiterlesen

Komm, süßer Tod / Regie und Drehb.: Wolfgang Murnberger n. d. Roman v. Wolf Haas. Darst.: Josef Hader ; Barbara Rudnik ; Simon Schwarz …

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So ein Rettungsdienst muss ja auch sehen, woher das Geld kommt – und das gibt es nun mal nur im Einsatz. So ist es auch in Wien, und so herrscht in der Stadt ein kriegsartiger Wettbewerb zwischen dem Rettungsbund und den Kreuzrettern, die sich gerne gegenseitig die Verkehrsopfer, die Siechen und die Kranken abjagen udn dafür gerne mal Funkcodes knacken oder sich wilde Verfolgungsjagden liefern. Brenner kratzt das alles nicht, den der ehemalige Detektiv will nur seinen Job machen und ansonsten seine Ruhe haben. Doch plötzlich häufen sich die Todesfälle um in herum: ein Liebespaar stirbt kurz vor dem Weiterlesen

Die unheimliche Bibliothek / Haruki Murakami. Kai Menschik [Illustration]. Ursula Gräfe [Übersetzung].

„Natürlich war die Leihfrist nicht überschritten. Ich hielt sie immer auf den Tag und die Stunde genau ein. Schon weil meine Mutter mich städnig darauf hinwies. Es war wie bei einem Schäfer. Passte er nicht ordentlich auf seine Schafe auf, gingen sie verloren. Ich hütete die Bücher wie ein Schäfer die Schafe.“ (S. 5)

Bibliotheken sind ja Orte, wo die Erscheinungen der Welt auf unterschiedliche Weise zusammenlaufen und sich kreuzen können. Nicht umsonst kommen Bibliotheken in der fantastischen Literatur, in Dystopien und Science-Fiction immer wieder gerne vor: dabei stehen sie nicht symbolisch für Orte des Wissens und des Gedächtnisses, sondern auch für Orte voller Geschichten, voller Fantasie.

In „Die unheimliche Bibliothek“ begleiten wir einen Jungen, der eigentlich nur wie so oft seine Bücher in der Bibliothek abgeben will, um auf keinen Fall die Leihfristen zu überschreiten. Er gibt die Bücher ab und fragt nach einem Buch. Die Frau an der Rückgabe schickt ihn in Raum 107: dieser liegt im Keller, den der Junge bisher noch nie gesehen hat.

In Raum 107 begegnet er einem Weiterlesen

Superwurm / Axel Scheffler ; Julia Donaldson. Übers. von Salah Naoura



Ein Käfer fällt ins Wasser rein,
wird es wohl sein Ende sein?
Kein Problem, wir brauchen nur
Superwurm mit Angelschnur.

Zum Glück haben Scheffler und Donaldson nicht den Fehler anderer Autorinnen und Autoren gemacht, aus ihrem „Grüffelo“ eine multimedial verwurstete Kinderbuchfigur mit zahhlosen Folgegeschichten in allen Formaten zu machen. So bleibt der Zauber erhalten.
Aber Scheffler und Donaldson finden – zum Glück – auch immer wieder Gelegenheit zur Zusammenarbeit. So zum Beispiel für „Superwurm“.

Würtme sind ja eigentlich sehr zarte, gefährdete Geschöpfe. Aber Superwurm ist Weiterlesen

Willkommen auf Skios / Michael Frayn. Aus dem Englischen von Anette Grube

Alljährlich lädt die opulent ausgestattete Fred-Toppler-Stiftung alles, was Rang, Namen, Geld oder zumindest gute Verbindungen hat, in ihr luxuriöses Ressort auf der griechischen Insel Skios ein. Als Höhepunkt des mehrtägigen Events gilt der Vortrag einer berühmten Persönlichkeit. In diesem Jahr bereitet sich Dr. Morman Wilfred, ein international hochgeschätzter und vielgefragter Experte in den besten Jahren, für quantitative Wissenschaftsforschung, darauf vor, auf Skios eine Variante seines schon oft gehaltenen Vortrags zu halten.

Doch Wilfred hat Pech: am Flughafen der Insel verschwindet Weiterlesen

So komme ich in die Hölle / Jörg Schneider

Natürlich kann man nicht abstreiten, dass Glaube vielen Millionen Menschen ein Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit, Trost und Hoffnung vermittelt. Aber allein der bloße Glaube daran macht die Hypothese, dass tatsächlich irgendwo ein Gott existiert, der sich schon um einen kümmern wird, nicht zwingend glaubhafter. Wenn man daran glauben würde, dass im eigenen Garten ein wertvoller Piratenschatz versteckt wäre, gäbe einem das sicherlich auch ein gewisses Gefühl von Sicherheit und Hoffnung. Dummerweise gibt es aber nichts, was diesen Glauben, sei es an einen Gott oder eben an einen Piratenschatz im Garten, auch nur annähernd rechtfertigen würde. Gottes Existenz „beweist“ lediglich ein heiliges Buch, von dem allen Ernstes behauptet wird, dass dessen Inhalt nach den höchstpersönlichen Vorgaben des Schöpfers des Universums zusammengetragen und niedergeschrieben wurde. Vor einem Gericht – es sei denn dem jüngsten – käme man damit wahrscheinlich nicht durch. (S. 206

Der Markt für Reiseführer ist unüberschaubar groß, aber einer für den Weg in die ewige Verdamnis fehlte bisher. Zum Glück füllt Jörg Schneider mit „So komme ich in die Hölle“ etliche Wissenslücken zu diesem Themen, Wissenslücken, die sich ja leider sehr oft gerade bei Gläubigen finden lassen. Endlich erfahren wir, wie fest man beim Steinigen werfen darf, warum Gott kein Hippie ist und warum es für christliche Gläubige (was wenige befolgen) laut Bibel unabdingbar ist, sich „Quasten an den Zipfeln ihrer Kleider […] und blaue Schnüre auf die Quasten an die Zipfel“ machen zu lassen.

Ausgesprochen bibelkundig zeigt Schneider (unter anderem Autor für Titanic, taz, Eulenspiegel und Frankfuerter Rundschau), die Absurdität biblischer Regeln und Weiterlesen

Hit & Run / Regie und Drehb.: Dax Sheperd. Darst.: Dax Sheperd, Kristen Bell, Tom Arnold, Bradley Cooper [u.a.]

Charlie Bronson war unter anderem Namen beteiligt an Raubüberfällen, lebt aber jetzt im Zeugenschutzprogramm. Zusammen mit seiner Freundin Annie Bean, die einen Doktorgrad in gewaltfreier Kommunikation besitzt und wenig von seinem Vorleben weiß, lebt er ein beschauliches und ruhiges Leben. Doch dann bekommt Annie einen Weiterlesen

Zitat am Freitag: Char über das Sehen

Der Mensch, würde er von Zeit zu Zeit nicht
souverän die Augen schliessen,
er sähe zu guter Letzt nicht mehr,
was angeblickt zu werden verdient.

Rene Char, französischer Dichter (1907-1988)

Zitat aus: René Char, Poésies/Dichtungen. Frankfurt am Main, 1959. S. 139. Gefunden in: Matthias C. Müller: Alle im Wunderland : Verteidigung des gewöhnlichen Lebens (Rezension in Vorbereitung)

Drei Freunde : Gemeinsam sind sie stark / Nicholas Oldland

Nach der Elch jetzt endlich mutiger ist und sich etwas traut (s. Trau Dich, du Elch!, will er mit seinen Freunden Bär und Biber eine Kanutour machen, obwohl die drei eigentlich selten einer Meinung sind.

So fahren sie los an einem schönen sonnigen Tag – und kentern rasch, den alle drei wollen gleichzeitig Weiterlesen

Starke Böen, Salatobstteigtaschen und die Cap San Diego: der Besuch mit Zwilling 2

Bereits im September hatte ich ja über den Besuch auf der Cap San Diego mit dem Zwillingsjungen geschrieben und angekündigt, dass ich bei Gelegenheit auch mit seiner Zwillingsschwester einen Besuch auf dem Musumsschiff machen und darüber berichten würde, war ich doch selbst neugierig darüber, wie der zweite Besuch ausfallen würde.

Nun war es also soweit. Während T. sich auf einem Kindergeburtstag befand, freute sich Th. schon wie eine Schneekönigin auf den Ausflug zu den Landungsbrücken. Im Gegensatz zu September hatten wir früh im November recht stürmisches, wechselhaftes Wetter, was feste, fast schon seegeeignete Kleidung ratsam erscheinen liess.

Während T. eher dazu neigte, dass Schiff in einer rasenden Geschwindigkeit zu durchqueren, um ja alles zu sehen und in seinem technikaffinen Hirn abzuspeichern, setzte Th. die Schwerpunkte eher auf Weiterlesen

Frerk, du Zwerg / Finn-Ole Heinrich. Gelesen vom Autor.

Es gibt Bücher, die haben einen ganz eigenen Ton. Und es gibt Autoren, die einen besonderen Blick auf die Welt haben und Dinge wahrnehmen, die uns allen nur zu leicht aus dem Blickfeld geraten. Ein solcher ist der 1982 geborene Autor und Filmemacher Finn-Ole Heinrich, der mit „Räuberhände“ (Rezension hier klicken) seinerzeit ein fulminantes Romandebüt vorlegte.

Mit „Frerk, du Zwerg“ nimmt sich Heinrich eines schüchternen Außenseiters, des vergleichweise kleinen Frerk, der von eher schwächlicher Konstitution ist, in der Schulklassenhackordnung unten steht und auch zu Hause nicht viel zu lachen hat: seine Mutter ist eine nervige Hygienefetischistin und absolute Spaßbremse, die mit Energie gegen Schokolade, Hunde, Gäste udn alles andere zu Felde zieht und im Zweifel mit einer Allergie reagiert. Sein Vater ist nahezu nichtexistenz, da schweigsam und fügsam sich in die freudlose Regie der Mutter fügend.

So lebt Frerk sein freudloses Leben, verschluckt jedes unangemesse Wort und schreitet durch den Tag mit dem Kopf voller Träume und dem Herzen angefüllt mit Sehnsucht nach Abenteuern, nach Wildheit und nicht zuletzt einem richtigen Hund. Doch eines Tages findet er ein Weiterlesen

Angels Share : Ein Schluck für die Engel / Regie: Ken Loach. Darst.: Paul Brannigan, John Hershaw, Gary Maitland [u.a.]

Diesmal sieht es sehr ernst aus für Robbie: der wiederholt gewalttätige junge Mann steht erneut vor Gericht, weil er einen anderen verprügelt und dabei schwer verletzt hat. Da Robbies Freundin schwanger ist, verurteilt ihn der Richter aber nur zu gemeinnütziger Arbeit.

Robbie wird Harry zugeteilt, der auch andere junge Leute betreut, die Sozialstunden ableisten müssen. Hary steht ihm bei, als er von Verwandten seiner Freundin verprügelt wird und gibt ihm vorübergehend Unterkunft. Harry hat trotz seiner Gradlinigkeit ein gutes, weiches Herz, lädt die Gruppe eines Tages zur Besichtigung einer Whisky-Destillerie ein und weckt damit Robbies Interesse an den Feinheiten des Getränkes. Wenig später nimmt Harry sie mit zu einer Whisky-Verkostung nach Edinburgh: überraschenderweise zeigt Robin dabei erstaunliche Fähigkeiten und schmeckt selbst feine Nuancen heraus. Der Whisky-Sammler Thaddeus bietet ihm darauf sogar einen Job an.

Doch Robbie Weiterlesen

Der fliegende Jakob / Philip Waechter

Er war noch ganz klein, da konnte er schon fliegen. Für Jakobs Eltern war das zunächst sehr ungewohnt, doch bald gewöhnten sie sich daran und es erwies sich nicht selten als ungemein praktisch (zum Beispiel beim Äpfelpflücken).

Als es eines Tages in den Urlaub ans Meer gehen soll, will Jakob natürlich selber fliegen und startet, nachdem das Flugzeug seiner Eltern auch gestartet ist. Er vertreibt sich die Flugzeit und die Pausen mit Zählen, bis er schliesslich mit 83 Vögeln gen Süden fliegt. Das ist sehr schön.

Doch als sie ihre Mittagspause machen, fällt Jakob ein Weiterlesen