
Es ist ein seltsames Land, in dem Paul lebt. Die Menschen reden dort so gut wie nie und man muss Wörter kaufen und runterschlucken, bevor man sie aussprechen kann. Wörter werden Weiterlesen
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Es ist ein seltsames Land, in dem Paul lebt. Die Menschen reden dort so gut wie nie und man muss Wörter kaufen und runterschlucken, bevor man sie aussprechen kann. Wörter werden Weiterlesen
Kleiner, knackiger Werbefilm zur Weiterlesen

„Er hätte gern die Arme um sie gelegt, tat es aber nicht. Er dachte daran, wie seltsam es doch sei, hier zu stehen und sich so nach ihr zu sehnen, und dabei war sie nur einen Meter von ihm entfernt. Das Ausgussbecken war gefüllt mit Kartoffelschalen und den Resten der Zwiebel, unter dem Tisch lagen Haare herum, und der Aschenbecher war überfüllt.“ (S. 83)
Ein Neubaublock in Trondheim, Norwegen Anfang der 1960er Jahre in Zeiten wachsenen Wohlstandes: ganz normale Leute wohnen hier, deren Leben in unspektakulären Bahnen zu verlaufen scheint und deren Geschichten in „Ich werde dich so glücklich machen“ miteinander vernetzt sind.
Im ersten Teil erhalten wir Weiterlesen

Leider nimmt neben den seit dem Jahreswechsel nochmals erfreulich stark gestiegenen Seitenaufrufen, die auf ein gewisses Interesse an diesem bescheidenen Blog hindeuten, und der wachsenden, sich der heiklen Zahl 666 und damit der endgültigen Verdammung dieses Blogs durch religiöse Fanatiker und andere Ideologen nähernden Schar von Abonnenten auch die Zahl unmoderierter Kommentare auf diesem Blog derzeit beängstigende Ausmaße an – und eine Auflösung des Kommentarstaus scheint zumindest für die nächsten Tage nicht in Sicht:

Skelette sind nicht nur ein Ding gewordenes „Memento mori“, die uns an unsere eigene Vergänglichkeit erinnern, sondern weitaus mehr: sie erinnern uns an unsere eigene, weit zurückreichende Geschichte, die uns mit allen anderen Wirbeltieren verbindet und darüber hinaus reicht bis in die weit zurückliegende Zeit, als das Leben auf diesem Planeten seinen Anfang nahm. $00 Millionen Jahre weit reicht die Geschichte der Wirbeltiere zurück und damit in eine Zeit, als der erste Fisch lebte, von dem aus sich der Stammbau der Tiere entwickelte, die einen biegsame Rückenstab namens „Chorda“, die Wirbelsäule, haben.
Verschiedene Vertreter rezenter Chorda- oder Wirbeltiere stellen Jean-Baptiste de Panafieu und der Fotograf Patrick Gies in „Die Geschichte der Skelette“ vor. Sie verfolgen ihre Thematik anhand Weiterlesen
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„Wer das Leben nicht Weiterlesen

Ture hat ein kleines Haus, schön eingerichtet, mit einer Blume namens Lisa und einem Hund, der Hallo heisst. Mit dem macht er einen einen Spaziergang zwischen Gras und Wolken. Doch dann Weiterlesen

Er stand vor der Haustür und hatte den Schlüssel bereits in der Hand, als er es sich anders überlegt. Er ging durch den schmalen Durchgang neben dem Haus in den Garten. Im Schutz der Dukelheit erreichte er die Strickleiter und kletterte nach oben ins Baumhaus. Er setzte sich so, dass er einen guten Blick auf das Geschehen in Küche und Wohnzimmer hatte. Seine Frau schnitt Brötchen auf, seine Söhne nahmen Wurst und Käse aus dem Kühlschrank und brachten beides zum Esstisch. Sie stellten Gläser und Teller auf den Tisch, während seine Frau Tomaten und Gurken in Scheiben schnitt.
Das hier, dachte Frohnberg, ist meine Zeit, das sind die besten Jahre meines Lebens. (s. 177)
Verlorene Träume, alte Freundschaften und spontane Entschlüsse, die einen aus dem vertrauten Leben katapultieren, seltsame Begegnungen, anachronistische Lebensentscheidungen, Treue und Rivalität, Kränkung und das Alter. Die Männer, deren Leben in diesem Buch auf subtile Weise miteinander verwoben sind, gehören nicht zu den Überfliegern, auch wenn sie auf die eine oder andere Weise Erfolge haben oder hatten, Familien gründeten, ihre Leben leben und sich mittendrin dabei ertappen, aus sich herauszutreten und ihr Leben vom Rande her zu betrachten. Bei Ritter führt das zu einer spontanen Entscheidung, die ihn (WEITER GEHT ES HIER) Weiterlesen
Schreien in der Bibliothek geht natürlich gar nicht. Erstaunliche Einblicke in den Alltag von Weiterlesen

„Die Welt ist so sehr voller Worte. Und doch bleibt so vieles, was wirklich wichtig ist, für immer unausgesprochen.“(S. 116)
„Wie selten wir tatsächlich bewußte Entscheidungen treffen, ja wie selten wir uns überhaupt vor eine Entscheidung gestellt sehen. So vieles ist bereits festgelegt: durch unsere DNA, das soziale Umfeld, das Klima, durch unsere Erziehung und den Einfluß der Menschen, mit denen wir es zu tun haben. Und ein großer Teil des Rests ist purer Zufall – wohin die Strömung uns trägt.“ (S. 80)
Vermutlich ist es eher ungewöhnlich und in den meisten Fällen nicht ratsam, den letzten Teil einer Trilogie zuerst zu lesen. In diesem Fall führte mich der Zufall (das Buch war gerade in der Onleihe der Bibliothek meines Vertrauens verfügbar) dennoch dazu, den dritten Schritt vor dem ersten zu tun, da ich derzeit alles von James Sallis und vergleichbaren Autoren verschlinge. Und ich habe es nicht bereut.
Zum Inhalt: wir begleiten Turner, einen ehemaligen Polizisten und Therapeuten, der eine dunkle Vergangenheit als Ex-Sträfling hinter sich hat, durch die Kleinstadt in Tennessee, in der er lebt. Zwei Jahre sind vergangen, seit seine Freundin Val vor seinen Augen erschossen wurde, und noch immer trauert er. Doch mit dem Mordverdacht gegen Weiterlesen
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„Der oft unüberlegten Hochachtung gegen alte Gesetze, alte Gebräuche und alte Religion Weiterlesen

Otto liebt es, wenn Kinder das Buch lesen, in dem er abgebildet ist. Eines Tages aber findet er das Haus verlassen vor – bis auf die große Umzugskiste, in der er und sein Buch vergessen wurden.
Doch Otto ist mutig und zieht in die Stadt hinaus auf dem Weg nach einem neuen Zuhause. Schnell ist er müde, erschöpft und einsam, vermisst sein Buch und wünscht sich heim. Doch dann Weiterlesen
So richtig aus dem Bibliotheksalltag gegriffen – und im Bezug auf die manchmal weltfremdem Ausführungsbestimmungen von Innenarchitekten auch nach 25 Jahren noch aktuell!
Customer:
„‚xcuse me I wonder if you could help me. I’m having some trouble finding a book“
Librarian:
„Uh!?“
Customer:
„Yeah, they all seem to be … they all seem to be … mixed up!“
Librarian:
„Mixed up!? – They look alright to me! All the Weiterlesen

USA, Ohio, in den 1950er und 1960er Jahren. Nach „Knockenstiff“ entführt uns Pollock erneut in den „Bible Belt“ der USA, nach Ohio und lässt auch den Ort des Vorgängerromans wieder vorkommen.
Der junge Arvin wächst in einer Welt voller Gewalt, Korruption und religiösem Fanatismus auf. Sein Vater, ein spät religiös erweckter Weltkriegsveteran, versucht vergeblich, durch Blutopfer und Weiterlesen

Da der despotische Chefredakteur von Jargsblog Urlaub hatte, die Vertretung im Zimtsternkoma unter dem Redaktionsschreibtisch lag, der Blogadministrator an einem Stück kalter Pizza erstickt ist und der Praktikant vom 20. Dezember bis zum Neujahrsmorgen versucht hat, seinen Tetris-Highscore zu brechen, erscheint die Weiterlesen

Christian Y. Schmid, der in China wohnende, mit einer Chinesin verheiratete Ex-Titanic-Redakteur hat schon zweimal in Buchform über China berichtet (vergl.: „Allein unter 1,3 Milliarden„) und dabei neben journalistischer Distanz und Akribie auch bewiesen, dass er spannend und – wo angebracht – humorvoll schreiben kann. Mit „Im Jahr des Tigerochsen“ legt er ein weiteres Buch über das fernöstliche Riesenland vor.
Nach Jahren in China hat er mittlerweile einen eigenen Blick für landestypische Eigenheiten entwickelt, manche Verhaltensweisen angenommen, manche westlichen Betrachtungen über China einem kritischen Urteil unterzogen und sie nicht selten revidiert. „Im Jahr des Tigerochsen“ beruht überwiegend aus Kolumnen, die in der „taz“ erschienen sind. Der Autor reflektiert darin nicht nur über seine Erfahrungen in Peking, sondern geht auch spezifischen Fragestellungen nach, denen er im Laufe seiner chinesischen jahre begegnet ist und die zu klären er etliche Reisen auf sich nimmt.
So geht er der Frage nach den prügelnden Chinesinnen und der auf den ersten Blick nicht erkennbaren Verbindung zum Weiterlesen
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„Es gibt Dinge, die so ernst sind, daß man Weiterlesen

So zahlreich wie die pseudomedizinischen Heilungsverfahren sind die Bücher darüber: ob Homöopathie oder Bachblüten, Osteopathie, Kinesiologie, Antroposophische Medizin oder Bioenergetik, ob Geistheilung oder Quantenmedizin – vielfältig sind die Bezeichnungen für esoterische Heilverfahren, die als sogenannte Alternativmedizin Zuspruch nicht nur bei leichtgläubigen Patienten, sondern auch bei manchem Arzt und Apotheker finden. Natürlich spiegelt sich das nicht nur in Angeboten auf dem Gesundheitsmarkt, in Apotheken, Supermärkten und Drogerien wieder, sondern auch in den Regalen der Buchhandlungen und Bibliotheken.
Dabei geht es vor allem um eines: Profit. Denn paramedizinische Heilverfahren haben bis heute keinen Nachweis ihrer Wirksamkeit erbringen können, der über Placeboeffekte hinausginge. Mit dem platten „Wer heilt, hat recht“ wird ihre Wirksameit behauptet und den Patienten mit der irreführenden Behauptung, die als „Schulmedizin“ verunglimpfte, auf wissenschaftlicher Basis arbeitende Medizin kuriere nur an Symptomen und althergebrachtes, angeblich ganzheitliches Wissen böte einfache Lösungen für jede Krankheit: dabei hat die Menschheit in den letzten 150 Jahren auf dem Gebiet der Medizin gerade durch Wissenschaftlichkeit und Aufklärung immense Fortschritte gemacht und einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass die meisten Menschen heute ein hohes Alter erreichen können.
Theodor Much beleuchtet in seinem Buch nahezu sämtliche derzeit vermarkteten esotersichen Heilverfahren, stellt ihre leeren Versprechen vor, beleuchtet die oft Weiterlesen

Wir alle haben Angst. Erwachsene, Kinder, Tiere. Angst zum Beispiel vor der Dunkelheit, vor Ameisen, Gewitter, vor der Schule, dem Sterben, dem Tod, vor Aufzügen, Monstern, vor dem Fliegen, dem Alleinsein oder vor dem Elfmeter beim Fußball. Als Erwachsene lernen wir, unsere Angst zu verdrängen oder zu rationalisieren – doch sie ist trotzdem da. Jeder hat sie und sie kann sehr wichtig sein.
Kindern begegenet die Angst nicht selten viel offener, unmittelbarer und beeindruckender. Plötzlich hat eines Angst vor dem Einschlafen, ein anderes vor der Spritze beim Arzt. Moni Port nimmt in „Das mutige Buch“ die Ängste kleiner und großer Leute ernst und packt sie in Weiterlesen

Das gilt doch für die meisten von uns; unser Leben zu vergessen ist das Beste, was wir zustande bringen. (S. 140)
In Knockemstiff entführt uns der amerikanische Autor Donald Ray Pollock, selbst aus einer unterprivilegierten Familie kommend, in die archaische Welt eines Provinzörtchens in Ohio. Dort begegnen wir Menschen, die auf der anderen Seite des amerikanischen Traums leben, zerrissen zwischen aussichtlosen Träumen und einer deprimierenden, nicht selten von Weiterlesen
„Ihr sagt: // »Der Umgang mit Kindern ermüdet uns.« // Ihr habt recht. // Ihr sagt: // »Denn wir müssen zu ihrer Begriffswelt hinuntersteigen. // Hinuntersteigen, uns herabneigen, beugen, kleiner machen.« // Ihr irrt euch. // Nicht das ermüdet uns. Sondern – daß wir zu ihren Weiterlesen
Zum Glück in der Bibliotheksrealität Weiterlesen

Wir sind ihm bereits in „Das Baumhaus““ begegnet: dem Eisbären, dem wir auch in diesem Buch begegnen.
Wieder begleiten wir den Eisbären – ganz ohne Worte – bei seinen Abenteuern, die diesmal Weiterlesen

An diesem wunderschönen Tag hat Paulchen nur einen Gedanken: hinausgehen und mit Freunden spielen. Aber er findet niemanden. Bis er plötzlich auf Flossie das Schaf stösst, das Verstecken gespielt hat und jetzt seinen Freund, das kleine Schaf sucht. Natürlich macht sich Paulchen mit Flossie auf die Suche, doch Weiterlesen

Rezensionen von Kinderbüchern gehören seit dem Start von Jargsblog vor bald drei Jahren zu den regelmäßig erscheinenden Beiträgen und erfreuen sich offensichtlich einiger Beliebtheit unter den Leserinnen und Lesern dieses Blogs, wenn man der Statistik und den Kommentaren vertraut.
Auch in 2013 gilt es also, eine Essenz zu ziehen aus all den gelesenen Kinderbüchern, die gemäß dem radikal-subjektiven Ansatz von Jarg auch als Rezension den Weg in diesen Blog gefunden haben – so schwierig das ist. Auch hier ist der Link zum vollständigen Beitrag angegeben. Wer seine eigene Weiterlesen

So ein Nashorn ist unerhört praktisch und nützlich: man kann es als Kleiderständer verwenden, als Lampenschirm oder als Rückenkratzer. Es frisst Weiterlesen
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Denn nicht Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, wie es Weiterlesen

Auf den ersten Blick hält man das hier besprochene Buch aufgrund des Titels zunächst eher für einen oberflächlichen Reisser, wird aber rasch eines Besseren belehrt. Mario Ludwig widmet sich den großen rezenten Prädatoren: Tiger, Löwe, Leopard, Hyäne, Grizzly und Wolf finden neben Pottwalen und Orcas ebenso seine Aufmerksamkeit wie Krokodil, Komodowaran, Anakonda, weißer Hai, Piranha und – der Menschen selbst und der bei ihm gelegentlich vormommende Kannibalismus.
Dabei geht er etlichen realen Ereignissen ebenso akribisch nach wie er viele Mythen entlarvt. Schnell wird klar, dass Tiger zwar durchaus gefährlich sein können, die größte Gefahr für uns Menschen aber nicht von jenen Raubtieren ausgehen, die an der Spitze der Nahrungskette stehen, sondern von Weiterlesen

Auch für das Jahr 2013 gilt es wieder, eine literarische, musikalische oder cineastische Bilanz zu ziehen auf diesem Blog und damit die ausgesprochen gut aufgenommene Tradition aus dem Vorjahr wieder aufzunehmen. Im Rückblick betrachtet scheine ich im Jahr 2013 vorwiegend Romane mit einer gewissen melancholischen, zuweilen sogar traurigen oder düsteren Grundstimmung gelesen und hier auf Jargsblog vorgestellt zu haben: Geschichten von Verlust, Trauer und Veränderung dominieren die entsprechende Rubrik.
Dabei ist ein Schwerpunkt bei skandinavischen Autoren und amerikanischen Vertetern des Krimi noir zu beobachten und eine gewisse Exzessivität: so führte die Entdeckung von Per Pettersson zur Lektüre weiterer Bücher von ihm und anderen norwegischen Autoren, während Woodrell mit „Winter Knochen“ den Auftakt zu einer Lektüreserie düster-existentialistischer Romane führte, die alle mehr oder weniger von Verlieren des amerikanischen Traumes handeln.
So eine Liste ist ja immer Weiterlesen
Auch wenn sich in den USA seit Erscheinen des Clips etwas getan hat bei den eBooks – das Thema eMedien bleibt trotz bereizs bestehender Angebote, die sukzessive ausgebaut werden, schwierig für Bibliotheken. Auch hierzulande. Da wäre ein Filmchen mit vergleichbarer Intentioon wünschenswert … aber Weiterlesen

Wohnungen und Häuser bieten dem Menschen nicht nur Schutz vor der Aussenwelt, vor Wetter und anderem natürlichen oder gar menschlichen Unbill, sondern definieren auch Grenzen und mögliche Öffnungen zwischen dem einzelnen Menschen und seiner Umwelt, schaffen Raum für Begegnung und Rückzug und können die Art beeinflußen, wie wir auf die Welt und auf uns selbst blicken.
Japan und seine Bauten haben großen Einfluss auf die Entwicklung der westlichen Architektur ab Ende des neunzehnten Jahrhunderts gehabt: die sachliche, reduzierte Gestaltung, die Verbindung von Raum und Natur und der gerasterte Aufbau faszinierten und faszinieren viele Architekten. In „Living in Japan“, einem neu aufgelegten Fotoband von Reto Guntli mit deutschen, englischen und französischen Texten, begegnen wir japanischer Wohnarchitektur im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne.
Die opulenten Bilder entführen uns in Weiterlesen

„Das heißt, sie waren allein bis auf die Delphine. Denn als der Vordersteven des Schiffs das violette Glas durchschnitt, pflügte er glitzernde, schneeweiße Schaumberge auf; und etwas Schöneres als die tief im Inneren des Glases tanzenden Delphine hatte ich noch nie gesehen. Ein Dutzend Tiere, mächtig, viel größer als ein Mensch, am Rücken olivbraun, die Flanken und der Bauch von einem leuchtenden Blassgrün; ihre Form: Gestalt gewordene Geschwindigkeit. Die spitze Schnauze vor der wulstigen Stirn teilte das Wasser perfekt, und hinter der rudernden Schwanzflosse schloss es sich wieder, so als sei nichts gewesen. Meistens tanzten sie paarweise, glitten vor dem Steven hin- und her wie Schlittschuhläufer, dann kreuzten sie – einer oben, einer unten – übereinander hinweg, drehten sich um die eigene Achse, ein silbrig grünlicher Blitz tief unter Wasser, stiegen nach oben, bis ihre Rückenflosse die Luft wie eine weiße Feder durchtrennte, schnellten hoch wie kraftstrotzende Meerjungfrauen, haltlos vor Glück, warfen sich im Sprung auf den Rücken bald zu zweit, manchmal zu dritt, zu viert oder auch zu fünft. Plötzlich schossen zwei davon und verließen das Schiff; aus dem Nichts tauchten zwei neue auf, kreuzten den Bug und gesellten sich zu dem himmlischen Wasserspiel“. (S. 25)
Der Kampf des Menschen gegen die Gewalten der Natur ist ein immer wiederkehrendes Thema in der Literatur: die Bandbreite reicht dabei vom Weiterlesen
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„Wenn es dir möglich ist, mit nur einem kleinen Funken Weiterlesen

Kurz nach dem auch hier vorgestellten „Serengeti“-Film entdeckte ich das Buch des Kunstmalers und Fotografen Matto Barfuss, der in den Medien oft als „Gepardenmann“ bezeichnet wird und sich als Tierschützer, Tierfilmer und Autor einen Namen gemacht hat.
„Die Geparden der Kalahari“ ist Ergebnis einer Reise in verschiedene Gebiete dieser riesigen Gebiete: Barfuss beobachtete eine Gepardin mit fünf Jungen im Okavango-Delta, eine weitere Gepardin, die in den Salzpfannen unter Schwertsbedingungen ihre zwei Jungen durchzubringen, sowie zwei Gepardenbrüder, die zusammen jagen.
Sein Buch ist eine außergewöhnliche Mischung aus zum Teil spektakulär nahen Fotos, photorealistisch anmutenden Grafiken und den Reiseberichten selbst: Barfuss nimmt Weiterlesen
Laut sein in der Bibliothek geht natürlich Weiterlesen

Erwachsene Bären haben immer was zu tun und natürlich muss immer alles sofort passieren: sie stellen zum Beispiel Möbel um, was gar nicht so einfach ist, wenn hinterher alles richtig stehen soll. Und natürlich sind sie dabei furchtbar beschäftigt und im Stress und haben gar keine Zeit für den kleinen Bären, der Weiterlesen

„Unsere Augen prallen an den Oberflächen ab, wir können weder weit noch tief sehen. Wir treffen Entscheidungen aufgrund des jämmerlichen bisschens, dass wir wissen, darüber, wer wir sind, und das gibt uns Stabilität. Dann halten wir die Luft an und erwarten, dass der Himmel jeden Moment aufreißt. Jeder von uns macht das […]. Nicht nur du …“ (S. 130)
Düster und melancholisch ist das Menschenbild sowohl im klassischeh Film Noir als auch in seinen literarischen Entsprechungen. In „Driver“ erlebten wir den Weg des gleichnamigen, sehr zurückhaltend auftretenden Protagonisten, der nach einem gescheiterten Überfall, an dem er als Fahrer teilnahm, plötzlich zur Zielscheibe der Mafia wird und den Spieß umdreht, bis er am Ende den Drahtzieher ausfindig gemacht hat.
Nun lebt er, mittlerweile über dreissig Jahre alt, unter einem anderen Namen an einem anderem Ort. Langsam geraten die Ereignisse, die ihn hierhin gebracht haben, ausseinem Blickfeld. Doch dann kommen an einem Samstagmorgen plötzlich zwei Männer und versuchen, ihn Weiterlesen

Nein, dies ist kein Buch über Wohnmobile, auch wenn ich zugeben muss, dass ich es vor allem aufgrund des VW Bus T2 auf dem Titelbild gelesen habe: das ist ein Fahrzeug, das bei mir unweigerlich Erinnerungen an Fahrten durch den Süden Brasiliens auslöst, nach Sao Francisco do Sul, St. Catarina, Florianopolis, am Steuer unser brasilianischer Freund, auf den Sitzen unsere und seine Familie. Seither träume ich manchmal davon, so einen Bus zu besitzen, was natürlich vollkommen irrwitzig ist, da ich von Autoschrauberei absolut nichts verstehe und es gerade mal für Tanken und das Auffüllen des Scheibenwischerwassers reicht. Aber genug der Abschweifung …

„Mobile Homes“ beschäftigt sich hauptsächlich mit Häusern und Wohnungen, die Weiterlesen

So ein Rettungsdienst muss ja auch sehen, woher das Geld kommt – und das gibt es nun mal nur im Einsatz. So ist es auch in Wien, und so herrscht in der Stadt ein kriegsartiger Wettbewerb zwischen dem Rettungsbund und den Kreuzrettern, die sich gerne gegenseitig die Verkehrsopfer, die Siechen und die Kranken abjagen udn dafür gerne mal Funkcodes knacken oder sich wilde Verfolgungsjagden liefern. Brenner kratzt das alles nicht, den der ehemalige Detektiv will nur seinen Job machen und ansonsten seine Ruhe haben. Doch plötzlich häufen sich die Todesfälle um in herum: ein Liebespaar stirbt kurz vor dem Weiterlesen

„Wenn wir nicht bald das gewöhnliche Leben wieder schätzen lernen, dann werden wir Weiterlesen

„Natürlich war die Leihfrist nicht überschritten. Ich hielt sie immer auf den Tag und die Stunde genau ein. Schon weil meine Mutter mich städnig darauf hinwies. Es war wie bei einem Schäfer. Passte er nicht ordentlich auf seine Schafe auf, gingen sie verloren. Ich hütete die Bücher wie ein Schäfer die Schafe.“ (S. 5)
Bibliotheken sind ja Orte, wo die Erscheinungen der Welt auf unterschiedliche Weise zusammenlaufen und sich kreuzen können. Nicht umsonst kommen Bibliotheken in der fantastischen Literatur, in Dystopien und Science-Fiction immer wieder gerne vor: dabei stehen sie nicht symbolisch für Orte des Wissens und des Gedächtnisses, sondern auch für Orte voller Geschichten, voller Fantasie.
In „Die unheimliche Bibliothek“ begleiten wir einen Jungen, der eigentlich nur wie so oft seine Bücher in der Bibliothek abgeben will, um auf keinen Fall die Leihfristen zu überschreiten. Er gibt die Bücher ab und fragt nach einem Buch. Die Frau an der Rückgabe schickt ihn in Raum 107: dieser liegt im Keller, den der Junge bisher noch nie gesehen hat.
In Raum 107 begegnet er einem Weiterlesen
Früher war mehr … nein, nicht Lametta. Früher war vor allem mehr Weiterlesen

Ein Käfer fällt ins Wasser rein,
wird es wohl sein Ende sein?
Kein Problem, wir brauchen nur
Superwurm mit Angelschnur.
Zum Glück haben Scheffler und Donaldson nicht den Fehler anderer Autorinnen und Autoren gemacht, aus ihrem „Grüffelo“ eine multimedial verwurstete Kinderbuchfigur mit zahhlosen Folgegeschichten in allen Formaten zu machen. So bleibt der Zauber erhalten.
Aber Scheffler und Donaldson finden – zum Glück – auch immer wieder Gelegenheit zur Zusammenarbeit. So zum Beispiel für „Superwurm“.
Würtme sind ja eigentlich sehr zarte, gefährdete Geschöpfe. Aber Superwurm ist Weiterlesen

Alljährlich lädt die opulent ausgestattete Fred-Toppler-Stiftung alles, was Rang, Namen, Geld oder zumindest gute Verbindungen hat, in ihr luxuriöses Ressort auf der griechischen Insel Skios ein. Als Höhepunkt des mehrtägigen Events gilt der Vortrag einer berühmten Persönlichkeit. In diesem Jahr bereitet sich Dr. Morman Wilfred, ein international hochgeschätzter und vielgefragter Experte in den besten Jahren, für quantitative Wissenschaftsforschung, darauf vor, auf Skios eine Variante seines schon oft gehaltenen Vortrags zu halten.
Doch Wilfred hat Pech: am Flughafen der Insel verschwindet Weiterlesen

Natürlich kann man nicht abstreiten, dass Glaube vielen Millionen Menschen ein Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit, Trost und Hoffnung vermittelt. Aber allein der bloße Glaube daran macht die Hypothese, dass tatsächlich irgendwo ein Gott existiert, der sich schon um einen kümmern wird, nicht zwingend glaubhafter. Wenn man daran glauben würde, dass im eigenen Garten ein wertvoller Piratenschatz versteckt wäre, gäbe einem das sicherlich auch ein gewisses Gefühl von Sicherheit und Hoffnung. Dummerweise gibt es aber nichts, was diesen Glauben, sei es an einen Gott oder eben an einen Piratenschatz im Garten, auch nur annähernd rechtfertigen würde. Gottes Existenz „beweist“ lediglich ein heiliges Buch, von dem allen Ernstes behauptet wird, dass dessen Inhalt nach den höchstpersönlichen Vorgaben des Schöpfers des Universums zusammengetragen und niedergeschrieben wurde. Vor einem Gericht – es sei denn dem jüngsten – käme man damit wahrscheinlich nicht durch. (S. 206
Der Markt für Reiseführer ist unüberschaubar groß, aber einer für den Weg in die ewige Verdamnis fehlte bisher. Zum Glück füllt Jörg Schneider mit „So komme ich in die Hölle“ etliche Wissenslücken zu diesem Themen, Wissenslücken, die sich ja leider sehr oft gerade bei Gläubigen finden lassen. Endlich erfahren wir, wie fest man beim Steinigen werfen darf, warum Gott kein Hippie ist und warum es für christliche Gläubige (was wenige befolgen) laut Bibel unabdingbar ist, sich „Quasten an den Zipfeln ihrer Kleider […] und blaue Schnüre auf die Quasten an die Zipfel“ machen zu lassen.
Ausgesprochen bibelkundig zeigt Schneider (unter anderem Autor für Titanic, taz, Eulenspiegel und Frankfuerter Rundschau), die Absurdität biblischer Regeln und Weiterlesen
Der Mensch, würde er von Zeit zu Zeit nicht
souverän die Augen schliessen,
er sähe zu guter Letzt nicht mehr,
was angeblickt zu werden verdient.
Rene Char, französischer Dichter (1907-1988)
Zitat aus: René Char, Poésies/Dichtungen. Frankfurt am Main, 1959. S. 139. Gefunden in: Matthias C. Müller: Alle im Wunderland : Verteidigung des gewöhnlichen Lebens (Rezension in Vorbereitung)

Nach der Elch jetzt endlich mutiger ist und sich etwas traut (s. Trau Dich, du Elch!, will er mit seinen Freunden Bär und Biber eine Kanutour machen, obwohl die drei eigentlich selten einer Meinung sind.
So fahren sie los an einem schönen sonnigen Tag – und kentern rasch, den alle drei wollen gleichzeitig Weiterlesen
So kann – und sollte man – unter Weiterlesen

Es gibt Bücher, die haben einen ganz eigenen Ton. Und es gibt Autoren, die einen besonderen Blick auf die Welt haben und Dinge wahrnehmen, die uns allen nur zu leicht aus dem Blickfeld geraten. Ein solcher ist der 1982 geborene Autor und Filmemacher Finn-Ole Heinrich, der mit „Räuberhände“ (Rezension hier klicken) seinerzeit ein fulminantes Romandebüt vorlegte.
Mit „Frerk, du Zwerg“ nimmt sich Heinrich eines schüchternen Außenseiters, des vergleichweise kleinen Frerk, der von eher schwächlicher Konstitution ist, in der Schulklassenhackordnung unten steht und auch zu Hause nicht viel zu lachen hat: seine Mutter ist eine nervige Hygienefetischistin und absolute Spaßbremse, die mit Energie gegen Schokolade, Hunde, Gäste udn alles andere zu Felde zieht und im Zweifel mit einer Allergie reagiert. Sein Vater ist nahezu nichtexistenz, da schweigsam und fügsam sich in die freudlose Regie der Mutter fügend.
So lebt Frerk sein freudloses Leben, verschluckt jedes unangemesse Wort und schreitet durch den Tag mit dem Kopf voller Träume und dem Herzen angefüllt mit Sehnsucht nach Abenteuern, nach Wildheit und nicht zuletzt einem richtigen Hund. Doch eines Tages findet er ein Weiterlesen

Er war noch ganz klein, da konnte er schon fliegen. Für Jakobs Eltern war das zunächst sehr ungewohnt, doch bald gewöhnten sie sich daran und es erwies sich nicht selten als ungemein praktisch (zum Beispiel beim Äpfelpflücken).
Als es eines Tages in den Urlaub ans Meer gehen soll, will Jakob natürlich selber fliegen und startet, nachdem das Flugzeug seiner Eltern auch gestartet ist. Er vertreibt sich die Flugzeit und die Pausen mit Zählen, bis er schliesslich mit 83 Vögeln gen Süden fliegt. Das ist sehr schön.
Doch als sie ihre Mittagspause machen, fällt Jakob ein Weiterlesen