Mona Lisa (Schau mal: Kunst!) / Patricia Geis

Die Mona Lisa dürfte das bekannteste Gemälde der Welt sein: faszinierend ist das Bild selbst, seine wechselvolle Geschichte, seine Bedeutung für die Kunst. Nicht weniger faszinierend ist natürlich der Maler selbst: Leonardo da Vinci.

Das in der Reihe Schau mal: Kunst! erschienene Buch von Patrcia Geis beschäftigt sich zunächst mit da Vinci als Maler im Umfeld seiner Zeit, der Renaissance, und geht dabei auch auf seine umfassende Weiterlesen

Mama, wo ist eigentlich das Gestern hin? / Maja Bohn

„Das gestern, Loretta, ist in dir drin, in deinen Gedanken und Erinnerungen. Und jeden tag kommt ein neues Gestern hinzu. Und wenn du so alt bist wie ich, ist aus allen Gestern ein ganzes Leben geworden“ (Bl. 16)

Das ist gar nicht so einfach mit der Zeit. Wo zum Beispiel bleibt der gestrige Tag? Das fragt sich auch die neugierige Loretta, die eines Morgens mit dieser Frage aufwacht und sie nicht mehr aus dem Kopf bekommt.

Schnell findet sie heraus, dass es auf diese Frage keine einfachen Antworten gibt und ihre Mutter als Erwachsene nicht viel mehr weiß als sie. Loretta aber lässt ihre Frage keine Ruhe und sie macht sich auf die Suche nach Antworten: ob Haushering, Hamster oder Eintagsfliege, Zauberer, Schmetterlingsdame oder Polizeiwachtmeister – sie alle scheint das Gestern nicht Weiterlesen

Solitüdegrab / Frank-Peter Hansen

Flensburg: Im Jahr 1957 soll Ole Iwersen, der noch in der Polizeiausbildung befindliche und frischgebackene Vater einer Tochter, zusammen mit seinem gleichermaßen unerfahrenen Kollegen Woltersen das Verschwinden des jungen, aus vermögendem Hause stammenden und sowohl bei Mitschülern als auch bei seinem Lehrer als Genie geltenden Axel Asmussen aufklären. Doch leider fischen die beiden im Trüben und kommen nicht recht voran – sehr zum Mißfallen ihres Chefs Dr. Kallweit, der mit der Familie Axels bekannt ist. Trotzdem die beiden Polizistenanwärter all ihr schon vorhandenes kriminalsitisches Gespür anwenden, gelingt es ihnen nicht, im Umfeld des Verschwundenen brauchbare Informationen zu finden. Die dünkelhafte Frau Asmussen und der dienstbeflissene Dr. Kallweit haben dafür natürlich wenig Verständnis. Dennoch wird der Fall zu den Akten gelegt und Axels Verschwinden bleibt ungeklärt.

Im Winter des Jahres 1975 und damit fast zwanzig Jahre später werden am Strand von Solitüde in einer Grube Weiterlesen

Meine kleine Satzwerkstatt / Markus Weber (Text).

„Im ICE
kocht
jeder
den Torwart“

„Meine kleine Satzwerkstatt“ darf man ruhig wörtlich nehmen. Zwar geht es hier nicht um den Bleisatz und ähnliche bibliophile Handwerklichkeiten – wohl aber um das vergnügliche Vorlesen willkürlich Weiterlesen

By the time you read this, I’ll be dead / Julie Anne Peters. Anja Herre [Übers.]

Die 15jährige Daelyn wird von ihren Eltern rund um die Uhr behütet. Ihr Vater überwacht ihren Internetzugang, ihre Mutter fährt und bringt sie zur Schule, bestimmte Gegenstände sind ihr verboten und aus ihrem Zimmer entfernt worden. Doch Daelyn, die bereits mehrere Selbstmordversuche hinter sich hat und seit dem letzten stumm ist und eine Nackenschiene trägt, ist entschlossen: beim nächsten Versuch wird es klappen.

Daelyn, die in der Schule wegen ihres Übergewichtes gemobbt wurde und in einem zweifelhaften „Diätcamp“ weiter traumatisiert wurde, ist auch an ihrer gegenwärtigen Schule eine Außenseiterin. Ausserhalb der Schulzeit verbringt sie viel Zeit in Internetforen, die sich an Menschen richten, die Suizid begehen wollen. Als sie sich anonym auf der Internetseite Weiterlesen

Rotkäppchen / Adolfo Serra

Es gibt Bücher, die sprechen eine ganz eigene Sprache – und darunter solche, die keiner beschriebenen Sprache bedürfen, weil sie Bilder sprechen lassen. Zu ihnen gehört auch das Bilderbuch „Rotkäppchen“ von Adolfo Serra, erschienen im Aracari-Verlag (Schweiz).

Serra findet ungemein ausdrucksstarke Weiterlesen

Metall : Was unsere Welt zusammenhält / Reinhard Osteroth

Metall: dabei denkt man zunächst an Eisen, Stahl, vielleicht noch Aluminium, Gold, Silber, Titan und das in letzter Zeit in Medien oft genannte Lithium, man denkt an Schmuck, an Bauten aus Stahlbeton, Autos, Einweggrille, Edelstahlspülen, vieleicht auch an alte Waffen und Geräte. Die verschiedenen Metalle, ob die Alkalimetalle (wie Lithium, Natrium oder das exotische Rubidium), die Erdalkalimetalle (etwa Calcium, Magnesium) oder die Schwermetalle (Titan, Eisen) und andere Metallvarietäten – ihnen allen ist gemein, dass sie in den letzten Jahren mit zunehmener Technisierung extrem an Bedeutung gewonnen haben. Das macht sich bemerkbar an (zum Teil) steigenden Preise, an knapper werdenden Ressourcen und der wachsenden Bedeutung von Recycling insbesondere von Elektrogeräten.

Reinhard Osteroth nimmt uns mit auf eine Weiterlesen

And the Einweckglas goes to …

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Im Rahmen der „300 Jahre Nicolai Verlag“ wurde auf Jargsblog ein Bücherpaket verlost, sofern man die Rätselfrage richtig beantworten konnte. Heute im Laufe des Nachmittags wurde unter Aufsicht der Weiterlesen

Noch ein paar Fragen, doch der Countdown läuft …

Wer jetzt sofort den alten Hit „Major Tom (Völlig losgelöst)“ von Peter Schilling aus den 1980er Jahren für den Rest des Tages im Kopf hat, dem kann geholfen werden: man bekommt ihn leicht wieder heraus aus der cerebralen Endlosschleife, wenn man sich Weiterlesen

Das tollste ABC der Welt / Tom Schamp. Aus dem Französischen von Harry Rowohlt

Anita rast per Anhalter
zu Alis achtem Geburtstag nach Paris
(wartet aber mit ihrer Attacke auf Apfelsinenkuchen und
Ananasbowle nicht ab, bis die anderen
antanzen).
Also, das ist aber ganz und gar nicht anständig, Anita

Tom Schamp ist hierzulande leider noch nicht so bekannt. Das könnte sich ändern, denn der französische Illustrator hat eine bemerkenswert eigenständige und eindrucksvolle Bildsprache entwickelt. „Das tollste ABC der Welt“ versammelt alle Buchstaben unseres Alphabets, geht dabei aber einen anderen Weg als viele andere Bücher des Genres: die Illustrationen zu den einzelnen Buchstaben versammeln Weiterlesen

Das grosse Los : wie ich bei Günther Jauch eine halbe Million gewann und einfach losfuhr / Meike Winnemuth

Was würden Sie tun, wenn Sie unverhofft zu einer Menge Geld auf dem Konto kommen? Vielen kommen dabei in unserer konsumgierigen Zeit durchaus immaterielle Wünsche in den Sinn wie etwa ein Jahr Auszeit zu nehmen von ihrem alltäglichen Leben, ihrem Beruf, und diese Zeit intensiv für sich selbst zu nutzen. Die Journalistin Meike Winnemuth, die 2010 bei „Wer wid Millionär“ eine halbe Million € gewann, hatte während des Spiels spontan den Gedanken geäußert, ein Jahr aus Deutschland rauszugehen und jeden Monat in einer anderen Stadt zu wohnen. Ungläubig stellt sie fest, dass die leicht dahingesagten Worte plötzlich etwas unerhört Reales bekommen haben.
Winnemuth vermietet daher ihre Wohnung unter, packt ihren für die Arbeit unterwegs benötigten Laptop ein und einen relativ kleinen Koffer mit dem Nötigsten. Dann geht es los: nach Weiterlesen

Lola und der Tangokönig / Ole Könnecke

Kapitän von Schultz, der pensionierte Seeräuber und Schrecken der Meere hat einen ausgefeilten Plan: er wird seinen Freund Oskar im Damespiel besiegen. Doch als er – mitten in seinen taktischen Überlegungen und Gedanken über die Vorzüge des Ruhestandes – plötzlich etwas in der Ferne entdeckt. Nach einem kurzem Blick in das Fernrohr bricht er hektisch im Ruderboot auf. Seitdem ist er wie ausgewechselt. Lola und Großvater fragen sich, was bloß aus dem alten Haudegen geworden ist, gibt der sich doch plötzlich empfindsam und zeigt ein ungewohnt weiches Herz – um dann plötzlich mit der Zeitung in der Hand zu verschwinden.
Lola und Großvater überlegen, wohin es Kapitän von Schultz verschlagen haben könnte und machen sich auf die Suche. Im Leuchtturm finden sie als einzigen Hinweis eine alte Weiterlesen

„Das musst du erzählen“ : Erinnerungen an Willy Brandt / Egon Bahr

Mittlerweile ist er 91 Jahre alt und immer noch hellwach und eloquent. Wer in der akteullen Ausgabe des ZEIT-Magazins das Interview mit Egon Bahr gelesen hat, konnte sich davon überzeugen und wird vermutlich auf das ausgesprochen lesenswerte aktuelle Buch von ihm aufmerksam geworden sein.

In „Das musst du erzählen“ berichtet Egon Bahr mehr als zwanzig Jahre nach dem Tod von Willy Brandt von der gemeinsamen Zeit mit seinem politischen und letztlich auch persönlichen Weggefährten. Manches davon kam bereits ansatzweise in dem Gesprächsprotokoll„Gedächtnislücken“ (mit Peter Ensikat) zu Sprache.

Der frühere Journalist Bahr entschied sich Anfang der 1960er Jahre gegen ein lukratives Angebot von Henry Nannen und wurde Leiter des Presse- und Informationsamtes des Landes Berlin und damit Sprecher von Willy Brandt, dem damaligen Bürgermeister der geteilten Stadt. Gemeinsam mit ihm entstand das Konzept der Ostpolitik, des Weiterlesen

7 days left : Nicolai-Contest to win six books – now boarding on Gate 31-5

Da ich die Ansagen an internationalen Flughäfen liebe (insbesondere in Brasilien in diesem unvergleichlich weichen Englisch, bei dem man blind in jede Maschine steigen würde, egal wohin sie fliegt), konnte ich mir diesen Titel für den heutigen Rätsel-Reminder-Post nicht verkneifen.
Zur Sache: Zusehends füllen sich die Reihen, aber es gibt immer noch Gelegenheit, an Bord zu kommen und das Bücherpaket zu gewinnen, das im Rahmen der „300 Jahre Nicolai Verlag“ auf Jargsblog verlost wird. Einzige Voraussetzung, um an Bord kommen zu dürfen und an der Verlosung teilnehmen zu können: die Beantwortung der Weiterlesen

Bruce : Die Springsteen-Biografie / Peter Ames Carlin. Übersetzt von Sonja Kerkhoffs

Es ist so eine Sache mit der Musik von Bruce Springsteen und mir: in der Zeit meiner musikalischen Sozialisation erreichten mich nur einige seiner Songs wie etwa das frühe „Born to run“ vom gleichnamigen ersten Erfolgsalbum aus dem Jahr 1975, einige Titel des Allbums „Nebraska“ (1982) und – ja! – durchaus auch Stadionrock-Titel wie „I’m on fire“ oder den Krieg verurteilende Songs wie „War“. Eine nachhaltige Weiterlesen

Sechs Wochen danach oder: Wie überlebt man Shitstorms, Trolle und nervige umherirrende Mentalitäten?

Um die Antwort vorwegzunehmen: eigentlich ganz gut. Mittlerweile ist es über sechs Wochen her, dass Jargsblog mit Kommentaren zugemüllt wurde, die man nicht mehr als sachliche, bereichernde Diksussionsbeiträge oder Kritik bezeichnen konnte: Beschimpfungen, Verunglimpfung oder nervtötende Wortspaltereien nach der Rezension einiger religionskritischer Medien trafen im Minutentakt ein. Je nach Defintion kann man das, was da lief, als kleinen Shitstorm bezeichnen (wobei das Wort Shitstorm im Bereich der Netzkultur durchaus umstritten ist), als Versuche von Trollen, destruktiv auf die Kommunikationskultur des Blogs einzuwirken oder auch als verzweifelte und letztlich vergebliche Versuche nerviger umherirrender Mentalitäten, mit ihren Weiterlesen

Räuber Ratte / Axel Scheffler ; Julia Donaldson. Ins Deutsche übertragen von Salah Naoura

Räuber Ratte war ein Schurke,
Räuber Ratte war ein Dieb.
Reisenden stahl er das Essen,
bis kein Krümel übrig blieb.

Wir kennen das Gespann ja schon vom „Grüffelo“: Julia Donaldson und ihre humorvollen, wunderbaren Verse, bereichert von den Bildern Axel Schefflers. Mit „Räuber Ratte“ legen sie erneut ein gemeinsames Buch vor und können auch den kritischen Biderbuchleser mit einer gewissen sprachmimosenhaften Empfindlichkeit gegenüber Versen und Reimen überzeugen.
Wir begleiten in der gereimten geschichte Räuber Ratte auf seinen Raubzügen, bei denen er den Opfern stets Weiterlesen

Noch 12 Tage bis zur Verlosung des Bücherpaketes auf Jargsblog


(Rowboats „Pletna“ on the Lake Bled, Upper
Carniola, Slovenia. Urheber: Johann Jaritz)

Alle schon an Bord, Schwimmwesten angelegt und bereit zum Losfahren?! Es ist noch etwas Platz an den Rätselruderbänken, denn noch bis zum 31. Mai, 23:59 kann man zusteigen und auf Jargsblog im Rahmen von „300 Jahre Nicolai Verlag“ an der Verlosung eines sechs Bücher umfassenden Buchpaketes teilnehmen. Es muss dafür nur per Weiterlesen

Lieben : Roman / Karl Ove Knausgård. Aus dem Norwegischen von Paul Berf

„Aus meiner eigenen Kindheit sind mir nur eine Handvoll Episoden im Gedächtnis geblieben, die ich alle als bahnbrechend und bedeutsam empfand, obwohl sie eigentlich, wie ich heute erkenne, in einem Meer anderer Geschichten schwammen, was ihren Sinn gänzlich auslöscht, denn woher will ich eigentlich wissen, dass ausgerechnet diese Ereignisse, die sich mir eingebrannt haben, entscheidend waren, und nicht all die anderen, über die ich nicht das Geringste weiß“ (Karl Ove Knausgard, „Lieben“. S. 23)

Was betimmt ein Menschenleben, wie findet sich in der Banalität des Alltags so etwas wie Sinn, wie verändert sich das Bild der eigenen Kindheit, wenn man selbst Kinder hat? Karl-Ove Knaus Knausgård beschäftigt sich im zweiten Band seines auf sechs Bände angelegten Werkes mit der Veränderung, die sein Leben nimmt, als er seine Frau Linda kennenlernt: beide sind selbstbewußte, auf Selbstverwirklichung bedachte menschen, deren Leben sich durch die Weiterlesen

Film am Mittwoch : The Last Bookshop

„It’s a book. It will paint pictures in your memories. It will give you memories of things you will never experience.“ (Filmzitat).

Ein wunderbarer kleiner Film, der mit dem Gedanken einer Welt spielt, in der es Weiterlesen

Zum Mitnehmen / Lorenz Pauli. Miriam Zedelius

Was soll man tun, wenn der Apfelbaum mehr Früchte trägt, als man selber essen kann? Genau! Man stellt die Äpfel in einem Korb vor den Zaun und hängt einen Zettel dran: „Zum Mitnehmen“. So macht es auch Herr Schnippel. Schon nimmt eine Kette von Mißverständnissen seinen Lauf.
Derr kleine Juri liest den Zettel nicht, schnappt sich einen Apfel und freut sich, weil er denkt, er hätte ihn geklaut. Frau Asperilla freut sich dagegen über den Korb, leert ihn aus und nimmt ihn mit. So weit, so gut. Aber jetzt weht der Wind den Zettel an das Weiterlesen

Gott hat hohe Nebenkosten : wer wirklich für die Kirchen zahlt / Eva Müller

Kirchen, diakonische Einrichtungen, kirchliche Wohlfahrtsverbände sind von der Gewerbesteuer befreit und werden dadurch um etwa 17 Milliarden € jährlich entlastet, erhalten jährlich staatliche Zuschüsse in Höhe von mehr als 50 Milliarden € und weitere finanzielle Vergünstigungen und Subventionen zusätzlich zur den etwa 10 Milliarden Einnahmen aus der Kirchensteuer ihrer Mitglieder. Kirchentage werden in der Regel zu etwa 50% vom Staat bezahlt, wie zuletzt in Hamburg. Der Staat zahlt Bischöfe und bezahlt auch für die Ausbildung von Religionslehrern. Kirchen und ihre Unternehmen haben zudem ein eigenes Arbeitsrecht, das sie vehement verteidigen.
Wir reden von den Kirchen in Deutschland, einem vorgeblich säkularen Land, in dem die Trennung von Kirche und Staat aber leider nur oberflächlich ist. Die finanziellen Ausmaße, die die Kirchenprivilegien seit den entsprechenden gesetzlichen Regelungen von 1952 (in der Weimarer Verfassung waren solche Privilegien unbekannt) angenommen haben, sind ja seit Christian Frerks hervorragend recherchiertem „Violettbuch Kirchenfinanzen“ hinlänglich bekannt: der deutsche Staat überträgt Kirchen und ihren Unternehmen (sogenannten Wohlfahrtsverbänden) staatliche Aufgaben, zahlt dafür (etwa 99% des entstehenden Aufwandes) – und interessiert sich danach nicht mehr dafür, welche Arbeitsbedingungen dort herrschen oder welche Folgen die Delegation staatlicher Aufgaben an weltanschaulich gebundene, durch staatliche Subventionen erst konkurrenzfähige Einrichtungen auf die Arbeitnehmer, den Inhalt der bestellten Dienstleistung und deren „Zielgruppen“ hat.

„Gott hat hohe Nebenkosten“ widmet sich mittelbar auch diesem Thema, verbindet dies aber unmittelbar mit der erschütternden Fallgeschichte der Erzieherin und Kindergartenleiterin Bernadette Knecht aus Rauschendorf: am Beispiel ihrer Kündigung aufgrund einer Scheidung und eines neuen Lebenspartners, des Kampfs der von ihrer Arbeit begeisterten Eltern zunächst (fruchtlos) um den Erhalt ihres Arbeitsverhältnisses und danach um die Kündigung des Vertrags mit der Kirche als Träger durch die Stadt, werden die Auswüchse deutlich, die Weiterlesen

Fast vergessen : Handwerkliches Erbe / Christine Frenkenberger ; Walter Seitz-Krautstorfer ; Björn Thönicke

Eine ganze Reihe von Berufen sind durch die Mechanisierung oder den Wandel von Bedürfnissen und Gewohnheiten fast ausgestorben oder in Vergessenheit geraten, andere haben sich aus ähnlichen Gründen so stark verändert, dass ursprüngliche Elemente des Berufes fast komplett verloren gegangen sind. Zur erstgenannten Gruppe gehören sicher Sattler, Hutmacher, Messermacher oder Ofenkeramiker, zur zweiten könnte man den Bäcker zählen, der zwar als Ausbildungsberuf noch vorhanden ist, als handwerklicher Beruf allerdings schon fast als ausgestorben gelten kann, wenn man sich die Produkte in den meisten Bäckereien und Supermärkten ansieht. Dann gibt es natürlich noch Handwerksberufe, die relativ exotisch sind wie etwa den Blechblasinstrumentenbauer, den Harfenbauer oder den Säckler.
Basierend auf einer Fernsehserie, berichtet „Fast vergessen“ in zwanzig Kapiteln über die vorgenannten Berufe und darüber hinaus über etliche weitere wie den Latschenölbrenner oder den Weiterlesen

Der Eimer ist erst halb voll …

Mittlerweile sind ja schon etliche Kommentare auf die Rätselfrage am Ende des besagten Blogbeitrages vom 1. Mai eingetrudelt – darunter vorwiegend richtige Antworten. Zeit ist ja noch ein wenig.
Es könnten natürlich noch wesentlich mehr sein: eigentlich hatte ich als Ulze dieses Blogs erwartet, dass Jarg einen ähnlichen Einsatz bringt wie die Weiterlesen

Film am Mittwoch : Automatische Buchsortierung

Ein Film ohne Ton und viele Worte, der für sich spricht: diese Automaten und Sortierroboter hääte ich dann auch gern: so schnell können Bücher Weiterlesen

Lesen auf dem E-Book-Reader 5 : Virtuelle Medienschäden und überraschende Seitenzahlen

Im letzten und vierten Beitrag über das Lesen auf dem E-Book-Reader ging es ja um verzweifelte Versuche, den abgestürzten Kobo Glom der sich extrem verlangsamte und oft aufhängte, wieder zum Leben zu erwecken. Zur Ehrenrettung von Kobo muss gesagt werden, dass

a) der Firmensupport rührend, fachkundig und schnell um die Wiederherstellung der Readerfunkionalitäten bemüht war.

b) es letztlich auch gar nicht am Gerät selber lag. Es war eine defekte E-Book-Datei – so was gibt es, und zwar auch in der Onleihe.

Da könnte sich für bibliothekserfahrene und vielleicht leidgeprüfte analoge Bibliotheksnutzer natürlich sofort die Frage stellen, ob sie jetzt etwas bezahlen müssen, wo doch die Datei kaputt ist und so. Das kennt man ja bei Büchern auch: das ausgeliehene Buch wurde vom Auto überfahren, vom Hund oder Weiterlesen

Der Name der Rose / Umberto Eco

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„Die Rose von einst steht nur noch als Name, uns bleiben nur nackte Namen“ (Aus: „Der Name der Rose“. Letzter Satz)

Norditalien, 14. Jahrhundert: Adson von Melk, ein alter Mönch, erinnert sich an seine Reise als junger Novize mit dem Franziskanermönch William von Baskerville in ein abgelegenes norditalienisches Kloster der Benediktiner. Hier soll ein Treffen stattfinden zwischen Abordnungen der Franziskaner und des Papstes aus Avignon, die über die Armut Christi tief zerstritten sind. Auch Bernardo Gui, ein Gegner des streibaren und scharfsinniges William, wird kommen. Doch ein mysteriöser Todesfall Weiterlesen

Noch 28 Tage bis zur Verlosung des Bücherpaketes auf Jargsblog

Auf Jargsblog gibt es in diesem Monat ein Buchpaket des Nicolai-Verlages im Rahmen der Aktion „300 Jahre Nicolai Verlag“ zu gewinnen. Also unbedingt rechtzeitig per Kommentar die Rätselfrage beantworten, die man am Ende dieses am 1.5. erschienenen Artikels findet (hier klicken).

Eisbär, Elch und Eule : von Schnee und Eisbewohnern / Bibi Dumont Tak. Mit Illustrationen von Martijn van der Linden.

Walrosse haben es nicht leicht: sie sind ungeheuer schwer, brauchen jeden Tag 35 Kilo Futter und haben bis auf die langen Stoßzähne kein Gebiss. Damit zeigen sie beeindruckend, dass die Natur alles andere als perfekt ist und über Jahrmillionen Jahre an Evolution teilweise bizarre Lösungen hervorbringt. Die Lösung besteht beim Walross darin, dass es Weiterlesen

300 Jahre Nicolai Verlag : Bücherverlosung auf Jargsblog

Der Nicolai Verlag Berlin feiert 2013 sein 300. Jubiläum. Gegründet 1713 als Nicolaische Verlagsbuchhandlung, wurde er unter dem sich als Aufklärer verstehenden Schriftsteller, Kritiker und mit Lessing befreundeten Christoph Friedrich Nicolai, dem Sohn des Verlagsgründers, zu einem weit über Berlin und Brandenburg hinaus bekannten und wichtigen Verlag. Nicolai war eine faszinierende Persönlichkeit, die sich nicht nur durch mehrfache Begabungen und einen wachen Geist, sondern auch durch eine ausserordentlich scharfe Formulierungsgabe auszeichnete.
Als einer der ältesten Verlage Deutschlands bietet der Nicolaiverlag heute sorgfältig edierte, hochwertig gemachte „Bücher aus den Bereichen Architektur, Design, bildende Kunst, Fotografie, Kultur- und Zeitgeschichte“ (Zitat von der Webseite) an, darunter auch den aussergewöhnlich schönen und anregenden, auf Jargsblog besprochenen Titel NaturGenies.
Aus Anlass des Jubiläums „300 Jahre Nicolai Verlag“ wird von Mai bis August jeweils einen Monat lang auf ausgewählten Bücherblogs jeweils ein sechs Bücher umfassendes Buchpaket des Verlages verlost. Jargsblog macht im Monat Mai den Anfang, im Juni folgt die Klappentexterin.

Das zu gewinnende Buchpaket besteht aus den folgenden Titeln:


Berliner Mauerbilder


Plattenbau privat


Mein Leben mit dem ZDF


Der Tod steht uns gut


Der Maler Max Liebermann


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Wer an der Verlosung teilnehmen möchte, beantworte bitte bis spätestens 31. Mai 2013, 23:59 Uhr, folgende Frage über die Kommentarfunktion dieses Blogbeitrages:
Welches Museum war von 1910 bis 1936 im langjährigen Verlagssitz in Berlin-Mitte untergebracht?

Unter den richtigen Antworten wird die Gewinnerin oder der Gewinner von mir am 1. Juni 2013 ausgelost. Die Kommentare der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bleiben bis zum 31.5 unsichtbar, um den Weg in die Lostrommel und damit zum potentiellen Gewinn des Buchpaketes nicht allzu einfach zu machen. Die Lösung liegt allerdings näher, als man denkt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Umwege und persönliche Bekanntschaften mit dem Betreiber dieses Blogs zählen nicht.
INTERNER HINWEIS VOM 1. JUNI 2013: ACHTUNG: DIE VERLOSUNG LÄUFT BEREITS. WEITERE KOMMENTARE WERDEN NICHT ANGENOMMEN.

Ulze am Sonntag : richtet Eure Augen auf Mai und ratet richtig


(Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 183-V03906 / Bankhardt / CC-BY-SA)

Gewinnspiele gehören auch auf 457 Ulze 23, dem jupitergroßen Heimatplaneten aller Ulzen, zum Alltag. Hier wird alles verlost: Essen, alte Socken, Weiterlesen

Doktor Oldales geographisches Lexikon / John Oldale

„Wie bitte? Einzelnen Kugeln ausweichen? Die könnten nicht mal einen Elefanten aus solcher Entfernung treffen“

(Letzte Worte von Generalmajor John Sedgwick, dem ranghöchsten Todesopfer der Union im amerikanischen Bürgerkrieg)

Geografische Lexika zeichnet meistens aus, hochverdichtet Informationen, Datenund Fakten zu Ländern und Regionen zu liefern, dabei je Land ein vorgebenes Raster abzuarbeiten von möglichen geschichtlichen Aspekten bis hin zu Geologie, Wirtschaft, Politik, Religion, ja womöglich bis zur Alphabetisierungsquote und dem Anteil von Datteln oder elektroporösen Kugellagern am Export. Das ist interessant – aber manchmal auch sehr ermüdend, vor allem, wenn man vielleicht aufgrund mangelnden Lesestoffes eigentlich das ganze Lexikon lesen möchte und nicht nur einzelne Artikel zur gezielten Information.
Doktor Oldales geographische Lexikon ist da anders. So erfahren wir unter dem Stichwort „Antarktika“, dass Pinguineier nach dem Kochen ein leuchtendes Orangerot beim Eigelb aufweisen und wenig appetitlichen Weiterlesen

Flavia de Luce – Vorhang auf für eine Leiche / Alan Bradley

Weiterhin ist die Familie de Luce knapp bei Kasse, der Familiensitz Buckshaw kaum noch zu halten. Colonel Buckshaw nimmt daher das Angebot einer Filmcrew an, Buckshaw als Drehort zu mieten. So rückt kurz vor Weihnachten der ganze Filmtross an inklusive der berühmten Schauspielerin Phillys Wyvern. Natürlich übt die Diva eine magische Anziehungskraft auf die Bewohner des kleinen Örtchens aus – und gern wird eine kurzerhand orfanisierte und nach Buckshaw verlegte Wohltätigkeitsveranstaltung mit Phillys Wyvern als überraschendem Stargast genutzt, alles in Augenschein zu nehmen und der Berühmtheit nahe zu sein. Doch der Abend endet dramatisch: alle Teilnehmer müssen zusätzlich zur Filmcrew und den de Luces in dem vom Schnee eingeschlossenen Buckshaw übernachten – und Flavia de Luce findet in den frühen Morgenstunden Weiterlesen