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„Was der Sinn des Lebens ist, weiß keiner genau. Jedenfalls hat es wenig Weiterlesen
Startseite » Beitrag veröffentlicht von Jarg (Seite 36)
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„Was der Sinn des Lebens ist, weiß keiner genau. Jedenfalls hat es wenig Weiterlesen

Haben Sie auch so eine Kiste mit Alltagsschrott, mit alten Wasserhähnen, kaputten Kleiderbügeln, ausrangierten Sprühflaschen, alten Maurerkellen, Äxte ohne Stiel, ein alter Türbeschlag? Wie sieht es mit den Schubladen in der Küche aus? Suppenkellen, Korkenzieher, Teesieb neben dem Herd, alte Tetrapacks im Müll? Und der unaufgeräumte Werkzeugkasten enthält bestimmt ein paar alte Schraubenschlüssel, einen Zollstock, Türschlösser, ein paar Sägen, gar ein altes Sensenblatt?
Gut! Denn nach der „Lektüre“ von Gilbert Legrands Weiterlesen
Steinalter Film über den Prozess der Buchherstellung. Sehr schön!

Milliarden Jahre des Entwicklung des Lebens kulminieren in der Gegenwart und ihrer Vielfalt mit über fünf Millionen Spezies. „Unser Leben“ geht in opulenten Bildern auf eine Reise um die Welt und zeigt exemplarisch und in faszinierenden Bildern Nahrungsbeschaffunf, Fortpflanzung und Überleben einzelner Lebewesen.
Wir sehen den kleinen Erdbeerfrosch, der vier bis fünf seiner Nachkommen nach dem Schlüpfen als Kaulquappe auf seinem Rücken in die Bäume trägt, um sie im wassergefüllten Kelch einer Pflanze mit den restlichen unausgeschlüpften Eiern zu füttern. Kurz begleiten wir ein Elefantenjunges auf seinen ersten Kilometern, dessen unerfahrene Mutter im Sumpf zum Glück auf die Wachheit einer älteren Elefantenkuh vertrauen kann, die ihr Kleines rettet.
Überraschend die Bilder von drei Gepardenbrüdern, die Weiterlesen

Ei hat es nicht leicht: denn wenn er mit Schinken einen Ausflug macht, kann er sicher sein, dass er die Plackerei machen muss und der behäbige, fette Schinken nur kluge Sprüche klopft. Schinken seinerseits ist sich natürlich sicher, dass ohne ihn nichts läuft, und besteht deshalb natürlich auf der Kapitänsmütze, als sie mit ihrem Segelboot in See stechen. Nun ja, Kapitän hin oder her … Ei schiebt das Boot letztlich ins Meer, denn Schinken muss ja im Boot sitzen und Anweisungen geben.
Der Ausflug der beiden ungleichen Freunde wird natürlich keine laue Segelbootpartie: schon bald Weiterlesen
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„Jede Freude füllt, jeder Schmerz leert dich, aber in jener Weiterlesen

Das misanthropische Musikgenie Benno, als Dirgent einst gescheitert, arbeitet als Philatelist in einer Briefmarkenhandlung. Benno ist Ordnungsfanatiker, liebt Beethoven und schöne Frauen. Täglich trinkt er seinen Kaffee bei Sandra, die eine Cafebar in dem gleichen Haus betreibt, in dem Benno wohnt. Zu Bennos großem Missfallen übt Sandra, die von einer Karriere als Musikerin träumt, allabendlich lautstark ihre Songs in der Bar und muss daher regelmäßig Bennos Beleidigungen und Beschimpfungen über sich ergehen lassen.
Doch eines Morgens ist alles anders: Benno findet Sand in seinem Bett. Schnell stellt er fest, dass er selbst den Sand verliert, der Sand aus seinen Weiterlesen

Mit „Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich„, dem bitterbösen Bericht über eine höllenhafe Karibikkreuzfahrt, hat Jarg vor wenigen Wochen den Schriftsteller David Foster Wallace für sich entdeckt. An dieser Stelle sei Weiterlesen

Mit „Driving towards the daylight“ legt der 1977 geborene Bluesrock-Gitarrist und -Sänger sein mittlerweile elftes Studioalbum vor. Während er zuletzt mit dem komplett gecoverten Album „Don’t explain“ zusammen mit der Sängerin Beth Hart brillierte, legt er auf dem neuen Album auch vier eigene Kompositionen vor, die sich neben neuinterpretierten Stücken wie etwa „New Coat of Paint“ von Tom Waits, „Who’s Been Talking?“ von Chester Burnett oder „Lonely Town Lonely Street“ von Bill Withers behaupten müssen. Und das gelingt durchaus: nach dem Weiterlesen
Und hier der etwas andere Zugang zur Philosophie zum Selberbasteln in Form von „Die Kritik der reinen Vernunft“ als buchförmiger Bausatz und damit eine Weiterlesen

Es gibt Bücher, bei denen ahnt man schon vor der Lektüre, dass sie einen ergreifen und bewegen werden, zugleich aber auch mit einer leisen hoffnungslosen Verzweiflung zurücklassen, weil sie offensichtlich machen, wie intensiv wir unseren Planeten derzeit verändern und wieviel Schützenswertes irreversibel verloren zu gehen droht.
So ging es mir auch bei der Lektüre von „Das Mädchen vom Amazonas“ der 1971 geborenen Journalistin Catherina Rust, die als Tochter eines deutschen Ethnologen bis zu ihrem sechsten Lebensjahr bei den noch sehr traditionell lebenden Aparai-Wajana-Indianern im brasilianischen Amazonasgebiet aufwuchs. Als ihre Tochter verbotenerweise Erinnerungsstücke aus dem Schrank kramt, wird die Vergangenheit bei der Enddreissierging wieder lebendig. In ihrem Buch ruft sie sich ihre Kindheitserinnerungen an die Zeit bei den Indianern in Mashipurimo wieder zurück und schafft intensive Bilder beim Leser: unmittelbar scheint man dabei zu sein bei dieser Weiterlesen
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„Rasch tritt der Tod den Menschen an
Es ist ihm keine Frist Weiterlesen

Die alleinerziehende, von ihrem Mann seit kurzem getrennt lebende Paula, völlig eingenommen von ihrer Arbeit für die Zentrale einer Supermarktkette, schliesst ihre kleine Tochter Mirja, die Sehnsucht nach ihrem Vater hat, tagsüber ein, um ihren Job schaffen zu können. An einem Wintertag geht sie wie gewohnt zur Arbeit, vermag sich vier Tage lang nicht aus der beruflichen Verantwortung zu lösen und verdrängt ihre Tochter dabei weitgehend.
Der an seiner Arbeit zweifelnde und unter Termindruck stehende Schriftsteller Ari wiederum ahnt nicht, worauf er sich einlässt, als er dem kleinen, leicht verwahrlosten Tomi im Supermarkt das fehlende Geld für eine Tüte Bonbons gibt. Tomi heftet sich an Aris Fersen, denn Tomi, der sich als Partisan „Doc Kilmore“ ausgibt, sich selbst in einer phantastischen Welt sieht und in Ari einen Verbündeten sucht, hat eine Mission: er will seine Freundin Mirja retten, die von der „roten Kobra-Hexe“ gefangen gehalten wird. Ari möchte Tomi einerseits loswerden, fühlt sich andererseits aber für ihn verantwortlich. Schnell gerät er in die wenig hilfreichen bürokratischen Abläufe des Weiterlesen

Eine meiner Lieblingsbuchhandlungen hat ihr Domizil im Heussweg 33 in Hamburg-Eimsbüttel: „Lüders – Buchhandlung & Antiquariat„.
Ein relativ winziger Laden mit einer feinen Auswahl an aktuellen und antiquarischen Titeln, freundlichen Weiterlesen
Endlich ein Buch, das nicht im Regal versauern will und Druck macht, um schnell gelesen zu werden.
Und hier mein heutiger Lieblingsfilm! Viel Spaß!!

Ein Junge und ein Pinguin sind befreundet. Alles machen sie zusammen. Bis der Pinguin sich eines Tages seiner Flügel bewußt wird und beschliesst, fliegen zu lernen. Wieder und wieder versucht er es, doch nichts klappt. Gemeinsam mit dem Jungen sucht er sich Hilfe. Doch als sein Blick auf Plakat des Zirkus fällt, der eine neue lebende Kanonenkugel Weiterlesen

„Alles über die Welt“ – da erwartet der Leser vielleicht den ganzen großen romanhaften Entwurf zur Menschheit an sich. Doch es kommt viel besser. Klaus Ungerers kaum als Roman zu bezeichnendes Buch irrlichtert in über hundertfünfzig Geschichten an über hundertfünfzig Schauplätzen über die Erde und wirft einen schlaglichtartigen Blick auf vergessene Helden, seltsame Ereignisse, Zufälle, Katastrophen, die mit subtiler Kraft die Welt verändert haben. Endlich erfahren wir, wie das wirklich war, als Aleksandr Aleksandrowitsch Schinenkij beim Kartenspielen einen ganzen Ort verspielte, als das Tunguska-Ereignis 60 Millionen Bäume fällte und was wirklich geschah mit dem dänischen Polarforscher Mylius-Erichsen, der 1907 in Grönland verscholl.
Nun wissen wir, dass es auch die Niederlande nicht leicht haben, wo doch der langjährige Hutmacher der Königin Weiterlesen

Moderne Kunst kann rätslehaft, verstörend, beunruhigend sein: Eine Frau mit Omakittelschürze hält eine Schüssel vor sich und wird von Kartoffeln umschwirrt. Ein riesiger Riss spaltet den Boden der Londoner Tate Modern und verunsichert die Besucher. Ein ausgeleuchteter Showroom mit Prada-Schuhen steht mitten in der texanischen Wüste. Eine leere, verschlossene Ladengalerie, in der die zur Eröffnung geladenen Besucher durch die Schaufenster nur die hinter einer Wand hervoragenden Beine eines auf den Boden liegenden Mannes sehen können. Eine schmutzige, nachthemdbekleidete Frau in einem Blumenfeld, dass sich wiederum in einem schummerigen Zimmer befindet …
Sandra Danicke zeigt am Beispiel Weiterlesen

„Es gibt kein Weiterleben nach Weiterlesen

„Dies ist nicht das Ende, aber auch kein neuer Anfang. Es liegt irgendwo dazwischen […] Vielleicht ist jeder Anfang aber auch das Ende von dem Vorhergehenden, wer weiß das schon. Oder jeder Anfang ist einfach bloß der Anfang und das Ende einfach bloß das Ende – das kann auch sein“ (David Ronaldo, Clown, Belgien)
Alle Welt redet derzeit von Europa: leider jedoch wird das Thema meist verkürzt auf die Streitereien zum Thema Euro und auf billige Witzchen über die Friedensnobelpreisverleihung an die EU. Bei aller auch berechtigten Kritik an der zu raschen Erweiterung des EU- und Euro-Raums, an der Wirtschafts- und Finanzpolitik, der überbordenden Brüsseler Bürokratie und der fehlenden demokratischen Legitimation Europas verkürzt sich der Blick dadurch jedoch unzulässig. Denn Europa ist mehr als der Euro, mehr als Straßburg & Brüssel.
Der Journalist und Fotograf Oliver Lück und sein Hund Locke, ein Hovawart, machen sich in einem alten VW-Bus T3 auf den Weg: über 20 Monate und 50.000 Kilometer reisen sie durch Europa, treffen einen baskischen Chillibauern, eine irische Geschichtenerzählerin, einen litauischen Bernsteinfischer, den estnischen Weltrekordhalter im Schaukeln, die norwegische Grenzgängerin und Extrembergsteigerin Cecilie Skog. Er entdeckt ein kleines italienisches Dorf, dass sich für einen selbständigen Staat hält und einen Weiterlesen

Barocke, volkstümliche Musik aus Venezuela, Argentinien und Paraguay inspiriert Christina Pluhar und ihr aussergewöhnliches Ensemble L’Arpeggiata zu einer fantastischen akustischen Reise: auf vorwiegend zu zupfenden Instrumenten, die quasi aus Europa eingewandert sind, wie etwa Psalterion, Barockharfe, Barockgitarre und Erzlaute, findet das Ensemble, verstärkt durch den Sopran Raquel Anduezas und den Countertenor Philippe Jaroussky eine überraschende, in die Beine gehende Verbindung zwischen alter Folklore, Klassik und Latinpop. „Los Párados Perdidos“ ist damit wesentlich mehr als ein Weiterlesen

Die 15jährige Lissy ist kein unbeschriebenes Blatt: sie hat die Schule faktisch abgebrochen, ist unbeherrscht und gelegentlich gewalttätig. Ihr Vater ist obdachloser Alkoholiker, ihre kaufsüchtige Mutter hat nach langer Zeit der Arbeitslosigkeit einen schlecht bezahlten Job in einer Bäckerei. Wegen Diebstahls muss Lissy über 100 Sozialstunden in einem Alten- und Pflegeheim ableisten. Dort lernt sie die Pflegerin Nele kennen. Über Nele kommt sie auch in Kontakt mit deren Freund Daniel, in den sie sich Hals über Kopf verliebt.
Als Nele ermordet aufgefunden wird, fällt der Verdacht rasch auf Lissy, die sich am Weiterlesen

„Das ist Musik!“ folgt mit vielen bunten Bildern und Beispielen nicht nur der Geschichte der Musik in Europa, sondern führt auch zahlreiche Beispiele für traditionelle und moderne Musik rund um die Welt auf. Von Hip-Hop bis Klassik, von Reggae bis Flamenco, von Gamelan-Klängen bis zu Greogianischen Gesängen reicht die Bandbreite. Ob Mozart oder Wagner, Violine oder Didgeridoo, Volkslieder, Chinesische Musik oder Weiterlesen
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„Man sollte gar nicht glauben, wie gut man auch ohne die Weiterlesen

Deutschland gilt ja landläufig nicht gerade als Wildtierparadies. Wenn man wie der Autor dieser Zeilen ausserdem gerade aus dem eigentlich schönen Hohenlohe im Schwabenland zurückgekehrt ist und gesehen hat, wie wir auch dort unsere schönsten Landschaften mit hässlichen Gewerbegebieten zustellen, kann einem schon bange werden um die verbliebenen Landstriche, in denen noch wilde Pflanzen und Tiere zu entdecken sind.
Andreas Kieling, der bekannte und mehrfach ausgezeichnere Tierfilmer, der 2011 mit „Ein deutscher Wandersommer“ einen Bestseller über eine Wanderung längst der ehemaligen innerdeutschen Grenze landete, hat sich für eine ZDF-Produktion „Durchs wilde Deutschland“ begeben. Er streift durch die Alpen auf der Suche nach Steinböcken und Murmeltieren, taucht in trüben Flüssen nach den riesenhaften Welsen, begegnet in Großstädten wilden Tieren wie dem Biber und dem heutzutage selten Spatz. Mit spürbarer Faszination beschreibt er den Massenaufzug der Kraniche auf Zingst, wenn 40000 dieser großen Vögel auf ihrem Flug nach Süden rasten. Er folgt dem äußerst scheuen Weiterlesen

Opa Alphonse, der durchgedrehte Forscher und begeisterte Rennradfahrer, hat in letzter Zeit allerhand seltsame Dinge angeschleppt und merkwürdiges Zeug erfunden. Ganz sicher schien er wieder etwas zu planen. Und tatsächlich: eines Morgens werden die Vermutungen der Kinder bestätigt. Direkt nach dem Frühstück fahren sie mit Opa uns seinem kleinen Laster zum Hafen. Dort steht zum Erstaunen der Kinder ein Weiterlesen

Der 1922 geborene Egon Bahr, der die Ostpolitik der Regierung Brandt maßgeblich geformt und mitgestaltet hat, und der 1941 geborene ostdeutsche Kabarettist und Schriftsteller Peter Ensikat lernten sich erst nach der Wende kennen und wurden zu Freunden. Beide hatten sie im jeweiligen deutschen Staat, in dem sie lebten, auf ihre Weise eine wichtige, intellektuelle Rolle inne.
Im April 2006 treffen sie sich über zwei Tage in einem Fernsehstudio, erzählen einander von ihrem Leben und kommen über ihre Biografien miteinander ins Gespräch über die deutsche Nachrkiegsgeschichte: das Gespräch wird zu einem Weiterlesen

„Ereignisse, die das ganze Leben verändern, sehen Weiterlesen

Eine Reise um die Welt mit dem Ziel, „die Intensität der Langsamkeit“ zu erfahren: zwei Jahre nimmt sich der 1964 geborene Künstler und Diplom-Designer Jens Hübner Zeit, um mit dem Fahhrad die Welt zu umrunden. Allein auf dem Zweirad legt er dabei über 25000 Kilometer zurück, übernachtet zumeist im Zelt und setzt sich ausser dem Reiselimit von exakt zwei Jahren nur wenige zeitliche Beschränkungen auf. So verweilt er in manchen Orten länger, als er es zunächst geplant hat.
Während der Reise durch Osteuropa, Vorderasien, Indien, Südasien, Australien, Süd- und Nordamerika entstehen – und dies ein besonderes Merkmal von Hübners Reise – neben Tagebüchern auch Weiterlesen
In der vor einem Monat auf SteglitzMind gestarteten Reihe stellt Gesine von Prittwitz in Kurzinterviews Bücherbloggerinnen und Bücherblogger vor. Jarg freut sich über den heute erschienenen Beitrag ‚Steglitz stellt „Jargs Blog“ vor‘ – und bedankt sich bei Gesine von Prittwitz für das Interview und bei Klausbernd Vollmar (kbvollmar blog) für die freundliche Empfehlung.

Das Stranden auf einer Insel – viele Gedanken, Träume und Albträume sind schnell damit verbunden, wenn die Rede darauf kommt: manche oft gestellten Fragen wie jene nach den Büchern, die man mit auf eine einsame Insel nehmen würde, verknüpfen sich damit ebenso wie die eine oder andere Phantasie erotischer, abenteuerlicher, lebensumwälzender oder fantastischer Art. Der Tod, die Liebe, die Einsamkeit, die Zurückgeworfenheit auf elementare Lebenskämpfe, das Aussteigen aus dem Alltäglichen, die Rettung.
Lucien Deprijcks, dessen Buch „Die Inseln, auf denen ich strande“ ich im Sommerurlaub an der Angeliter Küste genossen habe, kennt die oft bemühten Klischees umd die Strandungserfahrung und umschifft sie meisterhaft. Auf achtzehn verschiedenen Inseln verschlägt es den jeweiligen Protagonisten: auf der ersten hat er Weiterlesen

Alabama, Six Point. Vom großen Vermögen der Familie Bottom ist nicht mehr viel übrig. Die hinreissend schöne, temperamentvolle Mittdreissigerin Georgia Bottom macht aus ihrem Aussehen das Beste und bietet sich an sechs Abenden der Woche Ehemännern gegen eine kleine finanzielle Unterstützung als Abwechlsung vom Ehealltag an. Natürlich weiß keiner der sechs einflußreichen Männer voneinander: Sheriff Bill, der Richter, der Pastor Eugene, der Präsident der Bank und der Arzt glauben alle, Georgia für sich zu haben. Georgia kann mit den Weiterlesen

Harold Fry ist seit einigen Monaten in Rente. Seine Frau und er haben sich nicht mehr viel zu sagen und leben routniert ihren südenglischen Ehealltag wie seit vielen Jahren. Da erreicht ihn ein Brief seiner ehemaligen Kollegin Queenie Hennessy, die im Norden Schottlands in einem Hospiz im Sterben liegt. Harold schreibt einen knappen, bedauernden Antwortbrief: aus dem Weg zum Briefkasten wird unmerklich der Aufbruch zu einem Weiterlesen

We are far from home / but we’re so happy / we came here on his back / and we caught your eye / the salty ocean wind / made the seagulls cry („From Finner“, Of Monsters an Men)
Immer mal wieder begegnet einem eine Band, deren Songs direkt in den Bauch gehen: so geht es mir auch mit dem ersten Album der isländischen Band Of Monsters and Men. Die Band gewann 2010 den isländischen Bandwettbewerb Músiktilraunir und wird bei Auftritten und auch auf dieser zuerst 2011 in Island und jetzt endlich auch in Deutschland vorgelegten CD gelegentlich von der Trompeterin Ragnhildur Gunnarsdóttir unterstützt.
Mit „My head is an animal“ legt die Band ein furioses Debüt vor, dass einen sofort an die wunderbare, schon fast legendäre kanadische Rockband Weiterlesen

Immer wieder gibt es in der Geschichte der Menschheit Phasen, in denen wenige, zunächst gering erscheinende Ereignisse, Entscheidungen oder Entdeckungen weitreichende, nicht vorherzusehende Folgen haben. Dazu gehört auch die abenteuerliche Geschichte des antiken Lehrgedichtes „De rerum natura“ von Lukrez, das fast eineinhalb Jahrtausende verschollen war und ohne dessen Wiederentdeckung im Jahr 1417 es die Renaissance, wie wir sie heute in der Rückschau kennen, vermutlich nicht gegeben hätte und die Geschichte einen komplett anderen Verlauf genommen hätte. „Die Wende“ von Stephen Greenblatt beschreibt einen solchen magischen Moment in der Menschheitsgeschichte, aber auch die Entwicklungen, die im vorausgingen und ihm folgten:
Im 1. Jahrhundert vor Beginn unserer Zeitrechnung schreibt der römische Dichter, Philosophen und Epikureer Lukrez (Titus Lucretius Carus) das Lehrgedicht „De rerum natura“ (Dt.: Über die Natur der Dinge) auf Basis und in Verehrung der Naturphilosophie Epikurs.
Geschrieben in Hexametern, gliedert sich das Gedicht in sechs Büchern. Es befasst sich in den ersten beiden Büchern mit der Atomlehre in der Tradition Demokrits, beschreibt den Aufbau der Welt aus Atomen, die sich permanent bewegen und vorübergehende Bindungen eingehen, die unendliche Vielzahl von Welten sowie deren Vergänglichkeit. Im dritten Buch beweist Lukrez die Vergänglichkeit der Seele, die Weiterlesen

„Mit größerer Furcht verkündet Ihr vielleicht Weiterlesen

Ein Album mit deutschen Volksliedern und vertonten klassischen und romantischen Gedichten weckt nicht unebdingt hohe Erwartungen: viele Volkslieder kennt man in den unterschiedlichsten klassischen Interpretationen. Auch das vertonte Gedicht lässt einen zunächst eher an die klassisch-strenge, von zumeist zeitgenössischer Musik inspirierte und umspielte Variante denken.
Bobo (In White Wooden Houses) alias Christiane Bobolina Hebold, der ausgewiesene Theatermusiker Sebastian Herzfeld (präpariertes Klavier) und Annette Kaftan (Saxophon und Bassklarinette) wagen mit „Lieder von Liebe und Tod“ eine Neuinterpreation, die gekennzeichnet ist von extrem Weiterlesen

Der Maler Spähwinkel sucht die neue Zukunft. Krawinkel hält das nicht für nötig, da die Zukunft doch von alleine kommt. Doch als Spähwinkel mit seinem Hund Foxtrott aufbricht, kommen Krawinkel Zweifel, ob er nicht doch etwas verpasst. Zusammen mit Eckstein geht er Spähwinkel nach und entdeckt Weiterlesen

Welcher leidenschaftliche Bücherfreund weidet sich nicht daran: an Bildbänden über Bücher, Bucheinbände, Buchdruck, Bibliotheken und Bücherregale? Das anregende, ja für Bibliomanen gar erregende Studium von Abbildungen aus diesem Themenkreis kann geradezu als erotische, um nicht zu sagen pornographische Betrachtung ausgelegt werden.
Deshalb gibt es im Web mittlerweile etliche seiten und Blogs, die sich ausschliesslich mit Bildern für Bücherliebhaber beschäftigen. Am bekanntesten mag da vielleicht die Weiterlesen
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Woraus folgt, dass alles ohne Weiterlesen

„Während wir technologisch im 21. Jahrhundert stehen, sind unsere Weltbilder noch von Jahrtausende alten Legeneden geprägt. Diese Kombination von höchstem technischem Know-how und naivstem Kinderglauben könnte auf Dauer fatale Konsequenzen haben. Wir verhalten uns wie Fünfjährige, denen die Verantwortung für einen Jumbojet übertragen wurde.“ (Michael Schidt-Salomon)
Wir leben in einer erstaunlichen Zeit: einerseits leben wir (zumindest in den westlichen Ländern) hochtechnisiert in vorwiegend säkularen, aufgeklärten Gesellschaften, die über ausdifferenzierte Strukturen, ausgleichende, sich fortwährend entwickelnde Rechtssysteme, Meinungsfreiheit und freie Wissenschaft verfügen. Andererseits erleben wir einen Rückfall in religiös-fundamentalistische Denkweisen, die darüber hinaus eine gefährliche Weiterlesen

Gutiérrez und Fernández vermochten bereits mit „Tiere : Wie sie fressen„ und „Tiere : Wie sie zur Welt kommen“ Jarg und die mitlesenden Zwillinge zu faszinieren.
Mit „Tiere : Wie sie bauen und wohnen“ widmen sie sich auf bewährte Art zwölf Tierarten und ihren Unterschlupfen, Bauten, Höhlen, Burgen, Nestern oder Verteidigungsmechanismen und zeigen so exemplarisch die vielfältige Weise, wie Tiere sich vor Weiterlesen

Der Kreuzfahrtsektor boomt ja mittlerweile schon seit Jahrzehnten und fand mit auf debile Art heiteren, unsäglichen Serien wie „Love Boat“ oder „Traumschiff“ auch Einzug in die Populärkultur. Kreuzfahrten und damit die Reise auf einer Art schwimmenden Bettenburg mit Unterhaltungsvollversorgung scheinen für viele der ultimative Urlaubstraum zu sein.
Das war im Ansatz auch schon 1995 so, als der junge Schriftsteller David Foster Wallace kurz vor seinem Durchbruch als Romanautor von Harper`s Magazine den Auftrag bekommt, an einer siebentägigen Luxuskreuzfahrt auf dem Kreuzfahrtschiff Zenith der Celebrity Cruises teilzunehmen und anschliessend darüber zu berichten. Der nicht eben reisefreudige Wallace nimmt den repektabel entlohnten Auftrag an und schifft sich in Fort Lauderdale ein.
In seinem Bericht über die einwöchige Reise Weiterlesen
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Lächeln ist die eleganteste Art, seinen Weiterlesen

„At the albums heart lies the memory of the people we have lost in these last two years, but we were in no mood to be maudlin. It’s to them. But it’s for us. We are still drinking, laughing, crying, fighting, fucking, making our music. They wouldn’t have wanted it any other way.“ (Tindersticks-Frontmann Stuart A. Staples zu „The Something Rain“)
Es gibt Musikalben, deren Songs Geschichten erzählen, denen man wieder und wieder zuhört, als wären sie der Soundtrack zu einem Film, der vor dem inneren Auge abläuft, während man den Songtexten lauscht, getragen vom Klang der Musik.
Mit „The Something Rain“ ist der mittlerweile gut zwanzig Jahre alten britischen Independent-Band Tindersticks ein solches Album gelungen. Stuart A. Staples warme, rauhe Weiterlesen

Die kleine Wölfin Silbermond, von ihrer Mutter so genannt wegen des mondartigen Glanzes ihres Fells, ist eines Tages groß genug, um allein in die Welt zu ziehen. Langsam, vorsichtig zieht sie in die Welt und fühlt sich einsam.
Eines Tages, der Winter ist inzwischen gekommen, wird sie von mehreren Hunden verfolgt. Nur knapp kann sie ihnen entwischen und versteckt sich in einer Höhle. Doch als sie die Höhle Weiterlesen

„Ich hab’ festgestellt, dass die besten Geschichten immer hinter der Angst lagen. Wenn ich Angst vor Aids in Afrika Mitte der 80er Jahre oder vor der Pest in Indien Mitte der 90er Jahre verspürte, solche Themen meinetwegen. Dann hatte ich vorher unheimlich viel Angst, dahin zu fahren. Wenn ich Angst spüre, dann weiß ich: Hey, geh durch, dahinter wird’s geil.“ (Helge Timmerberg inm Radiointerview auf SWR1, zitiert nach Wikipedia)
Helge Timmerberg zeichnet nicht nur seine ausgesprochen subjektive Art zu schreiben aus, die drastisch, respektlos, manchmal gar polemisch oder sarkastisch, doch immer mit jener Haltung daherkommt, dass „nichts Menschliches ihm fremd ist“. Er geht ausserdem dorthin, wo der gemeine Tourist nicht hinkommt, um Dinge zu sehen und über sie zu schreiben, die der touristisch reisende, nach Zerstreuung und Entspannung suchende Mensch gar nicht wissen will. Statt uns Altbekanntes, längst Entdecktes zu beschreiben, sucht er nach dem Verborgenen in unserer Weiterlesen
Ruhm? Er ist bald Weiterlesen

„Geschichten sind wichtig […]. Sie können wichtiger sein als alles andere. wenn sie die Wahrheit in sich tragen.“ (S. 151)
Jede Nacht hat Connor ihn, den Albtraum, der immer wiederkehrt und von dem er niemandem etwas erzählen kann. Dieser Albtraum voller Dunkelheit und Schmerz, stets mit einem Schrei endend, der ihn verfolgt, seit seine Mutter mit der Behandlung ihrer schweren Krebserkrankung begonnen hat. Seither kapselt Connor sich ab von der Wirklichkeit und den Menschen, wird zum Außenseiter, um nachts seinen eigenen, inneren Dämonen um so schlimmer zu begegnen.
Daher vermag ihn das Monster, zu dem sich die Weiterlesen